Alle Beiträge der Kategorie 'DVX 100'

Akkus, Kamera, Kälte

10. Dezember 2007 | Bisher 6 Kommentare »

Kann ja sein, dass es in den nächsten Monaten doch nochmal so richtig kalt wird. Niedrige Temperaturen sind immer wieder eine Herausforderung, nicht nur weil die Finger mit dem kalten Metall des Stativs oder der Kamera eins werden, sondern vor allem weil voll aufgeladene Akkus oft schon nach einer halben Stunde ihren Geist aufgeben können.

Bevor ich also losziehe, verstaue ich die Akkus in der Innentasche meiner Jacke. Dort ist es warm, die Akkus entladen sich nicht. Erst kurz vor Beginn der Dreharbeiten stecke ich den Akku an die Kamera. Ist es nicht allzu kalt, bleibt er dank der Betriebstemperatur einigermaßen warm. Bei Drehpausen nehme ich ihn wieder ab - so lässt sich die Drehzeit erheblich verlängern.

Ideal wäre es ja, wenn der Akku permanent in der Jacke liegen und mit einem Adapter samt Kabel an die Kamera angeschlossen werden könnte. Kennt jemand so eine Lösung, speziell auch für die DVX100? Oder hat sich jemand vielleicht sogar selbst etwas zusammengelötet? Hinweise wie immer gerne in den Kommentaren.

Andere Sache noch: Kameras vertragen selten den krassen Temperaturwechsel von einer warmen Wohnung hinaus in die Kälte oder umgekehrt. Wenn ich meinen Drehtag draußen verbringe, transportiere ich die Kamera in ihrer Tasche im (recht kühlen) Kofferraum des Autos. Spätestens nach einer halben Stunde ist sie absolut einsatzbereit.

DV oder HDV?

18. August 2007 | Bisher 7 Kommentare »

Hier im Blog ist des öfteren die Frage aufgetaucht, ob man als VJ nun HDV drehen sollte oder doch eher beim guten, alten DV bleibt.

Überzeugende Argumente für HDV habe ich noch nicht gefunden und stünde ich jetzt vor der Frage, welche Kamera ich für meine Arbeit anschaffen sollte, würde ich mich wahrscheinlich nach wie vor für die DVX 100 entscheiden, die lediglich DV aufzeichnet.

Kameramann und TV-Autor Andreas Frowein hat sich für das Magazin CUT mit dieser Frage befasst und dazu den VJ-Ausbilder Roberto Tossuti befragt. Den Artikel kann man sich auf der Website von Bernd Kliebhan herunterladen (PDF, 871 kB).

Um herauszufinden, ob VJs in Zukunft HDV drehen sollten, hat Tossuti beim Hessischen Rundfunk drei verschiedene Kameras getestet: die Panasonic HVX 200, die Sony HVR-V1 und die Canon XH-A1.

Tossuti führt einige Argumente auf, die gegen den Einsatz von HDV sprechen:

  • Das Problem von Unschärfen, die über das kleine LCD-Display schwer beurteilt werden können, fallen wegen der größeren Auflösung von HDV-Material stärker ins Gewicht.
  • Die Gefahr von Dropouts ist größer (15 Bilder sind eine Einheit; ein Dropout zerstört also 15 Frames).
  • HDV ist ressourcenintensiv, die VJs müssten also auch mit neuen Notebooks ausgestattet werden.
  • Die Lichtempfindlichkeit von HDV-Kameras ist geringer.

Fazit: Beim Hessischen Rundfunk bleibt man vorerst bei der DVX 100, deren Nachteil allerdings darin besteht, keinen 16:9-Chip zu haben.

Die ideale VJ-Kamera bezeichnet Tossuti als eine Mischung aus DVX 100 (wegen der Lichtempfindlichkeit und des großen Displays), der XH-A1 (wegen der Brennweite und der Objektivbedienung) und der HVR-V1 (wegen des Gewichts und der Handlichkeit) - das alles gepaart mit XLR-Anschlüssen für Mikrofone, manueller Vorpegelung und einem Limiter, der in den Spitzen eingreift. Aufgezeichnet werden sollte wahlweise in 4:3 und 16:9 mit DV-Auslösung.

J-Rod Twin Mount mit Azden-Mikrohalterung

24. Mai 2007 | Bisher 2 Kommentare »

Vor ein paar Monaten hatte ich hier und bei videojournalismus.net mal in die Runde gefragt, ob es einen Verteiler für den Beleuchtungsschuh der Kamera gibt.

Denn das Problem ist: Wenn man eine Videokopfleuchte, ein Richtmikrofon und einen Funkempfänger fest an der Kamera installieren will, dann ist irgendein Teil immer zuviel und muss provisorisch befestigt werden.

Dank des Hinweises von Felix in den Kommentaren meines Eintrags bei videojournalismus.net habe ich mir vor einigen Wochen die Lösung des Problems bei einem US-Vertrieb bestellt.

Beim sogenannten J-Rod Twin Mount handelt es sich um ein kleines Aluminium-Röhrchen, an dem zwei Steckschuhe angebracht sind. Ich empfehle, gleich die Azden-Mikrofonhalterung mitzubestellen.

J-Rod Twin Mount mit Azden-Mikrofonhalterung

Das Twin Mount-Rohr wird einfach in den Mikrofonhalter der Kamera gespannt (bei meiner DVX100A musste ich dazu allerdings eine der beiden Gummifederungen herausnehmen, weil das Rohr sonst zu dick wäre).

Der Funkempfänger kann jetzt beispielsweise rechts angebracht werden, das Richtmikrofon in der Azden-Halterung. Für die Kopfleuchte bleibt der Hauptsteckschuh an der Kamera frei.

