Revver.com / Videos tarifieren

25. Juni 2006 | Schlagworte: - -

Wer Videos auf Seiten wie YouTube veröffentlicht, ist in erster Linie vermutlich daran interessiert, damit Aufmerksamkeit zu erlangen. Den meisten Usern mag das reichen.

Wer aber Geld mit Videos im Internet verdienen möchte, müsste sich sein eigenes Vermarktungsmodell ausdenken – also zum Beispiel Werbepartner finden, denen man attraktive Werbeformen anbietet. So etwas ist mühsam und kommt daher für viele wohl nicht in Frage.

An dieser Stelle kommt Revver.com ins Spiel. Revver funktioniert ähnlich wie YouTube: User laden ihre Clips hoch, versehen sie mit Tags usw. Der Unterschied: Revver bietet seinen Usern das Vermarktungsmodell, das YouTube bisher fehlt.

Am Ende jedes Clips soll Werbung eingeblendet werden – allerdings kein mehrsekündiger Clip (der, wie auf vielen anderen Websites klassischerweise vor das Video geschaltet wird und erstmal vom User ertragen werden muss), sondern lediglich ein Standbild mit Links. Ganz egal, wo das Video auftaucht – der Werbelink bleibt ständiger Teil des Clips.

Revver sieht darin eine innovative Werbeform, denn:

Unlike most online video ads, which appear before a video, a Revver ad does not stand between a viewer and the content that they care about. When a viewer sees a revver ad, they have already watched the content they are interested in and are far more willing to pay attention to sponsorship messaging.

Jedes Mal, wenn auf einen solchen Link am Ende des Videos geklickt wird, wird der Urheber dafür mit 20 Prozent am Erlös beteiligt.

Obwohl Revver längst nicht so populär ist wie YouTube, dürfte das Beteiligungsmodell viele User – vor allem professionelle Video-Autoren oder Video-Blog-Betreiber – ansprechen. Vermutlich wird YouTube nachziehen und seinen Usern ein ähnliches Modell anbieten – der Zeitpunkt wäre gerade richtig.

Videoblogger wie der in den USA bereits sehr populäre ZeFrank veröffentlichen ihre Videos bereits ausschließlich über Revver und bitten die User sogar, die Clips nicht auf Seiten wie YouTube hochzuladen. Das würde das ganze Modell nämlich wieder kaputt machen.

Revver setzt übrigens bei der Video-Kodierung ausschließlich auf Quicktime. Eine Flash-Lösung wäre – gerade bei der immensen Verbreitung von Flash – auf Sicht vermutlich besser.

Weitere Infos zu Revver.com bei Digitaler Film und Basic Thinking.

Ein sehenswertes Video-Portrait über ZeFrank gibt es bei der New York Times.

4 Kommentare

  1. Malte · 24. Juli 2006

    Hallo Roman,

    ist Dir bekannt, onb es inzwischen ein deutsches Revver gibt?

    Herzliche Grüße,

    Malte.

  2. Roman Mischel · 24. Juli 2006

    Soweit ich weiß, gibt es einen solchen Dienst in Deutschland noch nicht, kann mich aber irren. Vielleicht kann Bertram weiterhelfen, der hat ziemlichen Durchblick, was die Materie betrifft.

  3. Ben · 28. Januar 2007

    Gibt bisher noch kein deutsches, darfst an sich dort aber auch deutsche Inhalte hochladen, die Frage ist nur um sie so sehr geschaut werden :P.
    Ja Youtube sollte das auch endlich mal einführen …

  4. Roman Engelbarts · 5. August 2008

    hi, in deutschland gibt es etwas ähnliches, allerdings muss man die videos selber hosten captainad. der verdienst ist meiner erfahrung nach aber etwas geringer.
    lg, roman e.

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