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Ifra-Training im März: Kostengünstige Online-Videoproduktion mit der Flip

6. März 2009 | Bisher 2 Kommentare »

Flip Ultra

Wie ich bereits hier beschrieben hatte, halte ich Videokameras wie die kleine Flip für eine gute Ergänzung des Online-Videojournalismus: Reporter sollten sie auf ihren zahlreichen Terminen dabei haben, um damit bei Gelegenheit O-Töne oder kurze Sequenzen einzufangen. Mit diesem Material können Online-Redaktion ihre Berichterstattung gezielt anreichern – und das auf eine kostengünstige Art und Weise.

Gemeinsam mit der Ifra biete ich am 30. und 31. März ein Einsteiger-Training zur Online-Videoproduktion mit der Flip an. Ein paar Plätze sind noch frei.

Das Training wird sehr praxislastig sein: Jeder Teilnehmer wird einen kompletten Videobeitrag mit Handlungssequenzen und O-Tönen produzieren.

In verschiedenen, aufeinander aufbauenden Modulen geht es zunächst um die Grundlagen der Videogestaltung und -produktion, stets mit Blick auf die Besonderheiten der Flip-Kamera. Schneiden werden wir mit Final Cut Express (das ähnlich funktioniert wie zahlreiche andere Programme aus dem PC- oder Mac-Bereich).

Damit die erworbenen Kenntnisse in der Redaktion direkt umgesetzt werden können, gehört jedem Teilnehmer die Kamera direkt nach dem Seminar.

Weitere Details sowie die Möglichkeit zur Anmeldung auf der Ifra-Website.

Wer sich in das Thema Flip und Postproduktion mit der Flip schon mal einlesen möchte:

Flip-Rohmaterial in der Postproduktion mit Final Cut Pro, Teil 2: Flip MinoHD

22. Januar 2009 | Kommentieren Sie diesen Artikel »

Während ich im ersten Teil dieser kleinen Serie die Nachbearbeitung von Videorohmaterial der Flip Ultra und der Flip Mino beschrieben habe, geht es in diesem Text um die Flip MinoHD.

Sie zeichnet Video mit einer Auflösung von 1280×720 Pixeln bei 30 Frames pro Sekunde auf. Statt des 3ivx-Codecs, der in den kleinen Flips werkelt, setzt die HD-Version auf H.264-Kodierung mit einer Bitrate von etwa 10 Mbps. Die Daten werden in einem MP4-Dateicontainer abgelegt.

In seiner aktuellen Version kann Final Cut Pro (FCP) H.264-Material direkt verarbeiten, auch wenn es auf vielen Rechnern (vor allem Notebooks) nicht gerade flüssig läuft.

Drei alternative Arbeitsweisen liegen also nahe: Die native Bearbeitung des Rohmaterials auf der Timeline (langsam), die Arbeit mit einem schnittfreundlichen Codec auf der Timeline (Rendern notwendig) oder die vorherige Wandlung in ein schnittfreundliches Format (analog zur Vorgehensweise in Teil 1).

1. Native Bearbeitung

Nachdem Sie die Dateien von der Flip auf Ihre Festplatte kopiert haben, können Sie sie direkt in den FCP-Browser laden. Legen Sie eine neue Sequenz mit folgenden Voreinstellungen an:

Voreinstellungen für die Sequenz

Kleine Anmerkung dazu: Laut Hersteller soll die Flip MinoHD 30 Frames pro Sekunde aufzeichnen. Codec-Analyse-Tools wie MediaInfo Mac oder GSpot bestätigen das auch – lediglich FCP besteht darauf, dass die Bildwiederholrate bei NTSC-typischen 29,97 liegt. Nehmen wir es so hin.

Zwar können Sie jetzt auf der Timeline Ihre Clips anordnen, aber je nach Rechenpower läuft das Bewegen der Abspielposition sehr zäh. Einfache Effekte wie Überblendungen können oft nicht in Echtzeit dargestellt werden.

H.264 ist eben kein Codec für die Postproduktion, sondern eigentlich nur für die Distribution gedacht. Daher empfehle ich zur Nachbearbeitung die folgenden beiden Methoden.

