Eine simple, kompakte, externe SSD mit Thunderbolt-Anschluss

3. Dezember 2015 | Schlagworte: - -

Vor ein paar Tagen habe ich mir eine externe Lacie Rugged-Festplatte mit Thunderbolt-Anschluss gekauft, aufgeschraubt und nach dieser Anleitung (alternativ auch nach dieser) eine SSD eingebaut. Das dauert bei mittelmäßiger technischer Begabung etwa 15 Minuten und hat zumindest bei mir funktioniert. Die Garantie ist durch diesen Eingriff natürlich erloschen.

Lacie Rugged Thunderbolt mit Samsung 850 EVO SSD

Warum das ganze?

Es kommt immer wieder vor, dass ich ein Video in der Bahn oder in einem Hotelzimmer am Laptop schneide, am nächsten Tag dasselbe Projekt am Arbeitsplatz vorm Desktop-Rechner weiter bearbeite, um tags darauf wieder im Zug zu sitzen und dasselbe Projekt am Laptop… Und so weiter.

Beim Schneiden möchte ich die Vorteile von SSDs inzwischen nicht mehr missen. Daher bin ich bisher immer so vorgegangen, dass ich die beiden Macs zusammengeschlossen habe, um das Projekt im Target Disk Mode von der internen SSD meines Laptops auf die interne SSD meines Desktops zu kopieren – und umgekehrt. Ein zusätzlicher Arbeitsschritt, der manchmal sehr ungelegen kommt.

Was mir für solche Projekte bisher fehlte, war eine simple, sehr kompakte externe SSD-Lösung, die ich via Thunderbolt sowohl an den Laptop als auch an den Desktop anschließen kann – ohne Netzteil, so leicht und platzsparend wie möglich.

Die einfachste Lösung wäre natürlich ein externes Thunderbolt-Gehäuse, in das man dann eine SSD seiner Wahl steckt. Ich habe lange gesucht, aber einfach nichts gefunden. Während der Markt mit einfachen USB 3.0-Festplatten-Enclosures für wenig Geld überflutet wird, herrscht bei vergleichbaren Thunderbolt-Caddys absolute Leere.

Zwar gibt es Lösungen wie beispielsweise das G-Drive ev ATC mit Thunderbolt-Anschluss, das aber recht teuer wird, wenn man es mit einer SSD statt einer Festplatte nutzen möchte. Denn leider kann man nicht jede x-beliebige SSD nachrüsten, sondern nur die von G-Technologies verkaufte G-Drive ev SSD.

Meine Lösung mit der Lacie Rugged-Festplatte, die ich gegen eine Samsung 850 EVO-SSD mit 500 GB ausgetauscht habe, lohnt sich (Stand Dezember 2015) preislich auf jeden Fall gegenüber deutlich teureren Komplettlösungen – erst recht, wenn man für die ausgebaute 1 Terabyte große 2.5″-Festplatte noch eine Verwendung hat. Kleiner (und dementsprechend günstiger) kann man die Lacie-Platte zurzeit leider nicht erwerben.

Da mein Laptop mit einem Thunderbolt-Anschluss der ersten Generation ausgestattet ist (Maximalgeschwindigkeit: 10 Gbps), fällt der Geschwindigkeitstest mit Blackmagic Disk Speed Test im Vergleich zur internen SSD zwar moderat aus, für meine Zwecke aber völlig ausreichend.

Blackmagic Disk Speed Test

Das Schneider Kreuznach Cinegon 10mm f/1.8 an der BMPCC

2. Juli 2015 | Schlagworte: - - -

Das Video zeigt Impressionen verschiedener Orte in Berlin, meistens mit Blendenwerten zwischen f/4 und f/8 aufgenommen. Gegen Ende des Clips sind ein paar Aufnahmen nach Sonnenuntergang mit Offenblende zu sehen. Die Musik stammt von Lee Rosevere, der einen Teil seines Repertoires im Free Music Archive unter Creative Commons Lizenz (CC BY-NC 3.0) zur freien Verfügung gestellt hat.

Auf der Suche nach einem weitwinkligen Objektiv für die Blackmagic Pocket Cinema Camera (BMPCC) mit ihrem kleinen Super16-Sensor (Crop-Faktor 2.88) kann man unterschiedliche Wege einschlagen. Ich liste mal auf, was mir bekannt ist und equivalent zum Vollformat auf maximal 30mm herauskommen würde (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

Für Weitwinkel-Aufnahmen setze ich das Schneider Kreuznach Cinegon 10mm f/1.8 ein, das an der BMPCC einen Bildausschnitt zeigt, der aussieht wie bei einem 29mm-Objektiv an einem Vollformat-Sensor. Das Cinegon wurde für 1″ Zoll große Sensoren (also leicht größer als die der BMPCC) konzipiert und ist eigentlich gedacht für die industrielle Bildverarbeitung. Es ist wirklich sehr klein und passt auch deshalb wunderbar zur BMPCC. Um es anzuschließen, benötigt man einen Adapter von C-Mount auf MFT. Wie auch beim Angenieux 17-68 Zoom-Objektiv, über das ich hier schon einiges geschrieben habe, nutze ich dazu den ciecio7-Adapter.

