Archiv für April 2007

FTP statt SNG

24. April 2007 | Bisher 2 Kommentare »

VJ-Auslandskorrespondent Markus Böhnisch hat in der aktuellen (gedruckten) Ausgabe des Magazins cut (4/2007, S. 36-39) einen informativen Erfahrungsbericht über die Überspielmöglichkeiten von FTP im TV-Nachrichtengeschäft geschrieben.

Für eine n-tv-Nachrichtensendung überspielte Markus im August 2006 eine Woche lang aus Israel täglich Moderationen, selbstgedrehte Nachrichtenstücke und Aufsager im MPEG2-Format.

Jeder Tag hatte seine Deadline. Unsere Elemente sollten gegen 17:00 Uhr deutscher Zeit auf dem Server liegen, wir mussten also um 15:00 Uhr mit dem Überspielen beginnen. So lange dauerte es, unsere rund zwölf Minuten Material zu versenden. Die Schwachstelle war – wie bei jeder herkömmlichen Produktion – der Überspielort. So, wie man im Ausland bisweilen mühsam nach einem Studio oder einer SNG suchen muss, hieß es jetzt, einen Internetzugang zu finden, der potent genug war. Aus der vorherigen Erfahrung hatte ich die Mindestanforderung auf 400 Kilobit Upload, also Versandgeschwindigkeit, festgelegt.

In dem Artikel beschreibt Markus unter anderem, mit welchen Bitraten er bestimmtes Material kodiert hat, um die Uploadzeiten gering und damit die Abgabefristen auch tatsächlich einhalten zu können.

Fazit:

Kleinere Stationen haben mit dieser Technik die Chance, mehr Aktualität ins Programm zu nehmen, Aktualität, die durch zu hohe Übertragungskosten bislang außen vor blieb oder mit Agenturmaterial abgedeckt wurde. Die großen Sender können damit aber auch wirksam Kosten senken.

Washington Post, HD-Video-Podcast

12. April 2007 | Bisher 3 Kommentare »

Die Zeiten, in denen Videos im Internet Briefmarkengröße hatten, sind endgültig vorbei. Die Washington Post veröffentlicht von jetzt an ihre besten Dokumentationen als Podcast im HD-Format, sprich in einer Auflösung von 1280 x 720 Pixeln.

Tom Kennedy, managing editor of multimedia bei der Washington Post:

“The demand for high quality video via the web is surpassing that of the supply. Consumers are eager to adopt HD content to move away from the drab experience of watching it within a small box on their computer screens.”

(Quelle)

Die Videos sind MPEG4 (H.264)-kodiert. In einem Beispiel-Clip (5:48 Minuten, 209 MB), den ich mir gerade eben heruntergeladen habe, wurde der Videostream mit einer durchschnittlichen Datenrate von etwa 5000 Kbps kodiert, für den Audiostream (ausschließlich Sprache) reichten 64 Kbps, mono. Die Qualität ist beeindruckend.

Dallas Morning News, Videoreporter

11. April 2007 | Kommentieren Sie diesen Artikel »

Im vergangenen Jahr hatte ich mal kurz erwähnt, wie einige Fotografen bei US-Zeitungen zu Videojournalisten werden. Eine dieser Zeitungen ist die Dallas Morning News.

Ein Video auf der Website Digital Journalist vermittelt ein paar Einblicke mit vielen O-Tönen zur Motivation eines dort tätigen VJs, zu seinen Arbeitsweisen, Stärken und Schwächen.

Ganz interessant finde ich, wie mit Video Stills umgegangen wird: Aus den 30 Bildern pro Sekunde (NTSC), die die VJs mit ihren HDV-Kameras aufzeichnen, werden ausgewählte Einzelbilder für die gedruckte Zeitung verwendet. Ob die Qualität ausreicht? Angeblich ja.

Ich habe meine Zweifel. Ein HDV-Video-Frame kann ein Foto in der Zeitung kaum ersetzen. Die Auflösung ist viel zu gering, die Kompressions-Artefakte fallen auf, hinzu kommt das Problem mit Interlace-Streifen bei Bewegungen (wenn nicht gerade progressiv gedreht wurde).

Lesenswert in diesem Zusammenhang: Are Video Frame Grabs Finally Fit To Print?