Video-Formate bei Zeitungen
6. Dezember 2006Drüben bei onlinejournalismus.de habe ich einmal zusammengefasst, welche Wege lokale und überregionale Tageszeitungen sowie Wochenzeitschriften in Sachen Online-Video gehen.
Im Ergebnis sieht das, kurz zusammengefasst, etwa so aus:
- Beim überwiegenden Teil aller Lokalzeitungen in Deutschland, die eine Website haben, spielt Online-Video überhaupt keine Rolle.
- Gut zwei Dutzend Tageszeitungen, darunter auch überregionale Blätter wie die Welt oder die Frankfurter Rundschau, haben den Service des niederländischen Dienstleisters zoom.in abonniert.
- Eine Hand voll lokaler Zeitungen produziert eigene Videos, die in ihrer Qualität unterschiedlicher nicht sein können. Bemerkenswert finde ich die Video-Berichterstattung bei den Ostfriesischen Nachrichten.
- Bei den überregionalen Wochenblättern schaue ich mir sehr gern die Videos der Zeit an, die übrigens als einzige Redaktion auf das Format Quicktime setzt (dort scheint man jetzt aber umzusatteln, zumindest wurden die aktuelleren Videos im Flash-Format veröffentlicht).
- Spiegel Online und Focus Online werden vermutlich in 2007 deutlich ausbauen. Bisher ist bei beiden die angekündigte Video-Offensive klar zu erkennen.
Wenn ich mir den Aktionismus so ansehe, schaut die Welt aus der Perspektive freiberuflicher Videojournalisten eigentlich ganz entspannt aus: An allen Ecken und Enden entstehen neue Bewegtbild-Formate im Netz.
Bin mal gespannt, wann die Lokalzeitung, mit der ich aufgewachsen bin, ihre ersten Videos veröffentlicht.

7. Dezember 2006 um 16:18
Habe mir den Artikel drüben auf onlinejournalismus mal durchgelesen. Danke für den umfassenden Überblick. Das der Spiegel inzwischen zwei Leute fest angestellt hat, finde ich nur konsequent (mich nerven die immer gleichen REutersfilmchen auf allen Newsseiten).
Nächstes Jahr kommt noch Bullspress als Lieferant raus, allerdings mit Schwerpunkt Boulevard und Sternchen. Hatte hier mal ein paar Worte drüber geschrieben.
10. Dezember 2006 um 15:46
Also ich sehe die Zukunft des Videojournalismus auch eher positiv. Es gibt noch viele “traditionell” arbeitende Leute, die das anders sehen.
Wenn man allerdings die Entwicklung verfolgt, dann zeigt sich durchaus die Tendenz. Leider ist es nicht einfach, den Produktionsfirmen den Videojournalismus zu verdeutlichen. Sie wissen nicht, was mit VJs realisierbar ist und wo die Grenzen sind. So kann es dann passieren, daß diese sich im Klischée “VJs produzieren Wackelbilder” bestätigt sehen.
Bastian
10. Dezember 2006 um 20:06
Das Beruhigende ist, dass die Online-Redaktionen der Zeitungen bzw. Print-Magazine wohl nicht auf die Idee kommen werden, ihre Videos künftig so produzieren zu lassen wie einst klassische TV-Sender. Das wäre viel zu teuer und wohl mit Kanonen auf Spatzen geschossen.