Ifra-Training im März: Kostengünstige Online-Videoproduktion mit der Flip

6. März 2009 | Kommentieren Sie diesen Artikel »

Flip Ultra

Wie ich bereits hier beschrieben hatte, halte ich Videokameras wie die kleine Flip für eine gute Ergänzung des Online-Videojournalismus: Reporter sollten sie auf ihren zahlreichen Terminen dabei haben, um damit bei Gelegenheit O-Töne oder kurze Sequenzen einzufangen. Mit diesem Material können Online-Redaktion ihre Berichterstattung gezielt anreichern - und das auf eine kostengünstige Art und Weise.

Gemeinsam mit der Ifra biete ich am 30. und 31. März ein Einsteiger-Training zur Online-Videoproduktion mit der Flip an. Ein paar Plätze sind noch frei.

Das Training wird sehr praxislastig sein: Jeder Teilnehmer wird einen kompletten Videobeitrag mit Handlungssequenzen und O-Tönen produzieren.

In verschiedenen, aufeinander aufbauenden Modulen geht es zunächst um die Grundlagen der Videogestaltung und -produktion, stets mit Blick auf die Besonderheiten der Flip-Kamera. Schneiden werden wir mit Final Cut Express (das ähnlich funktioniert wie zahlreiche andere Programme aus dem PC- oder Mac-Bereich).

Damit die erworbenen Kenntnisse in der Redaktion direkt umgesetzt werden können, gehört jedem Teilnehmer die Kamera direkt nach dem Seminar.

Weitere Details sowie die Möglichkeit zur Anmeldung auf der Ifra-Website.

Wer sich in das Thema Flip und Postproduktion mit der Flip schon mal einlesen möchte:

Bei Regen drehen

11. Februar 2009 | Bisher 1 Kommentar »

Das Wetter war am Dienstag ja nicht besonders berauschend: Morgens noch einigermaßen trocken, ab Mittag dann Dauerregen, der später in Schneeregen überging.

Zum Glück war die Vorhersage für das Sauerland ziemlich präzise, so dass ich meine Kamera bereits am Montagabend wetterfest für einen mehrstündigen Dreh in den Wäldern rund um Schmallenberg machen konnte.

Von verschiedenen Herstellern wie Porta Brace gibt es zwar Regenmäntel für allerlei Kameratypen, aber ich arbeite ungern damit.

Meine Regenhaube von Petrol verdeckt die wichtigen Schalter und Knöpfe am vorderen Teil der Kamera, durch das Sichtfenster zum LCD-Display kann man kaum die Bildschärfe kontrollieren. Zudem fühlt sich alles fürchterlich steif und ungelenk an. Möglich ist damit allenfalls Run and Gun im Vollautomatikmodus.

Daher habe ich die Kamera lieber selbst regenfest gemacht. Gebraucht habe ich dafür nicht viel mehr als ein paar Gefrierbeutel bzw. Plastiktüten, etwas Frischhaltefolie, ein paar Streifen Gaffer-Tape sowie etwa eine Stunde Zeit. Das Ergebnis sah dann so aus:

Panasonic HPX171 wetterfest gemacht

Den Gefrierbeutel habe ich so weit wie möglich über das Objektiv und den Kamerabody gezogen, anschließend ein Loch für die Linse hineingeschnitten und die Ränder an der Gegenlichtblende verklebt.

Gefrierbeutel haben zwei Vorteile: Einerseits sind sie durchsichtig, andererseits ziemlich reißfest. Ideal also, um damit sämtliche Bereiche mit Schaltern und Knöpfen abzudecken.

Wichtig war für mich vor allem der Zugriff auf folgende Funktionen: Weißabgleich, ND-Filter, Blendenring sowie Push-Auto. Zudem am hinteren Teil der Kamera die Belegung der Tonkanäle, das Zebra sowie die Regler für den Tonpegel.

Um die Tasten, Schalter und Ringe noch einigermaßen gut bedienen zu können, habe ich die Folie nicht sehr stark gepannt, sondern relativ viel Spiel gelassen.

Zugriff auf sämtliche Schalter bleibt erhalten

Einen Kompromiss musste ich beim Fokussierring und beim Zoomring eingehen. Unter der Folie lassen sie sich kaum vernünftig bedienen, also musste ich mich auf die Push-Auto-Taste verlassen sowie die Zoom-Wippe einschalten.

