Alle Beiträge der Kategorie 'DVX 100'

Verteiler für Beleuchtungsschuh?

28. Februar 2007 | Kommentieren Sie diesen Artikel »

Falls mir jemand bei der Lösung dieses Problems helfen kann, wäre ich sehr dankbar.

Update (24.05.2007): Problem gelöst. Danke an Felix für den Hinweis.

Computerscreens drehen

20. Februar 2007 | Bisher 1 Kommentar »

In den vergangenen Wochen und Monaten habe ich einige TV-Beiträge produziert, die sich um Computer-Themen drehten. Dabei kam es immer wieder auf gute Bildschirm-Aufnahmen an, vor allem auf Naheinstellungen ganz bestimmter Ausschnitte des Screens.

Folgende Tipps kann ich dazu geben:

  • Nach Möglichkeit von einem TFT-Bildschirm abfilmen. Bei Röhrenmonitoren muss die Bildwiederholfrequenz mit dem Shutter in Einklang gebracht werden.
  • Den Raum komplett abdunkeln. Kein Licht durch die Fenster lassen, alle Lampen abschalten. Der Kontrast sollte so hoch wie möglich sein, die einzige Lichtquelle ist der Monitor.
  • Den Weißabgleich auf einer weißen Fläche des Screens vornehmen, z.B. einem leeren Browserfenster.
  • Die richtige Blendenöffnung finden. Dazu das Zebra auf 100 Prozent stellen, die Kamera nah an eine komplett weiße Fläche des Screens führen und die Blende so weit öffnen bzw. schließen, bis das Zebra an den Rändern des Kameradisplays bzw. im Sucher zu erkennen ist. Eine geeignete Blende könnte bspw. F8 bei abgeschaltetem ND-Filter sein. Am besten nicht auf die Automatik verlassen, denn sie neigt bei Screen-Aufnahmen für meinen Geschmack dazu, die Blende zu sehr zu schließen. Das Resultat sind zu dunkle Aufnahmen.
  • Die Kamera - je nach gewollter Einstellungsgröße - so nah wie möglich auf einem Stativ vor den Monitor stellen. Dazu den Monitor an die vordere Tischkante ziehen.
  • Bei Nahaufnahmen von z.B. Buttons oder Eingabefeldern die Kamera bis auf einen Zentimeter an den Monitor heranrücken.

Computerscreen mit der DVX 100 drehen
Die Kamera so nah wie möglich am Computerscreen platzieren.

Ich bin erstaunt über die Makro-Eigenschaften des Objektivs. Selbst bei einem Abstand von nur einem Zentimeter zum Monitor waren scharfe Aufnahmen von kleinsten Details des Screens - je nach Blendenöffnung - auch noch mit ziemlich langen Brennweiten möglich. Man kann also regelrecht in den Bildschirm hineinzoomen.

Schön anzuschauende Schärfenverlagerungen von einem Screen-Element auf das andere sind mit möglichst offener Blende bei mittlerer Brennweite leicht zu realisieren. Um das Bild nicht zu überstrahlen, einfach den ND-Filter auf 1/8 stellen und die Blende so weit öffnen, bis sich das Zebra wieder bemerkbar macht.

Interferenzstreifen beim Drehen von Computer-Screens
Vor allem beim Schwenken können Interferenzstreifen auftreten.

Ein unangenehmer Nebeneffekt bei Aufnahmen vom Screen können Interferenzstreifen sein. Über das Kameradisplay ist leider nicht immer zu beurteilen, welche Auswirkungen diese Streifen tatsächlich haben. Ein Video-Kontrollmonitor gibt da mehr Aufschluss, aber den hat man ja eher selten im Gepäck.

Sönke Wortmann und die WM-Kamera, Teil 2

6. Dezember 2006 | Bisher 5 Kommentare »

Gerade beim Surfen über die ARD-Website entdeckt: Heute abend um 20:15 Uhr läuft im Ersten “Deutschland - Ein Sommermärchen”, den ich mangels Empfangsgerät leider nicht sehen kann. Im Herbst hatte ich ihn mir allerdings schon im Kino angeschaut und kann ihn nur empfehlen.

