Alle Beiträge der Kategorie 'Finanzierung'

90 Sekunden

15. Februar 2007 | Kommentieren Sie diesen Artikel »

“A video has to grab you by the neck in about five seconds — otherwise people lose interest […] The maximum length is about 90 seconds.”

Mit diesen Worten wird Arik Czerniak, Mitbegründer des Video-Portals Metacafe, in der New York Times zitiert.

In dem Artikel geht es um zahlreiche Beispiele, wie User mit Video-Clips im Netz Geld verdient haben (siehe in diesem Zusammenhang auch die Liste mit zehn Websites, die ihre User an Werbeerlösen beteiligen).

Also fünf Sekunden für einen knackigen Einstieg, maximal 90 Sekunden für die Story. Und am Ende eine Werbeeinblendung, wenn man beispielsweise auf das Revver-Modell setzt.

Heißt das: Wer eine Story in etwa sechs Minuten erzählen und dabei maximale Werbeeinnahmen erzielen möchte, sollte sie in vier Clips unterteilen, mit jeweils einem starken Einstieg und einem Cliffhanger auf den nächsten Teil am Ende?

(siehe auch “45 Minuten Video - zu lang?“)

Online-Modelle für freie VJs?

19. Januar 2007 | Bisher 1 Kommentar »

Dass die Zukunft des Videojournalismus eher im Web als im klassischen Fernsehen liegt, kann ich nur unterstreichen.

Doch in nächster Zeit wird zu klären sein, welche Möglichkeiten es für frei arbeitende Videojournalisten gibt, mit ihrer Arbeit im Web Geld zu verdienen. Mit Spaß-Plattformen wie YouTube scheint das weder auf den ersten Blick noch auf den zweiten Blick möglich zu sein.

Revver oder die Sevenload-Specials bieten sicher Alternativen, aber das ausgeklügelte Modell fehlt irgendwie noch. Und als VJ dauerhaft am Tropf einiger Redaktionen zu hängen, ist wahrscheinlich auch nicht jedermanns Sache.

Heute berichtet Fiete Stegers auf onlinejournalismus.de über die Holtzbrinck-Pläne, in Kürze ein eigenes Video-Portal mit journalistischem Profil ins Leben zu rufen. Dort sollen sich, fernab von Freizeit-Videos, junge Journalisten und Volontäre ausprobieren können.

Betram Gugel fasst übersichtlich und einordnend zusammen, welche Formen die Professionalisierung der Video-Produktion jetzt annimmt. Unter anderem verliert er ein paar Worte zu vodboxx.tv, einer Agentur, die demnächst als Schnittstelle zwischen Produzenten und redaktionellen Abnehmern stehen will.

Revver.com / Videos tarifieren

25. Juni 2006 | Bisher 3 Kommentare »

Wer Videos auf Seiten wie YouTube veröffentlicht, ist in erster Linie vermutlich daran interessiert, damit Aufmerksamkeit zu erlangen. Den meisten Usern mag das reichen.

Wer aber Geld mit Videos im Internet verdienen möchte, müsste sich sein eigenes Vermarktungsmodell ausdenken - also zum Beispiel Werbepartner finden, denen man attraktive Werbeformen anbietet. So etwas ist mühsam und kommt daher für viele wohl nicht in Frage.

An dieser Stelle kommt Revver.com ins Spiel. Revver funktioniert ähnlich wie YouTube: User laden ihre Clips hoch, versehen sie mit Tags usw. Der Unterschied: Revver bietet seinen Usern das Vermarktungsmodell, das YouTube bisher fehlt.

Am Ende jedes Clips soll Werbung eingeblendet werden - allerdings kein mehrsekündiger Clip (der, wie auf vielen anderen Websites klassischerweise vor das Video geschaltet wird und erstmal vom User ertragen werden muss), sondern lediglich ein Standbild mit Links. Ganz egal, wo das Video auftaucht - der Werbelink bleibt ständiger Teil des Clips.

Revver sieht darin eine innovative Werbeform, denn:

Unlike most online video ads, which appear before a video, a Revver ad does not stand between a viewer and the content that they care about. When a viewer sees a revver ad, they have already watched the content they are interested in and are far more willing to pay attention to sponsorship messaging.

Jedes Mal, wenn auf einen solchen Link am Ende des Videos geklickt wird, wird der Urheber dafür mit 20 Prozent am Erlös beteiligt.

Obwohl Revver längst nicht so populär ist wie YouTube, dürfte das Beteiligungsmodell viele User - vor allem professionelle Video-Autoren oder Video-Blog-Betreiber - ansprechen. Vermutlich wird YouTube nachziehen und seinen Usern ein ähnliches Modell anbieten - der Zeitpunkt wäre gerade richtig.

Videoblogger wie der in den USA bereits sehr populäre ZeFrank veröffentlichen ihre Videos bereits ausschließlich über Revver und bitten die User sogar, die Clips nicht auf Seiten wie YouTube hochzuladen. Das würde das ganze Modell nämlich wieder kaputt machen.

Revver setzt übrigens bei der Video-Kodierung ausschließlich auf Quicktime. Eine Flash-Lösung wäre - gerade bei der immensen Verbreitung von Flash - auf Sicht vermutlich besser.

Weitere Infos zu Revver.com bei Digitaler Film und Basic Thinking.

Ein sehenswertes Video-Portrait über ZeFrank gibt es bei der New York Times.