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Sorenson Squeeze, Fraunhofer MP3 und Avid

13. Dezember 2006 | Bisher 1 Kommentar »

Update (12.4.2007): Mit dem kostenlosen Upgrade der Version 4.5 auf Version 4.5.500.1 wurde der nachfolgend beschriebene Fehler behoben. Das Kodieren der 48 kHz-Tonspuren funktioniert nun einwandfrei.

Vor wenigen Tagen habe ich mir das Update von Sorenson Squeeze 4.3 auf die Version 4.5 gekauft. Ob darin der Fehler behoben wurde, der bei der Bearbeitung von großen Quicktime Reference-Dateien auftritt, konnte ich noch nicht testen, werde aber bei Gelegenheit etwas dazu schreiben.

Aber ein anderer Bug ist mir aufgefallen, und den gab es - meines Wissens - in der Version 4.3 noch nicht. Glücklicherweise lässt sich der Fehler leicht umgehen.

Gestern habe ich eine kurze Videosequenz aus dem Avid als Quicktime Reference exportiert. Bei einem solchen Export werden zwei Dateien geschrieben: eine mit der Endung .mov (sie enthält die Referenzen auf das Video-Rohmaterial), sowie eine WAVE-Datei (wahlweise auch AIFF). Diese enthält einen Mixdown sämtlicher Audiospuren und wird in meinem Fall mit einer Abtastrate von 48 kHz bei einer Sample-Tiefe von 16 Bit gespeichert.

Anschließend habe ich die Dateien mit Sorenson Squeeze in ein Flash-Video (FLV) konvertiert. Um den Sound für solche FLV-Videos zu komprimieren, verwendet Sorenson den Fraunhofer MP3-Codec. Nur scheint es damit Probleme zu geben, wenn das Quellmaterial eine Abtastrate von 48 kHz hat. Das kompriminierte Tonsignal (dessen Abtastrate bei 44.1 kHz liegt) knistert dann an einigen Stellen, und das hört sich wirklich nicht gut an.

Daher folgender Tipp: Aus dem Avid einfach ebenfalls mit 44.1 kHz exportieren. Dann klingt auch das komprimierte Tonsignal im Flash-Video einwandfrei.

Die Settings sehen dann im Avid etwa so aus:
Export-Settings im Avid

Die Sound-Einstellungen für Sorenson Squeeze würde ich für ein Video mit Sprache (ohne Musik) so wählen:
Settings für die Sound-Kompression mit Sorenson Squeeze

45 Minuten Video - zu lang?

26. November 2006 | Bisher 5 Kommentare »

Während wir uns zur Jahrtausendwende noch Gedanken machten, wie man Texte optimal für das Web aufbereitet, zerbricht man sich heute den Kopf über Gestaltung und Längen von Videos fürs Web.

Wenn ich in diesem Zusammenhang lese, dass die Mehrzahl der User nach etwa 15 Prozent der Gesamtspielzeit eines etwa sieben Minuten kurzen Videos schon abbricht, frage ich mich, wie erfolgversprechend die Idee ist, unseren Film Alltag Überwachung online am gesamten Stück zu veröffentlichen.

Ich bin für jeden konstruktiven Vorschlag dankbar, wie man ein Video von etwa 45 Minuten Länge so im Web veröffentlichen kann, dass es sich auch jemand anschaut.

Welche Technologie für das Video-Encoding nutzen?

30. August 2006 | Bisher 4 Kommentare »

Redaktionen, die Videos in ihre Angebote integrieren möchten, werden sich auch mit der Frage auseinandersetzen, in welchem Format sie ihr Material veröffentlichen. Denn es gibt ganz unterschiedliche Encoding- und Streaming-Technologien, die jeweils Vor- und Nachteile haben.

