Videobeiträge mit dem iPhone drehen und komplett schneiden (mit FiLMiC Pro und iMovie), Erfahrungen und Tipps

29. Juli 2014 | Schlagworte: - - - - - - - - - - - - -

Folgendes sieben Minuten lange Video habe ich neulich am Rande einer lokalen Sportveranstaltung mit einem iPhone 4S gedreht und später auch direkt auf demselben Gerät geschnitten – also im Prinzip das getan, was für viele Reporter inzwischen völlig selbstverständlich ist.

Wer sich für den inhaltlichen Kontext dieses Videos interessiert, findet im Begleittext auf Vimeo weitere Informationen. Die Musik stammt von Chris Zabriskie, der einen Teil seines Repertoires unter Creative Commons Lizenz (CC BY 4.0) zur freien Verfügung gestellt hat.

Das Video – eine einfache Aneinderreihung von O-Ton-Statements, unterschnitten mit Bildern der Veranstaltung und eingetaucht in eine etwas traurige Musik – ist technisch insgesamt soweit ok, denke ich. Es enthält einige vermeidbare Schwächen, auf die ich im folgenden Text neben Details zur Vorgehensweise und weiteren Tipps für eine sinnvolle Minimalausrüstung rund ums Drehen mit dem iPhone näher eingehen werde.

Neben dem iPhone 4S habe ich folgende Hard- und Software eingesetzt:

iPhone-Set für Videoreporter

FiLMiC Pro

FiLMiC Pro ist eine sehr viel bessere Alternative zur deutlich limitierten Original-Kamera-App des iOS. Die wesentlichen Funktionen kurz im Überblick:

FiLMiC Pro-Interface

  1. Das Fokuskästchen lässt sich bei Fingerstreich beliebig postionieren und anschließend fest einstellen (mit dem dazugehörigen Schalter ganz links unten). So ändert sich die Schärfe solange nicht mehr, bis man die Sperre wieder aufhebt.
  2. Nach demselben Prinzip funktioniert auch das kreisrunde, blendenartige Symbol. Wo man es positioniert, ermittelt die Kamera den Referenzwert für die Belichtung des gesamten Bildes. Auch dieses Symbol sollte man für die Dauer der Aufnahme sperren, sodass sich die Belichtung nicht mehr verändert, auch nicht während eines Schwenks oder bei sich anderweitig änderndem Bildausschnitt.
  3. Den Weißabgleich würde ich ebenfalls immer manuell einstellen. Wer keine Zeit dazu hat, sollte zumindest den durch die Kamera automatisch ermittelten Weißabgleichswert fixieren (also dafür sorgen, dass er sich nicht mitten in der Aufnahme automatisch ändern kann). Was passieren kann, wenn man das nicht tut, ist meinem Beispielvideo an dieser Stelle zu sehen: Die Hautfarben des Interviewpartners ändern sich unvorteilhaft mehrere Male.
  4. Die Taschenlampe ist eine Art Notleuchte. In bestimmten Situationen ist sie wahrscheinlich sogar sehr nützlich, allerdings habe ich sie für Videodrehs noch nicht benutzen müssen.
  5. Hinter dem Filmstreifen-Symbol verbirgt sich die FiLMiC Pro-Mediathek, also der Ort, an dem die Software alle ihre Aufnahmen ablegt. Hier kann man einzelne Clips von vorn und hinten kürzen oder komplett löschen. Nach den Dreharbeiten sollten alle Clips mit der Funktion “Copy to Camera Roll” in die iOS-eigene Bibliothek für Videoaufnahmen kopiert werden, denn sonst können andere Apps (wie iMovie) nicht auf die Videodaten zugreifen. Unbedingt dran denken: Da es sich um einen Kopiervorgang (und nicht um ein simples Verschieben der Videodateien) handelt, wird dadurch der doppelte Speicherplatz auf dem iPhone belegt. Daher würde ich direkt nach dem Kopieren alle Clips in der FiLMiC Pro-Mediathek löschen.
  6. Hinter dem Zahnrad kann man alle möglichen technischen Parameter verändern, darunter so sinnvolle Dinge wie die Bildrate (also ob man z.B. mit 24, 25 oder 30 Bildern pro Sekunde drehen will) oder die Bitrate des Video-Codecs (mit der man maßgeblichen Einfluss auf die technische Qualität der Clips nehmen kann). Die Einstellungen lassen sich dauerhaft in Presets ablegen, zwischen denen man ziemlich zügig bei Bedarf wechseln kann. Ich habe beispielsweise das Preset C1 für den energiesparenden Alltagsgebrauch wie folgt konfiguriert:

