Das Canon EF 24-105 f/4 mit Speed Booster an der Sony FS5

4. Juli 2017 | Schlagworte: - - - -

Kurzes Info-Video rund um das Thema Wald, optimiert für die Nutzung auf Smartphones. Gedreht mit der Sony FS5, dem Canon EF 24-105 f/4 (Version 1) und Metabones Speed Booster. Texte von Torsten Schäfer, Musik von Kosatka (Lizenz via audiojungle.net). Dieses Video habe ich unter Creative Commons Lizenz (CC BY-NC-ND 4.0) veröffentlicht, das heißt Einbetten in andere Kontexte ist erwünscht, solange dies ohne kommerzielle Absichten geschieht.

Zusammen mit dem Metabones Speed Booster ist das Canon EF 24-105 f/4 sicher eines der am häufigsten eingesetzten Objektive an der Sony FS5 bzw. der FS7. In dieser Kombination ergibt sich eine sehr nützliche Brennweite von 17-75mm bei einer Blendenöffnung von f/2.8 – für Reportage, Dokumentation, Event eigentlich ideal. Außerdem bewegen sich Größe und Gewicht des Objektivs samt Adapter in passendem Verhältnis zur recht kleinen und kompakten FS5.

Was mich allerdings besonders überzeugt (und den entscheidenden Unterschied zum optisch eigentlich charakterstärkeren Tokina AT-X Pro AF 28-70 f/2.6 in der Angénieux-Version ausmacht), ist der Bildstabilisator, der sich über einen Schalter am Objektiv an- und ausschalten lässt (auch an der FS5). Denn gerade bei einer so kleinen und kompakten Kamera, die so konzipiert wurde, dass man sie aus der Hand führt und nah am Geschehen ist (ohne eine sperrige Schulter-Rig-Kontruktion), fällt das durch den Rolling Shutter-Effekt verstärkte Zittern bei mittleren und längeren Brennweiten eines unstabilisierten Objektivs extrem ins Gewicht.

Schade nur, dass das Objektiv nicht parfokal ist, seine Schärfe bei einem herangezoomten Objekt also nicht halten kann, wenn man zurückzoomt und den Abstand zum Objekt nicht ändert. Und auffällig ist auch das relativ starke Focus Breathing vor allem bei kürzeren Brennweiten, wie folgendes Testvideo zeigt:

Kurzer Test des Canon EF 24-105L IS USM (Version 1), das mit einem Metabones Speed Booster Ultra an die Sony FS5 angeschlossen ist. Überprüft habe ich Parfokalität, Focus Breathing bei 24mm und 105mm (durch den Speed Booster verkürzt auf 17mm und 75mm) sowie den Bildstabilisator bei kurzer und bei langer Brennweite. Dieses Video habe ich unter Creative Commons Lizenz (CC BY-NC-ND 4.0) veröffentlicht, das heißt Einbetten in andere Kontexte ist erwünscht, solange dies ohne kommerzielle Absichten geschieht.

Für Videomacher ist das Canon EF 24-105 f/4 ein relativ scharfes Objektiv, wie auch der sehr sehens- und lesenswerte Test des Kameramanns Matt Porwoll bestätigt. Ich persönlich mag den überscharfen, digitalen Look nicht so gern und setze daher permanent einen Tiffen Black Pro Mist-Filter ein, der irgendwie eine angenehme Signatur hinterlässt und vor allem die Lichter und Schatten sehr positiv beeinflusst. Wer es ausprobieren will: Ich empfehle die Stärken 1/8 oder 1/4.

Was die Tonpegelmesser in LumaFusion anzeigen

14. Juni 2017 | Schlagworte: - - - -

LumaFusion ist ein wirklich gutes Tool für den Videoschnitt auf iOS. Vieles, was beispielsweise das populäre iMovie im direkten Vergleich nicht oder nur sehr umständlich kann, ist mit dieser Software möglich – unter anderem eine recht genaue Tonmischung, was hilfreich ist für Videoreporter, die ein wenig mehr Kontrolle über den finalen Klang ihrer Videos haben wollen (oder müssen, weil sie sehr enge technische Kriterien einzuhalten haben, z.B. bei der Belieferung von Fernsehsendern mit „sendefähigem“ Material).