Eine aktuelle Studie der Indiana University-Purdue University Indianapolis ist da eine gute Enscheidungshilfe, denn sie bewertet ausführlich die fünf verschiedenen Technologien

  • Adobe Flash 8 On2 VP6 Video Encoder
  • Apple QuickTime Pro 7
  • Microsoft Windows Media Encoder 9 Series
  • Real Network RealProducer Plus 11
  • VX30 Zentu Encoder 1.0

unter folgenden Fragestellungen:

  • Lassen sich die Videos für User problemlos abspielen? Wie verbreitet sind die Player?
  • Wie schnell startet der Stream und wie oft treten Verzögerungen während des Abspielens auf?
  • Wie hoch ist die dargestellte Qualität der Videos?
  • Wie hoch sind die Kosten für das Encoding und die evtl. vorausgesetzte Server-Software?
  • Wie lange dauert es, verschiedene Versionen der Videos für unterschiedliche Bandbreiten zu kodieren?
  • Wie groß sind die kodierten Dateien?

Die Studie bescheinigt der VX30-Technologie das größte Potenzial: VX30 kommt ohne speziellen Player aus (das Video wird über ein Java-Applet abgespielt), das Streaming kann über HTTP (also ohne speziellen Server) erfolgen und der Encoder arbeitet sehr zügig. Mir ist allerdings keine Redaktion bekannt, die auf VX30 setzt.

Anders sieht es bei der Flash-Technologie aus, dem Zweitplatzierten der Studie. Flash ist nach Angaben des Herstellers Adobe ziemlich weit verbreitet.

Der Studie zufolge ist die Qualität von Flash-Videos hoch, was jedoch erkauft werde durch hohe Kosten für den Betrieb spezieller Streaming-Server (auch wenn Flash Pseudo-Streaming über HTTP beherrscht). Zudem dauere das Encoding ziemlich lange und die generierten Dateien seien sehr groß.

Auf den Plätzen folgen Windows Media, Real und Quicktime. Getestet wurde sowohl auf einem Windows-PC als auch auf einem Mac.

Auf der Website der Studie haben die Macher für jede getestete Technologie ein Tutorial veröffentlicht. Darin geht es um die Wahl der richtigen Parameter wie etwa Bitrate, Framerate, Sound-Settings usw.

Gefunden bei Mindy McAdams.

Sorenson Squeeze Quicktime Reference Bug

8. August 2006 | Kommentieren Sie diesen Artikel »

Update (07. März 2007): Der nachfolgend beschriebene Fehler wurde in der Sorenson Squeeze-Version 4.5 behoben, siehe hier.

Wenn ich Videomaterial für das Fernsehen oder das Web kodiere, nutze ich dazu Sorenson Squeeze in der aktuellen Version 4.3. Mit der Software lassen sich Videos in alle möglichen Formate kodieren, unter anderem MPEG2, Windows Media, Quicktime, Real Media oder Flash Video.

Als ich vor einigen Tagen ein Preview unseres Dokumentarfilms auf DVD brennen wollte, ist mir ein gravierender Fehler in der Software aufgefallen. Ein Workaround hat mich zwei Tage geduldigen Experimentierens gekostet - eine Lösung im Web habe ich nicht gefunden, obwohl andere User offenbar ganz ähnliche Probleme hatten.

Falls jemand mal selbst Opfer dieses Problems werden sollte: Hier ist mein Lösungsansatz.

Zur Problembeschreibung: Aus dem Avid exportiere ich mein geschnittenes Material (also in diesem Fall den gesamten Dokumentarfilm) als Quicktime Reference. Zwei Dateien werden dabei gespeichert: Eine WAVE- oder AIFF-Datei für den Ton sowie ein kurzes Quicktime-Movie. Letzteres enthält aber keinerlei Videodaten, sondern lediglich Meta-Daten, die auf das Video-Rohmaterial auf der Festplatte zeigen.

Bei dieser Vorgehensweise ist also gewährleistet, dass ich stets mit der besten Qualität der Daten arbeite, weil ich nicht den Umweg über den Export in ein qualitätsverlustbehaftetes Format gehe.