2. Schnittfreundlicher Codec auf der Timeline

Wie bei der ersten Methode laden sie zunächst die zu bearbeitenden Flip-Dateien in den FCP-Browser. Legen Sie eine Sequenz mit folgenden Einstellungen an:

Voreinstellungen für die Sequenz

Auf der Timelime muss jeder neu hinzugefügte Clip vor dem Abspielen gerendert werden. Das kostet Zeit und macht vor allem bei größeren Projekten wenig Spaß, doch anschließend können Sie sich butterweich durch die Sequenz bewegen.

Natürlich können Sie auf der Timeline auch andere Codecs verwenden, Apple ProRes ist aber generell eine gute Wahl.

Wenn Sie Ihre Videos ausschließlich für das Web bearbeiten wollen und in einer bestimmten Auflösung ausspielen, liegt es natürlich nahe, sie bereits auf der Timeline in dieser Auflösung zu bearbeiten.

Ändern Sie in den Sequenz-Einstellungen also einfach die Bildgröße im Verhältnis 16:9 auf zum Beispiel 480×270 Pixel. Nun fallen beim Rendern wesentlich weniger Daten an als würden Sie Ihr Material in der ursprünglichen HD-Größe editieren. Folglich läuft alles ein wenig geschmeidiger, vor allem wenn Sie langsame Festplatten einsetzen.

3. Vorherige Wandlung des Rohmaterials

Das Rohmaterial vorher in ein schnittfreundliches Format zu wandeln, ist sicherlich die aufwändigste Methode, lohnt sich aber immer, wenn Sie später im Schnitt zügig voran kommen wollen.

Wie das Wandeln mit Quicktime Pro funktioniert, habe ich im ersten Teil dieser Serie beschrieben. Alternativ können Sie auch das kostenlose Tool MPEG Streamclip (gibt’s für Mac und Windows) dazu verwenden. Stapelverarbeitung ist damit auch möglich.

Verwenden Sie zum Exportieren (als Quicktime-Film) zum Beispiel folgende Einstellungen, wenn Sie später in FCP mit deutlich herunter skaliertem Material für das Web arbeiten möchten:

Voreinstellungen für den Export aus MPEG Streamclip

Laden Sie die neuen Dateien in den FCP-Browser, legen Sie eine Sequenz mit den gleichen Einstellungen an, und los geht’s – ohne Rendern, ohne Ruckeln.

Flip-Rohmaterial in der Postproduktion mit Final Cut Pro, Teil 1: Flip Ultra und Flip Mino

18. Januar 2009 | Bisher 1 Kommentar »

Die kleine Flip ist eine wunderbare Ergänzung, die eigentlich in jeder Online-Redaktion eingesetzt werden sollte.

Redakteure können damit – nach kurzer Einarbeitung und ohne dass sie sich mit komplexer Videotechnik auseinandersetzen müssen – O-Töne und kurze Clips von ihren Recherchen mitbringen, die sie dann an einen Videoredakteur zur Bearbeitung weitergeben.

Mit solchem zusätzlich gewonnenen Material könnten viele Texte mit kurzen, direkt eingebetteten Clips gezielt angereichert werden (siehe in diesem Zusammenhang auch Andy Dickinsons Einschätzungen).

Doch so einfach die Flip zu bedienen ist: Für die Nachbearbeitung sollten Sie zunächst einen geeigneten Workflow entwickeln. Dazu ein paar Empfehlungen für die Arbeit mit Final Cut Pro.

Die Flip zeichnet in den Versionen “Ultra” und “Mino” ihre Videodaten mit einer Auflösung von 640×480 Pixeln auf und verwendet dazu den 3ivx-Codec bei einer Bitrate von maximal 4800 kbps.

Zunächst einmal müssen Sie diesen Codec im System installieren, sofern er noch nicht vorhanden ist. Dazu empfehle ich das kostenlose Perian, das Quicktime um eine ganze Reihe Codecs erweitert.

Nachdem Sie die Video-Dateien von der Flip auf die Festplatte kopiert haben, könnten Sie sie eigentlich direkt per Drag&Drop in den FCP-Browser ziehen. Eigentlich.

Ich empfehle aber, sie vorher mit dem Quicktime-Player (in der Pro-Version) in ein etwas leichter zu verarbeitendes Format zu konvertieren – denn 3ivx ist nicht für den Videoschnitt gedacht und spätestens in der FCP-Timeline könnte es Probleme geben (zum Beispiel Spratzer und merkwürdige Bildsprünge).

