Ifra-Videotraining im April

26. März 2008 | Kommentieren Sie diesen Artikel »

Wie bereits im vergangenen Jahr auch diesmal kurz der Hinweis auf das sehr praxisorientierte Seminar “Der Einstieg in den Videojournalismus”, das ich vom 28. bis 30. April in Zusammenarbeit mit der Ifra in Darmstadt anbiete. Ein paar Plätze sind noch frei.

Das Seminar richtet sich an Video-Einsteiger, also beispielsweise Redakteure von Tageszeitungen, die künftig auch Bewegtbildmaterial für die Website produzieren werden, bisher aber wenig oder keine Erfahrung haben.

Die drei Seminartage werden reichhaltig gefüllt sein. Nach entsprechender Einführung in Bewegtbildsprache und Technik wird jeder Teilnehmer einmal den kompletten Produktionsprozess eines kurzen Online-Videobeitrags selbst ausprobieren, also: einige einfache Handlungsabläufe nach der sog. 5-Shot-Regel drehen, ein Interview einrichten und aufzeichnen sowie anschließend einige Sequenzen schneiden, texten und selbst vertonen.

Dazu arbeiten wir mit einer typischen VJ-Basisausrüstung (DV-Camcorder, Mikrofon, Kopfhörer, Kopflicht, Stativ etc.) sowie einem marktüblichen nonlinearen Schnittsystem.

Details sowie die Möglichkeit zur Anmeldung auf der Ifra-Website.

Video-Portrait: krill.minima / Marsen Jules

26. März 2008 | Kommentieren Sie diesen Artikel »

Als ich irgendwann vor ein paar Jahren das erste Mal auf das Netlabel Thinner aufmerksam wurde, war ich Tage lang mit Herunterladen, Hören und Genießen beschäftigt.

Hängen geblieben bin ich unter anderem am Repertoire des Künstlers krill.minima, der eigentlich Martin Juhls heißt und in Dortmund lebt.

Vor einigen Wochen habe ich Martin für einen Video-Dreh gewinnen können. In dem sechs Minuten langen Stück erzählt er einiges über seine Art Musik zu machen und über den Unterschied seiner beiden Projekte krill.minima und Marsen Jules.

Das Video-Portrait habe ich im Auftrag von DerWesten.de produziert.

Online-Video, DJV-Honorarempfehlung

4. Februar 2008 | Bisher 2 Kommentare »

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hat seine Honorarempfehlungen für freiberufliche Journalisten (PDF, 632 kB) aktualisiert. Für Online-Videobeiträge empfiehlt der DJV eine Beitragspauschale von 500,- bis 600,- Euro bzw. alternativ einen Minutenpreis von 200,- Euro (siehe Seite 31).

Leider sind die Beträge nicht weiter aufgeschlüsselt. So bleibt also alles weiter Verhandlungssache, aber wenigstens ist jetzt einmal eine offizielle Hausnummer genannt worden (die, gemessen am Aufwand gerade für komplexe Themen oder besondere Umsetzung, ganz sicher umstritten bleibt - siehe in diesem Zusammenhang auch den thematisch verwandten Eintrag inkl. der Kommentare vom vergangenen Jahr).

(Vielen Dank an Thomas Mrazek für den Hinweis.)

Las Vegas Sun, HD-Videos

28. Januar 2008 | Kommentieren Sie diesen Artikel »

DV oder HDV für Online-VJs, diese Frage wurde hier ja schon ein, zwei Mal aufgeworfen. Es gibt genug Argumente für beide Formate, vor allem wenn man ausschließlich für Online-Formate dreht.

Wer ein Argument mehr für HDV sucht, sollte sich mal die Multimedia-Rubrik der Las Vegas Sun ansehen, dort speziell die Videos.

Ganz schön großflächig - da wurde der Relaunch einer Zeitungswebsite im Hinblick auf Multimedia-Inhalte insofern einfach mal konsequent zuende gedacht, dass man ihnen genug Platz direkt im Layout einräumt - ohne unelegante Umwege über Popup-Fenster oder ähnliches.

Mir gefällt das. Endlich weg von Briefmarken-Größen.

Zum Technischen: Die Videos werden im Flash-Player abgespielt und sind On2 VP6-kodiert bei einer angemessenen variablen Bitrate von ca. 1300 kbps, die in den Spitzen bis zu ca. 3500 kbps reicht (davon ca. 110 kbps für den mp3-Stereo-Ton).

