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Wackelkamera

23. Juli 2007 | Bisher 1 Kommentar »

Mit einer freihand geführten Kamera ein statisches Objekt zu drehen, ist nicht sehr empfehlenswert. Egal wie man es macht, es wackelt.

Sind die Objekte selbst in Bewegung, sieht das schon ganz anders aus. Wer beispielsweise einem Protagonisten auf Schritt und Tritt folgen will, wird die Kamera mehr oder weniger freihand führen müssen. Dazu eignen sich verschiedene Methoden.

Möglichkeit 1: Die Kamera etwa auf Brusthöhe halten, wobei man sie in beide Hände legt, so als würde man vorsichtig eine Wasserschüssel tragen (wie es Dushan Wegner in seinem Buch Der Videojournalist treffend beschreibt). Die Knie sind dabei leicht gebeugt und federn einen Teil der Bewegung ab.

Möglichkeit 2: Die Kamera auf dem Stativ befestigen, das Stativ möglichst einfahren und mit beiden Händen fest vor der Brust halten. Das ist zwar schwere Arbeit, aber – je nach körperlicher Fitness – kann man so für ein bis zwei Minuten drehen. Mit etwas Übung federn die Arme sehr viel Bewegung ab.

Möglichkeit 3: Ein Schulterstativ einsetzen. Die Kamera hält man bei einer solchen Konstruktion direkt auf Augenhöhe. Stabilisiert wird die ganze Konstruktion durch eine Schulterschiene, an deren Ende ein Gegengewicht zur Kamera angebracht ist. Zusätzlich trägt man einen Gürtel, in dem ein gefederter Teleskoparm steckt, der die Hüftbewegungen beim Gehen absorbieren soll.

Ich habe diese drei Möglichkeiten (es gibt natürlich noch viele weitere; Anregungen gern in den Kommentaren) mal auf einem Sportplatz ausprobiert und im folgenden Video nebeneinander gestellt. Das statische Objekt, auf das ich mich zubewegt habe, ist das Tor auf der gegenüberliegenden Seite.

(Anmerkung: Das Video bitte nicht öfter als drei Mal in Folge ansehen, es entfaltet hypnotische Wirkung.)

Was sofort auffällt: Es wackelt bei allen drei Varianten erheblich. Das hat mehrere Gründe.

Erstens, wie eingangs erwähnt, habe ich ein statisches Objekt gedreht. Bewegungen fallen sofort auf, und in diesem Fall sollten sie das ja auch. Zweitens war der Boden leider alles andere als eben. Wer die Kreisliga C-erprobten Sportplätze im lippischen Südosten kennt, weiß wovon ich rede (saftigster Rasen, aber viele Schlaglöcher). Und drittens mangelnde Übung. Ich drehe meistens vom stehenden Stativ, die bewegte Kamera ist für mich recht ungewohnt.

Die Sache mit dem eingefahrenen Stativ vor der Brust habe ich wohl überschätzt. Ich musste aufgrund des Gewichts kleinere und dementsprechend viel mehr Schritte machen, was sich einerseits durch stärkere Wackelei rächt, andererseits war ich am Ende der kurzen Strecke ziemlich außer Puste.

Das Schulterstativ federt tatsächlich die Hüftbewegungen weitgehend ab (gegen Schlaglöcher ist es natürlich machtlos). Das Wackeln beschränkt sich weitgehend auf Bewegungen in der Horizontalen. Mit etwas mehr Training kann man bestimmt auch das noch in den Griff bekommen.

Apropos Schulterstativ: Ich setze das DVRig Pro ein. Wer über einen Kauf nachdenkt, sollte sich unbedingt auch den PAG Orbitor ansehen.

Video-Starter-Kit für Zeitungs-Redakteure

10. Juli 2007 | Bisher 12 Kommentare »

In einigen US-Blogs und Fachpublikationen ist vor kurzem mehrfach diskutiert worden, wie Online-VJs technisch ausgerüstet sein sollten, um ihren Job vernünftig machen zu können.

Die Ideen reichen von kleinen “Point-and-Shoot”-Kameras, also günstigen Vollautomatik-DV-Camcordern, bis hin zu Komplettausrüstungen für mehrere zehntausend Dollar.