Laden Sie also jede einzelne Datei, die Sie für den späteren Schnitt benötigen, mit Quicktime Pro, trimmen Sie diese nach Bedarf und exportieren Sie sie anschließend als Quicktime-Filme mit dem ProRes-Codec und folgenden Optionen:

Export-Optionen des Flip-Videos

Die neuen Dateien sind jetzt zwar etwa neun mal so schwer wie die Originale, lassen sich dank Intraframe-Kodierung nun aber viel besser und vor allem fehlerfrei mit FCP bearbeiten.

(Am Rande: Warum der ProRes-Codec (1, 2)? Entwickelt wurde er von Apple speziell für die Bearbeitung von Rohmaterial, das in nicht schnittfreundlichen Formaten vorliegt. Ich habe den ganzen hier beschriebenen Ablauf auch mit dem älteren Apple Intermediate Codec ausprobiert, aber leider führt das zu oben beschriebenen Spratzern. Mit dem DVCPRO50-Codec lief es wiederum einwandfrei. Doch kurioserweise muss auf der Timeline – trotz korrekter Voreinstellungen – gerendert werden.)

Laden Sie ihre gewandelten Dateien nun in den FCP-Browser und legen Sie dann eine neue Sequenz mit folgenden Voreinstellungen an:

Sequenzeinstellungen für Rohmaterial von der Flip-Kamera (Modelle Ultra und Mino)

Nun können Sie Ihr Rohmaterial ohne Probleme (und vor allem ohne zu rendern) auf der FCP-Timeline verarbeiten.

Da die meisten Videos später im Flash-Format mit On2 VP6-Kodierung direkt in Webseiten eingebunden werden, exportieren Sie Ihr fertiges Werk als Quicktime-Film und übernehmen dabei die aktuellen Sequenz-Einstellungen (also den ProRes-Codec mit 30 Bildern pro Sekunde).

Exporteinstellungen für den fertig geschnittenen Clip als Referenzdatei

Die daraus resultierende Quicktime Referenz-Datei wird natürlich entsprechend groß (je nach Länge des Videos einige hundert MB). Diese Datei können Sie nun beispielsweise an Sorenson Squeeze übergeben, um sie etwa mit folgenden Parametern auf wenige MB zu quetschen.

Einstellungen für Sorenson Squeeze

Im zweiten Teil beschreibe ich, wie Sie Ihr Rohmaterial von der Flip MinoHD mit Final Cut Pro bearbeiten können.

Im dritten und letzten Teil wird es dann um die Frage gehen, wie Sie Flip-Videos mit dem Rohmaterial von professionellen VJ-Kameras in der Postproduktion optimal mischen können.

reelkirchen.tv und die Flip

13. Oktober 2008 | Bisher 1 Kommentar »

Großer Videojournalismus sieht sicher anders aus als das, was mein Hobby-Fußballclub zurzeit auf seiner Website reelkirchen.tv veranstaltet. Aber ich mag es – auch wenn ich befangen bin, weil ich daran mitwirke. Auf mich wirkt das ganze authentisch und ehrlich.

Auf reelkirchen.tv versuchen wir eine komplette Saison mit Hilfe von kurzen Videos zu dokumentieren. Dabei setzen wir die Flip ein.

Die Flip ist eine Point-and-Shoot-Videokamera, die zurzeit gerade mal 110,- Euro kostet und vor allem durch ihre simple Bedienbarkeit besticht. Viel mehr als einen Start- und Stopschalter für die Aufnahme gibt es nicht, den ganzen Rest (Weißabgleich, Tonpegel) regelt die Kamera selbst.

Gerade diese einfache Bedienbarkeit kommt uns natürlich entgegen, weil jeder Spieler einmal die Kamera in die Hand nimmt und filmt. Große Erklärungen vorher kann man sich also sparen.

Welche technischen Erfahrungen wir bisher mit der Flip (in unserem Fall das Modell “Ultra”) gesammelt haben, habe ich vor kurzem auf onlinejournalismus.de zusammengefasst. Dort gehe ich auch der Frage nach, ob die Flip für redaktionelle Einsätze zu gebrauchen ist.

Wer einmal sehen will, wie die Flip bei etwas aufwändigeren Produktionen abschneidet, sollte sich diesen Clip anschauen. Darin geht es um einen Vergleich zwischen einer Canon XH-A1 und der Flip.

Klar, die beiden Kameras kann man nicht vergleichen. Aber wenn das Endergebnis lediglich ein kleines, sauber komprimiertes Webvideo ist, vielleicht schon.