Da ich das interne Mikrofon gar nicht gebraucht habe, konnte ich es getrost komplett abkleben. Den O-Ton des Hauptprotagonisten habe ich per Funkstrecke abgenommen und den Empfänger an der Kamera entsprechend wasserdicht verklebt.

Die Atmo habe ich über ein externes Mikrofon (Sennheiser ME44) aufgezeichnet. Das war auch die einzig undichte Stelle an der gesamten Konstruktion, denn im Laufe des Tages hat sich der Windschutz mit Wasser vollgesogen. Das Mikro hat es aber überlebt, der Windschutz trocknet derzeit auf der Heizung.

Die Löcher in den Folien für Mikrofon- und Kopfhörerkabel habe ich genauso mit Gaffer-Tape abgedichtet wie sämtliche Nahtstellen.

Über das LCD-Display habe ich ein wenig Frischhaltefolie gezogen. Hier sollte man möglichst genau arbeiten (genauer als ich, wie auf dem Bild unten zu sehen ist), denn je strammer und faltenfreier die Folie sitzt, desto besser kann man das Bild erkennen.

Aber Vorsicht: Die Frischhaltefolie ist bei Weitem nicht so reißfest wie die Gefrierbeutel. Ungestüme Behandlung kann schnell ein Leck reißen.

Das Display mit Frischhaltefolie überzogen

Der Drehtag war wegen des miesen Wetters alles in allem ziemlich anstrengend. Aber die Konstruktion hat die Kamera absolut trocken gehalten.

HPX171, Kälte, Fokussierring

2. Februar 2009 | Bisher 6 Kommentare »

Frage an alle HPX171-Nutzer: Habt ihr auch das Problem, dass sich der Fokussierring bei niedrigen Temperaturen wie heute extrem schwer drehen lässt? Fühlt sich bei mir fast so an, als würde er festfrieren.

Bei den Drehs in letzter Zeit war das ziemlich nervig. Je kälter, desto fester. Als es Ende Dezember, Anfang Januar richtig knackig kalt war, war der Ring eigentlich nicht zu gebrauchen. Aber selbst an Tagen wie heute (ca. fünf Grad Celsius) muss ich schon ziemlich Kraft aufwenden.

Auf DVXuser.com ist das Problem auch mal kurz angerissen worden, wurde aber leider nicht zuende diskutiert.

Die JVC HM100

30. Januar 2009 | Bisher 1 Kommentar »

Wer als anspruchsvoller Online-Videoproduzent gerade über den Kauf einer kompakten Kamera nachdenkt, sollte sich mal die kleine JVC HM100 ansehen, die es ab April gibt.

Die JVC HM100 zeichnet - wie die Sony EX1 - verschiedene Auflösungen (1920 x 1080i/p, 1280 x 720p) in MPEG2 (Long GOP) mit Bitraten bis zu 35 Mbps auf, speichert dabei aber nicht auf teure SxS-Karten, sondern auf sehr günstige SDHC-Karten - und das alles fix und fertig in einem Quicktime-Container.

Für Final Cut Pro-User heißt das: Die Clips können direkt von der Karte in den FCP-Browser gezogen werden, müssen also nicht erst noch in einen anderen Dateicontainer überführt werden. Schneller geht’s kaum.

Auch sonst lesen sich die technischen Details der Kamera ganz gut: XLR-Anschlüsse mit Phantomspeisung, separat pegelbar, unkomprimierte Audioaufzeichnung, verschiedene Bildraten in den Progressiv-Modi. Lediglich die 3CCDs sind mit 1/4″ etwas klein geraten, ein Lowlight-Wunder wird sie wohl nicht sein.

Der Preis ist derzeit mit 4000 USD angegeben, dürfte sich aber nach Markteinführung nach unten einpendeln. Damit ist die HM100 unter den Solid State-Kameras eine direkte Alternative zur HMC151 von Panasonic - nur eben viel angenehmer in der Postproduktion.

Flip-Rohmaterial in der Postproduktion mit Final Cut Pro, Teil 2: Flip MinoHD

22. Januar 2009 | Kommentieren Sie diesen Artikel »

Während ich im ersten Teil dieser kleinen Serie die Nachbearbeitung von Videorohmaterial der Flip Ultra und der Flip Mino beschrieben habe, geht es in diesem Text um die Flip MinoHD.

