Alle Beiträge der Kategorie 'Citizen Media'

Current TV Survival Guide

30. Juli 2006 | Kommentieren Sie diesen Artikel »

Current TV, der von Al Gore vor etwa einem Jahr ins Leben gerufene TV-Sender, gestaltet sein Programm nach eigenen Angaben zu etwa einem Drittel mit Beiträgen von Usern.

Denen gibt der Sender handfeste Tipps im Survival Guide mit auf den Weg: Dort wird in mehreren Episoden anschaulich erklärt, worauf es bei der Produktion von TV-tauglichen Videos ankommt.

  • So geht es im “Storytelling Guide” um Ansätze, wie man einen Beitrag aufbauen kann, welche Stories funktionieren usw. Die Beispiele sind sehenswert.
  • Der “Gear Guide” zeigt, welche Dinge neben einer Kamera benötigt werden, um Material für das TV und das Web zu drehen.
  • Im “Shooting Guide” wird erklärt, wie man die ganzen Tools einsetzen sollte, um beispielsweise einen sauberen Sound aufzunehmen bzw. die Protagonisten vernünftig auszuleuchten.
  • Der “Editing Guide” verschafft einen kurzen Überblick über Schnittsoftware und wie sie funktioniert, bevor es im letzten Teil, dem “Compression Guide”, ausschließlich um die richtigen Parameter für die Komprimierung der Videos geht.

Der Survival Guide gibt den superschnellen Überblick über alles, was mit Video-Produktion für das Web bzw. das TV zu tun hat. Details sind dabei natürlich nicht zu erwarten.

WKRN-TV, Videoblogger

7. Juli 2006 | Kommentieren Sie diesen Artikel »

WKRN-TV ist ein lokaler Fernsehsender in Nashville, Tennesse, der das Programm maßgeblich mit seinen Videojournalisten gestaltet. Das Motto des Senders, das als kurzer Clip vor jedem Video auf der Website eingespielt wird, lautet: “videojournalism: more people - more places.”

Der Sender will seine Berichterstattung in Zukunft auch mit Beiträgen von Videobloggern bereichern und diese dafür auch bezahlen, berichtet Jeff Jarvis in seinem Blog. Wie hoch diese Bezahlung sein wird, ist noch nicht bekannt.

Der Vorstoß von WKRN-TV geht eindeutig in die richtige Richtung, denn der Einfluss der Blogger auf die Programmgestaltung war nach den Worten von WKRN-Chef Terry Sechrist in der Vergangenheit ohnehin sehr groß. Viele Themen der Blogger seien von WKRN-TV-Reportern aufgegriffen worden. Da liegt es nahe, gleich mit ihnen zu kooperieren und auf ihr Material zurückzugreifen:

[…] blogs are now a regular source of news for us. We are beginning to see bloggers starting to experiment with video. They have stories to tell and with the easily affordable technology available today they have a means to tell those stories.

Die BBC hatte sich bereits vor zwei Jahren für ihre Community geöffnet und regionale Projekte wie Capture Wales oder Videonation gestartet. Dabei verpacken Zuschauer bzw. User ihre Storys in Video-Clips, die mit fachlicher Unterstützung von BBC-Spezialisten produziert werden.

Revver.com / Videos tarifieren

25. Juni 2006 | Bisher 3 Kommentare »

Wer Videos auf Seiten wie YouTube veröffentlicht, ist in erster Linie vermutlich daran interessiert, damit Aufmerksamkeit zu erlangen. Den meisten Usern mag das reichen.

Wer aber Geld mit Videos im Internet verdienen möchte, müsste sich sein eigenes Vermarktungsmodell ausdenken - also zum Beispiel Werbepartner finden, denen man attraktive Werbeformen anbietet. So etwas ist mühsam und kommt daher für viele wohl nicht in Frage.

An dieser Stelle kommt Revver.com ins Spiel. Revver funktioniert ähnlich wie YouTube: User laden ihre Clips hoch, versehen sie mit Tags usw. Der Unterschied: Revver bietet seinen Usern das Vermarktungsmodell, das YouTube bisher fehlt.

Am Ende jedes Clips soll Werbung eingeblendet werden - allerdings kein mehrsekündiger Clip (der, wie auf vielen anderen Websites klassischerweise vor das Video geschaltet wird und erstmal vom User ertragen werden muss), sondern lediglich ein Standbild mit Links. Ganz egal, wo das Video auftaucht - der Werbelink bleibt ständiger Teil des Clips.

Revver sieht darin eine innovative Werbeform, denn:

Unlike most online video ads, which appear before a video, a Revver ad does not stand between a viewer and the content that they care about. When a viewer sees a revver ad, they have already watched the content they are interested in and are far more willing to pay attention to sponsorship messaging.

Jedes Mal, wenn auf einen solchen Link am Ende des Videos geklickt wird, wird der Urheber dafür mit 20 Prozent am Erlös beteiligt.

Obwohl Revver längst nicht so populär ist wie YouTube, dürfte das Beteiligungsmodell viele User - vor allem professionelle Video-Autoren oder Video-Blog-Betreiber - ansprechen. Vermutlich wird YouTube nachziehen und seinen Usern ein ähnliches Modell anbieten - der Zeitpunkt wäre gerade richtig.

Videoblogger wie der in den USA bereits sehr populäre ZeFrank veröffentlichen ihre Videos bereits ausschließlich über Revver und bitten die User sogar, die Clips nicht auf Seiten wie YouTube hochzuladen. Das würde das ganze Modell nämlich wieder kaputt machen.

Revver setzt übrigens bei der Video-Kodierung ausschließlich auf Quicktime. Eine Flash-Lösung wäre - gerade bei der immensen Verbreitung von Flash - auf Sicht vermutlich besser.

Weitere Infos zu Revver.com bei Digitaler Film und Basic Thinking.

Ein sehenswertes Video-Portrait über ZeFrank gibt es bei der New York Times.

Wann Video online funktioniert

21. Juni 2006 | Kommentieren Sie diesen Artikel »

Viele nachvollziehbare Tipps und Anregungen, die Steve Bryant in seinem Artikel What works in online video news? für das Online Journalism Review zusammengetragen hat.

Wie könnte ein Nachrichtenangebot wie beispielsweise heute.de aussehen, wenn nur ein paar der Anregungen dort konsequent umgesetzt würden?

Vermutlich wäre die rechte Spalte (”Mediathek”) viel länger als jetzt. Denn statt der wenigen Schlagworte, die das Video beschreiben, stünde dort für jedes Video ein aussagekräftiger Teaser, der den Nutzern verrät, was sie erwartet, wenn sie das Video aufrufen.

Wahrscheinlich würden auch die Artikel, die mit Videos “angereichert” werden, etwas anders aussehen. Denn bisher macht das Ganze den Eindruck von “Shovelware”, herübergeschaufelten Beiträgen aus dem Fernsehen, die 1:1 ins Netz gehoben wurden.

Warum wird auf Videos nicht gezielt hingetextet? Warum werden sie nicht zum bereichernden Bestandteil des Artikels gemacht, statt sie einfach nur in der linken Spalte dranzuflanschen?

Site editors and producers agree that context is the most important element in drawing consumers in. Since news sites cover a wide range of topics, and because watching video is a relatively large time investment, its important to help the user identify exactly what she will be watching.