Das Ergebnis der Diskussion ist noch offen, aber Andy Dickinson hat ganz gut zusammengefasst, worum es eigentlich geht:

Newspapers are professionals and want to produce professional content. An expensive video camera or edit suite doesnt do that. By that argument I could be a millionaire just by putting some fancy pants on. You need to start with confidence. You have to start with training staff and getting them on board so you can get some of that “good stuff”. Otherwise you are left with a bunch of gear heads shooting big game.

Für Video-Equipment kann man wirklich eine Menge Geld ausgeben: Eine gute Kamera, ein oder mehrere Stative, unterschiedliche Mikrofone, zusätzliches Licht, Schnittsoftware – da kommen schnell Summen von mehreren tausend Euro zusammen.

Einige Zeitungs-Redaktionen stehen derzeit genau vor diesen Fragen: Welche Technik sollte angeschafft werden, was ist verzichtbar? Muss es eine HDV-Kamera sein oder reicht Mini-DV mit Standard-PAL-Auflösung? Welches zusätzliche Mikrofon wird benötigt? Womit soll geschnitten werden?

Dazu ein paar grundsätzliche Gedanken von mir, die in den Kommentaren hoffentlich weitergedacht werden.

Die Kamera

…ist das Herzstück der Arbeit von Videojournalisten. In die engere Auswahl kommen eigentlich nur 3-Chip-Camcorder (3CCD), da sie auch unter schwierigen Lichtbedingungen noch akzeptable Bildqualität liefern.

Die Kamera muss so konzipiert sein, dass man leicht auf die wesentlichen bildgestaltenden Parameter zugreifen kann und sich nicht erst durch irgendwelche Menues und Submenues navigieren muss. Dazu gehört vor allem das schnelle manuelle Fokussieren, genauso wie der zügige Zugriff auf die Blende.

Zudem sollte man ein externes Mikrofon anschließen und den Tonpegel selbst einstellen können. Von Vorteil ist, wenn sich beide Tonkanäle unabhängig voneinander pegeln lassen.

Der Zoom-Faktor, mit dem oft geworben wird, ist egal – denn gezoomt wird sowieso nur in Ausnahmefällen. Ob nun 10-fache oder 20-fache Vergrößerung: völlig nebensächlich. Digitalzoomfaktoren spielen gar keine Rolle.

Entscheidend kann die Frage sein, auf welches Medium die Kamera aufzeichnet. Auf MiniDV-Tape ist sehr verbreitet und entsprechend kostengünstig. Nachteil: Das Material muss noch auf den Rechner übertragen werden. Das kann bei tagesaktueller Arbeit wertvolle Minuten kosten. Vorteil: Das Rohmaterial wird gleich kostengünstig archiviert.

HD oder Standard-PAL? Schwer zu sagen. Videos im Web werden zurzeit noch in sehr kleinen Auflösungen und stark komprimiert veröffentlicht – Standard-PAL mit seinen 720 x 576 Pixeln im Halbbildverfahren reicht da völlig aus, es sein denn, man möchte die Videos auch noch als Download in sehr guter Qualität anbieten, wie es etwa die Washington Post seit einiger Zeit tut.

HD bietet mit seinen 1920 x 1080 Pixeln im Halbbildverfahren bzw. 1280 x 720 Pixeln im Vollbildverfahren eine üppige Auflösungsreserve, die sich vielseitig verwenden lässt.

Zum Beispiel im Schnitt: Wenn das veröffentlichte Video im Web wesentlich kleinere Abmessungen haben wird als das Rohmaterial, kann man ohne merklichen Qualitätsverlust beliebige Bildausschnitte vergrößern (z.B. den Interview-Partner näher heranholen). So können Fehler, die beim Dreh passiert sind, nachträglich korrigiert werden.

Einige Zeitungen gehen inzwischen sogar dazu über, Standbilder aus einem HDV-Video als Foto in ihrer Printausgabe zu verwenden. Umstritten, wie ich finde – zu Recht kann man das Verfahren auch aus ethischer Perspektive hinterfragen (dann sollte man sich aber auch die Zeit für Gegenmeinungen nehmen).