Während der WM hatte ich mir ja mal Gedanken gemacht, wie der Film wohl wirken wird, da Sönke Wortmann ihn fast ausschließlich mit einer DVX 100 gedreht hat.

Im Kino ist mir dann folgendes aufgefallen:

  • Er hat es tatsächlich geschafft, sehr nah an die Protagonisten heranzukommen. Das zeigt sich vor allem in den Interviews, die entweder auf den Zimmern der Spieler geführt wurden oder - wie mit Miroslov Klose - bei einer Friseurin.
  • Die Bildqualität ist an einigen Stellen grenzwertig, da Wortmann ohne zusätzliches Licht gedreht hat. Gerade bei Innenaufnahmen abends rauschen die Bilder ziemlich stark.
  • Wegen der freien Kameraführung wackelt es hin und wieder. Auf der großen Kinoleinwand wirkte das anstrengend und am Ende taten nicht nur meine Augen weh.
  • Es gibt einige Situationen, in denen man wirklich sieht, dass Wortmann mit seiner Kamera nicht wahrgenommen wurde. In der Kabine stellt sich zum Beispiel mal Joachim Löw einfach vor ihn und versperrt - sicher ungewollt - den gesamten Blick.
  • Im Kopf ist mir noch die die Szene mit Jens Lehmanns Spickzettel, den er Sönke Wortmann vor laufender Kamera zeigt. Der scheint jedoch große Schwierigkeiten zu haben, zu fokussieren. Selten so lange eine unscharfe Aufnahme im Kino gesehen.

Ich vermute mal, dass ein solcher Film nicht möglich gewesen wäre, hätte man ihn auf konventionelle Art und Weise gedreht.

Straßenumfragen solo aufnehmen

2. Oktober 2006 | Bisher 6 Kommentare »

Straßenumfragen sind ja immer wieder gern genommene, belebende Elemente in TV-Beiträgen. Dabei werden kurze Antworten mehrerer Befragter in schneller Folge hintereinander geschnitten.

Beim Drehen solcher Umfragen sind mehrere Dinge zu beachten, damit sich das Material später gut schneiden lässt:

  • Im Wechsel sollten die Befragten leicht von links, dann wieder leicht von rechts ins Bild schauen. Bei klassischer Teamarbeit stellt sich der Reporter also mal links neben den Kameramann, beim nächsten Befragten wieder rechts.
  • Die Größe der Bildeinstellungen sollte variieren, also auf einen kleinen Kopf folgt ein großer Kopf. Gleiche oder ähnliche Einstellungsgrößen wirken oft wie ein störender Bildsprung.
  • Außerdem macht es manchmal Sinn, die Frage des Reporters im On zu hören. Dabei muss er aber nicht unbedingt zu sehen sein.

Im Teamwork ist eine solche Umfrage leichte Arbeit und meistens schnell gemacht. Aber solo als VJ sind sie eine echte Herausforderung, wie ich finde.

Vor ein paar Tagen wollte ich wissen, wie Verbraucher mit ihren persönlichen Daten umgehen, wenn sie sich im Internet oder in Supermärkten bewegen. Dabei bin ich folgendermaßen vorgegangen:

  • Zunächst habe ich die Kamera auf einem mehrfach ausziehbaren Einbein-Stativ befestigt. Um möglichst gute Tonqualität zu erreichen, habe ich das Richtmikrofon Sennheiser ME66 direkt an der Kamera angebracht und den Ton - wie hier beschrieben - auf beide Kanäle gelegt sowie unterschiedlich gepegelt.
  • Ich wusste, dass ich am besten mit einer möglichst weit geschlossenen Blende drehen sollte. Denn dadurch erreiche ich, dass die Schärfentiefe groß ist. So ist gewährleistet, dass sowohl Personen im Vordergrund als auch im Hintergrund scharf erscheinen. Oder anders gesagt: Egal, wie nah ich an einem Objekt bin, es wird immer scharf dargestellt.
  • Da es draußen sehr hell war, habe ich die erste Stufe des ND-Filters zugeschaltet (so wurde der Lichteinfall auf 1/8 reduziert). Gesichter ließen sich damit im Mittel mit einer Blende von F11 aufnehmen, ohne dass sie über- oder unterbelichtet erschienen.

