Verteiler für Beleuchtungsschuh?
28. Februar 2007 | Kommentieren Sie diesen Artikel »Falls mir jemand bei der Lösung dieses Problems helfen kann, wäre ich sehr dankbar.
Update (24.05.2007): Problem gelöst. Danke an Felix für den Hinweis.
Falls mir jemand bei der Lösung dieses Problems helfen kann, wäre ich sehr dankbar.
Update (24.05.2007): Problem gelöst. Danke an Felix für den Hinweis.
Dieses Video zeigt, wie wenig Technik kosten muss, wenn man gutes Material ausschließlich fürs Web drehen will. Viel wichtiger als der Preis ist gestalterisches Know-How und das Gefühl, das man für seine Kamera und ihre einzelnen Komponenten entwickelt hat.
Die Autorin Cyndy Green beschreibt in zwei Blog-Einträgen, wie die Story entstanden ist und welche Technik sie dazu eingesetzt hat.
Ihre Aufnahmen hat sie mit einem gebraucht gekauften Canon Camcorder ZR60 gemacht, der schon ein paar Jahre alt ist und von Videojournalisten, die für das Fernsehen arbeiten, wohl kaum benutzt würde. Die ganze Technik (Stativ, Mikrofon) ist nur knapp über hundert Dollar wert. Dem Ergebnis sieht man das nicht an.
Für das Web gelten andere technische Maßstäbe als für das Fernsehen. Niemand würde im Web nach einer Empfehlung wie etwa der EBU R116-2005 (PDF, 115 kB) fragen, die dem DV-Format bestätigt, im Grunde nicht den hohen Kriterien an TV-Sendefähigkeit zu genügen.
Warum auch? Videos im Web haben (noch) eine viel geringere Auflösung, werden komprimiert ohne Ende. Selbst ein nur durchschnittlicher Codec reduziert das Ursprungsmaterial so dermaßen, dass Fehler, die während des Drehs passiert sind, kaum ins Gewicht fallen (Unschärfen, Ausleuchtung etc.).
Als ich damals mit der (legendären) Canon XM1 angefangen habe, erste Beiträge für das Fernsehen zu drehen und dafür so manches Mal belächelt wurde, reichte die subjektiv wahrgenommene Qualität vollkommen aus. Fürs Web ist diese Kamera, die 1999 auf den Markt kam, immer noch High-End.
Straßenumfragen sind ja immer wieder gern genommene, belebende Elemente in TV-Beiträgen. Dabei werden kurze Antworten mehrerer Befragter in schneller Folge hintereinander geschnitten.
Beim Drehen solcher Umfragen sind mehrere Dinge zu beachten, damit sich das Material später gut schneiden lässt:
Im Teamwork ist eine solche Umfrage leichte Arbeit und meistens schnell gemacht. Aber solo als VJ sind sie eine echte Herausforderung, wie ich finde.
Vor ein paar Tagen wollte ich wissen, wie Verbraucher mit ihren persönlichen Daten umgehen, wenn sie sich im Internet oder in Supermärkten bewegen. Dabei bin ich folgendermaßen vorgegangen:
Nachdem ich die Blende fixiert und den Autofocus also abgeschaltet hatte, ging’s los. Zunächst dachte ich, dass die Leute mich als Solo-Befrager nicht so ernst nehmen wie ein Team. Völlig unbegründet, wie sich herausstellen sollte. Alle Befragten waren offen und nahmen meine Fragen und meine Art zu arbeiten offenbar ernst.
Jedes Mal, wenn ich einen Umfragepartner gewonnen hatte, musste ich ganz schnell kurz kontrollieren, ob die fest eingestellten Bildparameter auch wirklich passten (nur selten musste ich die Blende nachregulieren, um das optimale Zebra im Gesicht des Befragten zu sehen). Klar war, dass das Einstellen sehr, sehr schnell gehen musste, um die Spontanität der Umfragesituation nicht zu gefährden.
