Verteiler für Beleuchtungsschuh?
28. Februar 2007 | Kommentieren Sie diesen Artikel »Falls mir jemand bei der Lösung dieses Problems helfen kann, wäre ich sehr dankbar.
Update (24.05.2007): Problem gelöst. Danke an Felix für den Hinweis.
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Update (24.05.2007): Problem gelöst. Danke an Felix für den Hinweis.

Gute Bücher über Videojournalismus sind – trotz der Popularität des Themas – rar gesät. Wer für eine wissenschaftliche Arbeit recherchiert, sich generell über das Thema informieren will oder handfeste Praxistipps sucht, wird im deutschsprachigen Raum immer wieder über dieselben Titel stolpern.
Sandra Baur, selbst Videojournalistin, hat Ende vergangenen Jahres ihr Buch “Videojournalismus – Grundlagen, Instrumente, Arbeitsweisen” vorgelegt. Auf 226 Seiten vermittelt sie einen detaillierten Einblick in Fernseh- und Videotechnik und stellt die traditionelle Fernseharbeit (Autor mit EB-Team und Cutter) der Arbeitsweise von Videojournalisten samt Vor- und Nachteilen gegenüber.
In weiteren Kapiteln stellt sie vor, welche Erfahrungen der Hessische Rundfunk mit seinem “Pilotversuch Videojournalismus” gemacht hat, bevor sie schließlich eine Handvoll praktischer Tipps zum Umgang mit VJ-Technik sowie einige Ratschläge für die Gestaltung von Beiträgen gibt.
Dass die Autorin bereits 2004 eine Diplomarbeit über den Videojournalismus verfasst hat, merkt man ihrem Buch an: Die Gliederung riecht stark nach Wissenschaft, auch der Text ist angereichert mit zahlreichen Fußnoten und Quellenangaben. Den Lesefluss stört das nicht, im Gegenteil: Wer mehr Informationen zu einem angesprochenen Thema benötigt, weiß, wo er zu suchen hat.
Das erste Kapitel ist überschrieben mit “Fernsehen im Wandel der Zeit” und hat auf den ersten Seiten erstmal wenig mit Videojournalismus zu tun. Anhand historischer Daten zeichnet die Autorin den Weg vom Schwarz/Weiß-Fernsehen über das Farbfernsehen bis hin zur aktuellen Digitalisierung nach. Dabei erklärt sie Meilensteine wie die “Nipkow-Scheibe” oder die “Braun’sche Röhre”, die Unterschiede zwischen Formaten wie PAL, SECAM und NTSC sowie internationale Übertragungsstandards wie DVB-T.
So wird schnell klar, wie die Fernsehproduktion im Laufe der Jahre immer schlanker wurde, an deren Ende der Fahnenstange vorläufig der Videojournalismus mit seinen kompakten Geräten und auf das wesentliche reduzierten Arbeitsweisen steht. Interessant zu lesen ist in diesem Zusammenhang, wann die ersten Experimente mit den Solo-Fernseharbeitern begann, nämlich bereits in den 60er Jahren in den USA. In den 70ern folgten erste Versuche bei deutschen Fernsehanstalten.
Ab Seite 53 (Kapitel 2) folgen jede Menge technische Details, die man als VJ kennen sollte: Sie erläutert die Unterschiede zwischen den Formaten DV, DVCAM, DVCPRO25 und 50 sowie Digital Betacam und Betacam SP im Hinblick auf das Kriterium “Sendetauglichkeit” und erklärt beispielsweise verständlich, was es mit der CCD-Chip-Technik auf sich hat.

Das Buch überzeugt auch durch seine zahlreichen erklärenden Abbildungen.
Ferner widmet sich die Autorin der Tontechnik: Welcher Mikrofontyp eignet sich für bestimmte Situationen? Welche Mängel hat VJ-Technik im Vergleich zur konventionellen Fernseh-Ausrüstung? Die Antworten sind sehr wertvoll.
Im dritten Kapitel geht es um wirtschaftliche Fragen. Warum ist der Videojournalismus für Fernsehanstalten interessant? Wie haben sich die Werbeetats entwickelt? Und welche Rolle spielt der Online-Sektor? Letztere Frage wird leider nur recht oberflächlich behandelt, was aber in der Natur der Sache liegt: Als das Buch Ende vergangenen Jahres auf den Markt kam, hat sich die redaktionelle Bedeutung von Online-Video erst zaghaft angedeutet. Und auch jetzt bleibt vieles in diesem Bereich im Spekulativen.