Nachdem ich die Blende fixiert und den Autofocus also abgeschaltet hatte, ging’s los. Zunächst dachte ich, dass die Leute mich als Solo-Befrager nicht so ernst nehmen wie ein Team. Völlig unbegründet, wie sich herausstellen sollte. Alle Befragten waren offen und nahmen meine Fragen und meine Art zu arbeiten offenbar ernst.

Jedes Mal, wenn ich einen Umfragepartner gewonnen hatte, musste ich ganz schnell kurz kontrollieren, ob die fest eingestellten Bildparameter auch wirklich passten (nur selten musste ich die Blende nachregulieren, um das optimale Zebra im Gesicht des Befragten zu sehen). Klar war, dass das Einstellen sehr, sehr schnell gehen musste, um die Spontanität der Umfragesituation nicht zu gefährden.

Schwierig waren die Fragen, bei denen ich das Stativ links von mir platzierte. Ich hatte gar keinen Blick auf das Display, konnte also während des gesamten Gesprächs den Ausschnitt nicht kontrollieren. So war klar, dass die Bildeinstellungen sämtlicher Aufnahmen von links möglichst total sein mussten.

Zudem standen nicht alle Gesprächspartner wirklich ruhig, sondern bewegten sich mal etwas nach links, dann wieder nach rechts. Im Blindflug musste ich also die Kamera hinterherbewegen.

Was den Ton betrifft, musste ich ebenfalls Kompromisse eingehen. Da das Mikro fest auf der Kamera installiert war und somit zwar immer direkt in die Richtung des Befragten zeigte, waren die O-Töne allesamt sendbar. Durch die Richtwirkung des ME66 war aber auch das Getümmel in der Fußgängerzone hinter den Befragten deutlich zu hören. Da ich seitlich zum Mikrofon stand, waren meine Fragen zwar noch zu hören, aber nicht in sendbarer Qualität.

Besser ist natürlich ein handgeführtes Mikro. Denn dabei hält man es so nah wie möglich an den Mund des Gesprächspartners, und zwar von unten. Das heißt: Umgebungsgeräusche werden aufgrund der Richtwirkung des Mikros weitgehend ausgeblendet, denn oben über dem Befragten ist es in der Regel ruhiger als hinter ihm.

Fazit: Direkt nach der Umfrage hatte ich zunächst das Gefühl, dass davon nichts zu gebrauchen sein wird - fürs Web vielleicht, weil in Clips in Briefmarkengröße Unschärfen kaum auffallen. Da ich die Umfrage aber für einen TV-Bericht benötige, wird jeder Fehler sofort auffallen.

Als ich mir das Material später am Videomonitor ansah, war ich positiv überrascht. Größtenteils ist die Umfrage sendbar, zumindest wenn sie entsprechend geschnitten wird und es nicht auf meine Fragen ankommt. Unbrauchbar sind allenfalls die Passagen, in denen ich bei allzu lebhaften Gesprächspartnern die Kamera im Blindflug nachschwenken musste. Da ruckelts dann sehr unprofessionell.

O-Töne sauber aufnehmen, Teil 2

23. August 2006 | Bisher 4 Kommentare »

Wenn es die Zeit meiner Interview-Partner zulässt, dann nehme ich das Gespräch mit ihnen am liebsten in ruhiger Atmosphäre auf, möglichst im Sitzen und adäquat ausgeleuchtet.

Telefonisch kläre ich vorher natürlich ab, ob soviel Zeit vorhanden ist. Denn allein für Auf- und Abbau der Technik gehen locker mindestens 20 Minuten drauf, wenn nichts Unvorhergesehenes passiert und die Konzentration hoch ist.

