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Buchtipp: “From Still to Motion – A photographer’s guide to creating video with your DSLR”

11. August 2010 | Kommentieren Sie diesen Artikel »

From Still to Motion - A photographer's guide to creating video with your DSLR

“From Still to Motion” ist ein von vorne bis hinten lesenswertes (komplett englischsprachiges) Buch, das ich an dieser Stelle uneingeschränkt weiterempfehlen möchte.

Wie der Titel schon sagt, richtet es sich in erster Linie an Fotografen, die mit ihren HDSLR-Kameras nun auch Videos produzieren möchten. Wer schon seit Jahren mit herkömmlichen Videokameras arbeitet, kann trotzdem bedenkenlos zugreifen – auch wenn dann einige Kapitel (z.B. “The Basics of Video Editing”) vermutlich wenig neue Erkenntnis bringen.

Die Autoren, die zweifelsohne über mehrjährige Praxiserfahrung verfügen, haben das Buch in fünf Teile mit ingesamt 20 Kapiteln gegliedert (einen Gesamtüberblick über den Inhalt gibt’s hier).

In Teil 1 (“A New Way to Tell Stories”) geht’s auf knapp 60 Seiten erstmal um die Basics: Was heißt es, Bilder nicht mehr als Momentaufnahmen zu sehen, sondern als eine Folge von Einstellungen? Wie plane ich einen Dreh? Welche Technik brauche ich? Und was hat es mit den verschiedenen Auflösungen, Bildraten, Seitenverhältnissen und der Komprimierung auf sich?

Die Basics rund ums LichtIm zweiten Teil geht’s ausschließlich ums Licht. Wie leuchte ich eine Szene oder ein Interview aus? Welche verschiedenen Lampentypen gibt es und was ist die Ideallösung für meine Zwecke? Wie arbeite ich mit natürlichem Licht und behalte die Kontrolle? Für Bastler interessant: Auf den Seiten 130/131 gibt’s eine detaillierte Anleitung, wie man sich für wenig Geld eine Softbox-Lampe aus Baumarktmaterial zusammenmontieren kann. Das ganze wird perfekt ergänzt durch ein knapp acht Minuten langes Tutorial-Video auf der beiliegenden DVD.

Fast jedes Kapitel enthält Verweise zu Dateien auf der DVDApropos DVD: Buch und Datenträger ergänzen sich fast in jedem Kapitel, nicht nur mit hilfreichen Tutorial-Videos, sondern mit allerlei anderen Dokumenten, Listen, Zeichnungen und Übungsmaterial (z.B. kleine Projektdateien für Final Cut Pro). Die DVD ist übersichtlich in Ordner strukturiert, so dass man schnell von den Verweisen im Buch zu den entsprechenden Dateien findet. Insgesamt umfasst die DVD rund sechs Stunden zusätzliches Videomaterial.

Großen Nutzwert bieten vielen Empfehlungen der AutorenDer dritte Teil ist überschrieben mit “Gearing up for Motion and Sound”. Hier werden alle Fragen rund ums ideale Equipment beantwortet, also beispielsweise welche Stative und sonstige Stabilisierungssysteme (Handheld-Rigs, Schwebestative, Slider) es gibt oder welche Linsen sich für allerlei unterschiedliche Anwendungen eignen. Natürlich werden auch die Vor- und Nachteile von externen Monitoren und Sucherlupen erklärt und – nicht zu vergessen – der gesamte Komplex rund um professionelle Soundaufnahme durchgekaut (inkl. Mikrofontypen, manuelle Tonpegelkontrolle, späteres Synchronisieren von Tonspuren).

Teil 4 widmet sich der “Postproduction”, dem Teil also, den erfahrenere Kollegen vermutlich überlesen werden. Für Fotografen, die hingegen ihre ersten Schritte im Bereich Video gehen, ist das Kapitel bestimmt sehr hilfreich: Es geht um die Basics des 3-Punkt-Schnitts, um die Wahl des richtigen Schnittsystems und ums Ausspielen der fertigen Videos für unterschiedliche Medien. Persönlich fand ich den Teil über Farkkorrekturen und wie man dabei – jenseits von Magic Bullet Looks – vorgeht, sehr erkenntnisreich.

“Creative Explorations” heißt der fünfte und letzte Teil, ein netter Bonus. Hier gibt’s einen Ausflug in die Stop-Motion-Technik und es wird – mit ergänzendem Rohmaterial auf der DVD – sehr schön erklärt, wie man eine Timelapse-Animation erstellt.