Die Größe der Kamera ist ebenfalls nicht unwichtig. Mit kleinen Camcordern, die gerade mal so groß sind wie die Hand, wird man vor allem bei frei geführter Kamera viel Wackliges produzieren. Besser – und teurer – sind da schon die Henkelmänner, die man mit beiden Händen einigermaßen stabil halten kann.

Von Vorteil sind zusätzliche Anschlussmöglichkeiten. Die meisten Low-Budget-Kameras bieten eine Miniklinke, um ein Mikrofon anschließen zu können. Das ist zwar störanfällig, aber besser als nichts. Geeigneter sind XLR-Anschlüsse, für jeden Tonkanal einen.

Auf jeden Fall sollte auch ein Erweiterungsschuh vorhanden sein, um ein Mikrofon oder eine Videoleuchte auf der Kamera installieren zu können.

Das Stativ

…gibt es in allen Preisklassen, angefangen beim billigen Plastik-Dreibeiner für 15,- Euro im Elektrodiscounter bis zur teueren Sachtler-Lösung mit fluidgedämpftem Kopf für weit über 1000,- Euro.

Es kommt – wie immer – darauf an, was man damit machen will. Wer mit einem Miniatur-Camcorder ausschließlich Interviews in geschlossenen Räumen aufzeichnen möchte, wird mit der 20,- Euro-Lösung sicher gut bedient sein.

Wer allerdings viel draußen arbeiten wird und mehr als nur die statische Einstellung von einem Gebäude dreht, muss entsprechend mehr investieren. Beim Kauf sollte man auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Kameragewicht und Stativ achten, der Kopf sollte möglichst gedämpft sein, um Schwenks ohne Wackler zu ermöglichen.

Solche Stative gibt es u.a. von den Firmen Vinten, Manfrotto oder Velbon. Sachtler ist traditionell etwas teurer, aber dafür eine Anschaffung fürs Leben.

Das Mikrofon

…an der Kamera (“Japaner”) ist eigentlich nur für Atmo-Aufnahmen geeignet. Interviews sollte man damit besser nicht aufzeichnen.

Zum Basis-Set sollte daher ein Mikrofon gehören, dass man über den Zubehörschuh an der Kamera befestigen kann und das sich für verschiedene Einsatzbereiche eignet.

Idealerweise verfügt es über eine Nierencharakteristik, denn damit kann man Interviews auch in lauteren Umgebungen aufzeichen, vorausgesetzt man steht seinem Interviewpartner entsprechend nah gegenüber und im Hintergrund fährt nicht gerade eine Straßenbahn vorbei. Ein Windschutz ist Pflicht.

Licht

…kann man nie genug haben. Eine Videokopfleuchte halte ich für unverzichtbar, denn sie verleiht den Augen des Interviewpartners nicht nur ein lebendiges Funkeln, sondern hellt sein Gesicht angenehm auf. Gerade bei Innenaufnahmen, wo oft nur eine Funzel an der Decke hängt, ist das viel Wert.

Im Übrigen tut man dem Gesprächspartner auch keinen Gefallen damit, wenn man in schlechten Lichtsituation auf eine zusätzliche Leuchte verzichtet.

Schnittsoftware

…gibt es in allen Preislagen, angefangen bei der leicht zu bedienenden Lösung unter 100,- Euro für Hobby-Filmer, die standardmäßig alle möglichen Effekte und Spielereien bietet, bis hin zu professionellen Lösungen für weit über tausend Euro.

Verbreitet sind hier vor allem Avid Liquid (PC), Avid Xpress (PC und Mac; als DV- oder Pro-Version), Final Cut (Mac; als Express- oder Pro-Version) und Adobe Premiere (PC und Mac).

Für ganz einfachen Hartschnitt eignen sich bereits die Programme, die mit den Betriebsystemen ausgeliefert werden (MovieMaker für Windows und iMovie für den Mac).

