Low Budget Videojournalism

Dieses Video zeigt, wie wenig Technik kosten muss, wenn man gutes Material ausschließlich fürs Web drehen will. Viel wichtiger als der Preis ist gestalterisches Know-How und das Gefühl, das man für seine Kamera und ihre einzelnen Komponenten entwickelt hat.

Die Autorin Cyndy Green beschreibt in zwei Blog-Einträgen, wie die Story entstanden ist und welche Technik sie dazu eingesetzt hat.

Ihre Aufnahmen hat sie mit einem gebraucht gekauften Canon Camcorder ZR60 gemacht, der schon ein paar Jahre alt ist und von Videojournalisten, die für das Fernsehen arbeiten, wohl kaum benutzt würde. Die ganze Technik (Stativ, Mikrofon) ist nur knapp über hundert Dollar wert. Dem Ergebnis sieht man das nicht an.

Für das Web gelten andere technische Maßstäbe als für das Fernsehen. Niemand würde im Web nach einer Empfehlung wie etwa der EBU R116-2005 (PDF, 115 kB) fragen, die dem DV-Format bestätigt, im Grunde nicht den hohen Kriterien an TV-Sendefähigkeit zu genügen.

Warum auch? Videos im Web haben (noch) eine viel geringere Auflösung, werden komprimiert ohne Ende. Selbst ein nur durchschnittlicher Codec reduziert das Ursprungsmaterial so dermaßen, dass Fehler, die während des Drehs passiert sind, kaum ins Gewicht fallen (Unschärfen, Ausleuchtung etc.).

Als ich damals mit der (legendären) Canon XM1 angefangen habe, erste Beiträge für das Fernsehen zu drehen und dafür so manches Mal belächelt wurde, reichte die subjektiv wahrgenommene Qualität vollkommen aus. Fürs Web ist diese Kamera, die 1999 auf den Markt kam, immer noch High-End.

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3 Kommentare

  1. Prinzipiell gebe ich Dir vollkommen recht. Das Problem mit den kleinen Consumer-Cams ist allerdings ihre Lichtschwäche. Es ist kein Zufall, dass das von Dir verlinkte (übrigens wirklich sehr schön komponierte) Beispielvideo ausschließlich aus Außenaufnahmen montiert wurde. Sobald es um Innenräume geht, ist nämlich Schluss mit lustigen Billig-Cams.

    Veröffentlicht am 10. Februar 2007 um 21:56 | Permalink
  2. Als Referenz meinen Aufstellungsort danke. Ich stimme zu, daß die niedriges Endbilligen Kameras nicht Niveaus des niedrigen Lichtes gut anfassen. Ich denke, daß sie ausgezeichnete erlernenwerkzeuge für Kursteilnehmer bilden und gut in den meisten im Freiensituationen funktionieren. Mein Punkt mit dem Bildschirm ist, daß du nicht kostspieliges Zahnrad benötigst, gute Geschichten zu verursachen – alle Prozeß und die ästhetik ist in der Fähigkeit des videojournalist.

    Veröffentlicht am 10. Februar 2007 um 22:53 | Permalink
  3. Da ich acuh vorhabe, ins “Online-Video-Geschäft” einzutreten, werd ich mir vermutlich eine gebrauchte XM1 holen. Auch wenn im Internet schon die ersten HD-Videos zu finden sind, so glaube ich nicht, dass es sich für mich persönlich lohnt, in eine teuere HD-Cam zu investieren. Ich denke, für den Anfang reicht eine “normale” noch ganz gut und wenn ich dann wirklich mehr will, bin ich auch bereit, mehr Geld auszugeben…

    Veröffentlicht am 16. Dezember 2008 um 14:22 | Permalink

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