Wer LumaFusion nicht kennt oder gerade dabei ist es kennenzulernen, sollte sich Zeit nehmen für das kostenlose und gut verständliche 33-teilige Videotutorial auf YouTube. Darunter sind auch zwei Teile zum Thema Tonbearbeitung (1, 2), die jedoch eine Frage unbeantwortet lassen: Was genau zeigen die verschiedenen Tonpegelmesser in LumaFusion eigentlich an?

Bei der Arbeit mit der App tauchen vier unterschiedliche Tonpegelmesser auf: Der Mastertonpegelmesser, der Spurtonpegelmesser, der Tonpegelmesser in der individuellen Clip-Bearbeitung und der Tonpegelmesser im Voice Over-Tool für die Sprachvertonung des Beitrags.

So sieht das LumaFusion-Interface mit aufgeklapptem Audiomixer aus, wenn man das erste der sechs möglichen Layouts gewählt hat und das iPhone im Landscape-Modus benutzt:

Das LumaFusion-Interface mit aufgeklapptem Audiomixer

Links vertikal der Mastertonpegelmesser, der anzeigt, wie laut das abgespielte Video auf der Timeline an der aktuellen Stelle insgesamt ist, daneben horizontal die einzelnen Spurpegelmesser, die wiederum Auskunft darüber geben, wie laut jede der sechs möglichen Audiospuren ist (die oberen drei Spuren sind für Video mit Ton reserviert, bei den unteren dreien handelt es sich um reine Tonspuren).

Leider fehlt eine genaue Beschriftung der Skala, was auf der engen Fläche des iPhone-Displays wohl auch kaum darstellbar ist.

Um die Skala selbst zu beschriften, habe ich einen kleinen Test gemacht und einen zwei Minuten langen Sinuston mit 1 kHZ und maximaler Lautheit (0 dBFS) in mono generiert, in LumaFusion importiert, auf die erste Audiospur gelegt und in fünf Sekunden kurze Segmente unterteilt. Die Lautheit des ersten Clipabschnitts habe ich auf 0 dBFS gelassen, den zweiten Clip auf -3 dBFS gezogen, den dritten auf -6 dBFS und so weiter in 3-dB-Schritten. Und anschließend abgespielt und geschaut, wie die Tonpegelmesser reagieren.

Das kam für den Mastertonpegelmesser dabei heraus:

Die Masterpegel-Anzeige in LumaFusion mit exakten dBFS-Werten

Und das für den Spurpegelmesser:

Die Spurpegel-Anzeige in LumaFusion mit exakten dBFS-Werten

Wenn man auf der Timeline einen Clip doppelt antippt, wird er im individuellem Clip-Editor geöffnet, in dem man unter anderem das Tonsignal verstärken oder abschwächen kann. Auch hier gibt es links einen vertikalen Tonpegelmesser:

Das Interface der individuellen Clipbearbeitung

Und das zeigt er im Detail an:

Der Pegelmesser der individuellen Clipbearbeitung

Wenn man Videobeiträge mit Sprache vertonen möchte, würde ich zunächst das Interface-Layout anpassen. Layout Nr. 5 (und das iPhone im Landscape-Modus) ist eine gute Wahl:

Layout Nr. 5 im Landscape-Modus ist ideal für das Voice Over-Tool

Denn jetzt wird der Tonpegelmesser etwas breiter und damit genauer dargestellt als in den Spalten-Layouts:

Der Tonpegelmesser des Voice Over-Tool

Beim Einsprechen würde ich darauf achten, die -6 dBFS-Marke möglichst nicht zu überschreiten, in den Spitzen aber idealerweise immer ein bis zwei Kästchen darunter zu bleiben. Faustregel also: Bleiben die letzten sechs bis sieben Kästchen frei, dürfte man im sicheren Zielbereich von etwa -9 bis -12 dBFS landen.

