Archiv für Dezember 2006

“Alltag Überwachung” als Video-Serie bei tagesschau.de

22. Dezember 2006 | Bisher 1 Kommentar »

Alltag Überwachung - Zwischen Terror, Sicherheit und digitaler Kontrolle

Der 45-minütige Dokumentarfilm “Alltag Überwachung – Zwischen Terror, Sicherheit und digitaler Kontrolle”, den Fiete Stegers und ich gemeinsam produziert haben, wurde bei tagesschau.de als vierteilige Video-Serie veröffentlicht:

Der Film ist fast ausschließlich in VJ-Teamarbeit entstanden. Insgesamt haben wir drei Kameras eingesetzt: die Panasonic DVX 100 und Fietes Canon XM2. Ein paar ältere Aufnahmen stammen noch von meiner Canon XM1. Einen geringen Teil des Materials konnten wir aus dem AV-Archiv der Europäischen Kommission nutzen bzw. wurde uns vom Fraunhofer Institut Dortmund zur Verfügung gestellt.

Vielen Dank an das Netaudio-Label Thinner, insbesondere für den unkomplizierten Erwerb der Lizenzen für unsere Zwecke. Insgesamt haben wir drei Stücke des Künstlers Selffish genutzt.

Großen Dank auch an David Pilgrim, der den Kommentar zum Film gesprochen hat.

Und natürlich einen herzlichen Dank an Kontext für die finanzielle Unterstützung unserer Recherchen mit einem Stipendium.

Übrigens: Die Rechte für eine TV-Ausstrahlung können nach wie vor erworben werden.

Sorenson Squeeze, Fraunhofer MP3 und Avid

13. Dezember 2006 | Bisher 1 Kommentar »

Update (12.4.2007): Mit dem kostenlosen Upgrade der Version 4.5 auf Version 4.5.500.1 wurde der nachfolgend beschriebene Fehler behoben. Das Kodieren der 48 kHz-Tonspuren funktioniert nun einwandfrei.

Vor wenigen Tagen habe ich mir das Update von Sorenson Squeeze 4.3 auf die Version 4.5 gekauft. Ob darin der Fehler behoben wurde, der bei der Bearbeitung von großen Quicktime Reference-Dateien auftritt, konnte ich noch nicht testen, werde aber bei Gelegenheit etwas dazu schreiben.

Aber ein anderer Bug ist mir aufgefallen, und den gab es – meines Wissens – in der Version 4.3 noch nicht. Glücklicherweise lässt sich der Fehler leicht umgehen.

Gestern habe ich eine kurze Videosequenz aus dem Avid als Quicktime Reference exportiert. Bei einem solchen Export werden zwei Dateien geschrieben: eine mit der Endung .mov (sie enthält die Referenzen auf das Video-Rohmaterial), sowie eine WAVE-Datei (wahlweise auch AIFF). Diese enthält einen Mixdown sämtlicher Audiospuren und wird in meinem Fall mit einer Abtastrate von 48 kHz bei einer Sample-Tiefe von 16 Bit gespeichert.

Anschließend habe ich die Dateien mit Sorenson Squeeze in ein Flash-Video (FLV) konvertiert. Um den Sound für solche FLV-Videos zu komprimieren, verwendet Sorenson den Fraunhofer MP3-Codec. Nur scheint es damit Probleme zu geben, wenn das Quellmaterial eine Abtastrate von 48 kHz hat. Das kompriminierte Tonsignal (dessen Abtastrate bei 44.1 kHz liegt) knistert dann an einigen Stellen, und das hört sich wirklich nicht gut an.

Daher folgender Tipp: Aus dem Avid einfach ebenfalls mit 44.1 kHz exportieren. Dann klingt auch das komprimierte Tonsignal im Flash-Video einwandfrei.

Die Settings sehen dann im Avid etwa so aus:
Export-Settings im Avid

Die Sound-Einstellungen für Sorenson Squeeze würde ich für ein Video mit Sprache (ohne Musik) so wählen:
Settings für die Sound-Kompression mit Sorenson Squeeze

Warum VJs flexibler sind…

12. Dezember 2006 | Kommentieren Sie diesen Artikel »

Gegen 18:00 Uhr klingelt das Telefon. “Tut mir wirklich leid, aber die Dreharbeiten morgen müssen wir ausfallen lassen. Geht’s auch am Freitag?”

