Computerscreens drehen

20. Februar 2007

In den vergangenen Wochen und Monaten habe ich einige TV-Beiträge produziert, die sich um Computer-Themen drehten. Dabei kam es immer wieder auf gute Bildschirm-Aufnahmen an, vor allem auf Naheinstellungen ganz bestimmter Ausschnitte des Screens.

Folgende Tipps kann ich dazu geben:

  • Nach Möglichkeit von einem TFT-Bildschirm abfilmen. Bei Röhrenmonitoren muss die Bildwiederholfrequenz mit dem Shutter in Einklang gebracht werden.
  • Den Raum komplett abdunkeln. Kein Licht durch die Fenster lassen, alle Lampen abschalten. Der Kontrast sollte so hoch wie möglich sein, die einzige Lichtquelle ist der Monitor.
  • Den Weißabgleich auf einer weißen Fläche des Screens vornehmen, z.B. einem leeren Browserfenster.
  • Die richtige Blendenöffnung finden. Dazu das Zebra auf 100 Prozent stellen, die Kamera nah an eine komplett weiße Fläche des Screens führen und die Blende so weit öffnen bzw. schließen, bis das Zebra an den Rändern des Kameradisplays bzw. im Sucher zu erkennen ist. Eine geeignete Blende könnte bspw. F8 bei abgeschaltetem ND-Filter sein. Am besten nicht auf die Automatik verlassen, denn sie neigt bei Screen-Aufnahmen für meinen Geschmack dazu, die Blende zu sehr zu schließen. Das Resultat sind zu dunkle Aufnahmen.
  • Die Kamera - je nach gewollter Einstellungsgröße - so nah wie möglich auf einem Stativ vor den Monitor stellen. Dazu den Monitor an die vordere Tischkante ziehen.
  • Bei Nahaufnahmen von z.B. Buttons oder Eingabefeldern die Kamera bis auf einen Zentimeter an den Monitor heranrücken.

Computerscreen mit der DVX 100 drehen
Die Kamera so nah wie möglich am Computerscreen platzieren.

Ich bin erstaunt über die Makro-Eigenschaften des Objektivs. Selbst bei einem Abstand von nur einem Zentimeter zum Monitor waren scharfe Aufnahmen von kleinsten Details des Screens - je nach Blendenöffnung - auch noch mit ziemlich langen Brennweiten möglich. Man kann also regelrecht in den Bildschirm hineinzoomen.

Schön anzuschauende Schärfenverlagerungen von einem Screen-Element auf das andere sind mit möglichst offener Blende bei mittlerer Brennweite leicht zu realisieren. Um das Bild nicht zu überstrahlen, einfach den ND-Filter auf 1/8 stellen und die Blende so weit öffnen, bis sich das Zebra wieder bemerkbar macht.

Interferenzstreifen beim Drehen von Computer-Screens
Vor allem beim Schwenken können Interferenzstreifen auftreten.

Ein unangenehmer Nebeneffekt bei Aufnahmen vom Screen können Interferenzstreifen sein. Über das Kameradisplay ist leider nicht immer zu beurteilen, welche Auswirkungen diese Streifen tatsächlich haben. Ein Video-Kontrollmonitor gibt da mehr Aufschluss, aber den hat man ja eher selten im Gepäck.

Eine Antwort zu “Computerscreens drehen”

  1. Tim von Fotonews sagt:

    Auch wenn ich fotografiere und nicht filme: Puh, bin ich froh, dass ich nicht der Einzige bin der anscheinend Probleme hat. TFT und abgedunkelter Raum gilt auch für die Fotografie. Mein Problem: Eine Person und einen Monitor gleichzeitig zeigen (und dabei Person gut ausgeleuchtet + Monitor lesbar)…da muss ich noch einiges experimentieren.

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