Sie zeichnet Video mit einer Auflösung von 1280×720 Pixeln bei 30 Frames pro Sekunde auf. Statt des 3ivx-Codecs, der in den kleinen Flips werkelt, setzt die HD-Version auf H.264-Kodierung mit einer Bitrate von etwa 10 Mbps. Die Daten werden in einem MP4-Dateicontainer abgelegt.

In seiner aktuellen Version kann Final Cut Pro (FCP) H.264-Material direkt verarbeiten, auch wenn es auf vielen Rechnern (vor allem Notebooks) nicht gerade flüssig läuft.

Drei alternative Arbeitsweisen liegen also nahe: Die native Bearbeitung des Rohmaterials auf der Timeline (langsam), die Arbeit mit einem schnittfreundlichen Codec auf der Timeline (Rendern notwendig) oder die vorherige Wandlung in ein schnittfreundliches Format (analog zur Vorgehensweise in Teil 1).

1. Native Bearbeitung

Nachdem Sie die Dateien von der Flip auf Ihre Festplatte kopiert haben, können Sie sie direkt in den FCP-Browser laden. Legen Sie eine neue Sequenz mit folgenden Voreinstellungen an:

Voreinstellungen für die Sequenz

Kleine Anmerkung dazu: Laut Hersteller soll die Flip MinoHD 30 Frames pro Sekunde aufzeichnen. Codec-Analyse-Tools wie MediaInfo Mac oder GSpot bestätigen das auch - lediglich FCP besteht darauf, dass die Bildwiederholrate bei NTSC-typischen 29,97 liegt. Nehmen wir es so hin.

Zwar können Sie jetzt auf der Timeline Ihre Clips anordnen, aber je nach Rechenpower läuft das Bewegen der Abspielposition sehr zäh. Einfache Effekte wie Überblendungen können oft nicht in Echtzeit dargestellt werden.

H.264 ist eben kein Codec für die Postproduktion, sondern eigentlich nur für die Distribution gedacht. Daher empfehle ich zur Nachbearbeitung die folgenden beiden Methoden.

2. Schnittfreundlicher Codec auf der Timeline

Wie bei der ersten Methode laden sie zunächst die zu bearbeitenden Flip-Dateien in den FCP-Browser. Legen Sie eine Sequenz mit folgenden Einstellungen an:

Voreinstellungen für die Sequenz

Auf der Timelime muss jeder neu hinzugefügte Clip vor dem Abspielen gerendert werden. Das kostet Zeit und macht vor allem bei größeren Projekten wenig Spaß, doch anschließend können Sie sich butterweich durch die Sequenz bewegen.

Natürlich können Sie auf der Timeline auch andere Codecs verwenden, Apple ProRes ist aber generell eine gute Wahl.

Wenn Sie Ihre Videos ausschließlich für das Web bearbeiten wollen und in einer bestimmten Auflösung ausspielen, liegt es natürlich nahe, sie bereits auf der Timeline in dieser Auflösung zu bearbeiten.

Ändern Sie in den Sequenz-Einstellungen also einfach die Bildgröße im Verhältnis 16:9 auf zum Beispiel 480×270 Pixel. Nun fallen beim Rendern wesentlich weniger Daten an als würden Sie Ihr Material in der ursprünglichen HD-Größe editieren. Folglich läuft alles ein wenig geschmeidiger, vor allem wenn Sie langsame Festplatten einsetzen.

3. Vorherige Wandlung des Rohmaterials

Das Rohmaterial vorher in ein schnittfreundliches Format zu wandeln, ist sicherlich die aufwändigste Methode, lohnt sich aber immer, wenn Sie später im Schnitt zügig voran kommen wollen.

Wie das Wandeln mit Quicktime Pro funktioniert, habe ich im ersten Teil dieser Serie beschrieben. Alternativ können Sie auch das kostenlose Tool MPEG Streamclip (gibt’s für Mac und Windows) dazu verwenden. Stapelverarbeitung ist damit auch möglich.

Verwenden Sie zum Exportieren (als Quicktime-Film) zum Beispiel folgende Einstellungen, wenn Sie später in FCP mit deutlich herunter skaliertem Material für das Web arbeiten möchten:

Voreinstellungen für den Export aus MPEG Streamclip

Laden Sie die neuen Dateien in den FCP-Browser, legen Sie eine Sequenz mit den gleichen Einstellungen an, und los geht’s - ohne Rendern, ohne Ruckeln.