Eine passende Sucherlupe für die Panasonic Lumix GM1

29. Januar 2014 | Schlagworte: - -

Panasonic Lumix GM1 mit LCD Viewfinder V2

Die Panasonic Lumix GM1 ist tatsächlich so kompakt, dass ich sie immer wieder gern in die Jackentasche stecke und auf Verdacht mitnehme. Ihre Videofunktionalität ist erstaunlich gut, ihr Sensor offenbar noch einmal eine Klasse besser als der der GH3, außerdem verfügt sie über das in der GH3 schmerzlich vermisste Focus Peaking. Die ideale Immer-dabei-Kamera also.

Wer sich näher mit der zurzeit kleinsten Micro Four Thirds-Kamera beschäftigen möchte, dem empfehle ich die Lektüre des speziell auf die Videofunktion ausgerichteten Reviews auf EOSHD.com und vertiefend noch weiteren Testberichten (1, 2, 3, 4, 5, 6, 7), in denen der Fokus hauptsächlich auf der Fotofunktion der GM1 liegt.

Das erste, was ich an der Kamera abgeschraubt habe, war das 12-32mm-Kitobjektiv, obwohl es sicher nicht schlecht ist. Allerdings hat es keinen Fokusring (Fokussieren geht also nur automatisch oder manuell über den Touchscreen, was ich mir im Videomodus gar nicht erst angewöhnen möchte). Seitdem nutze ich eigentlich nur noch das wesentlich lichtstärkere Panasonic 20mm-Pancake (Reviews siehe z.B. hier oder hier) in Kombination mit einem fürs Geld recht anständigen variablen ND-Filter von Polaroid (Video-Reviews: 1, 2, 3, 4, 5).

Die Suche nach einem passenden LCD-Viewfinder war etwas aufwändiger, denn mir ist bis jetzt kein Hersteller bekannt, der ein offiziell passendes Modell für die GM1 anbietet. Im direkten Vergleich zwischen der GM1 und der Canon EOS 550D zeigt sich, dass die LCD-Displays beider Kameras mehr oder weniger gleich groß sind, was im Umkehrschluss bedeutet, dass die zahlreich angebotenen Sucherlupen für die EOS 550D theoretisch auch an der GM1 passen dürften.

Auf gut Glück habe ich mir ein Modell namens LCD-V2 für rund 15,- Euro gekauft, das in Deutschland von verschiedenen Fotofachgeschäften unter gleichem oder leicht verändertem Namen verkauft wird (die Preise unterscheiden sich teilweise deutlich). Der mitgelieferte Metallrahmen wird an der Rückseite der GM1 angeklebt (am besten über Nacht mit einem Stapel Bücher beschweren), passt erstaunlich gut und hält seit etwa sechs Wochen absolut fest. Die Magnete in der Sucherlupe sind ausreichend stark, sodass nichts wackelt.

Panasonic Lumix GM1 mit LCD Viewfinder V2

Der Viewfinder ist wirklich gut, wenn man nicht gerade auf eine Dioptrien-Verstellung angewiesen ist. Einziges Manko: Selbst bei nur leicht kühlerem Wetter beschlägt die Linse bereits nach wenigen Sekunden.

Was hilft, ist ein Anti-Fog Protective Cover von Zacuto. Die kleine Plastikscheibe mit spezieller Beschichtung wird ja eigentlich nur für den Zacuto Z-Finder Pro angeboten, mit ein bisschen Spaß am Basteln funktioniert sie aber auch mit vermutlich jedem anderen Viewfinder. Dazu muss die Scheibe lediglich direkt vor der Linse der Sucherlupe angebracht werden, so dass sie sich zwischen Auge und Glas befindet (also so, wie es in diesem offiziellen Zacuto-Video beschrieben wird).

auseinander genommener LCD Viewfinder V2 mit Zacuto Anti Fog Cover

Nur leider lässt sich die Augenmuschel des LCD V2 nicht einfach abnehmen. Man muss schon sanfte Gewalt anwenden, also am besten einen Schraubendreher außen zwischen Lichtschacht und Augenmuschel stemmen, gleichzeitig an der Augenmuschel kräftig ziehen. Die wenigen Klebestellen geben dann irgendwann schlagartig nach, zumindest war’s bei mir so. Das Glas kann man nun vorsichtig herausnehmen (am besten mit einem Mikrofasertuch).

Da die Zacuto-Antifog-Scheiben etwas größer sind, muss man sie noch auf das exakte Maß der Linse zurechtschneiden, am besten mit einem kleinen Skalpell, notfalls auch mit einer Schere. Danach alles wieder zusammensetzen, die gewölbte Seite der Linse in Richtung Lichtschacht, die plane Seite in Richtung Augenmuschel, direkt darüber die Antifog-Scheibe. Mit etwas Superkleber kann man die Augenmuschel dann wieder befestigen.

Funktioniert 1A.

Und wie immer der Hinweis: Nachmachen auf eigene Gefahr!

Das Panasonic Lumix G Vario 14-140 f/3.5-5.6-Objektiv mit OIS an der AF101

21. August 2013 | Schlagworte: - - - -

Die Neuauflage des 14-140mm-Objektivs von Panasonic eignet sich, so meine Hoffnung, als Allround-Linse für aktuelle Berichterstattung bei guten Lichtverhältnissen. Im folgenden Video habe ich ein paar Eigenschaften, die mir wichtig sind, getestet.

