Alle Beiträge der Kategorie 'Software'

Video-Know-How für Einsteiger

25. Juli 2007 | Bisher 4 Kommentare »

Das unter Creative Commons Lizenz veröffentlichte E-Book “Journalism 2.0 - How to Survive and Thrive” (PDF-Download, 2 MB) enthält u.a. einige verständlich aufbereitete Informationen zum Video-Storytelling, die vor allem für Einsteiger interessant sein dürften.

Im ersten der drei Kapitel geht es um die üblichen Fragen: Welche Kamera? Welches Zubehör? Wie zeichne ich brauchbaren Ton auf? Warum zoome ich erst und drücke dann auf den Aufnahmeknopf? Wie wähle ich den richtigen Bildausschnitt im Interview?

Ein weiteres Kapitel ist ganz dem Schnitt am Beispiel der beiden kostenlosen Programme iMovie (für Mac-User) und MovieMaker (für PC-User) gewidmet.

Und im letzten Kapitel gibt es noch ein paar Tipps, wie man authentischer beim Sprechen des Off-Textes rüberkommen kann.

Video-Starter-Kit für Zeitungs-Redakteure

10. Juli 2007 | Bisher 12 Kommentare »

In einigen US-Blogs und Fachpublikationen ist vor kurzem mehrfach diskutiert worden, wie Online-VJs technisch ausgerüstet sein sollten, um ihren Job vernünftig machen zu können.

Die Ideen reichen von kleinen “Point-and-Shoot”-Kameras, also günstigen Vollautomatik-DV-Camcordern, bis hin zu Komplettausrüstungen für mehrere zehntausend Dollar.

Das Ergebnis der Diskussion ist noch offen, aber Andy Dickinson hat ganz gut zusammengefasst, worum es eigentlich geht:

Newspapers are professionals and want to produce professional content. An expensive video camera or edit suite doesnt do that. By that argument I could be a millionaire just by putting some fancy pants on. You need to start with confidence. You have to start with training staff and getting them on board so you can get some of that “good stuff”. Otherwise you are left with a bunch of gear heads shooting big game.

Für Video-Equipment kann man wirklich eine Menge Geld ausgeben: Eine gute Kamera, ein oder mehrere Stative, unterschiedliche Mikrofone, zusätzliches Licht, Schnittsoftware - da kommen schnell Summen von mehreren tausend Euro zusammen.

Einige Zeitungs-Redaktionen stehen derzeit genau vor diesen Fragen: Welche Technik sollte angeschafft werden, was ist verzichtbar? Muss es eine HDV-Kamera sein oder reicht Mini-DV mit Standard-PAL-Auflösung? Welches zusätzliche Mikrofon wird benötigt? Womit soll geschnitten werden?

Dazu ein paar grundsätzliche Gedanken von mir, die in den Kommentaren hoffentlich weitergedacht werden.

Die Kamera

…ist das Herzstück der Arbeit von Videojournalisten. In die engere Auswahl kommen eigentlich nur 3-Chip-Camcorder (3CCD), da sie auch unter schwierigen Lichtbedingungen noch akzeptable Bildqualität liefern.

Die Kamera muss so konzipiert sein, dass man leicht auf die wesentlichen bildgestaltenden Parameter zugreifen kann und sich nicht erst durch irgendwelche Menues und Submenues navigieren muss. Dazu gehört vor allem das schnelle manuelle Fokussieren, genauso wie der zügige Zugriff auf die Blende.

Zudem sollte man ein externes Mikrofon anschließen und den Tonpegel selbst einstellen können. Von Vorteil ist, wenn sich beide Tonkanäle unabhängig voneinander pegeln lassen.

Der Zoom-Faktor, mit dem oft geworben wird, ist egal - denn gezoomt wird sowieso nur in Ausnahmefällen. Ob nun 10-fache oder 20-fache Vergrößerung: völlig nebensächlich. Digitalzoomfaktoren spielen gar keine Rolle.

