DIY-Mikrofonsplitterkabel für die saubere Trennung der Panasonic GH3-Tonkanäle (funktioniert vermutlich auch an jeder anderen DSLR)

Die Panasonic GH3 verfügt über eine 3.5mm-Stereo-Klinkenbuchse, an die man ein externes Mikrofon anschließen kann. Der Tonpegel lässt sich dann über 19 Stufen regulieren, jedoch immer nur für beide Kanäle gemeinsam.

Ohne weiteres ist es also leider nicht wie bei einer professionellen Videokamera möglich, den linken Tonkanal beispielsweise stärker auszupegeln als den rechten, was in vielen Situationen (z.B. Interviews) aus Sicherheitsgründen ja sinnvoll ist (Details dazu siehe hier).

Neulich bei einem Dreh mit der GH3 war es mir wichtig, den Ton meines mit einem Ansteckmikrofon verkabelten Hauptprotagonisten ständig über eine Funkstrecke abzunehmen und sämtliche Atmo-Geräusche sowie spontan sich ergebende Dialoge mit anderen Protagonisten über ein an der Kamera befestigtes Richtmikrofon aufzuzeichnen.

Dazu habe ich ein Splitterkabel benötigt, das an der einen Seite über einen Stereo-Miniklinkenstecker verfügt, an der anderen Seite über zwei Stereo-Miniklinkenbuchsen. Über ein zweiadriges Kabel wird das ganze so verlötet, dass die eingehenden Signale sauber voneinander getrennt in die Kamera gespeist werden.

Wer sich das Kabel nachbauen will, kann sich an folgendem Stromlaufplan orientieren (danke an Boris und Fred).

Stromlaufplan für das Mikrofonsplitterkabel an der Panasonic GH3 und anderen DSLR-Kameras

Wie man sieht: Es wird lediglich eine Ader benötigt, die zweite Ader wird mit der Masse verbunden.

Bei meinem Dreh hat das ganze wirklich sehr gut geklappt. Auf dem linken Kanal habe ich den Ton meiner Funkstrecke mit exakt den Einstellungen aufgenommen, die ich hier aufgeschrieben habe (also dem GH3-Eingangspegel auf dem rauschärmsten Level 1). Am rechten Kanal habe ich das Rode VideoMic Pro angeschlossen und daran die +20 dB-Verstärkung eingeschaltet.

Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden. Ich kann keinen Unterschied zu Aufnahmen heraushören, die ich in vergleichbaren Situationen zum Beispiel mit der Panasonic AF101 gemacht habe.

Im Schnittprogramm sind es dann in der Regel nur wenige Mausklicks, um aus der Stereo-Tonspur zwei Monospuren zu machen.

Optimale Einstellungen für die Sennheiser EW100-G2-Funkstrecke an der Panasonic GH3

Der Mikrofon-Eingangspegel der Panasonic GH3 lässt sich manuell über 19 Stufen regulieren. Je höher man diese Stufe einstellt, desto mehr Rauschen überlagert das Tonsignal.

Grundsätzlich sollte man also möglichst mit einem vorverstärkten Signal in die Kamera reingehen, um den Eingangspegel so gering wie möglich einzustellen, ganz ähnlich wie beispielsweise bei den Canon-DSLRs mit Magic Lantern.

Stellt man den Eingangspegel der GH3 auf Level 1, also die niedrigste Stufe, dann liegt das Rauschen unter -60 dBFS, ganz so wie es bei einer professionellen Kamera im Broadcast-Bereich üblich ist.

Optimale Einstellungen für die Sennheiser EW100-G2-Funkstrecke an der Panasonic GH3

Wenn ich meine Sennheiser EW100-G2-Funkstrecke direkt an die GH3 anschließe und einen Interviewpartner bzw. Protagonisten mit dem MKE2-Ansteckmikrofon verkabele, wähle ich folgende Konfiguration:

Eingangspegel der GH3: Level 1
Sensitivität des Funkstreckensenders: -10 dB
AF-Out des Funkstreckenempfängers: -12 dB

Bei normal lauter Sprache und dem Mikrofon knapp oberhalb der Brust kommt dann ein Signal von -6 dBFS in den Spitzen an.

Wem das zu wenig Spielraum ist, der sollte den AF-Out des Empfängers auf -18 dB stellen. Dabei kam die Sprache in meinen Testaufnahmen bei -15 dBFS in den Spitzen an.

Spricht der Protagonist hingegen sehr leise, kann man es auch mit einem AF-Out von -6 dB probieren, wobei mir die Gefahr der Übersteuerung aber zu groß wäre (in meinem Test erreichte das Signal bei normal lauter Sprache manchmal -3 dBFS).