Für solche Fälle nehme ich folgendes Equipment mit:

  • die Kamera samt Akkus, Tapes, Kabeln und Mikrofonen
  • einen sehr kompakten Lichtkoffer mit drei 300-Watt-Leuchten und verschiedenen Filter-Folien, die mit Wäscheklammern an den Flügeltoren vor den Leuchten befestigt werden können
  • das Stativ für die Kamera
  • drei leichte Lampen-Stative

Das alles sollte natürlich möglichst gut und transportabel verpackt sein. Der Transport des gesamten Equipments ohne Auto ist auch solo zwar möglich, aber sehr anstrengend und absolut nicht empfehlenswert.

Dieses Equipment ist an einem ganz normalen Drehtag dabei.
Dieses Equipment ist an einem ganz normalen Drehtag dabei.

Heute morgen hatte ich das gesamte Equipment dabei, als ich kurz einen O-Ton für einen Beitrag aufzeichnen wollte. Doch mein Interview-Partner hatte leider nur 15 Minuten Zeit, womit ich nicht gerechnet hatte. Viel zu wenig Zeit auf jeden Fall, um den ganzen Lichtaufbau vernünftig hinzukriegen.

Wir zeichneten den O-Ton dann im Stehen auf, und zwar auf einem langen Flur in dem Verwaltungsgebäude, in dem wir uns befanden. In der kurzen Zeit ist mir leider kein besserer Ort eingefallen.

Dort waren unter der Decke in regelmäßigen Abständen relativ schwache Leuchten platziert, an einer Stelle fiel links durch ein Fenster natürliches Licht.

Ich bat meinen Interview-Partner, sich direkt unter eine der Deckenleuchten seitlich in die Nähe dieses Fensters zu stellen. Dort vermischten sich zwar Tages- und Kunstlicht, was jedoch durch einen Weißabgleich in den Griff zu bekommen ist.

Auf die Kamera habe ich dann schnell noch eine kleine 20-Watt-Kopfleuchte installiert, mit der ich das Gesicht des Interview-Partners etwas aufhellen konnte.

Der Workflow in dieser Situation war wie folgt:

  • einen vernünftigen Hintergrund finden (in diesem Fall die Flucht des langen Flures)
  • Lichtquellen am Ort finden, die das Gesicht des Interview-Partners möglichst gut ausleuchten
  • die Kamera auf dem Stativ auf Augenhöhe des Interview-Partners bringen und ihn kurz darum bitten, sich während des Gesprächs nicht zuviel zu bewegen, da man die Kamera während des Gesprächs nicht bedienen kann
  • Kopflicht zuschalten
  • Weißabgleich direkt vor dem Gesicht des Interview-Partners
  • Sprechprobe nehmen, Ton pegeln
  • optimale Blendenzahl wählen und fest einstellen (dazu die Zebra-Funktion nutzen: bei 80 Prozent Intensität sollte der hellste Teil des Gesichts, zum Beispiel die Nase oder die Stirn, mit einem Zebra dargestellt werden)
  • den Fokus auf manuell schalten und die Schärfe ziehen (dazu möglichst nah auf die Augenpartie zoomen, dann scharf stellen und wieder aufziehen auf den optimalen Bildausschnitt)
  • Aufnahme starten und möglichst schlaue Fragen stellen

Während des Interviews stand ich - wie meistens - links hinter der Kamera, denn dort habe ich den besten Blick auf das ausklappbare Display. So kann ich den Bildausschnitt sowie die Tonpegel ständig aus dem Augenwinkel kontrollieren.

Das Mikrofon (in diesem Fall das Richtmikro Sennheiser ME66) halte ich in solchen Situationen nicht mit der bloßen Hand, sondern mit einer kleinen Tonangel, quasi ein verlängerter Arm. An deren Ende ist eine Spinne befestigt, die das Mikro hält.

So werden einerseits störende Griffgeräusche unterbunden (das ME66 ist da sehr empfindlich). Andererseits kann ich eine entspannte Körperhaltung einnehmen und bequem hinter der Kamera stehen bleiben, weil ich das Mikro auch über ein wenig Distanz an den Interview-Partner heranführen kann.