Das Panasonic Lumix G X Vario 35-100 f/2.8-Objektiv mit OIS an der AF101

21. Dezember 2012 | Schlagworte: - - - -

Seit einigen Wochen arbeite ich u.a. mit dem neuen Objektiv Lumix G X Vario 35-100mm f/2.8 von Panasonic. Und wie beim kleineren Bruder, dem Lumix 12-35mm, habe ich mal ein paar seiner Video-Eigenschaften im folgenden Video getestet.

Kurz zusammengefasst:

  • Das Lumix 35-100mm ist wie das 12-35mm irgendwie parfokal, aber auf eine merkwürdige (wohl elektronische) Art und Weise. Das heißt: Zoomen auf ein Objekt, Schärfe ziehen, wieder aufziehen, erneut zoomen (natürlich bei gleichbleibender Entfernung zum Objekt) funktioniert einwandfrei, die Schärfe bleibt auf dem Objekt erhalten. Nur während des Zooms wird das Bild manchmal kurz unscharf. Schwer zu beschreiben, im Video wird’s aber deutlich. Also wie auch beim 12-35mm: Wer Zooms als gestalterisches Element einsetzt, muss mit dieser Einschränkung leben. Ansonsten sollte man das Objektiv eher als variable Festbrennweite begreifen.
  • Apropos Zoomen: Das merkwürdige Flackern während eines Zooms (also die offensichtlich nicht konstante Blendenöffnung) des 12-35mm tritt beim 35-100mm zum Glück nicht auf.
  • Stichwort Lens Breathing: Beim Verlagern der Schärfe ändert sich die Größe Bildausschnitts schon ein wenig. Deutlich zu sehen ist das bei längerer Brennweite (im Video habe ich es bei 100mm getestet). Bei 35mm ist der Effekt vollkommen zu verschmerzen, finde ich.
  • Der optische Bildstabilisator (OIS) ist – wie beim 12-35mm – ein Geschenk des Himmels. Auch das ist im Testvideo ganz deutlich zu sehen. Abschalten würde ich den OIS grundsätzlich, wenn sich die Kamera auf dem Stativ befindet. Im Video sieht man sehr deutlich, dass gerade der Anfang des Schwenks ruckeln kann, wenn der eingeschaltete OIS ihn als Wackler interpretiert. Das tritt zwar nur gelegentlich auf und ist auch keine Schwäche des Lumix-OIS, sondern ganz klassisches Verhalten stabilisierter Video-Objektive.
  • Den Autofocus habe ich nicht getestet, weil ich diese Funktion eigentlich nie nutze. Trotzdem mal im Auge behalten…

Das 12-35mm und das 35-100mm sind eigentlich die ideale Kombination, denn der wichtigste Brennweitenbereich ist damit für mich abgedeckt. Obendrein sind beide Objektive ziemlich klein und sehr leicht (12-35mm: 305g; 35-100mm: 360g), was für meine Arbeitsweise ein wichtiges Kriterium ist, da ich sämtliche Taschen meist allein trage. Für die meisten Drehs benötige ich keine weiteren Objektive. Nur wenn es darauf ankommt, setze ich lichtstärkere Festbrennweiten ein.

Mit dem 12-35mm arbeite ich inzwischen die meiste Zeit, geschätzt etwa 90 Prozent aller Bilder drehe ich damit. Das 35-100mm ist vor allem ein ganz wunderbares Interview-Objektiv, denn mit diesem Brennweitenbereich kann ich jederzeit zwischen Nah- und Großeinstellung wechseln. Mein deutlich schwereres, größeres und unstabilisiertes Tokina 50-135 f/2.8 ist damit weitgehend ersetzt.

Wer sich Tests des Lumix 35-100 durchlesen will, findet z.B. hier, hier, hier, hier, hier und hier ein paar Berichte aus kompetenter Quelle.

2 Kommentare

  1. Jochen · 27. Mai 2013

    Für den Schwenk gibt es bei Pana doch den OIS Mode 3 welcher nur Auf und Abbewegungen erfasst oder ist der bei der GH3 gestrichen?

  2. Roman Mischel · 27. Mai 2013

    Bei der GH3 gibt’s diesen Modus, er heißt dort allerdings nicht “OIS Mode 3″. Aktivieren lässt er sich aber nur, wenn sich die Kamera im Fotomodus befindet. Ob der OIS dann trotzdem so wie von dir beschrieben auch im Videomodus funktioniert, weiß ich nicht. Ich habe es noch nicht ausprobiert. An der AF101, an der ich das Objektiv seinerzeit getestet habe, gibt es keine unterschiedlichen OIS-Modi, sondern nur OIS an oder aus.

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