Im vergangenen Jahr brachte Sony die NEX-VG10 auf den Markt, eine Videokamera mit APS-C-Sensor, Wechselobjektiven usw. Kurz: Eine DSLR (mit all ihren negativen Eigenschaften wie Aliasing, Moire) in einem Video-Body.
Obwohl es auch von Profis durchaus positive Kritik gab, hatte mich die VG10 wenig elektrisiert, weil sie mir für eine „echte“ Videokamera einfach viel zu wenig zu bieten hat. Wesentliche Funktionen wie Zebra, pegelbarer Ton oder eine Fokussierhilfe fehlen einfach. Einziger und wirklich überzeugender Vorteil: Die Bauform. Aber meine EOS 550D halte ich vor allem mit Magic Lantern nach wie für so gut, dass ich den Kauf einer VG10 vor mir nicht hätte rechtfertigen können.
Im Herbst soll nun der Nachfolger, die NEX-VG20, auf den Markt kommen. Bei allem, was über diese Kamera bereits bekannt ist (1, 2, 3), habe ich das Gefühl, sie könnte genau das Richtige für meine Zwecke sein, also: Interviews mit angenehmen Look dank geringer Schärfentiefe aufzeichnen, authentische Situationen dokumentieren und zügig in verschiedene Einstellungsgrößen auflösen, handgeführte Fahrten beim Folgen von Protagonisten sowie statische Einstellungen vom Stativ drehen.
Zunächst einmal ist da der Preis. Für rund 1850,- Euro netto UVP inkl. Kit-Objektiv (Straßenpreis wird sich sicher deutlich darunter einpendeln) ist sie derzeit die günstigste großsensorige Videokamera mit Wechselobjektiv. Etwa doppelt soviel kosten die Panasonic AG-AF101 oder die Sony NEX-FS100. Ein Objektiv ist dann aber noch nicht dabei.
Klar hinkt der Vergleich zu diesen großen Kameras, einfach weil sie deutlich besser ausgestattet sind und einen ganz anderen Anwendertypen ansprechen. Für klassischen Videojournalismus, der eben immer wieder Run and Gun-Situationen mit sich bringt, sind mir diese Kameras aber einfach zu klobig.
Die NEX-VG20 hingegen könnte eine richtig kleine Guerilla-Cam sein, die – heruntergeschrumpft auf das Wesentliche – gerade für das journalistische Arbeiten in schwer berechenbaren Situationen deutlich besser geeignet ist als eine DSLR mit all ihren Anbauten und weit weniger klobig als die nach dem Stativ oder dem Schulter-Rig schreiende AF101 bzw. FS100.
Neben der Bauform sind es vor allem die technischen Details der VG20, die durchaus professionelle Züge haben: Die Zebra-Funktion, pegelbarer Ton (ich hoffe, beide Kanäle getrennt voneinander) samt Anzeige der Pegelmesser sowie Schärfe-Assistenten (Peaking und Ausschnittsvergrößerung).
Wünschenswert wäre natürlich noch ein XLR-Anschluss statt einer Klinkenbuchse für das externe Mikro gewesen, aber vielleicht würde Sony dann seiner FS100 zu sehr das Wasser abgraben. Und was offenbar ebenso fehlt: Ein integrierter ND-Filter. Wer also maximale Freiheit bei der Blendenwahl bei fest eingestelltem Shutter haben will, wird weiterhin einen variablen ND-Filter vor die Linse schrauben müssen. Dasselbe Problem hat Sonys deutlich teurere FS100 ja leider auch.
Sobald die NEX-VG20 auf dem Markt ist, werde ich sie mir sicher mal näher ansehen. Vielleicht wird sie meine Canon EOS 550D ersetzen – vorausgesetzt es gibt einen zuverlässigen Adapter, mit dem ich meine guten, alten Nikkore weiter einsetzen kann.

Einerseits wegen des Preises. Für diese Festbrennweite habe ich gerade mal 160,- Euro bezahlt (da war sicher ein wenig Glück dabei, denn gehandelt wird das 24mm f/2.0 gern mal für 300,- bis 500,- Euro). Die übrigen Ai- und AiS-Objektive aus meiner Sammlung (28mm f/2.8; 50mm f/1.4; 85mm f/2.0) lagen ebenfalls alle (teils deutlich) unter 200,- Euro.
Solche alten Objektive an neuen Canon EOS-Kameras zu nutzen, ist kein Problem, da es jede Menge Adapterringe gibt. 