Das Panasonic Lumix G X Vario 12-35 f/2.8-Objektiv mit OIS an der AF101

3. Oktober 2012 | Schlagworte: - - - -

Das neue Panasonic Lumix G X Vario 12-35mm f/2.8-Objektiv scheint viele Videoproduzenten, die mit der Panasonic AG-AF101 oder einer Panasonic GH1/GH2 arbeiten, zu überzeugen. Seit einigen Tagen arbeite ich ebenfalls damit und habe im folgenden Video mal ein paar seiner Eigenschaften getestet.

Worum ging’s mir in dem Test?

  • Einerseits wollte ich wissen, ob es sich um ein parfokales Objektiv handelt, denn in der Praxis kommt es sehr oft vor, dass man mal eben die Schärfe ziehen muss (also ranzoomen ans Objekt, Schärfe einstellen, wieder aufziehen). Das klappt mit dem Objektiv zwar ohne Einschränkungen, doch wie man im Video deutlich sieht, ist das Bild während des Zooms/Aufziehers für einen kurzen Moment unscharf. Wer Zooms also als gestalterisches Mittel einsetzt, ist mit diesem Objektiv deutlich eingeschränkt.
  • Bei vielen Zoom-Objektiven, die eigentlich für den Fotobereich konzipiert wurden, zeigt sich im Video-Einsatz häufig ein merkwürdiger Nebeneffekt, der auch beim Lumix 12-35 auftritt: Trotz durchgängiger Blendenöffnung von z.B. f/2.8 über den gesamten Brennweitenbereich flackert es während des Zooms/Aufziehers immer mal wieder auf. Ein weiterer Grund also, der bei diesem Objektiv gegen Zooms als gestalterisches Mittel spricht.
  • Dann wollte ich wissen, ob sich beim Fokussieren die Brennweite und somit der Bildausschnitt verändert – eine unerwünschte Eigenschaft, die auch als Lens Breathing bekannt ist (dieses Video zeigt sehr deutlich, was es damit auf sich hat). Die gute Nachricht: Beim Lumix 12-35 ist der Effekt so gut wie nicht sichtbar. Ich habe es sowohl bei 12mm als auch bei 35mm getestet, jeweils mit Blende f/2.8.
  • Dann hat mich interessiert, wie videotypisch der optische Bildstabilisator (OIS) arbeitet. Zunächst habe ich horizontale Schwenks ausprobiert, sowohl bei abgeschaltetem und eingeschaltetem OIS. Wie bei klassischen 3-Chip-Camcordern mit fest verbauten Zoom-Objektiven sollte der OIS auf dem Stativ abgeschaltet werden, denn den Anfang eines Schwenks interpretiert der Stabilisator manchmal als ungewollten Wackler und versucht ihn auszugleichen, was dann sehr rucklig aussehen kann.
  • Unverzichtbar ist der OIS, wenn man die Kamera aus der Hand führt, was auch deutlich im Testvideo zu sehen ist. Schaltet man den OIS des Lumix 12-35 ein, ist es ein Unterschied wie Tag und Nacht. Sowohl bei ganz kurzer Brennweite als auch bei 35mm kann das typische CMOS-Zittern auftreten, was sehr unangenehm aussieht. Bei unstabiliserten Objektiven muss man schon eine sehr ruhig Hand haben, um dagegen zu wirken. Viele Kollegen arbeiten daher ja auch mit einem Schulterstativ. Doch als Videojournalist will ich die Kamera so klein und kompakt wie möglich halten, was dank des OIS nun wieder möglich ist.

Für ein generelles Fazit ist es mir jetzt noch zu früh, da ich das Objektiv erst seit kurzem besitze und nur einen Drehtag lang (komplett ohne Stativ) damit gearbeitet habe. Trotzdem kann ich schon abschätzen, dass das neue Lumix 12-35 mein Tokina 16-50 nahezu komplett ersetzen wird, auch wenn die Brennweite etwas kürzer ist.

Denn für reportage- und dokuähnliche Einsätze ist der Bereich von 12mm bis 35mm am m43-Cropsensor der AF101 (entspricht also 24mm bis 70mm beim Kleinbildformat) wirklich ideal: Man ist zwangsläufig nah dran, es ist weitwinkling genug für Raumaufnahmen und 35mm sind wunderbar geeignet für situative O-Ton-Statements, bei denen man die Protagonisten dank Blende f/2.8 trotzdem noch angemessen freistellen kann.

Da das Lumix 12-35 mein erstes und bisher einziges vollelektronisch mit der AF101 kommunizierendes Objektiv ist, freue ich mich natürlich über die zusätzlichen Informationen, die jetzt auf dem LCD-Display bzw. im Sucher angezeigt werden.

Informationen auf dem LCD-Display der Panasonic AG-AF101 mit dem Panasonic Lumix G X Vario 12-35 f/2.8

Auch Arbeitsweisen, die man von klassischen VJ-Zoom-Camcordern kennt, sind jetzt wieder möglich, also bspw. in sehr zügigen Situationen kurz in die Blendenautomatik zu wechseln, um sich eine Blende vorschlagen zu lassen und danach durch erneuten Druck auf die IRIS-Taste den ermittelten Wert zu fixieren.

Was das Flackern und die temporäre Unschärfe bei Zooms/Aufziehern betrifft: Damit kann ich leben, da ich ohnehin wenig während der Aufnahmen zoome (und wenn, dann verwende ich das selten im Beitrag). Trotzdem wäre es wünschenswert, wenn dieser Mangel vielleicht durch ein Firmware-Update behoben werden könnte.

Wer sich für das Lumix 12-35 interessiert, sollte sich vor dem Kauf noch ein paar Testberichte und Forendiskussionen durchlesen:

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