Alle Beiträge der Kategorie 'Online'

Studie über Online-Videonutzung

30. Juli 2007 | Kommentieren Sie diesen Artikel »

Das Pew Internet & American Life Project, eine non-profit-Forschungseinrichtung, hat eine Studie über die Online-Videonutzung veröffentlicht (PDF-Direktlink, 165 kB, 28 Seiten). Datenbasis sind telefonische Umfragen unter 2200 US-Amerikanern über 18 Jahren.

Einige der Ergebnisse:

  • Three in four young adult internet users watch or download video online
  • News video is the most popular category for everyone except young adults.
  • More than half of online video viewers share links to the video they find with others.
  • Professional videos are preferred to amateur productions online, but amateur content appeals to coveted segments of the young male audience.

Was genau unter “professional video” zu verstehen ist, wird in der Studie leider nicht näher erläutert, merkt Howard Owens an. Wenn ein Journalist das Video produziert hat? Wenn dafür Geld bezahlt wurde?

Weitere Anmerkungen zu den Ergebnissen der Studie u.a. bei Melissa Worden und Mindy McAdams, die dafür plädiert, dass User Videos generell auf ihren eigenen Seiten einbetten können sollten. Prinzipiell ein guter Gedanke, aber manchmal funktioniert ein Video nur im Kontext einer bestimmten Seite.

Eine weitere Studie über den Online-Videokonsum hatte die Online Publishers Association bereits 2006 veröffentlicht.

Vom Fotografen zum Videoreporter, Teil 2

23. Juli 2007 | Kommentieren Sie diesen Artikel »

Im vergangenen Jahr hatte ich hier mal etwas über Printfotografen in den USA geschrieben, die sich langsam aber sicher weiterentwickeln zu Online-Videoreportern. Colin Mulvany, der für The Spokesman Review in den USA arbeitet, ist einer von ihnen.

Im Video Journal des Spokesman Review beschreibt er, wie er jetzt quasi den nächsten Level erreicht hat: Er hat ein solides Nachrichtenvideo produziert, das er innerhalb der vorgegebenen Zeit gedreht, getextet, geschnitten und vertont hat. Sozusagen das komplette Programm.

Das Video finde ich sehr gelungen: Es ist informativ, Bild und Text fügen sich zu einer Einheit, alle Bildanschlüsse stimmen, die kurzen O-Töne sorgen für Abwechslung.

Interessant ist Colin Mulvanys Einstellung zu seiner eigenen Stimme bzw. Off-Sprechern im Allgemeinen:

“When I first started producing videos, my mantra was ‘let the subject tell the story.’ There was such a desire on my part to not be like ‘TV,’ that I felt adding my voice would take away from the story. As I have experimented along the way, I’ve come to the conclusion that narration is not such a bad thing.”

Andy Dickinson hat den Beitrag aufgegriffen und geht mit vielen Tipps näher auf das Schreiben des Off-Textes ein. Seine Empfehlung: Erst schneiden, dann texten.

Ich gehe lieber etwas anders vor: Grob kenne ich bereits den Aufbau des Beitrags, wähle die O-Töne aus und schneide dann nacheinander die Sequenzen. Parallel zum Schneiden schreibe ich den Text.

(Fundstelle: Mindy McAdams)

Angemessenes Honorar für Online-Videos?

26. Juni 2007 | Bisher 16 Kommentare »

Seit einiger Zeit frage ich mich, welchen Einfluss der Online-Video-Boom auf die Höhe der Honorare nehmen wird. Die Qualitätsansprüche scheinen bei verschiedenen Redaktionen ja sehr unterschiedlich zu sein, wenn man sich die Formate auf einigen Seiten mal so ansieht.

Viele Videos sind absolute Schnellschüsse, bei denen weder auf Text, Bild oder Ton Wert gelegt wird - also eigentlich auf gar nichts.

Leider fehlt mir der Überblick, wie gut oder schlecht einzelne Redaktionen ihre freien VJs bezahlen. Daher würden mich Eure Erfahrungen mal interessieren.

Zum Vergleich: Nehmen wir den WDR mal als Maßstab, weil Honorarhöhen dort in der Regel das Ergebnis tariflicher Verhandlungen sind. Dort zahlt man - sofern der öffentlich einsehbare Honorarrahmen (PDF, 70 kB) auf den Freienseiten keine falschen Informationen enthält - für einen 2′30er ein Honorar von 459,05 Euro.

Hinzu kommt laut verdi-Freibrief Nr. 58 (PDF, 60 kB) ein Zuschlag von 110,- Euro für die Produktion (also Schnitt, Tonmischung) sowie 50,- Euro für den Einsatz eigener Technik (Kamera, Stativ, Licht, Mikro). Macht insgesamt: 619,05 Euro.

Die Produktion eines Videos fürs Web läuft im Grunde genauso wie fürs Fernsehen - der Aufwand ist also identisch.

Aber wie sieht’s mit den Honoraren aus?

(Update am 04.02.2008: Der DJV hat eine Honorarempfehlung für Online-Video veröffentlicht, siehe hier.)

BBC Training: Good Shooting Guide

23. Juni 2007 | Kommentieren Sie diesen Artikel »

Wer sich erst seit kurzem für die Videoproduktion interessiert und sich noch in der frühen Experimentierphase befindet, sollte unbedingt einen Blick in den Good Shooting Guide der BBC werfen. Dort werden die Basics sehr verständlich, kurz und bündig erklärt.

Was muss vor einem Dreh alles bedacht werden? Welches Equipment wird benötigt? Wann ist ein Bildausschnitt richtig gewählt? Wie zieht man die Schärfe? Wie lassen sich Handlungen in Bildsequenzen zerlegen? Mit welchem Mikrofon zeichne ich den Ton auf?

Wie von der BBC gewohnt, wurde das Tutorial natürlich vorbildlich mit Video- und Audiomaterial angereichert.

Kapitelweise durch Videos navigieren

20. Juni 2007 | Kommentieren Sie diesen Artikel »

Web-Video ist zurzeit eine lineare Angelegenheit, entspricht also eigentlich gar nicht den Möglichkeiten des Web. Vor und zurück, Pause und Lautstärke regeln - mehr geht bei den meisten Playern nicht.

Wolfgang Blau hat mich auf einen besseren Ansatz hingewiesen: Die langen Flash-Videos auf der TED-Website sind in Kapitel unterteilt, die dem User angezeigt werden, sobald er mit der Maus über die Bildfläche fährt. Eine super Lösung vor allem für längere Videos.

Das ganze kann technisch natürlich nur einwandfrei funktionieren, wenn das Video über einen echten Streaming-Server ausgeliefert wird. Bei einem progressiven Download (so werden die meisten Flash-Videos zurzeit angeboten) könnten die Kapitel erst angesprungen werden, wenn die Datei bis zur entsprechenden Stelle schon heruntergeladen wurde. Bei 23 Minuten Länge - wie im Beispiel - kann das dauern.

Ein nettes Gimmick ist auch die Bewertungsfunktion. Während das Video läuft, können User aus einer vorgegebenen Liste wählen, wie sie das Video finden. Das Ergebnis wird anschließend als Tag-Wolke angezeigt.

Einen Schritt weiter ging bereits im letzten Jahr der Service click.tv. User konnten dort an beliebigen Stellen Kommentare in den Videos hinterlassen. click.tv ist inzwischen leider offline. War wohl seiner Zeit voraus.