Alle Beiträge der Kategorie 'Kamera'

Point-and-Shoot: Story vor Technik

2. Dezember 2007 | Bisher 2 Kommentare »

Wenn mich jemand gefragt hätte, mit welcher Kamera dieser Dreiteiler (Fundstelle: technolo-j) gedreht wurde, wäre ich kaum auf die Canon Powershot SD 800 gekommen. Okay, die O-Töne klingen nicht so gut - aber die Story funktioniert.

Was Miniaturisierung in der Online-Videoproduktion betrifft, scheinen die physikalischen Grenzen nach unten ziemlich offen zu sein. Reuters hatte ja schon vor einiger Zeit angekündigt, einige Reporter künftig mit einem Nokia-Video-Handy samt sinnvollen Zubehör auszustatten. Eine ähnliche Technik wird beim Handelsblatt ja bereits seit einiger Zeit eingesetzt. Und auch der WDR hat vor kurzem damit experimentiert: Die Bildqualität sieht wirklich ganz brauchbar aus - und der Ton klingt dank des externen Mikros ziemlich sauber.

Aber: Kann man mit einem Handy einen ganzen Beitrag drehen? Also mit vielen schönen Bildern, logisch aufgebauten Sequenzen und O-Tönen? Falls jemand ein Beispiel kennt, wäre ich über einen Hinweis samt Link sehr dankbar.

Video-Tutorial über die Schärfentiefe

11. Oktober 2007 | Kommentieren Sie diesen Artikel »

Eines der wesentlichen Elemente zur Bildgestaltung ist die Schärfentiefe, also jener Bereich, in dem die aufgenommenen Gegenstände oder Personen in der Tiefe hintereinander scharf abgebildet werden.

Beispielsweise wird im Interview das Gesicht des Gesprächspartners scharf dargestellt, während der Hintergrund in der Unschärfe verschwimmt. Das sieht oft nicht nur schöner aus, sondern lenkt die Aufmerksamkeit auf das bildwichtige Element, in diesem Fall die sprechende Person. Eventuell konkurrierende Details im Hintergrund werden zur Nebensache.

Die Schärfentiefe lässt sich mit der Blende, der Brennweite und der Entfernung zwischen Kamera und Aufnahmeobjekt beeinflussen.

Wie die drei Größen zusammenhängen und wie man sie einsetzt, wird in diesem 20-minütigen Video-Tutorial sehr verständlich erklärt. In erster Linie richtet sich das Tutorial an Filmer, die mit 35mm-Adaptern arbeiten wollen, aber die Erklärungen sind übertragbar auf die gängigen DV-Standardoptiken.

(Fundstelle: Andy Dickinson)

DV oder HDV?

18. August 2007 | Bisher 7 Kommentare »

Hier im Blog ist des öfteren die Frage aufgetaucht, ob man als VJ nun HDV drehen sollte oder doch eher beim guten, alten DV bleibt.

Überzeugende Argumente für HDV habe ich noch nicht gefunden und stünde ich jetzt vor der Frage, welche Kamera ich für meine Arbeit anschaffen sollte, würde ich mich wahrscheinlich nach wie vor für die DVX 100 entscheiden, die lediglich DV aufzeichnet.

Kameramann und TV-Autor Andreas Frowein hat sich für das Magazin CUT mit dieser Frage befasst und dazu den VJ-Ausbilder Roberto Tossuti befragt. Den Artikel kann man sich auf der Website von Bernd Kliebhan herunterladen (PDF, 871 kB).

Um herauszufinden, ob VJs in Zukunft HDV drehen sollten, hat Tossuti beim Hessischen Rundfunk drei verschiedene Kameras getestet: die Panasonic HVX 200, die Sony HVR-V1 und die Canon XH-A1.

Tossuti führt einige Argumente auf, die gegen den Einsatz von HDV sprechen:

  • Das Problem von Unschärfen, die über das kleine LCD-Display schwer beurteilt werden können, fallen wegen der größeren Auflösung von HDV-Material stärker ins Gewicht.
  • Die Gefahr von Dropouts ist größer (15 Bilder sind eine Einheit; ein Dropout zerstört also 15 Frames).
  • HDV ist ressourcenintensiv, die VJs müssten also auch mit neuen Notebooks ausgestattet werden.
  • Die Lichtempfindlichkeit von HDV-Kameras ist geringer.

Fazit: Beim Hessischen Rundfunk bleibt man vorerst bei der DVX 100, deren Nachteil allerdings darin besteht, keinen 16:9-Chip zu haben.

Die ideale VJ-Kamera bezeichnet Tossuti als eine Mischung aus DVX 100 (wegen der Lichtempfindlichkeit und des großen Displays), der XH-A1 (wegen der Brennweite und der Objektivbedienung) und der HVR-V1 (wegen des Gewichts und der Handlichkeit) - das alles gepaart mit XLR-Anschlüssen für Mikrofone, manueller Vorpegelung und einem Limiter, der in den Spitzen eingreift. Aufgezeichnet werden sollte wahlweise in 4:3 und 16:9 mit DV-Auslösung.

Gannett Video Kit

18. August 2007 | Bisher 8 Kommentare »

Bei der Gannett Company, einem US-Unternehmen mit 85 Tageszeitungen und 23 Fernsehstationen, werden zurzeit Printjournalisten als VJs ausgebildet.

Mindy McAdams hat in ihrem Blog akribisch aufgelistet, womit jeder einzelne VJ bei Gannett ausgerüstet ist. Die Liste eignet sich wunderbar als Vorlage für Redaktionen, die ähnliches vorhaben und dabei nicht anspruchslos sind. Der Preis pro Set liegt bei etwa 8000,- US-Dollar.

Herzstück der Ausrüstung ist die Sony HVR-A1U, ein sehr kompakter Camcorder, der über die wichtigsten Eigenschaften verfügt, die VJs für ihre Arbeit benötigen, u.a. leichter Zugriff auf Blende und Fokus sowie zwei separate Tonkanäle samt XLR-Anschlüssen.

Ein Lichtkoffer mit zwei Leuchten, eine kleine Videoleuchte sowie ein Mikrofon-Funkset mit Anstecker und Handmikro sind ebenso an Bord. Sogar Firestore-Festplatten, die direkt an die Kamera angeschlossen werden und die Aufnahme auf Tape ersetzen, werden in der Liste aufgeführt. Geschnitten wird mit Avid Xpress Pro in der Version 5.7.

Video-Know-How für Einsteiger

25. Juli 2007 | Bisher 4 Kommentare »

Das unter Creative Commons Lizenz veröffentlichte E-Book “Journalism 2.0 - How to Survive and Thrive” (PDF-Download, 2 MB) enthält u.a. einige verständlich aufbereitete Informationen zum Video-Storytelling, die vor allem für Einsteiger interessant sein dürften.

Im ersten der drei Kapitel geht es um die üblichen Fragen: Welche Kamera? Welches Zubehör? Wie zeichne ich brauchbaren Ton auf? Warum zoome ich erst und drücke dann auf den Aufnahmeknopf? Wie wähle ich den richtigen Bildausschnitt im Interview?

Ein weiteres Kapitel ist ganz dem Schnitt am Beispiel der beiden kostenlosen Programme iMovie (für Mac-User) und MovieMaker (für PC-User) gewidmet.

Und im letzten Kapitel gibt es noch ein paar Tipps, wie man authentischer beim Sprechen des Off-Textes rüberkommen kann.