In Kapitel 4 findet eine knallharte Gegenüberstellung statt: Wie sieht die herkömmliche Produktionsweise im Fernsehjournalismus aus? Und wie arbeiten VJs? Auch hier geht die Autorin mit der gebotenen Sorgfalt vor: Drehvorbereitung, Dreh und Drehnachbearbeitung werden jeweils genau beschrieben; anschließend werden die Vor- und Nachteile abgewogen. Das Resultat ist kein Hurra auf den Videojournalismus, sondern eine ausgewogene Darstellung der Fakten. Ein Auszug:
Zusätzliche Überstunden und der ständige (Zeit-)Druck gefährden die Gesundheit eines Videojournalisten. Deshalb scheint ein VJ nicht für hochaktuelle Nachrichten geeignet. Auch das Argument der Kostenersparnis stimmt nicht im erwarteten oder erhofften Maße. Ein VJ braucht für die Produktion eines Beitrags wesentlich länger als ein ganzes Team, das in derselben Zeit mehr Material und Beiträge produzieren kann, während ein VJ nur einen Bericht schafft.
Verantwortliche in den Redaktionen, die selbst nie als VJ gearbeit haben, aber die Einsätze von VJs koordinieren, sollten das wissen.
Im fünften Kapitel stellt Sandra Baur die Erfahrungen aus dem VJ-Projekt des Hessischen Rundfunks vor. Die ARD-Anstalt hatte bereits 2001 einen Feldversuch gestartet, der zwei Jahre später in ein Pilotprojekt mündete und heute selbstverständlicher Teil der Produktion ist. Die Autorin beschreibt, mit welcher Technik beim HR gearbeitet wird, wie VJs eingesetzt werden, welche Kosten sie verursachen und wie die Ergebnisse ihrer Arbeit wahrgenommen werden:
VJ-Beiträge, die von Profis heftig kritisiert worden waren, stießen beim Zuschauer auf keinerlei Probleme. Die Befragten konnten nicht unterscheiden, welche Beiträge von VJs und welche von EB-Teams produziert worden waren (was übrigens auch Profis bisweilen schwerfällt).
Leider widmet sich Sandra Baur erst im sechsten Kapitel (ab Seite 183) den Praxistipps, die für VJs eigentlich am interessantesten sein dürften. Akribisch erklärt sie zunächst die physikalischen Grundlagen des Lichts und der Optik (Brennweite und Schärfentiefe), bevor sie sich den Grundlagen der Bildgestaltung und anschließenden Kniffen im Schnitt widmet. Die Darstellungen sind zwar gut, aber nicht neu: So etwas gibt es auch in herkömmlichen Büchern über Fernseharbeit.
Interessanter sind ihre Antworten auf die Frage, wie man mit Überforderung beim Dreh umgehen kann: Vorher gut planen, am Drehort Handlungen gedanklich in fünf bis acht Einstellungen aufteilen und “dabei immer der Intuition folgen, auf die natürlichen Instinkte achten”. Als Leser hätte ich mir von diesem Kapitel allerdings mehr Beispiele mit Lösungsansätzen aus dem selbst erlebten VJ-Alltag erhofft.
Fazit: Insgesamt ist Sandra Baur ein sehr fundiertes Buch gelungen, das vor allem als gute Grundlage für weitere wissenschaftliche Arbeiten dienen kann. Wer einen Einblick in den Videojournalismus inklusive der Zusammenhänge von Technik, Arbeitsweisen, Tariffragen und senderpolitischen Diskussionen haben möchte, sollte zugreifen. Wer schon als VJ im Geschäft ist und sich viele praktische Tipps erhofft, kann sich die 68,- Euro für das Buch sparen und fährt mit Dushan Wegners “Der Videojournalist” immer noch besser.
Bibliographische Angabe: Baur, Sandra: Videojournalismus. Grundlagen, Instrumente, Arbeitsweisen. VDM Verlag Dr. Müller, Saarbrücken, 2006. ISBN-10: 3-86550-637-5. 226 Seiten, EUR 68,00.