Camera: Back
Mode: Efficiency
Orientation: Auto
Resolution: 1280×720
Frame Rate: 25 fps (sync audio)
Zoom: —
Image Stabilization (On): Enabled
Reticle: Double
Audio Monitoring: On
35mm Flip: Off
GPS Tagging: Off
Event Mode: Off
Show Histogram: Off
Screen Options: hide preview(preview) 00:00
Audio Meter: On
Thirds Guide: On
Framing Guide: Off
Matte: —
Chroma Key: ––
Clip Naming Convention: Date, Time
Project: —
Scene: —
Take: —
Enabled (Header): Off
Format: Slate
Video: Apple Standard
Audio (mono): Standard
Audio Filter: Standard
FiLMiC Remote: Off
Galileo: Off

Eine sehr wichtige Funktion ist der Bildstabilisator, den ich stets eingeschaltet habe. Er funktioniert zwar erst ab dem iPhone 4S, aber bei handgeführter Kamera leistet er enorm gute Arbeit. Das typische Zittern, das bei Kameras mit CMOS-Sensoren auftritt (Stichwort Rolling-Shutter-Effekt), lässt sich damit zwar nicht komplett vermeiden, aber die Auswirkungen fallen deutlich weniger ins Gewicht. Das Bild wird bei eingeschaltetem Bildstabilisator marginal weicher, was man aber getrost vernachlässigen kann.

Grundsätzlich erfordert es ein bisschen Übung, wenn man mit FiLMiC Pro zu guten Belichtungen kommen will. Im Idealfall würde ich eine 18%-Graukarte nutzen und im Bild so positionieren, dass sie die Lichtverhältnisse ideal reflektiert, also bei einem Interview zum Beispiel direkt vor das Gesicht des gut ausgeleuchteten Gesprächspartners halten. Dann ziehe ich den Belichtungskreis auf die graue Fläche und fixiere den Wert. Die Vorgehensweise unterscheidet sich also im Prinzip nicht von der Belichtungsmessung mit einer Spiegelreflex- bzw. Systemkamera, wo ich das Spotmeter dazu nutzen würde.

Nun hat man natürlich selten eine Graukarte dabei, zumindest nicht, wenn man nur das iPhone in der Tasche hat. In solchen Fällen würde ich das Belichtungssymbol auf eine repräsentative Stelle des gut ausgeleuchteten Gesichts meines Gesprächspartners ziehen und den Wert anschließend wieder fixieren. Das Schärfekästchen ziehe ich auf die Augenpartie und fixiere es auch hier (siehe Abbildung, danke an Sebastian). Meistens führt diese Vorgehensweise zu akzeptablen Ergebnissen wie im Beispielvideo bei diesem Interview.

Interview-Belichtung mit FiLMiC Pro

Wenn man sich die Luminanzinformationen der obigen Aufnahme als Wellenform anschaut (die horizontale Achse entspricht dem Videobild von links nach rechts, die vertikale Achse der Signalintensität in IRE), dann sieht man sehr deutlich, dass die Helligkeit des Gesichts im Idealbereich zwischen 50 und 75 IRE landet, also von den oberen Mitteltönen bis zu den unteren Lichtern bei den hellsten Hautpartien reicht.

Luminanzpegel der Interview-Aufnahme

Eigentlich kommt man recht häufig zu guten Ergebnissen, wenn man diese Methode anwendet. Ausnahmen bestätigen aber die Regel, denn bei allzu viel Gegenlicht ist das Arbeiten mit dem Belichtungskreis eine Wissenschaft für sich, die mitunter zu suboptimalen Ergebnissen wie beispielsweise in diesem Interview aus meinem Beispielvideo führen kann.

