Alle Beiträge der Kategorie 'Arbeitsweisen'

Point-and-Shoot: Story vor Technik

2. Dezember 2007 | Bisher 2 Kommentare »

Wenn mich jemand gefragt hätte, mit welcher Kamera dieser Dreiteiler (Fundstelle: technolo-j) gedreht wurde, wäre ich kaum auf die Canon Powershot SD 800 gekommen. Okay, die O-Töne klingen nicht so gut - aber die Story funktioniert.

Was Miniaturisierung in der Online-Videoproduktion betrifft, scheinen die physikalischen Grenzen nach unten ziemlich offen zu sein. Reuters hatte ja schon vor einiger Zeit angekündigt, einige Reporter künftig mit einem Nokia-Video-Handy samt sinnvollen Zubehör auszustatten. Eine ähnliche Technik wird beim Handelsblatt ja bereits seit einiger Zeit eingesetzt. Und auch der WDR hat vor kurzem damit experimentiert: Die Bildqualität sieht wirklich ganz brauchbar aus - und der Ton klingt dank des externen Mikros ziemlich sauber.

Aber: Kann man mit einem Handy einen ganzen Beitrag drehen? Also mit vielen schönen Bildern, logisch aufgebauten Sequenzen und O-Tönen? Falls jemand ein Beispiel kennt, wäre ich über einen Hinweis samt Link sehr dankbar.

DV oder HDV?

18. August 2007 | Bisher 7 Kommentare »

Hier im Blog ist des öfteren die Frage aufgetaucht, ob man als VJ nun HDV drehen sollte oder doch eher beim guten, alten DV bleibt.

Überzeugende Argumente für HDV habe ich noch nicht gefunden und stünde ich jetzt vor der Frage, welche Kamera ich für meine Arbeit anschaffen sollte, würde ich mich wahrscheinlich nach wie vor für die DVX 100 entscheiden, die lediglich DV aufzeichnet.

Kameramann und TV-Autor Andreas Frowein hat sich für das Magazin CUT mit dieser Frage befasst und dazu den VJ-Ausbilder Roberto Tossuti befragt. Den Artikel kann man sich auf der Website von Bernd Kliebhan herunterladen (PDF, 871 kB).

Um herauszufinden, ob VJs in Zukunft HDV drehen sollten, hat Tossuti beim Hessischen Rundfunk drei verschiedene Kameras getestet: die Panasonic HVX 200, die Sony HVR-V1 und die Canon XH-A1.

Tossuti führt einige Argumente auf, die gegen den Einsatz von HDV sprechen:

  • Das Problem von Unschärfen, die über das kleine LCD-Display schwer beurteilt werden können, fallen wegen der größeren Auflösung von HDV-Material stärker ins Gewicht.
  • Die Gefahr von Dropouts ist größer (15 Bilder sind eine Einheit; ein Dropout zerstört also 15 Frames).
  • HDV ist ressourcenintensiv, die VJs müssten also auch mit neuen Notebooks ausgestattet werden.
  • Die Lichtempfindlichkeit von HDV-Kameras ist geringer.

Fazit: Beim Hessischen Rundfunk bleibt man vorerst bei der DVX 100, deren Nachteil allerdings darin besteht, keinen 16:9-Chip zu haben.

Die ideale VJ-Kamera bezeichnet Tossuti als eine Mischung aus DVX 100 (wegen der Lichtempfindlichkeit und des großen Displays), der XH-A1 (wegen der Brennweite und der Objektivbedienung) und der HVR-V1 (wegen des Gewichts und der Handlichkeit) - das alles gepaart mit XLR-Anschlüssen für Mikrofone, manueller Vorpegelung und einem Limiter, der in den Spitzen eingreift. Aufgezeichnet werden sollte wahlweise in 4:3 und 16:9 mit DV-Auslösung.

Moderationen vom Mini-Teleprompter ablesen

30. Juli 2007 | Kommentieren Sie diesen Artikel »

Mario Sixtus beschreibt in seinem Blog, wie man längere Moderationen und Aufsager direkt in die Kamera sprechen kann. Ein kleiner Bildschirm, der mit Hilfe eines Noga-Arms direkt über dem Objektiv der Kamera befestigt wird, dient dabei als Teleprompter.

Wie das funktioniert und wirkt, wird man sicher bald in seinem Video-Blog Elektrischer Reporter sehen können.

Video-Crash-Kurs in vier Tagen

26. Juli 2007 | Bisher 5 Kommentare »

Wenn es um Videojournalismus geht, dauert es meist nicht lang, bis der Name Michael Rosenblum fällt. Rosenblum, der auch selbst bloggt, hat sich den Ruf als “Guru” erarbeitet. Darüber kann man denken wie man will - mit seinen Trainings und “Boot-Camps” ist er offenbar gut im Geschäft. Unter anderem hat er Trainingsprogramme für die BBC und den Hessischen Rundfunk durchgeführt.

Mindy McAdams hat vor wenigen Tagen einen viertägigen Rosenblum-Kurs absolviert und gibt in ihrem Blog einen interessanten Einblick in sechs Teilen (1, 2, 3, 4, 5, 6), wie ein solches Training abläuft.

Video-Know-How für Einsteiger

25. Juli 2007 | Bisher 4 Kommentare »

Das unter Creative Commons Lizenz veröffentlichte E-Book “Journalism 2.0 - How to Survive and Thrive” (PDF-Download, 2 MB) enthält u.a. einige verständlich aufbereitete Informationen zum Video-Storytelling, die vor allem für Einsteiger interessant sein dürften.

Im ersten der drei Kapitel geht es um die üblichen Fragen: Welche Kamera? Welches Zubehör? Wie zeichne ich brauchbaren Ton auf? Warum zoome ich erst und drücke dann auf den Aufnahmeknopf? Wie wähle ich den richtigen Bildausschnitt im Interview?

Ein weiteres Kapitel ist ganz dem Schnitt am Beispiel der beiden kostenlosen Programme iMovie (für Mac-User) und MovieMaker (für PC-User) gewidmet.

Und im letzten Kapitel gibt es noch ein paar Tipps, wie man authentischer beim Sprechen des Off-Textes rüberkommen kann.