Faustregel also: Den Eingangspegel der GH3 so niedrig wie möglich halten, idealerweise bei Level 1. Sämtliches Finetuning nur über die Vorverstärkung vornehmen.

Was der Pegelmesser der Panasonic GH3 in dBFS anzeigt

Der Tonpegelmesser der Panasonic GH3 zeigt für den linken und rechten Kanal jeweils acht kleine Kästchen an, die aber leider nicht beschriftet sind.

Um die Skala etwas besser einschätzen zu können, habe ich testweise einen 1 kHz-Signalton mit ansteigender Lautstärke aufgezeichnet. Diese Aufnahme habe ich mir anschließend in Final Cut Pro X angesehen und dabei die FCPX-Pegelmesser mit denen der GH3 verglichen.

Ungefähr das hier kommt dabei heraus (Abweichungen um +/- 1 dB sind möglich):

Was der Pegelmesser der Panasonic GH3 in dBFS anzeigt

Leuchtet keines der Kästchen auf, so ist Pegel niedriger als -28 dBFS.

1 Kästchen = -28 bis -26 dBFS
2 Kästchen = -24 bis -21 dBFS
3 Kästchen = -20 bis -17 dBFS
4 Kästchen = -16 bis -13 dBFS
5 Kästchen = -12 bis -9 dBFS
6 Kästchen = -8 bis -6 dBFS

Ab dem 7. Kästchen (also oberhalb von -6 dBFS) scheint ein Limiter einzusetzen, der seine Arbeit auch recht ordentlich macht. Mit normalen Sprachsignalen habe ich es nicht geschafft, die Aufnahme zu übersteuern.

DIY-Video-Start/Stop-Schalter bzw. Fernauslöser für die Panasonic GH3

Vor einigen Wochen habe ich mir die Panasonic GH3 gekauft. Ich bin der Meinung, dass diese Hybrid-Kamera eine wirklich gute Ergänzung zur Panasonic AG-AF101 ist, unter anderem weil ich an beiden Geräten dieselben Objektive verwenden kann. Trotz ihrer vielen Einschränkungen gegenüber einer vollwertigen Videokamera hat die GH3 den entscheidenden Vorteil, dass sie deutlich kompakter ist – ideal also für Videojournalisten, die wie ich ihr Zeug allein schleppen.

Um möglichst wackel- und zitterfreie Bilder auch mit unstabilisierten Objektiven zu gestalten, setze ich das Running Man-Rig von Redrock Micro ein. Was jedoch stört: Um die Aufnahme zu starten, muss ich jedes Mal mit der rechten Hand vom Griff des Rigs zur Auslösetaste an der Kamera wechseln. Das dauert manchmal die entscheidende Sekunde zu lange, und obendrein sind die ersten Bilder jeder Aufnahme meistens verwackelt.

Benötigt wird also ein kabelgebundener Start/Stop-Taster, den man an die Remote-Buchse der Kamera anschließt und in der Nähe des Griffs am Rig befestigt.

Selbstgebauter Start/Stop-Schalter für die Panasonic GH3 am Redrock Micro Running Man Rig

Kurz nachdem ich die GH3 in den Händen hielt, habe ich natürlich das seinerzeit hier im Blog vorgestellte Start/Stop-Kabel meiner AF101 ausprobiert. Schade, es funktioniert natürlich nicht. Wäre auch zu einfach gewesen.

Doch auf der Website von David Cook habe ich eine Bauanleitung für eine kabelgesteuerte Fernauslösung der Panasonic GH1 gefunden, mit der sich ein Start/Stop- sowie ein Fokus-Impuls auslösen lässt. Da der offizielle Panasonic-Kabelfernauslöser DMW-RSL1 nicht nur an der GH1/GH2, sondern laut dieser Pressemitteilung auch an der GH3 funktionieren soll, lag es nahe, dass David Cooks Bausatz wohl 1:1 auf die GH3 übertragbar ist.

Trotzdem habe ich seine Bauanleitung etwas abgeändert und auf die Start/Stop-Funktion reduziert, da ich das Fokussieren auf Knopfdruck nicht brauche. Wer das ganze nachbauen will, benötigt dazu folgende Einzelteile:

  • ein 2-adriges Kabel,
  • einen 2.5mm Stereo-Klinkenstecker,
  • einen 39 Kiloohm Widerstand,
  • einen 2 Kiloohm Widerstand,
  • einen Taster.