Der im iPhone verbaute CMOS-Sensor ist sehr klein, und je kleiner der Sensor, desto größer die Schärfentiefe. Dennoch sollte man gerade bei Interviews mit dem Schärfekästchen sehr genau arbeiten. Wenn man die Schärfe auf der Augenpartie einmal fest eingestellt hat, sollte man während des Gesprächs die Distanz zwischen Kamera und Interviewpartner nicht mehr verändern, denn sonst kommt es schnell zu ungewollten Unschärfen wie an dieser Stelle im Video. So etwas sieht sehr unprofessionell aus.

iMovie für iOS

iMovie für iOS

Als ich iMovie für iOS das erste Mal gestartet habe, war ich erstaunt, wieviele Funktionen die App bietet. Das Wesentliche für den einfachen Schnitt ist auf jeden Fall an Bord. Man kann mit maximal zwei Videospuren und drei Audiospuren arbeiten, was auf dem gerade mal 3.5 Zoll kleinem Display des iPhone 4S schon eine gewisse Herausforderung ist. Vor allem beim Trimmen, also dem framegenauen Kürzen oder Verlängern von Einstellungen auf der Timelime, ist Fingerspitzengefühl gefragt.

Die Software ist für Hobbyisten gemacht, das sieht man sofort. So hat man beispielsweise die Wahl zwischen verschiedenen visuellen Vorlagen (“Verspielt”, “Neon”, “Heiter” etc.), die sich spätestens dann einmischen, wenn man Bauchbinden, Titeleinblendungen oder Übergänge in seinem Video verwendet. Zum Glück gibt es aber auch die Vorlage “Einfach”, die auf all diese Spielereien verzichtet und für mich erste Wahl ist.

Apropos Übergänge: Man erkennt den Amateurcharakter der Software auch daran, dass iMovie immer eine Kreuzblende zwischen zwei Einstellungen auf der Timeline hinzufügt, ganz egal welche Vorlage man gewählt hat. Dieser unter Urlaubsfilmern sehr beliebte Effekt lässt sich zwar schnell entfernen, was aber stets einen zusätzlichen Arbeitsschritt nach sich zieht. Abschalten lässt sich diese Automatik leider nicht.

Auch das Werkzeug für Texteinblendungen ist in seinen Fähigkeiten sehr beschränkt, da man nur aus ein paar Vorlagen auswählen kann, die man dann anpassen muss. Leider ist es nicht möglich, die Einblendungen absolut frei zu positionieren, sondern sie erscheinen immer nur an fest definierten Stellen.

Die Tonspuren hingegen lassen sich mit iMovie recht flexibel bearbeiten, zum Beispiel clipweise lauter oder leiser ziehen sowie auf den Frame genau ein- und ausblenden. Sehr hilfreich ist, dass man die Tonspur von einem bereits auf der Timeline liegenden Videoclip abtrennen kann, sodass sie auf eine der drei Tonspuren fällt. Dort lässt sie sich nach Bedarf verlängern oder verkürzen. Auf diese Weise kann man spielend einfach O-Ton-Statements vorlappen lassen, ohne dabei auf eine zweite Videospur angewiesen zu sein.

Legt man eine Musikspur unter ein Video mit Sprachelementen (wie O-Tönen), dann behandelt iMovie die Musik automatisch als Hintergrundgeräusch und blendet sie immer etwas ab, sobald Sprache einsetzt. Diese Automatik kann man abschalten, indem man die Musik als Vordergrundgeräusch definiert (und sie dann ggfs. in ihrer Lautstärke individuell anpasst).

Würde Apple eine spezielle Reporter-Edition von iMovie entwickeln, würde ich mir einen Tonpegelmesser mit einer dBFS-Skala wünschen, damit man den Ton nicht ins Blaue hineinmischt. Denn in der aktuellen Version ist man auf Gedeih und Verderb auf die Automatikuntersützung von iMovie angewiesen und kann nicht auf einen selbst definierten Referenzpegel mit Sicherheitsabstand zur 0 dBFS-Marke abmischen.

Aber alles in allem ist iMovie eine für Reporter brauchbare Software, die es ermöglicht, schnell und unkompliziert einfache Videos in guter Qualität für die Online-Berichterstattung zu erstellen – ganz egal, wo man sich gerade befindet.