Schwierig waren die Fragen, bei denen ich das Stativ links von mir platzierte. Ich hatte gar keinen Blick auf das Display, konnte also während des gesamten Gesprächs den Ausschnitt nicht kontrollieren. So war klar, dass die Bildeinstellungen sämtlicher Aufnahmen von links möglichst total sein mussten.
Zudem standen nicht alle Gesprächspartner wirklich ruhig, sondern bewegten sich mal etwas nach links, dann wieder nach rechts. Im Blindflug musste ich also die Kamera hinterherbewegen.
Was den Ton betrifft, musste ich ebenfalls Kompromisse eingehen. Da das Mikro fest auf der Kamera installiert war und somit zwar immer direkt in die Richtung des Befragten zeigte, waren die O-Töne allesamt sendbar. Durch die Richtwirkung des ME66 war aber auch das Getümmel in der Fußgängerzone hinter den Befragten deutlich zu hören. Da ich seitlich zum Mikrofon stand, waren meine Fragen zwar noch zu hören, aber nicht in sendbarer Qualität.
Besser ist natürlich ein handgeführtes Mikro. Denn dabei hält man es so nah wie möglich an den Mund des Gesprächspartners, und zwar von unten. Das heißt: Umgebungsgeräusche werden aufgrund der Richtwirkung des Mikros weitgehend ausgeblendet, denn oben über dem Befragten ist es in der Regel ruhiger als hinter ihm.
Fazit: Direkt nach der Umfrage hatte ich zunächst das Gefühl, dass davon nichts zu gebrauchen sein wird – fürs Web vielleicht, weil in Clips in Briefmarkengröße Unschärfen kaum auffallen. Da ich die Umfrage aber für einen TV-Bericht benötige, wird jeder Fehler sofort auffallen.
Als ich mir das Material später am Videomonitor ansah, war ich positiv überrascht. Größtenteils ist die Umfrage sendbar, zumindest wenn sie entsprechend geschnitten wird und es nicht auf meine Fragen ankommt. Unbrauchbar sind allenfalls die Passagen, in denen ich bei allzu lebhaften Gesprächspartnern die Kamera im Blindflug nachschwenken musste. Da ruckelts dann sehr unprofessionell.
Wenn es die Zeit meiner Interview-Partner zulässt, dann nehme ich das Gespräch mit ihnen am liebsten in ruhiger Atmosphäre auf, möglichst im Sitzen und adäquat ausgeleuchtet.
Telefonisch kläre ich vorher natürlich ab, ob soviel Zeit vorhanden ist. Denn allein für Auf- und Abbau der Technik gehen locker mindestens 20 Minuten drauf, wenn nichts Unvorhergesehenes passiert und die Konzentration hoch ist.
Für solche Fälle nehme ich folgendes Equipment mit:
Das alles sollte natürlich möglichst gut und transportabel verpackt sein. Der Transport des gesamten Equipments ohne Auto ist auch solo zwar möglich, aber sehr anstrengend und absolut nicht empfehlenswert.

Dieses Equipment ist an einem ganz normalen Drehtag dabei.
Heute morgen hatte ich das gesamte Equipment dabei, als ich kurz einen O-Ton für einen Beitrag aufzeichnen wollte. Doch mein Interview-Partner hatte leider nur 15 Minuten Zeit, womit ich nicht gerechnet hatte. Viel zu wenig Zeit auf jeden Fall, um den ganzen Lichtaufbau vernünftig hinzukriegen.
Wir zeichneten den O-Ton dann im Stehen auf, und zwar auf einem langen Flur in dem Verwaltungsgebäude, in dem wir uns befanden. In der kurzen Zeit ist mir leider kein besserer Ort eingefallen.
Dort waren unter der Decke in regelmäßigen Abständen relativ schwache Leuchten platziert, an einer Stelle fiel links durch ein Fenster natürliches Licht.
Ich bat meinen Interview-Partner, sich direkt unter eine der Deckenleuchten seitlich in die Nähe dieses Fensters zu stellen. Dort vermischten sich zwar Tages- und Kunstlicht, was jedoch durch einen Weißabgleich in den Griff zu bekommen ist.