Kameraleuchte, Mikrofon und Funkempfänger haben genug Platz

Das ganze ist sehr stabil und es bleibt genug Platz zum Hantieren, auch wenn man die Kamera am Henkel trägt. Selbst die Geräusche, die sich normalerweise beim Gehen auf das Richtmikro übertragen, sind nahezu verschwunden.

Das Set kostet insgesamt 110,- US-Dollar, der Versand nach Deutschland nochmal 9,- Dollar extra. Außerdem werden beim Zoll in Deutschland 19 Prozent Mehrwertsteuer sowie drei Prozent Zollgebühr fällig.

Kamerapflege, Reinigung, Tapes

28. März 2007 | Kommentieren Sie diesen Artikel »

Früher oder später wird sich die Kamera vermutlich von selbst melden, entweder - wie bei der DVX - durch ein kleines, rotes Kreuz, das während der Aufnahme blinkt, oder schlimmer: Durch verspratztes Material, also Aussetzer bei der Wiedergabe von Ton und Bild.

Grund ist meistens eine Verschmutzung der Videoköpfe, den am stärksten beanspruchten und wahrscheinlich empfindlichsten Teilen der gesamten Kamera. Um diesen Zeitpunkt möglichst lange herauszuzögern, beachte ich ein paar Dinge:

  • Für meine Dreharbeiten benutze ich stets denselben Bandtypen und wechsle ihn auch nicht (in meinem Fall: Panasonic AY-DVM63PQ). Damit habe ich bisher zumindest keine negativen Erfahrungen gemacht. Die erste Reinigung war nach etwa 120 Betriebsstunden fällig, danach nicht wieder. (In einem Videojournalismus-Seminar an der Uni Dortmund haben wir im vergangenen Jahr ebenfalls mit der DVX 100 gearbeitet. Bei drei der vier Kameras war eine Reinigung bereits nach etwa 20 - 30 Stunden nötig. Dort hatten wir Bandmaterial eines anderen Herstellers eingesetzt, dies allerdings ebenfalls nie gewechselt.)
  • Bänder setze ich nur ein einziges Mal ein, Überspielen kommt nicht in Frage.
  • Ich vermeide es, die Tapes in anderen Decks oder Kameras abzuspielen und dann wieder mit meiner Kamera zu verwenden. Kopiere ich mir Material von einer fremden Quelle, schließe ich meine Kamera über die Firewire-Schnittstelle an.
  • Bänder bewahre ich möglichst sorgsam auf, unterwegs also niemals ohne Schutzhülle im hinterletzten Winkel des Rucksacks.
  • Bei Dreharbeiten in staubigen Umgebungen klebe ich das Tapefach ab.
  • Langes Spulen versuche ich mit der Kamera zu vermeiden. Dazu setze ich lieber einen DV-Band-Umspuler ein.
  • Schnelles Sichten mit der Kamera (also Play und Fast Forward gleichzeitig) vermeide ich ebenfalls, denn auf Dauer verträgt das weder das Band noch die Mechanik der Kamera.
  • Sind die Dreharbeiten zuende oder werden sie für längere Zeit unterbrochen, entferne ich das Tape aus der Kamera.
  • Ist der Videokopf verschmutzt, lasse ich ein Reinigungstape für etwa fünf Sekunden abspielen. Ich weiß, dass diese Methode umstritten ist, weil solche Tapes wie Schmirgelpapier wirken. In der DVXuser-Community ist detailliert beschrieben, wie man die Mechanik der Kamera inkl. der Videokopf-Trommel schonender reinigen kann. Über diese Methode habe ich vor einiger Zeit mal mit zwei Fachmännern (aus der Fernsehtechnik-Branche) unabhängig voneinander gesprochen. Sie raten davon ab und setzen zur Reinigung der Videoköpfe selbst auch nur Tapes ein. Ich persönlich kann nicht beurteilen, welche der Methoden die bessere ist, wäre aber für die schonende Alternative offen.

Bildstabilisator, DVX 100

28. März 2007 | Kommentieren Sie diesen Artikel »

Dass der Bildstabilisator nur bei freihand geführter Kamera eingeschaltet werden sollte, ist kein Geheimnis, sondern steht in den meisten Bedienungsanleitungen - begründet wird dies in den “Operating Instructions” der DVX 100 allerdings nicht.

Dazu ein paar Erfahrungen, die ich im Laufe der Zeit gemacht habe:

  • Wenn ich die Kamera frei mit der Hand führe, schalte ich den Stabilisator stets ein. Das gilt auch für Aufnahmen vom Schulterstativ oder dem Einbein-Stativ. Vor allem bei mittleren und längeren Brennweiten halte ich den Stabilisator für unverzichtbar.
  • Beim Dreh vom Dreibein-Stativ schalte ich den Stabilisator fast immer aus, denn bei einem Schwenk mit mittlerer oder langer Brennweite interpretiert er den Anfang als Wackler und will ihn ausgleichen. Das hat zur Folge, dass das Bild für den Bruchteil einer Sekunde stehen bleibt und der Schwenk erst dann beginnt. Ein paar Pixel des sich ändernden Bildinhalts fehlen also, die eigentliche Bewegung wird am Anfang abgehackt.
  • Drehe ich eine Einstellung von einem statischen Objekt mit langer Brennweite vom Stativ, schalte ich den Stabilisator immer dann ein, wenn es windig ist. Denn unter solchen Bedingungen kann die ganze DV-Leichtbauweise schonmal ins Vibrieren geraten, was ohne Stabilisator sofort zu sehen wäre.