Anfang kommender Woche wird die Nachrichtenagentur Reuters die Testphase ihres Video Affiliate Networks beenden und den Dienst freigeben.
Das heißt: Wer eine Website betreibt, kann einen Reuters-Videoplayer an beliebiger Stelle einbinden. Darin laufen dann – ständig aktualisiert – die wichtigsten Nachrichtenfilme des Tages.
Die Nutzung dieses Dienstes ist für Website-Betreiber kostenlos. Reuters will seine Einnahmen durch Unterbrecher-Werbung erzielen, die auf diesem Wege sehr weit gestreut werden dürfte.
Mit Revver.com gibt es bereits ein ähnliches Vermarktungsmodell für private Autoren. Dort angebotenes Video-Material darf überall genutzt werden. Am Ende jedes Clips wird ein “Werbebild” eingeblendet, das dann angeklickt werden kann und zur beworbenen Produkt-Website führt.
Egal wo sich das Video befindet: Die Werbung ist immer dabei, auch wenn das Video bereits auf der lokalen Festplatte gespeichert ist. Mit jedem Klick auf die Werbebotschaft wird ein Ad-Server im Internet benachrichtigt und der Autor des Clips an den Erlösen beteiligt. Ein Modell, das zum Beispiel Videoblog-Betreiber reizen könnte.
Allerdings gibt es (meines Wissens) leider noch keinen Dienstleister, der professionelle Video-Autoren und zum Beispiel News-Site-Betreiber zusammenbringt (also wie zum Beispiel der Renomee Agent, der Nutzungslizenzen zwischen Musikern und kommerziellen Nutzern vermittelt).
Ich stelle mir das so vor: Wenn ein Autor einen Video-Beitrag produziert, stellt er ihn auf der Website des Dienstleisters zur Verfügung. Dort können sich registrierte Redaktionen das Material anschauen und eine (zum Beispiel temporär gültige oder exklusive) Lizenz für die Nutzung auf der eigenen Website kaufen.
Die Redaktionen würden auf diesem Weg an interessantes Material kommen, die Autoren wiederum würden für ihre Arbeit hoffentlich angemessen entschädigt.
Update (17.07.2006): Es gibt sehr wohl solche Dienste. Siehe Kommentare.
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2 Kommentare
Solche Dienste gibt es bereits. Einmal Videonewscaster, dann Voxant und etwas weiter gefasst Clip Syndicate. Außerdem gibt es für Produzenten die einen kompletten Kanal aufziehen wollen noch Brightcove. Es ist also bereits ein recht ausgeprägter Markt vorhanden.
Danke für die Hinweise. Keiner der Dienste war mir vorher bekannt.
Videonewscaster geht auf dem ersten Blick wohl am ehesten in die Richtung, die ich meinte. Auf dem zweiten Blick finde ich das Angebot allerdings nicht überzeugend, weil es dort ganz offensichtlich nur um Sensationsjournalismus geht.
Voxant und ClipSyndicate basieren hingegen auf einem ähnlichen Modell wie das Reuters Affiliate Network, nur eben mit dem Unterschied, dass es für alle offen ist. Sogenannte “Content Partner” (das können neben Nachrichten-Dienstleistern auch freie Autoren wie zum Beispiel Videojournalisten sein) speisen ihr Videomaterial in eines der Netzwerke ein. Das Material wird dort katalogisiert, über Spracherkennungsdienste werden die Inhalte suchbar gemacht usw. Anschließend können registrierte Interessenten (das sind neben Nachrichtenanbietern auch Blogger oder sonstige Seitenbetreiber) aus dem Katalog ihre Wunschvideos auswählen, die sie in ihr Webangebot einbinden möchten. Die Clips werden – wenn sie kostenlos sein sollen – mit Werbung versehen, oder sie kosten eine kleine Gebühr. An den Erlösen werden die Autoren der Videos beteiligt.
Das Ganze hört sich auf jeden Fall vielversprechend an. Ich hoffe, dass sich ähnliche Modelle und Anbieter für den deutschen Markt finden werden.
Ein paar weitere Infos zu ClipSyndicate gibt es in einem Artikel der New York Times, Infos zu Voxant bei Clickz.