Hier im Blog ist des öfteren die Frage aufgetaucht, ob man als VJ nun HDV drehen sollte oder doch eher beim guten, alten DV bleibt.
Überzeugende Argumente für HDV habe ich noch nicht gefunden und stünde ich jetzt vor der Frage, welche Kamera ich für meine Arbeit anschaffen sollte, würde ich mich wahrscheinlich nach wie vor für die DVX 100 entscheiden, die lediglich DV aufzeichnet.
Kameramann und TV-Autor Andreas Frowein hat sich für das Magazin CUT mit dieser Frage befasst und dazu den VJ-Ausbilder Roberto Tossuti befragt. Den Artikel kann man sich auf der Website von Bernd Kliebhan herunterladen (PDF, 871 kB).
Um herauszufinden, ob VJs in Zukunft HDV drehen sollten, hat Tossuti beim Hessischen Rundfunk drei verschiedene Kameras getestet: die Panasonic HVX 200, die Sony HVR-V1 und die Canon XH-A1.
Tossuti führt einige Argumente auf, die gegen den Einsatz von HDV sprechen:
- Das Problem von Unschärfen, die über das kleine LCD-Display schwer beurteilt werden können, fallen wegen der größeren Auflösung von HDV-Material stärker ins Gewicht.
- Die Gefahr von Dropouts ist größer (15 Bilder sind eine Einheit; ein Dropout zerstört also 15 Frames).
- HDV ist ressourcenintensiv, die VJs müssten also auch mit neuen Notebooks ausgestattet werden.
- Die Lichtempfindlichkeit von HDV-Kameras ist geringer.
Fazit: Beim Hessischen Rundfunk bleibt man vorerst bei der DVX 100, deren Nachteil allerdings darin besteht, keinen 16:9-Chip zu haben.
Die ideale VJ-Kamera bezeichnet Tossuti als eine Mischung aus DVX 100 (wegen der Lichtempfindlichkeit und des großen Displays), der XH-A1 (wegen der Brennweite und der Objektivbedienung) und der HVR-V1 (wegen des Gewichts und der Handlichkeit) - das alles gepaart mit XLR-Anschlüssen für Mikrofone, manueller Vorpegelung und einem Limiter, der in den Spitzen eingreift. Aufgezeichnet werden sollte wahlweise in 4:3 und 16:9 mit DV-Auslösung.