Somikon LED-Videoleuchte mit Stativhalterung

Somikon-Handgriff mit LED-Leuchte und Stativhalterung

Wenn es tatsächlich eine Kamera geben sollte, die man immer dabei hat, dann wohl das Smartphone. Doch wie bei allen anderen kompakten Geräten ist auch das iPhone nicht besonders elegant im Handling fürs Videodrehen. Man muss es mit spitzen Fingern anfassen, wobei die Gefahr groß ist, dass man versehentlich mal für einen kurzen Moment das Objektiv verdeckt, die Mikrofone an der Unterseite zuhält oder dass es generell einfach stark wackelt.

Einen passenden Handriff zum Stabilisieren halte ich daher für absolut unverzichtbar und für die allererste Anschaffung auf der Liste der Dinge, die man fürs Videoproduzieren mit dem iPhone braucht. Zwar hat man so einen Griff dann sicher nicht mehr dauernd dabei, aber vielleicht finder er ja Platz in der Jackentasche, im Handschuhfach oder sonstwo.

Eine recht günstige Lösung ist, solange es sie noch gibt, die Somikon LED-Videoleuchte mit Stativhalterung für das iPhone 4 und 4S. Wer es für ein iPhone 5 verwenden will und über ein wenig handwerkliches Geschick verfügt, kann sich das Plastikgehäuse an den abgerundeten Rändern einigermaßen passend feilen. So hat es zumindest ein Volontär in einem meiner Video-Workshops gemacht.

Die Videoleuchte an der Vorderseite wird mit sechs AAA-Batterien bzw. Akkus betrieben und läuft dank energiesparender LED-Technik sehr lange. Dimmbar sind die LEDs leider nicht, was gerade bei Interviews ein nettes Feature gewesen wäre – vor allem weil sie bei direktem Blickkontakt auf kurze Distanz sehr unangenehm für Gesprächspartner vor der Kamera sein können.

Die Lampe strahlt Licht mit einer Farbtemperatur von 5600K ab. Das entspricht mittlerem Tageslicht. Spätestens wenn man die Leuchte benutzt, sollte man immer an den Weißabgleich denken. Ich habe ihn hier (wie bereits oben erwähnt) beispielsweise vergessen und auch den durch FiLMiC Pro automatisch ermittelten Wert nicht fixiert, was unvorteilhaft aussieht.

An der Unterseite des Somikon-Handgriffs wurde an ein 1/4 Zoll Gewinde gedacht. So lässt sich das iPhone ohne Umwege auf jedem üblichen Stativ befestigen.

Für Rechtshänder, die Interviews ohne ein externes Mikrofon führen wollen (nicht empfehlenswert), hat der Griff samt Gehäuse leider einen entscheidenden Nachteil: Sobald man das iPhone in der Plastikhalterung befestigt, zeigen die Mikrofone nach rechts und somit nicht in die Sprechrichtung des Reporters. Der Ton wird also deutlich schlechter aufgezeichnet. Hält man die Kamera wiederum mit der linken Hand, ist alles gut. Dauerhaft umdrehen kann man das Gehäuse leider nicht.

Sennheiser-Mikrofon (Speiseadapter K6 mit Modul ME64)

Sennheiser-Mikrofonsystem K6 mit ME66 und Windschutz

Wer regelmäßig Interviews aufzeichnen will, sollte nicht lange über die Anschaffung eines Mikrofons nachdenken. Ich nutze ein Set von Sennheiser, das ich bereits seit den ersten Tagen als Videojournalist einsetze. Es besteht aus dem Speiseadapter K6 und dem Mikrofonmodul ME64. Dank seiner Nierencharakteristik ist das Mikrofon sehr gut geeignet für Interviewaufnahmen in Situationen mit Hintergrundgeräuschen. Der seitlich auf die Membran einfallende Schall wird weniger stark aufgenommen, der Schall vor dem Mikrofon am stärksten.

Das iPhone steuert den Tonpegel vollautomatisch aus. FiLMiC Pro zeigt zwar einen Tonpegelmesser an, bietet aber leider keine Möglichkeit manuell einzugreifen. Daher sind alle Sprachaufnahmen mit einem gewissen Risiko behaftet und neigen, je nach Empfindlichkeit des Mikrofons und der Intensität der Schallquelle, zum Übersteuern. In meinen Interview-Aufnahmen im Beispielvideo ist das eigentlich regelmäßig passiert, mal stärker, mal schwächer – für das geübte Ohr aber hörbar.