Für einen professionellen Blick auf die Materie empfehle ich das kostenlose Avid Xpress Free DV, eine sehr abgespeckte, aber funktionsfähige Version der Avid Xpress-Software (Registrierung auf der Hersteller-Website nötig). Wer später aufrüsten will, kann das immer noch tun – die Funktionsweise des Programms ist dann schon hinreichend bekannt.

BBC Training: Good Shooting Guide

23. Juni 2007 | Kommentieren Sie diesen Artikel »

Wer sich erst seit kurzem für die Videoproduktion interessiert und sich noch in der frühen Experimentierphase befindet, sollte unbedingt einen Blick in den Good Shooting Guide der BBC werfen. Dort werden die Basics sehr verständlich, kurz und bündig erklärt.

Was muss vor einem Dreh alles bedacht werden? Welches Equipment wird benötigt? Wann ist ein Bildausschnitt richtig gewählt? Wie zieht man die Schärfe? Wie lassen sich Handlungen in Bildsequenzen zerlegen? Mit welchem Mikrofon zeichne ich den Ton auf?

Wie von der BBC gewohnt, wurde das Tutorial natürlich vorbildlich mit Video- und Audiomaterial angereichert.

Bildstabilisator, DVX 100

28. März 2007 | Kommentieren Sie diesen Artikel »

Dass der Bildstabilisator nur bei freihand geführter Kamera eingeschaltet werden sollte, ist kein Geheimnis, sondern steht in den meisten Bedienungsanleitungen – begründet wird dies in den “Operating Instructions” der DVX 100 allerdings nicht.

Dazu ein paar Erfahrungen, die ich im Laufe der Zeit gemacht habe:

  • Wenn ich die Kamera frei mit der Hand führe, schalte ich den Stabilisator stets ein. Das gilt auch für Aufnahmen vom Schulterstativ oder dem Einbein-Stativ. Vor allem bei mittleren und längeren Brennweiten halte ich den Stabilisator für unverzichtbar.
  • Beim Dreh vom Dreibein-Stativ schalte ich den Stabilisator fast immer aus, denn bei einem Schwenk mit mittlerer oder langer Brennweite interpretiert er den Anfang als Wackler und will ihn ausgleichen. Das hat zur Folge, dass das Bild für den Bruchteil einer Sekunde stehen bleibt und der Schwenk erst dann beginnt. Ein paar Pixel des sich ändernden Bildinhalts fehlen also, die eigentliche Bewegung wird am Anfang abgehackt.
  • Drehe ich eine Einstellung von einem statischen Objekt mit langer Brennweite vom Stativ, schalte ich den Stabilisator immer dann ein, wenn es windig ist. Denn unter solchen Bedingungen kann die ganze DV-Leichtbauweise schonmal ins Vibrieren geraten, was ohne Stabilisator sofort zu sehen wäre.

Straßenumfragen solo aufnehmen

2. Oktober 2006 | Bisher 6 Kommentare »

Straßenumfragen sind ja immer wieder gern genommene, belebende Elemente in TV-Beiträgen. Dabei werden kurze Antworten mehrerer Befragter in schneller Folge hintereinander geschnitten.

Beim Drehen solcher Umfragen sind mehrere Dinge zu beachten, damit sich das Material später gut schneiden lässt:

  • Im Wechsel sollten die Befragten leicht von links, dann wieder leicht von rechts ins Bild schauen. Bei klassischer Teamarbeit stellt sich der Reporter also mal links neben den Kameramann, beim nächsten Befragten wieder rechts.
  • Die Größe der Bildeinstellungen sollte variieren, also auf einen kleinen Kopf folgt ein großer Kopf. Gleiche oder ähnliche Einstellungsgrößen wirken oft wie ein störender Bildsprung.
  • Außerdem macht es manchmal Sinn, die Frage des Reporters im On zu hören. Dabei muss er aber nicht unbedingt zu sehen sein.

Im Teamwork ist eine solche Umfrage leichte Arbeit und meistens schnell gemacht. Aber solo als VJ sind sie eine echte Herausforderung, wie ich finde.

