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Hyperlinks und Video

5. September 2007 | Bisher 3 Kommentare »

Auf NewTeeVee habe ich gerade gelesen, dass das US-Startup Asterpix eine Hyperlink-Technik entwickelt hat, an der auch andere Unternehmen zurzeit fleißig werkeln: Beliebige Objekte innerhalb eines Video-Streams können während der gesamten Spieldauer angeklickt und mit weiteren Informationen versehen werden, siehe Beispiel.

Einerseits lässt sich diese Technik - sparsam eingesetzt - vermutlich ganz gut für das Story-Telling verwenden. Im laufenden Video könnten User z.B. weitere Informationen über einen Protagonisten abrufen oder in einen anderen Handlungsstrang wechseln.

Verlinkte Personen bzw. Objekte werden mit einen sog. “Hotspot” (ein kleiner, animierter Kreis) markiert, der sich “motion-tracking”-ähnlich permanent mit der Person durch die Szene bewegt (auf Dauer kann das optisch natürlich sehr ablenken). Beim Klick wird das Video angehalten und ein neues Browser-Fenster mit Zusatzinformationen geöffnet.

Wem es um die Möglichkeiten geht, mit Videos Geld zu verdienen, wird mit dieser Technik natürlich auch ganz neue Chancen wittern.

Weniger Video ist mehr

6. Juli 2007 | Bisher 2 Kommentare »

Matthias Kretschmer hatte vor einiger Zeit einmal treffend beschrieben, wie Videos zurzeit in Online-Angebote integriert werden: Sie sind Fremdkörper, haben wenig mit korrespondierenden Texten zu tun, stehen als eigene Werke für sich und werden in einem separaten Bereich abgelegt.

“Der User muss in solchen Fällen auf der Site von Sektion zu Sektion springen, wenn er sich zu einem Thema umfassend mittels Text und Video informieren möchte.”

Video online zu gucken hat also viel mit dem guten Willen des Nutzers zu tun: Er muss gerade in der Stimmung dazu sein, über die nötige Zeit verfügen und dann auch noch eine Hohe Frusttoleranzgrenze haben.

Die BBC will die Sache jetzt anders angehen. Texte und Video sollen mehr zu einer Einheit verschmelzen, sich gegenseitig ergänzen und nicht - wie so oft auf den Nachrichtenseiten - redundante Informationen liefern.

Tests der BBC haben ergeben, dass sich die Nutzungsquoten von eingebetten und speziell aufbereiteten Videos deutlich von denen unterscheiden, die in Mediatheken versteckt sind. Daher will man künftig weniger Videos einsetzen, die wenigen aber viel gezielter.

Pete Clifton, BBC News Interactive-Chef, sagt:

“The results from the trial we did with embedded video were hugely positive in terms of the conversion rate of people reading the stories and watching the video. […] With the embedded video, up to 40 per cent of people were watching it. In its normal format, when you watch it in a different place [in a standalone player], it’s about two per cent.”

Und er fasst das Dilemma noch einmal gut zusammen:

“What irritates the hell out of people is if they click a story which says ‘Britain buys 100 new tanks for the war in Afghanistan’ they then click on the video and it’s just a bloke standing in Whitehall saying ‘they’re going to buy 100 new tanks for the war in Afghanistan’. The viewer could say ‘you’ve wasted my time.”

Nur so eine Vermutung: Wenn die erste Video-Welle abgeebbt ist und die großen Nachrichtenanbieter über einen bevorstehenden Relaunch ihrer Sites nachdenken, werden sie sicher keinen separat ausgewiesen Navigationspunkt “Video” mehr führen.

(gefunden bei Alexander Svensson)

Kapitelweise durch Videos navigieren

20. Juni 2007 | Kommentieren Sie diesen Artikel »

Web-Video ist zurzeit eine lineare Angelegenheit, entspricht also eigentlich gar nicht den Möglichkeiten des Web. Vor und zurück, Pause und Lautstärke regeln - mehr geht bei den meisten Playern nicht.

Wolfgang Blau hat mich auf einen besseren Ansatz hingewiesen: Die langen Flash-Videos auf der TED-Website sind in Kapitel unterteilt, die dem User angezeigt werden, sobald er mit der Maus über die Bildfläche fährt. Eine super Lösung vor allem für längere Videos.