Waveform der beiden Interview-Aufnahmen

Die abgebildete Wellenform zeigt die Intensität des Tonsignals von zwei unterschiedlichen Interviews aus dem Beispielvideo. Unter den gegebenen technischen Bedingungen könnte man Interview 1 als gelungen bezeichnen, da es nur selten und leicht übersteuert. Interview 2 hingegen übersteuert fast regelmäßig und hört sich daher auch sehr kratzig an.

Was kann man machen? Vor dem Interview den obligatorischen kurzen Soundcheck mit einer Sprachprobe, während des Interviews den Tonpegelmesser von FiLMiC Pro möglichst im Blick behalten. Da eine manuelle Tonaussteuerung nicht möglich ist, lässt sich ein eventuell zu starkes Tonsignal nur mildern, indem man das Mikrofon von der Schallquelle weiter entfernt.

DIY-Mikrofonkabel

DIY-Mikrofonkabel

Um ein professionelles Mikrofon überhaupt erst an das iPhone anschließen zu können, braucht man ein spezielles Kabel, das sich Bastelfreudige nach dieser Anleitung auf YouTube selbst zusammenlöten können. Am Ende des Videos wird der Schaltplan gezeigt, der Aufschluss darüber gibt, wie links, rechts und Masse des Klinkensteckers sowie der benötigte 1000 Ohm-Widerstand zu verlöten sind, sodass man einen Kopfhörer und ein Mikrofon via XLR-Stecker anschließen kann.

Wer sich das Ersparen möchte, kann so ein Kabel auch kaufen. Allerdings habe ich das hier verlinkte nicht ausprobiert und kann nicht sagen, ob es tatsächlich auch funktioniert.

Kompakter Kopfhörer AKG K414P

geschlossener Kopfhörer von AKG

Welchen Kopfhörer man verwendet, ist eigentlich vollkommen nebensächlich. Jeder hat da seine persönlichen Vorlieben. So lege ich Wert darauf, dass der Kopfhörer sehr kompakt und leicht ist, möglichst beide Ohren abschließt und man ihn angenehm tragen kann. Das ist bei dem AKG K414P der Fall. Obendrein bietet er auch noch ein gutes Klangbild, vor allem wenn es um die Beurteilung von Sprachaufnahmen geht. Soweit ich weiß, wird dieser Kopfhörer aber nicht mehr verkauft.

Siolex Profi Carbon Reise-Stativ mit Fluid-Schwenkkopf Manfrotto 700RC2

Siolex Profi Carbon Reise-Stativ mit Fluid-Schwenkkopf Manfrotto 700RC2

Dieses Stativ samt Kopf hatte ich ursprünglich für die Panasonic GH3-DSLM-Kamera angeschafft, es eignet sich allerdings auch sehr gut für die Arbeit mit dem iPhone. Das Siolex-Stativ ist aus Carbon und dementsprechend leicht, was für mich das wichtigste Kriterium beim Kauf war. Zusammengefahren passt es wunderbar ins Reisegepäck, ist ausgefahren allerdings auch nicht besonders hoch. Für Interviews im Stehen ist es ganz klar nicht geeignet, für Interviews im Sitzen allerdings perfekt.

Der Schwenkkopf von Manfrotto ist meines Wissens der kleinste seiner Art, der fluidgedämpft ist, das heißt butterweiche Schwenks in alle Richtungen ermöglicht. Leider fehlt dem Kopf eine Libelle, was das Ausrichten erschwert – vor allem, wenn man die Kamera schwenken möchte und die Starteinstellung noch einen geraden Horizont hat, die Zieleinstellung aber völlig schief steht.

Fazit

Professionelle Arbeit hat nichts mit der Größe der Kamera zu tun, sondern es geht eigentlich nur noch darum, die richtige Kamera für den entsprechenden Job zu finden. Wenn der Auftrag lautet, Interview-Statements für Online-News mitzubringen, ein paar einfache Einstellungen zu drehen oder kurze Beiträge komplett zu produzieren, ist das iPhone ein absolut ernst zu nehmendes Werkzeug, das ich bei regelmäßiger Anwendung um das genannte oder ähnliches Zubehör erweitern würde.