Entscheidend kann die Frage sein, auf welches Medium die Kamera aufzeichnet. Auf MiniDV-Tape ist sehr verbreitet und entsprechend kostengünstig. Nachteil: Das Material muss noch auf den Rechner übertragen werden. Das kann bei tagesaktueller Arbeit wertvolle Minuten kosten. Vorteil: Das Rohmaterial wird gleich kostengünstig archiviert.

HDV oder Standard-PAL? Schwer zu sagen. Videos im Web werden zurzeit noch in sehr kleinen Auflösungen und stark komprimiert veröffentlicht - Standard-PAL mit seinen 720 x 576 Pixeln im Halbbildverfahren reicht da völlig aus, es sein denn, man möchte die Videos auch noch als Download in sehr guter Qualität anbieten, wie es etwa die Washington Post seit einiger Zeit tut.

HDV bietet mit seinen 1920 x 1040 Pixeln im Halbbildverfahren bzw. 1280 x 720 Pixeln im Vollbildverfahren eine üppige Auflösungsreserve, die sich vielseitig verwenden lässt.

Zum Beispiel im Schnitt: Wenn das veröffentlichte Video im Web wesentlich kleinere Abmessungen haben wird als das Rohmaterial, kann man ohne merklichen Qualitätsverlust beliebige Bildausschnitte vergrößern (z.B. den Interview-Partner näher heranholen). So können Fehler, die beim Dreh passiert sind, nachträglich korrigiert werden.

Einige Zeitungen gehen inzwischen sogar dazu über, Standbilder aus einem HDV-Video als Foto in ihrer Printausgabe zu verwenden. Umstritten, wie ich finde - zu Recht kann man das Verfahren auch aus ethischer Perspektive hinterfragen (dann sollte man sich aber auch die Zeit für Gegenmeinungen nehmen).

Die Größe der Kamera ist ebenfalls nicht unwichtig. Mit kleinen Camcordern, die gerade mal so groß sind wie die Hand, wird man vor allem bei frei geführter Kamera viel Wackliges produzieren. Besser - und teurer - sind da schon die Henkelmänner, die man mit beiden Händen einigermaßen stabil halten kann.

Von Vorteil sind zusätzliche Anschlussmöglichkeiten. Die meisten Low-Budget-Kameras bieten eine Miniklinke, um ein Mikrofon anschließen zu können. Das ist zwar störanfällig, aber besser als nichts. Geeigneter sind XLR-Anschlüsse, für jeden Tonkanal einen.

Auf jeden Fall sollte auch ein Erweiterungsschuh vorhanden sein, um ein Mikrofon oder eine Videoleuchte auf der Kamera installieren zu können.

Das Stativ

…gibt es in allen Preisklassen, angefangen beim billigen Plastik-Dreibeiner für 15,- Euro im Elektrodiscounter bis zur teueren Sachtler-Lösung mit fluidgedämpftem Kopf für weit über 1000,- Euro.

Es kommt - wie immer - darauf an, was man damit machen will. Wer mit einem Miniatur-Camcorder ausschließlich Interviews in geschlossenen Räumen aufzeichnen möchte, wird mit der 20,- Euro-Lösung sicher gut bedient sein.

Wer allerdings viel draußen arbeiten wird und mehr als nur die statische Einstellung von einem Gebäude dreht, muss entsprechend mehr investieren. Beim Kauf sollte man auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Kameragewicht und Stativ achten, der Kopf sollte möglichst gedämpft sein, um Schwenks ohne Wackler zu ermöglichen.

Solche Stative gibt es u.a. von den Firmen Vinten, Manfrotto oder Velbon. Sachtler ist traditionell etwas teurer, aber dafür eine Anschaffung fürs Leben.

Das Mikrofon

…an der Kamera (”Japaner”) ist eigentlich nur für Atmo-Aufnahmen geeignet. Interviews sollte man damit besser nicht aufzeichnen.