“From Still to Motion” ist sicher kein Buch, das sich an Journalisten richtet, die mit HDSLR-Kameras Newsbeiträge produzieren wollen. Vielmehr geht es ums szenische Arbeiten. Nichtsdestotrotz ist es ein sehr durchdachtes, im Augenblick hochaktuelles und mit viel Liebe zum Detail gestaltetes Werk.

Klar, es gibt jede Menge Websites zum HDSLR-Thema, wo man sich die vielen technischen Informationen selbst zusammensuchen kann. Oder es gibt auch kompakte Übersichten wie den DSLR Cinematography Guide, der die wesentlichen Fragen schon einmal klärt.

Wer es aber gern logisch aufgebaut und kompakt auf 327 Seiten mit vielen erklärenden Fotos, Abbildungen und ergänzenden Tutorials auf DVD haben will, sollte unbedingt zulangen. Eine Leseprobe des fünften Kapitels (“Playing with the Light – Bringing Your Subject to Life”) bieten die Autoren als PDF-Datei (1,7 MB) an.

Und sie geben jede Menge Tipps auf Facebook und Creative Cow.

Bibliographische Angabe: Ball, James; Carman, Robbie; Gottshalk, Matt; Harrington, Richard: From Still to Motion – A photographer’s guide to creating video with your DSLR. New Riders, Berkeley, 2010. ISBN-13: 978-0-321-70211-1. 327 Seiten inkl. DVD. USD 49,99.

Buch-Tipp: “Online-Video”

29. Mai 2008 | Kommentieren Sie diesen Artikel »

Ich hatte es fast schon vergessen, aber unter einem großen Berg Papier soeben wieder hervorgeholt: Das bereits im vergangenen Jahr erschienene Buch “Online-Video: So gestalten Sie Video-Podcasts und Online-Filme – technisch und journalistisch”.

Autor Dushan Wegner, vielen bereits durch sein Buch “Der Videojournalist” bekannt, zeigt auf den ersten Seiten zunächst, was man alles an Technik benötigt, um Videos für das Internet zu produzieren. Hier geht es vor allem um die richtige Kamera sowie unbedingt benötigtes und optionales Zubehör.

Recht ausführlich beschreibt Wegner dann am Beispiel von YouTube und WordPress, wie man seine erste Video-Podcast-Folge überhaupt veröffentlicht und bekannt machen kann. Dabei bringt er dem Leser nahe, wie Podcast-Verzeichnisse und Technologien wie RSS mit Diensten wie Feedburner zusammenhängen. Mir persönlich erschienen diese Infos eine Spur zu ausführlich bzw. speziell – ich weiß aber von anderen Lesern, die diese Erklärungen sehr hilfreich fanden.

Für alle, die sich hauptsächlich für das Drehen von Online-Videos interessieren, wird es ab Seite 67 interessant: Hier geht es um Technisches wie Weißabgleich oder Tonpegelung, später um Gestalterisches wie zum Beispiel Interviews aufzeichnen, die verschiedenen Bildeinstellungsgrößen, mit denen Handlungen in Sequenzen aufgelöst werden, um sie später im Schnitt zu einer Story zu montieren. Wie das funktioniert, bringt Wegner sehr verständlich rüber, was auch an der guten Bebilderung und seinen nachvollziehbaren Beispielen liegt.

Zum Schluss geht der Autor noch auf Fragen ein wie “Was ist rechtlich zu beachten?”, “Wie finde ich eine Story?” oder “Wie kann ich mit einem Video-Podcast Geld verdienen?” (Bei letzterer Frage bleibt er angenehm auf dem Boden der Tatsachen.)

Das gut 230 Seiten starke Werk (inkl. Stichwortverzeichnis) kann ich allen Einsteigern und Video-Interessierten empfehlen, die sich einen schnellen Überblick über Technik, Möglichkeiten und Arbeitsweisen verschaffen möchten. Das Buch ist nicht einfach nur ein Technik-Guide, sondern vor allem auch ein Ideengeber, wie man Online-Video inhaltlich anpacken kann. Wer vorher mit Online-Video nichts am Hut hatte, wird nach der Lektüre erste Schritte in die richtige Richtung gehen.

Wem es allerdings vor allem um gestalterische Fragen, Bildaufbau sowie Schnitt geht und “Der Videojournalist” bereits gelesen hat, kann sich den Kauf von “Online-Video” vermutlich sparen – diese Fragen hat Wegner in seinem ersten Buch nämlich schon abgehandelt.

Bibliographische Angabe: Wegner, Dushan: Online-Video. So gestalten Sie Video-Podcasts und Online-Filme – technisch und journalistisch. dpunkt-Verlag, Heidelberg, 2008. ISBN-978-3-89864-496-9. 231 Seiten, EUR 29,00.