Schneider Kreuznach Cinegon 10mm f/1.8

Weil dieser Adapter sehr präzise gefertigt ist, stimmen die Entfernungsangaben – vor allem natürlich die Unendlich-Einstellung – absolut verlässlich überein. Nur leider stehen auch hier die Zahlenwerte nicht oben mittig, nachdem man das Objektiv angeschraubt hat, sondern – zumindest bei mir – an der rechten Seite. Nicht weiter schlimm.

Der Blendenring läuft weich und stufenlos, der Fokusring angenehm gedämpft. Um die Schärfe vom Nahbereich (0.20 Meter) auf Unendlich zu stellen, muss man den Ring einmal fast komplett drehen.

Das Objektiv verfügt über ein gewöhnliches Filtergewinde mit 55mm Durchmesser. Um Filter anzubringen, empfehle ich auf jeden Fall einen Stepup-Ring auf ein deutlich größeres Maß. Ich nehme z.B. einen 72mm-UV/IR-Cut-Filter, kombiniert mit einem variablen ND-Filter, der an seiner Vorderseite wiederum einen Anschluss auf 77mm bietet. Daran habe ich noch eine Sonnenblende geschraubt, auch um den ND-Filter beim Einstellen der Belichtung besser greifen zu können. Mit dieser Konstellation kommt es zu keinerlei Randabschattungen.

Schneider Kreuznach Cinegon 10mm f/1.8 mit UV/IR- und ND-Filter in 72mm

Dadurch sieht das Objektiv zwar sehr ungewöhnlich aus, aber darauf kommt es ja nicht an.

Z-Finder für BMPCC mit 1.8-facher statt 2.0-facher Vergrößerung bringt kleine Verbesserung

18. Juni 2015 | Schlagworte: - - -

Eine Sucherlupe ist vermutlich eine der ersten Anschaffungen, wenn man mit einer kompakten und in ihrer Bauart sehr DSLR-ähnlichen Kamera wie der Blackmagic Pocket Cinema Camera (BMPCC) arbeitet. Ich habe mir seinerzeit den Zacuto BMPCC Z-Finder gekauft, der speziell für die Größe des BMPCC-Displays entwickelt wurde.

BMPCC mit Zacuto Z-Finder

Die Qualität des BMPCC-Displays ist zwar wirklich bescheiden und lohnt sich eigentlich gar nicht, auch noch vergrößert zu werden (auch wenn man dadurch das Focus Peaking besser beurteilen kann). Dennoch ist so ein BMPCC-Viewfinder sinnvoll, da er vor allem zusätzliche Stabilität durch einen weiteren Andruckpunkt bei frei aus der Hand geführter Kamera spendet und – fast noch wichtiger – Sonnenlicht aussperrt. Denn bei etwas hellerer Umgebung sieht man auf dem BMPCC-Display so gut wie nichts mehr.

So weit, so gut. Einziges Manko: Der Zacuto Z-Finder für die BMPCC zeigt mir nicht das komplette Display, sondern schneidet an den Rändern immer ein Stück ab – und zwar auch dann, wenn ich den Z-Finder wirklich fest an mein Auge drücke.

Zumindest ist das bei mir so, und ich habe keine Ahnung, ob es nun an meinen Augen liegt oder an der zweifachen Vergrößerung des Z-Finders. Offensichtlich bin ich aber nicht der einzige mit diesem Problem.

Bei der Arbeit nervt das, denn beim Blick durch einen Viewfinder sollte man natürlich immer 100% der Bildinformation sehen können. Wie auch sonst sollte man das Bild kadrieren oder einer Aktion verlässlich folgen?

Hier mal ein Vergleich. So sieht das komplette Display der BMPCC aus:

BMPCC-Screen ohne Zacuto Z-Finder

Wenn ich den Z-Finder mit starkem Druck förmlich ans Auge quetsche, sehe ich in etwa folgenden Ausschnitt:

BMPCC-Screen mit Zacuto Z-Finder und 2.0-facher Vergrößerung

Halte ich den Viewfinder hingegen mit normalem Druck ans Auge, sehe ich deutlich weniger an den Rändern und ich muss mich entscheiden, ob ich teilweise entweder auf die Informationsleiste oben oder unten verzichte.

Von einer adäquaten Vergrößerung des Bildausschnitts erwarte ich eigentlich, dass das Auge nicht hin- und herwandern muss, sondern alles sofort auf einen Blick erfasst. Das leistet der Z-Finder für die BMPCC leider nicht.

Deshalb habe ich vor einiger Zeit Kontakt mit Zacuto aufgenommen, die mir daraufhin einen kostenlosen Ersatz des Vergrößerungsglases geschickt haben. Der Austausch ist ziemlich einfach und in wenigen Minuten erledigt. Statt der 2.0-fachen Vergrößerung hat der der neue Glasbaustein eine nur 1.8-fache.

Bringt’s was? Der Unterschied ist nur gering und das Ergebnis immer noch keineswegs so wie es eigentlich sein sollte. Wenn ich den Sucher wieder so stark an meine Auge drücke wie ich es normalerweise nicht tun würde, sehe ich ungefähr das hier:

BMPCC-Screen mit Zacuto Z-Finder und 1.8-facher Vergrößerung

Will heißen: Das Auge muss immer noch umher wandern, den kompletten Bildausschnitt kann ich nur mit Mühe erfassen.

Obwohl der BMPCC Z-Finder fast ständig an der Kamera angebracht ist, kann ich ihn nur eingeschränkt empfehlen.

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