Die Quicktime Reference-Datei importiere ich sodann in Sorenson Squeeze, um sie in einen DVD-kompatiblem MPEG2-Videostream zu konvertieren. Das hat bisher immer prima geklappt, zumindest bei Videos mit Längen um etwa fünf Minuten.

Unser Dokumentarfilm ist in seiner jetzigen Preview-Version hingegen länger als 48 Minuten. Und das ist das Problem: Mit so langen Dateien beim Quicktime Reference-Format kommt Sorenson Squeeze offenbar nicht klar. Nach etwa 10 Stunden Kodieren erschien folgende Fehlermeldung:

Fehlermeldung von Sorenson Squeeze

Dabei bleibt einem letztlich nur die Möglichkeit, auf “Abbrechen” zu drücken. “Suchen” bleibt erfolglos - denn wonach?

Bei der Suche nach einer Lösung im Web folgte ich zuerst der Argumentation in diesem Thread, dass es an der Komplexität der Timeline in Avid liegen könnte. Klar, Squeeze wird viel zu tun haben, wenn es für jeden einzelnen Schnitt den entsprechenden Dateischnipsel im Rohmaterial auf der Festplatte suchen muss. Zumal die Timeline mit drei Videospuren und acht Audiospuren recht umfangreich ist.

Avid-Timeline des Dokumentarfilms Alltag Überwachung

Also spielte ich den Film einmal komplett auf Tape aus und importierte ihn dann wieder. Alternativ hätte ich auch einen Audio- und Video-Mixdown machen können. Das Resultat ist jedenfalls dasselbe: Der Film besteht auf der Timeline nur noch aus einer Videospur sowie zwei Audiospuren. Die habe ich dann erneut als Quicktime Reference exportiert und mit Sorenson Squeeze kodiert.

Das ging tatsächlich viel schneller. Aus den anfangs angezeigten 18 Stunden Kodierdauer wurden jetzt nur noch knapp drei. Das Problem blieb aber dasselbe: Nach etwa 25 Prozent tauchte derselbe Fehler wie oben erneut auf.

Anschließend exportierte ich den Film in drei Teilen zu jeweils ca. 16 Minuten Länge, um sie einzeln zu kodieren. Auch das half nichts, der Fehler trat wieder auf.

Am Ende habe ich den Film in insgesamt elf Teilen zu je vier bis fünf Minuten Länge exportiert und mit Sorenson kodiert. Das funktionierte. Das Problem ist also soweit eingeengt, dass es ganz offensichtlich an der Länge in Minuten der exportierten Timeline liegt. Wo genau die magische Grenze liegt, weiß ich nicht.

Die elf MPEG2-Dateien habe ich anschließend mit dem “Merge & Cut”-Tool von TMPGEnc wieder zusammengefügt, ohne sie dabei Rekodieren zu müssen.

Merge & Cut-Tool von TMPGEnc

Ich hoffe, dass Sorenson bald einen kostenlosen Bug-Fix zur Verfügung stellen wird, da die Arbeit mit Quicktime Reference-Dateien täglich Brot nicht nur für Videojournalisten ist.

K-Lite Codec Pack für PC

14. Juli 2006 | Kommentieren Sie diesen Artikel »

Wer davon genervt ist, für jedes erdenkliche Video-Format den richtigen Player bereit halten zu müssen, kann sich zum Beispiel mit dem K-Lite Codec Pack helfen. Damit lassen sich so ziemlich alle denkbaren Formate mit einem einzigen Player abspielen - offline sowieso, aber auch online gestreamtes Material dank eines Plugins für die gängigsten Browser. Also keine Nerverei mehr mit Real, WMV, Quicktime etc.

Das Codec Pack ist Freeware und in mehreren Versionen erhältlich, die sich ganz nach den Bedürfnissen des Anwenders richten.