Die guten alten Nikkore an der EOS 550D / Rebel T2i

26. Juli 2011 | Schlagworte: - - - -

Nikon AI/s 24mm f/2.0

Es ist alt, wurde irgendwann zwischen Oktober 1981 und Dezember 2005 produziert, hat Macken am Gehäuse, läuft aber einwandfrei und das Glas ist frei von irgendwelchen Schäden. Bei einem Gebrauchtwaren-Fotohändler habe ich vor kurzem diese alte Nikon-Festbrennweite (24mm, f/2.0) mit einem AiS-Bajonett gekauft und seitdem nicht mehr von der 550D geschraubt.

Ich hatte nach einer lichtempfindlichen Festbrennweite gesucht, die am APSC-Sensor in etwa der Normalsicht entspricht. Das Tamron 17-50mm f/2.8, mit dem ich sonst fast immer arbeite, war mir in manchen Situationen einfach nicht lichtstark genug. Kollegen hat mir das Sigma 30mm f/1.4 empfohlen, sicher ein tolles Objektiv für den Preis, aber es ist – wie das Tamron – ausschließlich für Kameras mit APSC-Sensor geeignet.

Da die alte Regel gilt, dass man den Kamerabody alle paar Jahre austauscht, die Linsen aber fürs Leben kauft, versuche ich auf Aufwärtskompatibilität zu achten. Nicht ausgeschlossen, dass ich irgendwann mal auf das Vollformat umsteigen werde. Mit den alten Nikkoren ist das kein Problem.

Auch sonst kann ich nur empfehlen, nach den guten alten Gebrauchten zu schauen.

Nikon AI/s 24mm f/2.0 mit Adapterring Nikon AI auf Canon AFEinerseits wegen des Preises. Für diese Festbrennweite habe ich gerade mal 160,- Euro bezahlt (da war sicher ein wenig Glück dabei, denn gehandelt wird das 24mm f/2.0 gern mal für 300,- bis 500,- Euro). Die übrigen Ai- und AiS-Objektive aus meiner Sammlung (28mm f/2.8; 50mm f/1.4; 85mm f/2.0) lagen ebenfalls alle (teils deutlich) unter 200,- Euro.

(Apropos Ai bzw. AiS: Die guten Stücke sehen sich täuschend ähnlich. Der Unterschied liegt vor allem darin, dass AiS-Objektive einen kürzeren Fokusweg haben, was ich vorteilhaft finde. Man kurbelt halt nicht so lange, um die Schärfe zu ziehen. Woran man beim Kauf erkennt, ob es sich um ein Ai- oder AiS-Bajonett handelt, erklärt Nikon auf seiner Website. Ein Merkmal: Die kleinste Blendenöffnung ist auf der Skala orange eingezeichnet.)

Andererseits sind die alten Nikkore einfach wunderbar verarbeitet. Kein Plastik, sondern Metall, ein satt laufender Fokusring und vor allem der mechanische Blendenring haben es mir angetan. Dazu die bereits erwähnte uneingeschränkte Aufwärtskompatibilität zum Vollformat.

Zum Fotografieren sind sie natürlich nicht so gut geeignet, weil die Schärfe ausschließlich manuell eingestellt werden muss.

Adapterring Nikon AI auf Canon AFSolche alten Objektive an neuen Canon EOS-Kameras zu nutzen, ist kein Problem, da es jede Menge Adapterringe gibt. Diesen Adapter habe ich für unter 20,- Euro gekauft und bin damit zufrieden, stelle aber auch keine übertriebenen Ansprüche. Ob damit das Auflagemaß völlig korrekt ist, kann ich leider nicht genau beurteilen, spielt für mich in der Praxis aber auch keine große Rolle. Die Schärfe bewerte ich grundsätzlich mit dem LCDVF und der recht zuverlässigen Peaking-Funktion von Magic Lantern.

Übrigens: Wer mehrere Nikkore besitzt, sollte auch mehrere Adapter kaufen. Zwar ist es grundsätzlich möglich, den Adapter jederzeit wieder abzunehmen, aber er sitzt einfach so fest, dass das im Drehalltag eher nerven könnte.

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