Alle Beiträge der Kategorie 'Online'

“Online Visuals Producer”

6. Juni 2007 | Kommentieren Sie diesen Artikel »

Sun-Sentinel.com sucht einen “Online Visuals Producer”, siehe Stellenausschreibung.

The ideal candidate will be experienced in video newsgathering and storytelling, and be able to develop skills in photographers and reporters. He/she will be responsible for the execution and programming of video, photography and multimedia on our site, our relationship with our TV partners, and the oversight of our five-member multimedia staff. We’re looking for someone with at least five years of experience in visual production, including deadline experience. Experience in television news is highly valued. Previous management experience is preferred. Demonstrated experience with AVID, Final Cut Pro or equivalent system is required. Photoshop and Flash experience are a plus.

Ich hätte darüber nicht weiter nachgedacht, würde dort nach einem Techniker gesucht. Aber die Rede ist von einem Journalisten.

Ganz schön viel auf einmal, oder?

Washington Post, HD-Video-Podcast

12. April 2007 | Bisher 3 Kommentare »

Die Zeiten, in denen Videos im Internet Briefmarkengröße hatten, sind endgültig vorbei. Die Washington Post veröffentlicht von jetzt an ihre besten Dokumentationen als Podcast im HD-Format, sprich in einer Auflösung von 1280 x 720 Pixeln.

Tom Kennedy, managing editor of multimedia bei der Washington Post:

“The demand for high quality video via the web is surpassing that of the supply. Consumers are eager to adopt HD content to move away from the drab experience of watching it within a small box on their computer screens.”

(Quelle)

Die Videos sind MPEG4 (H.264)-kodiert. In einem Beispiel-Clip (5:48 Minuten, 209 MB), den ich mir gerade eben heruntergeladen habe, wurde der Videostream mit einer durchschnittlichen Datenrate von etwa 5000 Kbps kodiert, für den Audiostream (ausschließlich Sprache) reichten 64 Kbps, mono. Die Qualität ist beeindruckend.

Dallas Morning News, Videoreporter

11. April 2007 | Kommentieren Sie diesen Artikel »

Im vergangenen Jahr hatte ich mal kurz erwähnt, wie einige Fotografen bei US-Zeitungen zu Videojournalisten werden. Eine dieser Zeitungen ist die Dallas Morning News.

Ein Video auf der Website Digital Journalist vermittelt ein paar Einblicke mit vielen O-Tönen zur Motivation eines dort tätigen VJs, zu seinen Arbeitsweisen, Stärken und Schwächen.

Ganz interessant finde ich, wie mit Video Stills umgegangen wird: Aus den 30 Bildern pro Sekunde (NTSC), die die VJs mit ihren HDV-Kameras aufzeichnen, werden ausgewählte Einzelbilder für die gedruckte Zeitung verwendet. Ob die Qualität ausreicht? Angeblich ja.

Ich habe meine Zweifel. Ein HDV-Video-Frame kann ein Foto in der Zeitung kaum ersetzen. Die Auflösung ist viel zu gering, die Kompressions-Artefakte fallen auf, hinzu kommt das Problem mit Interlace-Streifen bei Bewegungen (wenn nicht gerade progressiv gedreht wurde).

Lesenswert in diesem Zusammenhang: Are Video Frame Grabs Finally Fit To Print?

90 Sekunden

15. Februar 2007 | Kommentieren Sie diesen Artikel »

“A video has to grab you by the neck in about five seconds — otherwise people lose interest [...] The maximum length is about 90 seconds.”

Mit diesen Worten wird Arik Czerniak, Mitbegründer des Video-Portals Metacafe, in der New York Times zitiert.

In dem Artikel geht es um zahlreiche Beispiele, wie User mit Video-Clips im Netz Geld verdient haben (siehe in diesem Zusammenhang auch die Liste mit zehn Websites, die ihre User an Werbeerlösen beteiligen).

Also fünf Sekunden für einen knackigen Einstieg, maximal 90 Sekunden für die Story. Und am Ende eine Werbeeinblendung, wenn man beispielsweise auf das Revver-Modell setzt.

Heißt das: Wer eine Story in etwa sechs Minuten erzählen und dabei maximale Werbeeinnahmen erzielen möchte, sollte sie in vier Clips unterteilen, mit jeweils einem starken Einstieg und einem Cliffhanger auf den nächsten Teil am Ende?

(siehe auch “45 Minuten Video - zu lang?“)

Low Budget Videojournalism

10. Februar 2007 | Bisher 3 Kommentare »

Dieses Video zeigt, wie wenig Technik kosten muss, wenn man gutes Material ausschließlich fürs Web drehen will. Viel wichtiger als der Preis ist gestalterisches Know-How und das Gefühl, das man für seine Kamera und ihre einzelnen Komponenten entwickelt hat.

Die Autorin Cyndy Green beschreibt in zwei Blog-Einträgen, wie die Story entstanden ist und welche Technik sie dazu eingesetzt hat.

Ihre Aufnahmen hat sie mit einem gebraucht gekauften Canon Camcorder ZR60 gemacht, der schon ein paar Jahre alt ist und von Videojournalisten, die für das Fernsehen arbeiten, wohl kaum benutzt würde. Die ganze Technik (Stativ, Mikrofon) ist nur knapp über hundert Dollar wert. Dem Ergebnis sieht man das nicht an.

Für das Web gelten andere technische Maßstäbe als für das Fernsehen. Niemand würde im Web nach einer Empfehlung wie etwa der EBU R116-2005 (PDF, 115 kB) fragen, die dem DV-Format bestätigt, im Grunde nicht den hohen Kriterien an TV-Sendefähigkeit zu genügen.

Warum auch? Videos im Web haben (noch) eine viel geringere Auflösung, werden komprimiert ohne Ende. Selbst ein nur durchschnittlicher Codec reduziert das Ursprungsmaterial so dermaßen, dass Fehler, die während des Drehs passiert sind, kaum ins Gewicht fallen (Unschärfen, Ausleuchtung etc.).

Als ich damals mit der (legendären) Canon XM1 angefangen habe, erste Beiträge für das Fernsehen zu drehen und dafür so manches Mal belächelt wurde, reichte die subjektiv wahrgenommene Qualität vollkommen aus. Fürs Web ist diese Kamera, die 1999 auf den Markt kam, immer noch High-End.