Die sichere Stadt
23. Juli 2007 | Bisher 2 Kommentare »Sehenswerter Auftakt einer mehrteiligen Video-Serie zum Thema Überwachung bei ZEIT online.
(Leider steigt bei 5:21 der Ton aus - oder ist das nur bei mir so?)
Sehenswerter Auftakt einer mehrteiligen Video-Serie zum Thema Überwachung bei ZEIT online.
(Leider steigt bei 5:21 der Ton aus - oder ist das nur bei mir so?)
Hätte Frerk hier nicht einen Kommentar hinterlassen, wer weiß, wann ich auf sein FOLGE Magazin gestoßen wäre.
Frerk beschreibt FOLGE als “ein Interview-Magazin über die interessantesten zeitgenössischen Köpfe”. Drei Portraits kann man sich bereits ansehen.
Im ersten Eintrag des begleitenden Blogs schreibt er:
“Wir reden mit unseren Interviewpartnern über das Leben, was es ausmacht und warum es so ist, wie es ist. Wir wollen eine neue Qualität der intelligenten Unterhaltung verwirklichen, die wir ansonsten kaum noch vorfinden.”
Die Videos sind auf ihre eigene Art und Weise Hochglanz, und dabei trotzdem intim - das ist mir vor allem bei dem Portrait über den Schauspieler Axel Prahl aufgefallen.
Gedreht wird ganz offensichtlich mit zwei Kameras und - wie beim Prahl-Interview - im Team, was in der Montage abwechslungsreiche Blickwinkel ermöglicht.
Die Musik kommt vom Netlabel Aerotone, das unter Creative Commons-Bedingungen veröffentlicht, die auch eine Weiterbearbeitung erlauben.
Anklicken, zurücklehnen, wirken lassen. FOLGE ist eine echte Perle unter den Video-Formaten da draußen.
Wer sich erst seit kurzem für die Videoproduktion interessiert und sich noch in der frühen Experimentierphase befindet, sollte unbedingt einen Blick in den Good Shooting Guide der BBC werfen. Dort werden die Basics sehr verständlich, kurz und bündig erklärt.
Was muss vor einem Dreh alles bedacht werden? Welches Equipment wird benötigt? Wann ist ein Bildausschnitt richtig gewählt? Wie zieht man die Schärfe? Wie lassen sich Handlungen in Bildsequenzen zerlegen? Mit welchem Mikrofon zeichne ich den Ton auf?
Wie von der BBC gewohnt, wurde das Tutorial natürlich vorbildlich mit Video- und Audiomaterial angereichert.
Web-Video ist zurzeit eine lineare Angelegenheit, entspricht also eigentlich gar nicht den Möglichkeiten des Web. Vor und zurück, Pause und Lautstärke regeln - mehr geht bei den meisten Playern nicht.
Wolfgang Blau hat mich auf einen besseren Ansatz hingewiesen: Die langen Flash-Videos auf der TED-Website sind in Kapitel unterteilt, die dem User angezeigt werden, sobald er mit der Maus über die Bildfläche fährt. Eine super Lösung vor allem für längere Videos.
Das ganze kann technisch natürlich nur einwandfrei funktionieren, wenn das Video über einen echten Streaming-Server ausgeliefert wird. Bei einem progressiven Download (so werden die meisten Flash-Videos zurzeit angeboten) könnten die Kapitel erst angesprungen werden, wenn die Datei bis zur entsprechenden Stelle schon heruntergeladen wurde. Bei 23 Minuten Länge - wie im Beispiel - kann das dauern.
Ein nettes Gimmick ist auch die Bewertungsfunktion. Während das Video läuft, können User aus einer vorgegebenen Liste wählen, wie sie das Video finden. Das Ergebnis wird anschließend als Tag-Wolke angezeigt.
Einen Schritt weiter ging bereits im letzten Jahr der Service click.tv. User konnten dort an beliebigen Stellen Kommentare in den Videos hinterlassen. click.tv ist inzwischen leider offline. War wohl seiner Zeit voraus.
Bereits im vergangenen Jahr hatte das NDR-Medienmagazin ZAPP über den Einsatz von Videojournalisten bei der BBC berichtet. Schade fand ich schon damals, dass auf der ZAPP-Website nur der Text des Beitrags, nicht aber der Beitrag selbst zu finden war.
Durch Zufall habe ich das Video aber eben auf der Seite von Sabine Streich, die selbst als Videojournalistin arbeitet, gefunden.
Wer sich bereits ausführlich mit Videojournalismus auseinandergesetzt hat, wird nicht viel Neues erfahren. Aber als Einstieg in das Thema kann man sich das Video ruhig mal ansehen.
Der ZAPP-Beitrag ist übrigens auch von einer Videojournalistin gedreht worden.