In den vergangenen Wochen und Monaten habe ich einige TV-Beiträge produziert, die sich um Computer-Themen drehten. Dabei kam es immer wieder auf gute Bildschirm-Aufnahmen an, vor allem auf Naheinstellungen ganz bestimmter Ausschnitte des Screens.
Folgende Tipps kann ich dazu geben:

Die Kamera so nah wie möglich am Computerscreen platzieren.
Ich bin erstaunt über die Makro-Eigenschaften des Objektivs. Selbst bei einem Abstand von nur einem Zentimeter zum Monitor waren scharfe Aufnahmen von kleinsten Details des Screens – je nach Blendenöffnung – auch noch mit ziemlich langen Brennweiten möglich. Man kann also regelrecht in den Bildschirm hineinzoomen.
Schön anzuschauende Schärfenverlagerungen von einem Screen-Element auf das andere sind mit möglichst offener Blende bei mittlerer Brennweite leicht zu realisieren. Um das Bild nicht zu überstrahlen, einfach den ND-Filter auf 1/8 stellen und die Blende so weit öffnen, bis sich das Zebra wieder bemerkbar macht.

Vor allem beim Schwenken können Interferenzstreifen auftreten.
Ein unangenehmer Nebeneffekt bei Aufnahmen vom Screen können Interferenzstreifen sein. Über das Kameradisplay ist leider nicht immer zu beurteilen, welche Auswirkungen diese Streifen tatsächlich haben. Ein Video-Kontrollmonitor gibt da mehr Aufschluss, aber den hat man ja eher selten im Gepäck.
“A video has to grab you by the neck in about five seconds — otherwise people lose interest [...] The maximum length is about 90 seconds.”
Mit diesen Worten wird Arik Czerniak, Mitbegründer des Video-Portals Metacafe, in der New York Times zitiert.
In dem Artikel geht es um zahlreiche Beispiele, wie User mit Video-Clips im Netz Geld verdient haben (siehe in diesem Zusammenhang auch die Liste mit zehn Websites, die ihre User an Werbeerlösen beteiligen).
Also fünf Sekunden für einen knackigen Einstieg, maximal 90 Sekunden für die Story. Und am Ende eine Werbeeinblendung, wenn man beispielsweise auf das Revver-Modell setzt.
Heißt das: Wer eine Story in etwa sechs Minuten erzählen und dabei maximale Werbeeinnahmen erzielen möchte, sollte sie in vier Clips unterteilen, mit jeweils einem starken Einstieg und einem Cliffhanger auf den nächsten Teil am Ende?
(siehe auch “45 Minuten Video – zu lang?“)
Dieses Video zeigt, wie wenig Technik kosten muss, wenn man gutes Material ausschließlich fürs Web drehen will. Viel wichtiger als der Preis ist gestalterisches Know-How und das Gefühl, das man für seine Kamera und ihre einzelnen Komponenten entwickelt hat.
Die Autorin Cyndy Green beschreibt in zwei Blog-Einträgen, wie die Story entstanden ist und welche Technik sie dazu eingesetzt hat.
Ihre Aufnahmen hat sie mit einem gebraucht gekauften Canon Camcorder ZR60 gemacht, der schon ein paar Jahre alt ist und von Videojournalisten, die für das Fernsehen arbeiten, wohl kaum benutzt würde. Die ganze Technik (Stativ, Mikrofon) ist nur knapp über hundert Dollar wert. Dem Ergebnis sieht man das nicht an.
Für das Web gelten andere technische Maßstäbe als für das Fernsehen. Niemand würde im Web nach einer Empfehlung wie etwa der EBU R116-2005 (PDF, 115 kB) fragen, die dem DV-Format bestätigt, im Grunde nicht den hohen Kriterien an TV-Sendefähigkeit zu genügen.
Warum auch? Videos im Web haben (noch) eine viel geringere Auflösung, werden komprimiert ohne Ende. Selbst ein nur durchschnittlicher Codec reduziert das Ursprungsmaterial so dermaßen, dass Fehler, die während des Drehs passiert sind, kaum ins Gewicht fallen (Unschärfen, Ausleuchtung etc.).
Als ich damals mit der (legendären) Canon XM1 angefangen habe, erste Beiträge für das Fernsehen zu drehen und dafür so manches Mal belächelt wurde, reichte die subjektiv wahrgenommene Qualität vollkommen aus. Fürs Web ist diese Kamera, die 1999 auf den Markt kam, immer noch High-End.