Auf die Kamera habe ich dann schnell noch eine kleine 20-Watt-Kopfleuchte installiert, mit der ich das Gesicht des Interview-Partners etwas aufhellen konnte.
Der Workflow in dieser Situation war wie folgt:
Während des Interviews stand ich – wie meistens – links hinter der Kamera, denn dort habe ich den besten Blick auf das ausklappbare Display. So kann ich den Bildausschnitt sowie die Tonpegel ständig aus dem Augenwinkel kontrollieren.
Das Mikrofon (in diesem Fall das Richtmikro Sennheiser ME66) halte ich in solchen Situationen nicht mit der bloßen Hand, sondern mit einer kleinen Tonangel, quasi ein verlängerter Arm. An deren Ende ist eine Spinne befestigt, die das Mikro hält.
So werden einerseits störende Griffgeräusche unterbunden (das ME66 ist da sehr empfindlich). Andererseits kann ich eine entspannte Körperhaltung einnehmen und bequem hinter der Kamera stehen bleiben, weil ich das Mikro auch über ein wenig Distanz an den Interview-Partner heranführen kann.
Wenn ich ein Interview aufzeichne, will ich mich so gut wie möglich auf den Gesprächspartner einlassen können. Das setzt voraus, dass die Bedienung der Technik dabei möglichst zur Nebensache wird und – einmal passend eingestellt – verlässlich im Hintergrund läuft.
Die meisten DV-Kameras bieten die Möglichkeit, den Eingangspegel für den Ton automatisch oder manuell auszusteuern. Automatisch hat den Vorteil, dass das aufgezeichnete Signal selten zu laut oder zu leise ist.
Spricht der Interview-Partner aber zum Beispiel insgesamt relativ leise und wird dann plötzlich mal sehr laut, kommt die Automatik der Kamera nicht hinterher – mit dem Resultat, dass der aufgezeichnete Ton an dieser Stelle vermutlich übersteuert ist.
Um ein gutes, sauberes Tonsignal aufzuzeichnen, gehe ich daher folgendermaßen vor: Das jeweils eingesetzte Mikrofon schließe ich stets an der unteren der beiden XLR-Buchsen meiner Kamera an.
Anschließend lege ich die Eingangssignale für Kanal 1 und Kanal 2 zusammen auf den unteren XLR-Anschluss und pegle sie unterschiedlich aus – den ersten etwas stärker, den zweiten schwächer.

Mögliche Einstellungen für die Aufnahme eines O-Tons mit der Panasonic DVX 100.
Dazu lasse ich den Interview-Partner natürlich ein paar Worte sagen. Am besten klappt es, so meine Erfahrung, wenn man eine ernst gemeinte Frage stellt (“Was haben Sie heute morgen gefrühstückt?”). Oft spricht er/sie dann frei von der Leber weg und mit einer vergleichbaren Lautstärke wie bei der anschließenden Aufzeichnung.
Die DVX hat einen Headroom von 12 dB – das heißt: Die Balken der Pegel-Anzeige auf dem Display für Kanal 1 und 2 werden ab einem Eingangssignal von -12 dB rot. Erst bei 0 dB, also dem Ende des roten Balkens, setzt das sogenannte Clipping, also die digitale Verzerrung ein. Das aufgezeichnete Signal ist ab dort unbrauchbar. Das bestmöglich aufgezeichnete Signal ist kurz vor 0 dB.

Tonpegel-Anzeige im Display der Panasonic DVX 100. Das Eingangssignal auf Kanal 1 ist in diesem Fall am Ende des Headrooms angekommen und übersteuert, das Signal auf Kanal 2 liegt genau am Anfang des Headrooms, also -12 dB.
Auf diese Weise erhöhe ich die Wahrscheinlichkeit, mindestens eine gute Tonspur aufzunehmen. Anschließend im Schnitt nehme ich dann die bessere der beiden.