Das ganze kann technisch natürlich nur einwandfrei funktionieren, wenn das Video über einen echten Streaming-Server ausgeliefert wird. Bei einem progressiven Download (so werden die meisten Flash-Videos zurzeit angeboten) könnten die Kapitel erst angesprungen werden, wenn die Datei bis zur entsprechenden Stelle schon heruntergeladen wurde. Bei 23 Minuten Länge - wie im Beispiel - kann das dauern.

Ein nettes Gimmick ist auch die Bewertungsfunktion. Während das Video läuft, können User aus einer vorgegebenen Liste wählen, wie sie das Video finden. Das Ergebnis wird anschließend als Tag-Wolke angezeigt.

Einen Schritt weiter ging bereits im letzten Jahr der Service click.tv. User konnten dort an beliebigen Stellen Kommentare in den Videos hinterlassen. click.tv ist inzwischen leider offline. War wohl seiner Zeit voraus.

45 Minuten Video - zu lang?

26. November 2006 | Bisher 5 Kommentare »

Während wir uns zur Jahrtausendwende noch Gedanken machten, wie man Texte optimal für das Web aufbereitet, zerbricht man sich heute den Kopf über Gestaltung und Längen von Videos fürs Web.

Wenn ich in diesem Zusammenhang lese, dass die Mehrzahl der User nach etwa 15 Prozent der Gesamtspielzeit eines etwa sieben Minuten kurzen Videos schon abbricht, frage ich mich, wie erfolgversprechend die Idee ist, unseren Film Alltag Überwachung online am gesamten Stück zu veröffentlichen.

Ich bin für jeden konstruktiven Vorschlag dankbar, wie man ein Video von etwa 45 Minuten Länge so im Web veröffentlichen kann, dass es sich auch jemand anschaut.

Welche Technologie für das Video-Encoding nutzen?

30. August 2006 | Bisher 4 Kommentare »

Redaktionen, die Videos in ihre Angebote integrieren möchten, werden sich auch mit der Frage auseinandersetzen, in welchem Format sie ihr Material veröffentlichen. Denn es gibt ganz unterschiedliche Encoding- und Streaming-Technologien, die jeweils Vor- und Nachteile haben.

Eine aktuelle Studie der Indiana University-Purdue University Indianapolis ist da eine gute Enscheidungshilfe, denn sie bewertet ausführlich die fünf verschiedenen Technologien

  • Adobe Flash 8 On2 VP6 Video Encoder
  • Apple QuickTime Pro 7
  • Microsoft Windows Media Encoder 9 Series
  • Real Network RealProducer Plus 11
  • VX30 Zentu Encoder 1.0

unter folgenden Fragestellungen:

  • Lassen sich die Videos für User problemlos abspielen? Wie verbreitet sind die Player?
  • Wie schnell startet der Stream und wie oft treten Verzögerungen während des Abspielens auf?
  • Wie hoch ist die dargestellte Qualität der Videos?
  • Wie hoch sind die Kosten für das Encoding und die evtl. vorausgesetzte Server-Software?
  • Wie lange dauert es, verschiedene Versionen der Videos für unterschiedliche Bandbreiten zu kodieren?
  • Wie groß sind die kodierten Dateien?

Die Studie bescheinigt der VX30-Technologie das größte Potenzial: VX30 kommt ohne speziellen Player aus (das Video wird über ein Java-Applet abgespielt), das Streaming kann über HTTP (also ohne speziellen Server) erfolgen und der Encoder arbeitet sehr zügig. Mir ist allerdings keine Redaktion bekannt, die auf VX30 setzt.

Anders sieht es bei der Flash-Technologie aus, dem Zweitplatzierten der Studie. Flash ist nach Angaben des Herstellers Adobe ziemlich weit verbreitet.

Der Studie zufolge ist die Qualität von Flash-Videos hoch, was jedoch erkauft werde durch hohe Kosten für den Betrieb spezieller Streaming-Server (auch wenn Flash Pseudo-Streaming über HTTP beherrscht). Zudem dauere das Encoding ziemlich lange und die generierten Dateien seien sehr groß.

Auf den Plätzen folgen Windows Media, Real und Quicktime. Getestet wurde sowohl auf einem Windows-PC als auch auf einem Mac.

Auf der Website der Studie haben die Macher für jede getestete Technologie ein Tutorial veröffentlicht. Darin geht es um die Wahl der richtigen Parameter wie etwa Bitrate, Framerate, Sound-Settings usw.

Gefunden bei Mindy McAdams.