Zum Basis-Set sollte daher ein Mikrofon gehören, dass man über den Zubehörschuh an der Kamera befestigen kann und das sich für verschiedene Einsatzbereiche eignet.

Idealerweise verfügt es über eine Nierencharakteristik, denn damit kann man Interviews auch in lauteren Umgebungen aufzeichen, vorausgesetzt man steht seinem Interviewpartner entsprechend nah gegenüber und im Hintergrund fährt nicht gerade eine Straßenbahn vorbei. Ein Windschutz ist Pflicht.

Licht

…kann man nie genug haben. Eine Videokopfleuchte halte ich für unverzichtbar, denn sie verleiht den Augen des Interviewpartners nicht nur ein lebendiges Funkeln, sondern hellt sein Gesicht angenehm auf. Gerade bei Innenaufnahmen, wo oft nur eine Funzel an der Decke hängt, ist das viel Wert.

Im Übrigen tut man dem Gesprächspartner auch keinen Gefallen damit, wenn man in schlechten Lichtsituation auf eine zusätzliche Leuchte verzichtet.

Schnittsoftware

…gibt es in allen Preislagen, angefangen bei der leicht zu bedienenden Lösung unter 100,- Euro für Hobby-Filmer, die standardmäßig alle möglichen Effekte und Spielereien bietet, bis hin zu professionellen Lösungen für weit über tausend Euro.

Verbreitet sind hier vor allem Avid Liquid (PC), Avid Xpress (PC und Mac; als DV- oder Pro-Version), Final Cut (Mac; als Express- oder Pro-Version) und Adobe Premiere (PC und Mac).

Für ganz einfachen Hartschnitt eignen sich bereits die Programme, die mit den Betriebsystemen ausgeliefert werden (MovieMaker für Windows und iMovie für den Mac).

Für einen professionellen Blick auf die Materie empfehle ich das kostenlose Avid Xpress Free DV, eine sehr abgespeckte, aber funktionsfähige Version der Avid Xpress-Software (Registrierung auf der Hersteller-Website nötig). Wer später aufrüsten will, kann das immer noch tun - die Funktionsweise des Programms ist dann schon hinreichend bekannt.

Schnelle Tonbearbeitung mit dem Levelator

2. Juni 2007 | Bisher 1 Kommentar »

Benutzeroberfläche des LevelatorEigentlich bin ich grundsätzlich skeptisch, wenn Software so einfach zu bedienen ist, dass man nur auf einen Knopf drücken muss und der Rest geschieht dann von selbst. Bei der Freeware The Levelator ist das genau so. Das Programm (erhältlich für Windows und Mac; kostenlos bei nicht-kommerzieller Nutzung) optimiert eine einfache Tonspur und versucht, den Pegel auf einen konstanten Level zu bringen.

Wer also beispielsweise einen Podcast veröffentlicht und darin O-Töne verwendet, die entscheidend lauter oder leiser sind als der eigene Kommentar, zieht die unbearbeitete Tondatei (im WAVE- oder AIFF-Format) auf die Benutzeroberfläche. Die Software speichert dann im selben Verzeichnis eine optimierte Version.

Mit einer kleinen Testdatei habe ich es mal ausprobiert.

So sah die Waveform vorher aus:

unbearbeitetes Tonsignal

Und so hinterher:

mit dem Levelator bearbeitetes Tonsignal

Klar, das Ergebnis hört sich besser an. Die Software zieht die lautesten Stellen aber generell auf 0 dB, was für die Veröffentlichung im Web ja auch okay ist. Wer allerdings Beiträge bspw. für ein Radio oder einen Fernsehsender liefert, wird in der Regel eine Aussteuerungsreserve von z.B. 9 dB einhalten müssen (es sei denn, der Sender gleicht das selbst nochmal an).

