Alle Beiträge der Kategorie 'Ton'

Current TV Survival Guide

30. Juli 2006 | Kommentieren Sie diesen Artikel »

Current TV, der von Al Gore vor etwa einem Jahr ins Leben gerufene TV-Sender, gestaltet sein Programm nach eigenen Angaben zu etwa einem Drittel mit Beiträgen von Usern.

Denen gibt der Sender handfeste Tipps im Survival Guide mit auf den Weg: Dort wird in mehreren Episoden anschaulich erklärt, worauf es bei der Produktion von TV-tauglichen Videos ankommt.

  • So geht es im “Storytelling Guide” um Ansätze, wie man einen Beitrag aufbauen kann, welche Stories funktionieren usw. Die Beispiele sind sehenswert.
  • Der “Gear Guide” zeigt, welche Dinge neben einer Kamera benötigt werden, um Material für das TV und das Web zu drehen.
  • Im “Shooting Guide” wird erklärt, wie man die ganzen Tools einsetzen sollte, um beispielsweise einen sauberen Sound aufzunehmen bzw. die Protagonisten vernünftig auszuleuchten.
  • Der “Editing Guide” verschafft einen kurzen Überblick über Schnittsoftware und wie sie funktioniert, bevor es im letzten Teil, dem “Compression Guide”, ausschließlich um die richtigen Parameter für die Komprimierung der Videos geht.

Der Survival Guide gibt den superschnellen Überblick über alles, was mit Video-Produktion für das Web bzw. das TV zu tun hat. Details sind dabei natürlich nicht zu erwarten.

Was ich an der DVX 100 schätze…

28. Juni 2006 | Kommentieren Sie diesen Artikel »

Ich bin von Kollegen in letzter Zeit häufiger gefragt worden, welche Kamera ich Ihnen empfehlen würde, um Video-Material für das Web zu drehen, das gleichzeitig für das Fernsehen taugt. Ohne für mich in Anspruch nehmen zu können, einen umfassenden Überblick über alle derzeit für Videojournalisten am besten geeigneten DV-Kameras zu haben, empfehle ich guten Gewissens immer wieder die DVX 100 von Panasonic.

Was mich an dem Gerät im Hinblick auf die Anforderungen meines Jobs überzeugt:

  • Die Bildqualität ist beeindruckend.
  • Alle Bedienelemente sind leicht zugänglich über mechanische und großzügig dimensionierte Schalter.
  • Der Schärfering ist groß und ohne Hindernisse zu bedienen.
  • Die Zoomwippe kann abgeschaltet werden. Alternativ kann über einen manuellen Ring gezoomt und aufgezogen werden.
  • Mit einem zweistufigen ND-Filter kann der Lichteinfall gedämpft werden. Daraus ergibt sich ein viel größerer kreativer Spielraum im Umgang mit der Blende und der Schärfentiefe von Bildern bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen.
  • Das Display ist sehr groß und hoch aufgelöst.
  • Es gibt einen Modus, mit dem sich die Schärfe von Objekten in Bildern über das Display viel besser beurteilen lässt.
  • Neben den Presets (3200K/5600K) gibt es zwei Speicherplätze für manuell ermittelte Weißabgleichwerte.
  • Der Bildstabilisator arbeitet überzeugend, was sich bei Aufnahmen mit langer Brennweite oder freihand geführter Kamera immer wieder bestätigt.
  • Über XLR-Stecker können zwei Mikrofone angeschlossen werden. Die Spannungsversorgung erfolgt wahlweise über Phantomspeisung.
  • Die beiden Tonkanäle können unabhängig voneinander gepegelt werden.
  • Der Shutter kann individuell eingestellt und jederzeit zugeschaltet werden. Das ist gut bei Aufnahmen von alten Röhrenmonitoren oder Fernsehern.
  • Der Sucher ist sehr groß dimensioniert.
  • Und, was nicht unwichtig ist: Die Kamera liegt gut in der Hand.

Zahlreiche Meinungen, Problemlösungen und Tipps rund um die DVX werden bei DVXuser.com ausgetauscht.

Auch auf die Gefahr hin, dass es albern wirkt, möchte ich es trotzdem anmerken: Ich stehe in keinerlei Beziehung zu dem Unternehmen Panasonic. Ich erhalte weder Geld noch andere Zuwendungen dafür, das ich diese Kamera an dieser Stelle empfehle. Ich nutze sie lediglich für meine Arbeit, und das sehr gern.

Musiknutzung online, Renommee Agent

27. Juni 2006 | Bisher 3 Kommentare »

Wer Musik in seinen online veröffentlichten Videos verwenden will, dem stehen mehrere Wege offen: Entweder ein GEMA-pflichtiges Musikstück lizenzieren, was nicht ganz so einfach ist. Oder für nicht-kommerzielle Zwecke ein Netlabel, das unter Creative Commons Lizenz veröffentlicht, fragen.

Mit dem Renommee Agent, derzeit noch in der Beta-Phase, lässt sich GEMA-freie Musik demnächst recht einfach lizenzieren. Die Plattform hilft zunächst bei der Suche nach dem geeigneten Musikstück für das geplante Vorhaben. Das auf der Website eingesetzte Flash-Interface lässt sich dabei äußerst angenehm bedienen.

Der Preis für eine Lizenz richtet sich ganz nach dem Vorhaben. Musik für Reportagen, die im Fernsehen ausgestrahlt werden sollen, ist zum Beispiel teurer als Musik für ein Online-Videocast.

Für private Videoblogger ist der Renommee Agent aber vermutlich keine Alternative. Der Preis für die einmonatige Nutzung eines Musikstücks beispielsweise aus der Rubrik “Funk” soll mehr als 1000,- Euro kosten. Da ist die GEMA dann wohl doch billiger.

Ein Interview mit dem Erfinder des Renommee Agent hat Moritz Sauer in seinem Magazin Phlow veröffentlicht.

Musiknutzung online, GEMA

21. Juni 2006 | Kommentieren Sie diesen Artikel »

Als Fiete und ich unseren Trailer zum Dokumentarfilm “Alltag Überwachung” online veröffentlichen wollten, hatten wir ursprünglich vor, ihn auf Musik des Berliner Künstlers Apparat zu schneiden. Daraus wurde allerdings nichts.

Denn wer so etwas in Deutschland machen und sich dabei rechtlich auf sicherem Boden bewegen will, muss schon eine Menge Geld übrig haben. Die GEMA verlangt laut ihres Tarifs VR-W 1 für die Einbindung eines Musikwerkes 25,00 Euro zzgl. 7 Prozent Mehrwertsteuer. Monatlich. Und dabei ist es egal, ob die Site gewerblich oder privat betrieben wird.

Etwas übertrieben, finde ich.

Der Preis gilt für Angebote, deren Seiten mit Musiknutzung bis zu 25.000 mal pro Monat abgerufen werden. Überprüfen kann die GEMA die tatsächliche Anzahl der Abrufe vermutlich nicht, da sie - meines Wissens - kein Zählsystem wie etwa die IVW anbietet.

Wir haben den Trailer schließlich umgeschnitten und Musik des Netaudio-Künstlers Blamstrain, der teilweise beim Netlabel Kahvi Collective unter Creative Commons-Lizenzbedingungen veröffentlicht, nutzen dürfen. Mit zwei, drei freundlichen Emails war die Sache geregelt. Kostenlos.