Video-Know-How für Einsteiger

25. Juli 2007 | Bisher 4 Kommentare »

Das unter Creative Commons Lizenz veröffentlichte E-Book “Journalism 2.0 – How to Survive and Thrive” (PDF-Download, 2 MB) enthält u.a. einige verständlich aufbereitete Informationen zum Video-Storytelling, die vor allem für Einsteiger interessant sein dürften.

Im ersten der drei Kapitel geht es um die üblichen Fragen: Welche Kamera? Welches Zubehör? Wie zeichne ich brauchbaren Ton auf? Warum zoome ich erst und drücke dann auf den Aufnahmeknopf? Wie wähle ich den richtigen Bildausschnitt im Interview?

Ein weiteres Kapitel ist ganz dem Schnitt am Beispiel der beiden kostenlosen Programme iMovie (für Mac-User) und MovieMaker (für PC-User) gewidmet.

Und im letzten Kapitel gibt es noch ein paar Tipps, wie man authentischer beim Sprechen des Off-Textes rüberkommen kann.

Buch-Tipp: Praxisbuch Ton

11. Juli 2007 | Kommentieren Sie diesen Artikel »

Es mag zwar wie eine Binsenweisheit klingen, aber: Ein guter Ton trägt ganz entscheidend dazu bei, ob und wie die Informationen eines Videos beim Zuschauer ankommen.

Welche Fehler bei der Video-Produktion gemacht werden, kann man zurzeit auf vielen Websites sehen:

  • Atmo, die durch Windgeräusche so gut wie nicht mehr zu verstehen ist
  • Sequenzen, deren Einstellungen so aneinander gehackt wurden, dass jeder Schnitt ganz deutlich zu hören ist
  • O-Töne, die vor lauter Nebengeräuschen kaum noch zu verstehen sind
  • Sprachaufnahmen, die hallig, dumpf, zu leise oder zu laut klingen

Ganz offensichtlich schenken viele VJs dem Ton nicht die notwendige Aufmerksamkeit. Scheinbar gilt schon beim Dreh: “Der Ton wird schon irgendwie passen!” Und im Schnitt lassen sich viele Fehler kaum noch korrigieren.

Videojournalisten, die sich als Anfänger oder Fortgeschrittene mit dem Thema auseinandersetzen, empfehle ich das gerade erschienene “Praxisbuch: Ton – Perfekter Ton für News, TV-Beiträge, Industriefilme und Eigenproduktionen”.

Die beiden Autoren Andreas A. Reil und Wilm Brucker greifen darin viele Aspekte auf, die bei der Komplettproduktion eines Videos – vom Dreh bis zur Tonmischung – ein Rolle spielen. Angenehm dabei: Sie schreiben verständlich und nachvollziehbar, nicht von oben herab oder unnötig wissenschaftlich. Ein Buch von Praktikern für Praktiker.

Praxisbuch: TonIn dem Buch werden unglaublich viele Produkte vorgestellt – ein toller Service, da die genauen Hersteller- und Typenbezeichnungen samt ihren ungefähren Preisen genannt werden. Da das Buch in Zusammenarbeit mit der Zeitschrift “videoaktiv digital” entstanden ist, konnten die Autoren auf eine umfangreiche Testdatenbank zurückgreifen und die Ergebnisse einfließen lassen. Das erleichtert eventuelle Kaufentscheidungen natürlich.

Auf den ersten Seiten geht es erstmal recht grundsätzlich zur Sache. Was ist eigentlich Ton? Und wie wird er von Mikrofonen verarbeitet? Klingt theoretisch, kommt aber sehr verständlich rüber. Leser lernen die verschiedenen Charakteristika (Kugel, Richt, Keule etc.) kennen und sehen, wie ein Mikrofon technisch funktioniert.

Viele hilfreiche Abbildungen samt PreisangabeAuf den folgenden Seiten werden zahlreiche verschiedene Mikrofontypen in Wort und Bild vorgestellt. Hier erfährt man ziemlich genau, welches Mikrofon mit welcher Charakteristik sich für bestimmte Einsätze am besten eignet. Dabei werden neben Standardsituationen wie Interview führen, Kommentar einsprechen oder Atmo aufzeichnen auch sehr spezielle Verfahren wie z.B. die binaurale Aufnahme erklärt.

Stets beziehen sich die Autoren auf Praxis-Situationen, wenn sie die Möglichkeiten der Technik vorstellen. Als Leser lernt man dabei die gesamte Vielfalt und eigentliche Komplexität des Handwerks Tonaufnahme kennen.

Als VJ wird man wahrscheinlich selten in Situationen kommen, wo man mal mehr als zwei Tonquellen gleichzeitig abnehmen muss. Ohne Assistent eh so gut wie unmöglich.