Die Software eignet sich also für Quick&Dirty-Lösungen, kann aber eine differenzierte Tonbearbeitung keinesfalls ersetzen. Auch wenn die Macher auf ihrer Website schreiben, dass das Tonsignal irgendwie komprimiert wird - an der Dynamik der Tonkurve lässt sich das jedenfalls nicht ablesen.

(gefunden beim MultimediaShooter)

Sorenson Squeeze 4.5, Quicktime Reference

7. März 2007 | Kommentieren Sie diesen Artikel »

Im Sommer vergangenen Jahres hatte ich einen Eintrag über einen schwerwiegenden Bug in der Software Sorenson Squeeze 4.3 (Windows-Version) geschrieben, der im Zusammenhang mit der Kodierung von großen Quicktime Reference-Dateien auftrat.

An dieser Stelle der Vollständigkeit halber die Entwarnung: In der aktuellen Version 4.5 ist dieser Fehler behoben. Squeeze kommt nun auch mit sehr großen und recht komplexen Dateien klar (in diesem Fall ein 45-minuten langes Video, bestehend aus drei Video- und acht Audiospuren).

Auch das Kodiertempo hat im Vergleich zur Vorgängerversion enorm zugelegt: Für die 45 Minuten brauchte das Programm auf einem Windows-Laptop mit 1 GB Arbeitsspeicher und einem 1,6 MHz-Prozessor ca. fünfeinhalb Stunden für das Wandeln in ein WMV9-Video. Vorher lag die prognostizierte Kodierdauer bei etwa 18 Stunden.

Sorenson Squeeze, Fraunhofer MP3 und Avid

13. Dezember 2006 | Bisher 1 Kommentar »

Update (12.4.2007): Mit dem kostenlosen Upgrade der Version 4.5 auf Version 4.5.500.1 wurde der nachfolgend beschriebene Fehler behoben. Das Kodieren der 48 kHz-Tonspuren funktioniert nun einwandfrei.

Vor wenigen Tagen habe ich mir das Update von Sorenson Squeeze 4.3 auf die Version 4.5 gekauft. Ob darin der Fehler behoben wurde, der bei der Bearbeitung von großen Quicktime Reference-Dateien auftritt, konnte ich noch nicht testen, werde aber bei Gelegenheit etwas dazu schreiben.

Aber ein anderer Bug ist mir aufgefallen, und den gab es - meines Wissens - in der Version 4.3 noch nicht. Glücklicherweise lässt sich der Fehler leicht umgehen.

Gestern habe ich eine kurze Videosequenz aus dem Avid als Quicktime Reference exportiert. Bei einem solchen Export werden zwei Dateien geschrieben: eine mit der Endung .mov (sie enthält die Referenzen auf das Video-Rohmaterial), sowie eine WAVE-Datei (wahlweise auch AIFF). Diese enthält einen Mixdown sämtlicher Audiospuren und wird in meinem Fall mit einer Abtastrate von 48 kHz bei einer Sample-Tiefe von 16 Bit gespeichert.

Anschließend habe ich die Dateien mit Sorenson Squeeze in ein Flash-Video (FLV) konvertiert. Um den Sound für solche FLV-Videos zu komprimieren, verwendet Sorenson den Fraunhofer MP3-Codec. Nur scheint es damit Probleme zu geben, wenn das Quellmaterial eine Abtastrate von 48 kHz hat. Das kompriminierte Tonsignal (dessen Abtastrate bei 44.1 kHz liegt) knistert dann an einigen Stellen, und das hört sich wirklich nicht gut an.

Daher folgender Tipp: Aus dem Avid einfach ebenfalls mit 44.1 kHz exportieren. Dann klingt auch das komprimierte Tonsignal im Flash-Video einwandfrei.

Die Settings sehen dann im Avid etwa so aus:
Export-Settings im Avid

Die Sound-Einstellungen für Sorenson Squeeze würde ich für ein Video mit Sprache (ohne Musik) so wählen:
Settings für die Sound-Kompression mit Sorenson Squeeze