Die wesentlichen Erkenntnisse kurz zusammengefasst:

  1. Das Objektiv ist, wie auch das 12-35mm bzw. das 35-100mm, auf elektronische Art und Weise parfokal. Wie bei einem klassischen EB-Objektiv ist es also möglich, durch Heranzoomen auf ein entferntes Objekt die Schärfe zu ziehen. Sie bleibt auch nach erneutem Zoomen dort erhalten, solange sich die Distanz zwischen Objektiv und Objekt nicht verändert. Die merkwürdigen Unschärfen, die beim 12-35mm und beim 35-100mm während des Zooms auftreten, sind auch bei diesem Objektiv zu erkennen, allerdings längst nicht so stark.
  2. Während eines Zooms (und kurz danach) bleibt die Blende leider nicht konstant, auch wenn man sie fest auf f/5.6 oder kleinere Öffnungen einstellt. Sie springt dann zum Beispiel für kurze Zeit auf f/6.4, merkt sich aber den ursprünglichen Wert und landet dann wieder auf f/5.6. Natürlich sieht man diesen Helligkeitssprung auch deutlich in der Aufnahme.
  3. Das sog. Lens Breathing, also die Veränderung der Bildausschnittsgröße beim Verlagern der Schärfe, ist bei 14mm so gut wie nicht sichtbar und bei 140mm absolut tolerabel.
  4. Der optische Bildstabilisator (OIS) verrichtet gute Arbeit und ist bei frei aus der Hand geführter Kamera und längeren Brennweiten unverzichtbar. Auf dem Stativ sollte man ihn natürlich abschalten, sonst könnte das Bild am Anfang eines Schwenks für einen kurzen Moment “kleben” bleiben, wie man im Video sieht.
  5. Der Vollständigkeit halber habe ich auch kurz den Autofocus getestet. Er funktioniert manchmal wirklich gut, in anderen Situationen gar nicht (siehe letztes Bild im Video). Aber wer mit großsensorigen Kameras arbeitet, wird diese Funktion vermutlich sowieso abgeschaltet lassen.

Nochmal der Hinweis: Diesen Test habe ich mit meiner AF101 gemacht. Ob sich das Objektiv an der GH3 evtl. anders verhält, habe ich noch nicht ausprobiert.

DIY-Mikrofonsplitterkabel für die saubere Trennung der Panasonic GH3-Tonkanäle (funktioniert vermutlich auch an jeder anderen DSLR)

13. Mai 2013 | Schlagworte: - - - -

Die Panasonic GH3 verfügt über eine 3.5mm-Stereo-Klinkenbuchse, an die man ein externes Mikrofon anschließen kann. Der Tonpegel lässt sich dann über 19 Stufen regulieren, jedoch immer nur für beide Kanäle gemeinsam.

Ohne weiteres ist es also leider nicht wie bei einer professionellen Videokamera möglich, den linken Tonkanal beispielsweise stärker auszupegeln als den rechten, was in vielen Situationen (z.B. Interviews) aus Sicherheitsgründen ja sinnvoll ist (Details dazu siehe hier).

Neulich bei einem Dreh mit der GH3 war es mir wichtig, den Ton meines mit einem Ansteckmikrofon verkabelten Hauptprotagonisten ständig über eine Funkstrecke abzunehmen und sämtliche Atmo-Geräusche sowie spontan sich ergebende Dialoge mit anderen Protagonisten über ein an der Kamera befestigtes Richtmikrofon aufzuzeichnen.

Dazu habe ich ein Splitterkabel benötigt, das an der einen Seite über einen Stereo-Miniklinkenstecker verfügt, an der anderen Seite über zwei Stereo-Miniklinkenbuchsen. Über ein zweiadriges Kabel wird das ganze so verlötet, dass die eingehenden Signale sauber voneinander getrennt in die Kamera gespeist werden.

Wer sich das Kabel nachbauen will, kann sich an folgendem Stromlaufplan orientieren (danke an Boris und Fred).

Stromlaufplan für das Mikrofonsplitterkabel an der Panasonic GH3 und anderen DSLR-Kameras

Wie man sieht: Es wird lediglich eine Ader benötigt, die zweite Ader wird mit der Masse verbunden.

Bei meinem Dreh hat das ganze wirklich sehr gut geklappt. Auf dem linken Kanal habe ich den Ton meiner Funkstrecke mit exakt den Einstellungen aufgenommen, die ich hier aufgeschrieben habe (also dem GH3-Eingangspegel auf dem rauschärmsten Level 1). Am rechten Kanal habe ich das Rode VideoMic Pro angeschlossen und daran die +20 dB-Verstärkung eingeschaltet.

Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden. Ich kann keinen Unterschied zu Aufnahmen heraushören, die ich in vergleichbaren Situationen zum Beispiel mit der Panasonic AF101 gemacht habe.

Im Schnittprogramm sind es dann in der Regel nur wenige Mausklicks, um aus der Stereo-Tonspur zwei Monospuren zu machen.

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