Merkwürdig allerdings, dass das Video im Player auf der Website 988 Pixel breit und 556 Pixel hoch ist - die Originaldateien (FLV) messen nämlich lediglich 640 x 360 Pixel, was locker mit Standard-DV-Technik erreicht wird (720 x 576 Pixel). Da ist der HDV-Bonus dann wieder weg und wird durch den Flash-Player ein wenig unscharf skaliert.

Konsequenterweise werden die Videos aber auch H264-kodiert zum Download angeboten (siehe Beispiel) - dann allerdings in voller HDV-Auflösung (1280 x 720 Pixel) mit höherer Bitrate.

Bildgestaltung: Online-Video versus TV

22. Januar 2008 | Bisher 9 Kommentare »

Dauernd heißt es, Online-Video ist kein TV. Man solle tunlichst anders sein als das Fernsehen, wenn man online mit seinen Videos Erfolg haben will. Das habe ich bisher kaum hinterfragt und eigentlich immer so hingenommen.

Gestern bin ich beim Durchforsten meiner Feeds auf eine Diskussion im Newsvideographer-Blog gestoßen, in der es mal wieder um TV-Bashing geht. Megan Taylor kritisiert die Videos auf b-roll.net, die sie vor allem wegen der künstlichen Sprecherstimmen sofort an TV erinnern und daher kaum als Vorzeigebeispiel für onlinegerechte Aufbereitung dienen können.

Später schalten sich dann TV-Journalisten in die Diskussion ein - was sehr spannend zu lesen ist. Denn es geht um die Frage, was an Online-Videos unter gestalterischen Aspekten denn bitte so anders sein soll als im TV.

Irgendwo mittendrin schreibt Megan Taylor dann:

One of the things that we are told about video is that is does have to be different than TV news. I’m not sure how true this is, but this is the “party line.” So I want to know what to do differently.

Würde mich auch mal interessieren.

Klar, die x-te Kopie einer moderierten Nachrichtensendung im Stile der Tagesschau (nur in billig) ins Netz zu stellen, funktioniert auf Dauer wohl nicht. Zumindest bei mir nicht, weil ich lesend viel schneller zum Kern der Information komme.

Aber wenn man das ganze mal runterbricht auf Beitragsebene, auf ein einziges Video mit einer in sich geschlossenen Story, die auf der Website im Videoplayer oder unterwegs auf dem iPod abgespielt wird: Wo genau liegen da die gestalterischen Unterschiede?

Markus Hündgen, Videojournalist beim Westen, hatte vor einiger Zeit mal einen Eintrag in sein Blog geschrieben, dem er die Überschrift Videopunkt-Manifest gab. Darin heißt es unter anderem: “Wir kennen die Fernseh-Regeln. Wir brechen sie, wo immer es geht.” Klingt ziemlich radikal und ich frage mich: Wieso eigentlich?

Das Fernsehen hat doch jede Menge sinnvolle Regeln (oder besser: Empfehlungen) zu bieten, die über viele Jahre lang angewandt wurden. Warum sollen die online plötzlich nicht mehr gelten? Wer seine Bildeinstellungen nach dem goldenden Schnitt gewichtet, macht grundsätzlich nicht unbedingt etwas falsch - weder im TV noch online. Wer in die Bewegung schneidet, lässt Abläufe natürlicher aussehen - sowohl im TV als auch online. Die Aufzählung lässt sich beliebig fortsetzen.

Wo also liegen die wirklichen (gestalterischen, nicht inhaltlichen - das ist ein anderes Thema) Unterschiede zwischen Online-Video und TV?

Mir fallen erstmal nur ein paar ein. Wenn mir jemand sagt, man solle online mehr auf Naheinstellungen und weniger auf Totalen setzen, weil die eingebetteten Videos auf Webseiten oder auf dem Handy bzw. anderen Abspielgeräten so klein und schlecht aufgelöst sind, dann überzeugt mich das. Was gleichzeitig die Frage nach sich zieht, wie ich Sequenzen künftig aufbauen kann, wenn ich auf Totalen weitgehend verzichten soll.

Dass die Aufmerksamkeitsspanne online noch geringer ist als im TV (lean-forward- vs. lean-back-Medium) und man sich deshalb kürzer fassen solle und noch schneller zum Punkt kommen müsse, ist auch bekannt. Doch das gilt im TV - je nach Format - ebenfalls, manchmal sogar noch extremer wegen der Längenbegrenzung.

Weitere Ideen? Anmerkungen? Hinweise und Links zu guten Beispielen stets willkommen.