Leider verfügt das Voice Over-Tool noch nicht über einen Gain-Slider, mit dem es möglich wäre, die Eingangs-Intensität des Tonsignals zu verstärken (nicht gut, weil dann das Rauschen zunimmt) oder abzuschwächen. Letzteres wäre nötig, wenn man beispielsweise mit dem Rode VideoMic Pro oder dem Azden SMX-30 bzw. SMX-15 und ihren +20 dB-Vorverstärkungen ein recht starkes und sauberes Signal in die Kamera speist. Ohne Abschwächung der Eingangsempfindlichkeit landet man in den Spitzen dann schon recht schnell im roten Bereich. Ich hoffe, der Gain-Slider wird mit einem Update nachgeliefert.

Übrigens, der Mastertonpegelmesser und die sechs Spurpegelmesser reagieren mit einiger Verzögerung. Beim Abspielen meiner etwa zwei Minuten langen Timeline mit der -3-dB-Treppe (von 0 dBFS auf -60 dBFS in 5-Sekunden-Schritten) brauchte der Pegelmesser von Schritt zu Schritt etwa bis zu drei Sekunden, um die Änderung anzuzeigen (LumaFusion 1.3.2 auf einem iPhone 7 mit iOS 10.3.2 im Flug- und Bitte-nicht-stören-Modus ohne weitere geöffnete Apps im Hintergrund). Und auch wenn ich es nicht so genau messen konnte, hatte ich das Gefühl, dass die Tonpegelmesser im individuellen Clip-Editor und im Voice Over-Tool ähnlich träge reagieren. Aber vielleicht optimieren die Entwickler ja auch das in künftigen Versionen.

Insgesamt würde ich Videobeiträge fürs TV auf -9 dBFS in den Spitzen abmischen, das heißt der Mastertonpegelmesser sollte möglichst im fertigen Video nie über das vierte Kästchen von oben hinausgehen. Bei Beiträgen fürs Web habe ich mir angewöhnt, sie auf -6 dBFS abzumischen, also so, dass beim Mastertonpegelmesser die dritte Kästschenreihe von oben ab und zu mal in den Spitzen aufblinkt.

Die Tonmischung selbst würde ich – je nach Umgebung – entweder mit den zum iPhone gehörenden Kopfhörern machen (wenn man sich in einem relativ ruhigen Raum befindet) oder aber mit deutlichen besseren, geschlossenen Kopfhörern (in lauterer Umgebung). Die Lautstärkeregler des iPhone würde ich mindestens auf Mitte stellen, eher sogar etwas höher, um alles so gut wie möglich beurteilen zu können.

Aufnahme #1: Rena Tangens über Datenschutz, Sicherheit und Freiheit

7. Mai 2017 | Schlagworte: -

Dieses Video ist auch bei Zeit Online erschienen. Die hier eingebettete Version habe ich unter Creative Commons Lizenz (CC BY-NC-ND 4.0) veröffentlicht, das heißt Einbetten in andere Kontexte ist erwünscht, solange dies ohne kommerzielle Absichten geschieht. Die Musik in dem Video stammt von Biospherix (lizenziert via audiojungle.net).

Wenige Tage vor der Verleihung der Big Brother Awards 2017 habe ich Rena Tangens in Bielefeld getroffen und mit ihr ein Interview zu verschiedenen Fragen rund um Datenschutz, Sicherheit, Freiheit und digitale Kontrolle geführt, das die Grundlage für dieses Video ist. Tangens setzt sich bereits seit den 80er Jahren mit diesen Themen auseinander. 1987 hat sie den gemeinnützigen Verein FoeBuD mitgegründet, der seit einigen Jahren Digitalcourage heißt.

Das Video ist der Auftakt zu einer Serie, die ich unter dem Label Aufnahme veröffentlichen werde. Zurzeit suche ich eine Redaktion, die Interesse an Erstveröffentlichungen und einer gemeinsamen inhaltlichen Weiterentwicklung des Formats hat.

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