Als VJ kann ich in solchen Situationen mehr oder weniger bedenkenlos sagen: Okay, kein Problem.

Als konventioneller Fernseharbeiter hätte ich jetzt die Enge der TV-Zwangsjacke zu spüren bekommen: Ob ich um 18 Uhr einem bereits gebuchten Team noch hätte absagen können?

Sönke Wortmann und die WM-Kamera, Teil 2

6. Dezember 2006 | Bisher 5 Kommentare »

Gerade beim Surfen über die ARD-Website entdeckt: Heute abend um 20:15 Uhr läuft im Ersten “Deutschland – Ein Sommermärchen”, den ich mangels Empfangsgerät leider nicht sehen kann. Im Herbst hatte ich ihn mir allerdings schon im Kino angeschaut und kann ihn nur empfehlen.

Während der WM hatte ich mir ja mal Gedanken gemacht, wie der Film wohl wirken wird, da Sönke Wortmann ihn fast ausschließlich mit einer DVX 100 gedreht hat.

Im Kino ist mir dann folgendes aufgefallen:

  • Er hat es tatsächlich geschafft, sehr nah an die Protagonisten heranzukommen. Das zeigt sich vor allem in den Interviews, die entweder auf den Zimmern der Spieler geführt wurden oder – wie mit Miroslov Klose – bei einer Friseurin.
  • Die Bildqualität ist an einigen Stellen grenzwertig, da Wortmann ohne zusätzliches Licht gedreht hat. Gerade bei Innenaufnahmen abends rauschen die Bilder ziemlich stark.
  • Wegen der freien Kameraführung wackelt es hin und wieder. Auf der großen Kinoleinwand wirkte das anstrengend und am Ende taten nicht nur meine Augen weh.
  • Es gibt einige Situationen, in denen man wirklich sieht, dass Wortmann mit seiner Kamera nicht wahrgenommen wurde. In der Kabine stellt sich zum Beispiel mal Joachim Löw einfach vor ihn und versperrt – sicher ungewollt – den gesamten Blick.
  • Im Kopf ist mir noch die die Szene mit Jens Lehmanns Spickzettel, den er Sönke Wortmann vor laufender Kamera zeigt. Der scheint jedoch große Schwierigkeiten zu haben, zu fokussieren. Selten so lange eine unscharfe Aufnahme im Kino gesehen.

Ich vermute mal, dass ein solcher Film nicht möglich gewesen wäre, hätte man ihn auf konventionelle Art und Weise gedreht.

Video-Formate bei Zeitungen

6. Dezember 2006 | Bisher 3 Kommentare »

Drüben bei onlinejournalismus.de habe ich einmal zusammengefasst, welche Wege lokale und überregionale Tageszeitungen sowie Wochenzeitschriften in Sachen Online-Video gehen.

Im Ergebnis sieht das, kurz zusammengefasst, etwa so aus:

  • Beim überwiegenden Teil aller Lokalzeitungen in Deutschland, die eine Website haben, spielt Online-Video überhaupt keine Rolle.
  • Gut zwei Dutzend Tageszeitungen, darunter auch überregionale Blätter wie die Welt oder die Frankfurter Rundschau, haben den Service des niederländischen Dienstleisters zoom.in abonniert.
  • Eine Hand voll lokaler Zeitungen produziert eigene Videos, die in ihrer Qualität unterschiedlicher nicht sein können. Bemerkenswert finde ich die Video-Berichterstattung bei den Ostfriesischen Nachrichten.
  • Bei den überregionalen Wochenblättern schaue ich mir sehr gern die Videos der Zeit an, die übrigens als einzige Redaktion auf das Format Quicktime setzt (dort scheint man jetzt aber umzusatteln, zumindest wurden die aktuelleren Videos im Flash-Format veröffentlicht).
  • Spiegel Online und Focus Online werden vermutlich in 2007 deutlich ausbauen. Bisher ist bei beiden die angekündigte Video-Offensive klar zu erkennen.

Wenn ich mir den Aktionismus so ansehe, schaut die Welt aus der Perspektive freiberuflicher Videojournalisten eigentlich ganz entspannt aus: An allen Ecken und Enden entstehen neue Bewegtbild-Formate im Netz.

Bin mal gespannt, wann die Lokalzeitung, mit der ich aufgewachsen bin, ihre ersten Videos veröffentlicht.