Wer tiefer in das Thema Mobile Journalism eintauchen möchte, dem lege ich das gleichnamige Blog von Marcus Bösch nahe. Ein paar weitere Anregungen für nützliche Hard- und Software sowie Verweise auf lesenswerte Quellen gibt es in meiner Linkliste rund um die Videoproduktion mit dem iPhone, die ich von Zeit zu Zeit aktualisiere.

Ein kurzer Hinweis zum Schluss: Ich verlinke ungern auf Shop-Seiten. Bei einem techniklastigen Blog wie diesem lässt sich das aber manchmal schwer vermeiden. Deshalb nochmal deutlich: Bei allen Links auf R73.net handelt es sich nicht um Affiliate-Marketing, Partner-Links oder anderweitig kommerziell motivierte Verknüpfungen. Ich betreibe das Blog aus Spaß an der Sache, nicht um mit Produkthinweisen Geld zu verdienen.

Eine passende Sucherlupe für die Panasonic Lumix GM1

29. Januar 2014 | Schlagworte: - -

Panasonic Lumix GM1 mit LCD Viewfinder V2

Die Panasonic Lumix GM1 ist tatsächlich so kompakt, dass ich sie immer wieder gern in die Jackentasche stecke und auf Verdacht mitnehme. Ihre Videofunktionalität ist erstaunlich gut, ihr Sensor offenbar noch einmal eine Klasse besser als der der GH3, außerdem verfügt sie über das in der GH3 schmerzlich vermisste Focus Peaking. Die ideale Immer-dabei-Kamera also.

Wer sich näher mit der zurzeit kleinsten Micro Four Thirds-Kamera beschäftigen möchte, dem empfehle ich die Lektüre des speziell auf die Videofunktion ausgerichteten Reviews auf EOSHD.com und vertiefend noch weiteren Testberichten (1, 2, 3, 4, 5, 6, 7), in denen der Fokus hauptsächlich auf der Fotofunktion der GM1 liegt.

Das erste, was ich an der Kamera abgeschraubt habe, war das 12-32mm-Kitobjektiv, obwohl es sicher nicht schlecht ist. Allerdings hat es keinen Fokusring (Fokussieren geht also nur automatisch oder manuell über den Touchscreen, was ich mir im Videomodus gar nicht erst angewöhnen möchte). Seitdem nutze ich eigentlich nur noch das wesentlich lichtstärkere Panasonic 20mm-Pancake (Reviews siehe z.B. hier oder hier) in Kombination mit einem fürs Geld recht anständigen variablen ND-Filter von Polaroid (Video-Reviews: 1, 2, 3, 4, 5).

Die Suche nach einem passenden LCD-Viewfinder war etwas aufwändiger, denn mir ist bis jetzt kein Hersteller bekannt, der ein offiziell passendes Modell für die GM1 anbietet. Im direkten Vergleich zwischen der GM1 und der Canon EOS 550D zeigt sich, dass die LCD-Displays beider Kameras mehr oder weniger gleich groß sind, was im Umkehrschluss bedeutet, dass die zahlreich angebotenen Sucherlupen für die EOS 550D theoretisch auch an der GM1 passen dürften.

Auf gut Glück habe ich mir ein Modell namens LCD-V2 für rund 15,- Euro gekauft, das in Deutschland von verschiedenen Fotofachgeschäften unter gleichem oder leicht verändertem Namen verkauft wird (die Preise unterscheiden sich teilweise deutlich). Der mitgelieferte Metallrahmen wird an der Rückseite der GM1 angeklebt (am besten über Nacht mit einem Stapel Bücher beschweren), passt erstaunlich gut und hält seit etwa sechs Wochen absolut fest. Die Magnete in der Sucherlupe sind ausreichend stark, sodass nichts wackelt.

Panasonic Lumix GM1 mit LCD Viewfinder V2

Der Viewfinder ist wirklich gut, wenn man nicht gerade auf eine Dioptrien-Verstellung angewiesen ist. Einziges Manko: Selbst bei nur leicht kühlerem Wetter beschlägt die Linse bereits nach wenigen Sekunden.