Vor ein paar Tagen wollte ich wissen, wie Verbraucher mit ihren persönlichen Daten umgehen, wenn sie sich im Internet oder in Supermärkten bewegen. Dabei bin ich folgendermaßen vorgegangen:

  • Zunächst habe ich die Kamera auf einem mehrfach ausziehbaren Einbein-Stativ befestigt. Um möglichst gute Tonqualität zu erreichen, habe ich das Richtmikrofon Sennheiser ME66 direkt an der Kamera angebracht und den Ton – wie hier beschrieben – auf beide Kanäle gelegt sowie unterschiedlich gepegelt.
  • Ich wusste, dass ich am besten mit einer möglichst weit geschlossenen Blende drehen sollte. Denn dadurch erreiche ich, dass die Schärfentiefe groß ist. So ist gewährleistet, dass sowohl Personen im Vordergrund als auch im Hintergrund scharf erscheinen. Oder anders gesagt: Egal, wie nah ich an einem Objekt bin, es wird immer scharf dargestellt.
  • Da es draußen sehr hell war, habe ich die erste Stufe des ND-Filters zugeschaltet (so wurde der Lichteinfall auf 1/8 reduziert). Gesichter ließen sich damit im Mittel mit einer Blende von F11 aufnehmen, ohne dass sie über- oder unterbelichtet erschienen.

Nachdem ich die Blende fixiert und den Autofocus also abgeschaltet hatte, ging’s los. Zunächst dachte ich, dass die Leute mich als Solo-Befrager nicht so ernst nehmen wie ein Team. Völlig unbegründet, wie sich herausstellen sollte. Alle Befragten waren offen und nahmen meine Fragen und meine Art zu arbeiten offenbar ernst.

Jedes Mal, wenn ich einen Umfragepartner gewonnen hatte, musste ich ganz schnell kurz kontrollieren, ob die fest eingestellten Bildparameter auch wirklich passten (nur selten musste ich die Blende nachregulieren, um das optimale Zebra im Gesicht des Befragten zu sehen). Klar war, dass das Einstellen sehr, sehr schnell gehen musste, um die Spontanität der Umfragesituation nicht zu gefährden.

Schwierig waren die Fragen, bei denen ich das Stativ links von mir platzierte. Ich hatte gar keinen Blick auf das Display, konnte also während des gesamten Gesprächs den Ausschnitt nicht kontrollieren. So war klar, dass die Bildeinstellungen sämtlicher Aufnahmen von links möglichst total sein mussten.

Zudem standen nicht alle Gesprächspartner wirklich ruhig, sondern bewegten sich mal etwas nach links, dann wieder nach rechts. Im Blindflug musste ich also die Kamera hinterherbewegen.

Was den Ton betrifft, musste ich ebenfalls Kompromisse eingehen. Da das Mikro fest auf der Kamera installiert war und somit zwar immer direkt in die Richtung des Befragten zeigte, waren die O-Töne allesamt sendbar. Durch die Richtwirkung des ME66 war aber auch das Getümmel in der Fußgängerzone hinter den Befragten deutlich zu hören. Da ich seitlich zum Mikrofon stand, waren meine Fragen zwar noch zu hören, aber nicht in sendbarer Qualität.

Besser ist natürlich ein handgeführtes Mikro. Denn dabei hält man es so nah wie möglich an den Mund des Gesprächspartners, und zwar von unten. Das heißt: Umgebungsgeräusche werden aufgrund der Richtwirkung des Mikros weitgehend ausgeblendet, denn oben über dem Befragten ist es in der Regel ruhiger als hinter ihm.

Fazit: Direkt nach der Umfrage hatte ich zunächst das Gefühl, dass davon nichts zu gebrauchen sein wird – fürs Web vielleicht, weil in Clips in Briefmarkengröße Unschärfen kaum auffallen. Da ich die Umfrage aber für einen TV-Bericht benötige, wird jeder Fehler sofort auffallen.

Als ich mir das Material später am Videomonitor ansah, war ich positiv überrascht. Größtenteils ist die Umfrage sendbar, zumindest wenn sie entsprechend geschnitten wird und es nicht auf meine Fragen ankommt. Unbrauchbar sind allenfalls die Passagen, in denen ich bei allzu lebhaften Gesprächspartnern die Kamera im Blindflug nachschwenken musste. Da ruckelts dann sehr unprofessionell.