Folgender Stromlaufplan zeigt, wie die Bauteile miteinander verbunden werden (vielen Dank an Fred fürs Löten und Zeichnen!):

Stromlaufplan für den selbstgebauten Start/Stop-Schalter der Panasonic GH3

Ein etwa 6 x 2 cm kleines Aluminiumstück dient dazu, den Schalter in der Nähe des Handgriffs am Rig zu befestigen. Dazu wird jeweils an den Enden des Metallstücks ein kleines Loch gebohrt. Im unteren Loch wird der Taster verschraubt, im oberen Loch ein microSpud, der wiederum mit einem microMount am Rig in der Nähe des Handgriffs angebracht wird.

Auf Daumendruck lässt sich jetzt völlig wackelfrei die Aufnahme starten und stoppen. Wird die Kamera nicht im Videomodus betrieben, kann man mit dem Schalter natürlich ein Foto auslösen.

Selbstgebauter Start/Stop-Schalter für die Panasonic GH3 am Redrock Micro Running Man Rig Vorder- und Rückansicht

An dieser Stelle ein kleiner Warnhinweis: Das hier ist keine offizielle Lösung. Wer es nachbauen will und anschließend benutzt, tut das auf eigene Gefahr.

Das Panasonic Lumix G X Vario 35-100 f/2.8-Objektiv mit OIS an der AF101

Seit einigen Wochen arbeite ich u.a. mit dem neuen Objektiv Lumix G X Vario 35-100mm f/2.8 von Panasonic. Und wie beim kleineren Bruder, dem Lumix 12-35mm, habe ich mal ein paar seiner Video-Eigenschaften im folgenden Video getestet.

Kurz zusammengefasst:

  • Das Lumix 35-100mm ist wie das 12-35mm irgendwie parfokal, aber auf eine merkwürdige (wohl elektronische) Art und Weise. Das heißt: Zoomen auf ein Objekt, Schärfe ziehen, wieder aufziehen, erneut zoomen (natürlich bei gleichbleibender Entfernung zum Objekt) funktioniert einwandfrei, die Schärfe bleibt auf dem Objekt erhalten. Nur während des Zooms wird das Bild manchmal kurz unscharf. Schwer zu beschreiben, im Video wird’s aber deutlich. Also wie auch beim 12-35mm: Wer Zooms als gestalterisches Element einsetzt, muss mit dieser Einschränkung leben. Ansonsten sollte man das Objektiv eher als variable Festbrennweite begreifen.
  • Apropos Zoomen: Das merkwürdige Flackern während eines Zooms (also die offensichtlich nicht konstante Blendenöffnung) des 12-35mm tritt beim 35-100mm zum Glück nicht auf.
  • Stichwort Lens Breathing: Beim Verlagern der Schärfe ändert sich in die Größe Bildausschnitts schon ein wenig. Deutlich zu sehen ist das bei längerer Brennweite (im Video habe ich es bei 100mm getestet). Bei 35mm ist der Effekt vollkommen zu verschmerzen, finde ich.
  • Der optische Bildstabilisator (OIS) ist – wie beim 12-35mm – ein Geschenk des Himmels. Auch das ist im Testvideo ganz deutlich zu sehen. Abschalten würde ich den OIS grundsätzlich, wenn sich die Kamera auf dem Stativ befindet. Im Video sieht man sehr deutlich, dass gerade der Anfang des Schwenks ruckeln kann, wenn der eingeschaltete OIS ihn als Wackler interpretiert. Das tritt zwar nur gelegentlich auf und ist auch keine Schwäche des Lumix-OIS, sondern ganz klassisches Verhalten stabilisierter Video-Objektive.
  • Den Autofocus habe ich nicht getestet, weil ich diese Funktion eigentlich nie nutze. Trotzdem mal im Auge behalten…

Das 12-35mm und das 35-100mm sind eigentlich die ideale Kombination, denn der wichtigste Brennweitenbereich ist damit für mich abgedeckt. Obendrein sind beide Objektive ziemlich klein und sehr leicht (12-35mm: 305g; 35-100mm: 360g), was für meine Arbeitsweise ein wichtiges Kriterium ist, da ich sämtliche Taschen meist allein trage. Für die meisten Drehs benötige ich keine weiteren Objektive. Nur wenn es darauf ankommt, setze ich lichtstärkere Festbrennweiten ein.

Mit dem 12-35mm arbeite ich inzwischen die meiste Zeit, geschätzt etwa 90 Prozent aller Bilder drehe ich damit. Das 35-100mm ist vor allem ein ganz wunderbares Interview-Objektiv, denn mit diesem Brennweitenbereich kann ich jederzeit zwischen Nah- und Großeinstellung wechseln. Mein deutlich schwereres, größeres und unstabilisiertes Tokina 50-135 f/2.8 ist damit weitgehend ersetzt.

Wer sich Tests des Lumix 35-100 durchlesen will, findet z.B. hier, hier, hier, hier, hier und hier ein paar Berichte aus kompetenter Quelle.