Was hilft, ist ein Anti-Fog Protective Cover von Zacuto. Die kleine Plastikscheibe mit spezieller Beschichtung wird ja eigentlich nur für den Zacuto Z-Finder Pro angeboten, mit ein bisschen Spaß am Basteln funktioniert sie aber auch mit vermutlich jedem anderen Viewfinder. Dazu muss die Scheibe lediglich direkt vor der Linse der Sucherlupe angebracht werden, so dass sie sich zwischen Auge und Glas befindet (also so, wie es in diesem offiziellen Zacuto-Video beschrieben wird).

auseinander genommener LCD Viewfinder V2 mit Zacuto Anti Fog Cover

Nur leider lässt sich die Augenmuschel des LCD V2 nicht einfach abnehmen. Man muss schon sanfte Gewalt anwenden, also am besten einen Schraubendreher außen zwischen Lichtschacht und Augenmuschel stemmen, gleichzeitig an der Augenmuschel kräftig ziehen. Die wenigen Klebestellen geben dann irgendwann schlagartig nach, zumindest war’s bei mir so. Das Glas kann man nun vorsichtig herausnehmen (am besten mit einem Mikrofasertuch).

Da die Zacuto-Antifog-Scheiben etwas größer sind, muss man sie noch auf das exakte Maß der Linse zurechtschneiden, am besten mit einem kleinen Skalpell, notfalls auch mit einer Schere. Danach alles wieder zusammensetzen, die gewölbte Seite der Linse in Richtung Lichtschacht, die plane Seite in Richtung Augenmuschel, direkt darüber die Antifog-Scheibe. Mit etwas Superkleber kann man die Augenmuschel dann wieder befestigen.

Funktioniert 1A.

Und wie immer der Hinweis: Nachmachen auf eigene Gefahr!

Das Panasonic Lumix G Vario 14-140 f/3.5-5.6-Objektiv mit OIS an der AF101

21. August 2013 | Schlagworte: - - - -

Die Neuauflage des 14-140mm-Objektivs von Panasonic eignet sich, so meine Hoffnung, als Allround-Linse für aktuelle Berichterstattung bei guten Lichtverhältnissen. Im folgenden Video habe ich ein paar Eigenschaften, die mir wichtig sind, getestet.

Die wesentlichen Erkenntnisse kurz zusammengefasst:

  1. Das Objektiv ist, wie auch das 12-35mm bzw. das 35-100mm, auf elektronische Art und Weise parfokal. Wie bei einem klassischen EB-Objektiv ist es also möglich, durch Heranzoomen auf ein entferntes Objekt die Schärfe zu ziehen. Sie bleibt auch nach erneutem Zoomen dort erhalten, solange sich die Distanz zwischen Objektiv und Objekt nicht verändert. Die merkwürdigen Unschärfen, die beim 12-35mm und beim 35-100mm während des Zooms auftreten, sind auch bei diesem Objektiv zu erkennen, allerdings längst nicht so stark.
  2. Während eines Zooms (und kurz danach) bleibt die Blende leider nicht konstant, auch wenn man sie fest auf f/5.6 oder kleinere Öffnungen einstellt. Sie springt dann zum Beispiel für kurze Zeit auf f/6.4, merkt sich aber den ursprünglichen Wert und landet dann wieder auf f/5.6. Natürlich sieht man diesen Helligkeitssprung auch deutlich in der Aufnahme.
  3. Das sog. Lens Breathing, also die Veränderung der Bildausschnittsgröße beim Verlagern der Schärfe, ist bei 14mm so gut wie nicht sichtbar und bei 140mm absolut tolerabel.
  4. Der optische Bildstabilisator (OIS) verrichtet gute Arbeit und ist bei frei aus der Hand geführter Kamera und längeren Brennweiten unverzichtbar. Auf dem Stativ sollte man ihn natürlich abschalten, sonst könnte das Bild am Anfang eines Schwenks für einen kurzen Moment “kleben” bleiben, wie man im Video sieht.
  5. Der Vollständigkeit halber habe ich auch kurz den Autofocus getestet. Er funktioniert manchmal wirklich gut, in anderen Situationen gar nicht (siehe letztes Bild im Video). Aber wer mit großsensorigen Kameras arbeitet, wird diese Funktion vermutlich sowieso abgeschaltet lassen.

Nochmal der Hinweis: Diesen Test habe ich mit meiner AF101 gemacht. Ob sich das Objektiv an der GH3 evtl. anders verhält, habe ich noch nicht ausprobiert.

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