Aber trotzdem sind die rund 20 Seiten zum Einsatz von Tonmischern absolut goldwert. Denn neben dem ganzen Know-How, was man beim Lesen einsammelt, entdeckt man darunter plötzlich so kleine Perlen wie den Hinweis auf den BeachTek-Adapter, mit dem man Camcorder aufmotzen kann, die über keine XLR-Eingänge, geschweige denn die Möglichkeit verfügen, den Ton separat zu pegeln.

Im letzten Drittel des Buches beantworten die Autoren die wichtigsten Fragen rund um die Nachbearbeitung des Video-Tons: Mit welcher Software wird gearbeitet? Welche Monitor-Lautsprecher eignen sich besonders gut für die Abhöre? Wie entferne ich Tonstörungen und bekomme sanfte Übergänge hin? Und wie mische ich Atmo, Kommentar und Musik im korrekten Verhältnis zueinander ab?

Ich halte das Buch für absolut lesenswert. Wenn ich meinen Technikfuhrpark nicht schon beisammen hätte, wüsste ich spätestens jetzt, was genau ich brauche – und vor allem warum.

Bibliographische Angabe: Reil, Andreas A./Brucker, Wilm: Praxisbuch: Ton – Perfekter Ton für News, TV-Beiträge, Industriefilme und Eigenproduktionen. Mediabook Verlag A. Reil und Aktiv Verlag & Medienservice GmbH, Stein-Bockenheim und Reichenau, 2007. ISBN 978 3 937708 13 3. 258 Seiten. EUR 25,80.

Buch-Tipp: VideoShooter – Storytelling with DV, HD and HDV Cameras

10. Mai 2007 | Bisher 3 Kommentare »

VideoShooter - Storytelling with DV, HD and HDV Cameras von Barry Braverman

Dieses Buch habe ich wirklich gern gelesen und kann es jedem wärmstens empfehlen, der mit DV-Technik Videos fürs Fernsehen oder das Web dreht – egal ob als Anfänger oder Fortgeschrittener.

Die rund 250 Seiten hat Barry Braverman, selbst erfahrener Kameramann mit über zwanzig Jahren Erfahrung, vollgestopft mit Tipps und Hinweisen für den berufspraktischen Alltag.

Das Buch handelt zwar nicht speziell vom Videojournalismus (Braverman hat als Kameramann für National Geographic gedreht, aber auch Werbeclips und Musikvideos). Doch nahezu alles, was er beschreibt, ist für Videojournalisten von Interesse.

Es geht um Bildgestaltung, -ästhetik und Schnittrhythmus, um Vor- und Nachteile der von VJs eingesetzten Kameramodelle, um die vielen Tücken beim Dreh und wie man sie in den Griff bekommt – das alles gewürzt mit Anekdoten aus dem Drehalltag des Autoren. Leser lernen dabei viel über technische Details, ohne gelangweilt oder überfordert zu werden.

Am hilfreichsten ist für mich der Haufen an Zubehör, den Braverman in seinem Buch für verschiedene Kameras vorstellt. Wann ist ein Stativ wirklich gut und eine Anschaffung fürs Leben? Welche Filter sind in bestimmten Situationen beispielsweise für die Panasonic DVX 100 oder die Sony Z1U empfehlenswert? Wie und womit werden Interviews ausgeleuchtet?

Das Buch ist reichlich bebildert. Auf nahezu jeder Seite zeigt Braverman, wovon er spricht. Das macht vieles natürlich nachvollziehbarer.

Reichlich bebildert.
Auf nahezu jeder Seite werden die Erklärungen mit aussagekräftigen Fotos unterstützt.

Auf der beiliegenden DVD werden viele Beispiele aus dem Buch nocheinmal vertieft: So zeigt sie identische Szenen, die aber mit verschiedenen Filtern aufgezeichnet wurden. Verblüffend, wie in ein und derselben Situation völlig andere Stimmungen erzeugt werden.

Zudem zeigt Braverman einige Sequenzen, die er mit unterschiedlichen Codecs und Einstellungen kodiert hat (z.B. Mainconcept mit konstanter Bitrate versus ProCoder mit konstanter Bitrate). Auch hier werden deutliche Unterschiede sichtbar.

Da das Buch über einen siebenseitigen, gut sortierten Index verfügt, eignet es sich wunderbar als Nachschlagewerk.

Bibliographische Angabe: Braverman, Barry: Video Shooter. Storytelling with DV, HD and HDV Cameras. CMP Books, San Francisco, CA., 2005. Komplett in englisch. ISBN 1-57820-289-2. 264 Seiten, EUR 34,50.