Panasonic HPX171 mit Letus Extreme 35mm-Adapter

12. November 2009 | Kommentieren Sie diesen Artikel »

Da es inzwischen DSLR-Kameras mit Videofunktion wie die Canon EOS 5D Mark II gibt, könnten 35mm-Adapter für Videokameras demnächst wohl ein wenig außer Mode kommen.

Panasonic HPX171 mit Letus Extreme und Marshall V-LCD70P-HDA

Insofern bin ich mit der Anschaffung etwas spät dran. Aber nachdem ich lange damit geliebäugelt und mich immer wieder gefragt habe, ob es meine Arbeit wirklich nach vorne bringen könnte, habe ich mir im Februar einen Letus Exteme 35mm-Adapter gekauft. Zunächst einmal vorab: Seitdem habe ich meine HPX171 nicht mehr ohne genutzt.

Die Höhe der Folgeinvestitionen nach einem Adapterkauf ist allerdings nicht von schlechten Eltern: Neben dem reinen Adapter braucht man natürlich zunächst mal gute Linsen. Ich habe mir ausschließlich alte, gebrauchte Nikon-Festbrennweiten gekauft (Dank an Florian und Christian für die Tipps): Eine 28mm f2.8 (mehr oder minder weitwinklig), eine 50mm Normalsicht f1.4 sowie eine 85mm f2.0.

28mm Nikon AI-S, 50mm Nikon AI, 85mm Nikon AI-S

Weil der Adapter mit Nikon-Linse sehr schwer ist und ohne weitere Stabilisierung das Objektiv der Kamera beschädigen würde, braucht man ein Support-Rod-System, also ein paar Rohre, Klemmen und Halterungen, mit denen man Kamera und Adapter ordentlich befestigt. Ich habe mich für Elemente von Zacuto entschieden, die zwar nicht gerade günstig, aber sehr gut verarbeitet und an allen Ecken und Enden erweiterbar sind.

Da die Kamera nun ein paar Kilo schwerer geworden ist, musste leider auch noch ein weiteres Stativ her, denn der gute, alte Sachtler DV 2 II-Kopf trägt das alles nicht mehr (genau genommen trägt er es schon, aber Schwenks sind einfach keine Freude mehr). Ich habe mich für den Sachtler FSB8-Kopf entschieden, das ganze auf DA 75 L-Beinen. Eine gute, stabile Konstruktion, die immer noch einigermaßen leicht ist.

Doch leider ist das immer noch nicht das Ende der Fahnenstange. Wer die HPX171 kennt, weiß, dass das LCD-Display nicht unbedingt für seine hohe Auflösung bekannt ist. Und gerade bei der Arbeit mit einem 35mm-Adapter sind einfach bestimmte Arbeitsweisen (wie beim Interview etwa die Schärfe auf der Augenpartie eines Interviewpartners zu ziehen) nicht mehr ohne weiteres möglich.

Um die Schärfe wesentlich besser kontrollieren zu können, habe ich nach einigen Überlegungen (Kosten vs. Nutzen) zu einem externen Marshall-Videomonitor (Modell V-LCD70P-HDA) gegriffen. Zwar bin ich auch hier nicht so richtig von der Abbildung auf dem Display begeistert, aber in Kombination mit dem HPX-Display und der darauf zugeschalteten Kantenscharfzeichnung liege ich eigentlich nie falsch, auch nicht bei HD-Aufnahmen.

Marshall-Videomonitor V-LCD70P-HDA

Nach einem Dreivierteljahr der Arbeit mit diesem Setup ist es vielleicht noch etwas früh, ein abschließendes Fazit zu ziehen. Aber soviel für den Moment: Die Arbeit mit Adapter ist wesentlich komplizierter und läuft schon allein deshalb statischer, weil alles viel schwerer wiegt. Die Kamera mal eben aus der Hand zu führen ist Vergangenheit. Das meiste drehe ich daher vom Stativ.

Panasonic HPX171 mit Letus Extreme und DVRig Pro

Um das zu ändern, versuche ich gerade, die HPX171 samt Letus Extreme mit dem DVRig Pro zu verheiraten. So ließe sich das ganze vermutlich etwas bequemer schultern. Da die HPX/Adapter-Konstruktion aber sehr frontlastig ist, kann ich die Kamera nicht mehr vernünftig ausbalancieren und auf dem Rig befestigen. Der Schwerpunkt der HPX samt Letus liegt ungefähr unter dem Adapter, so dass ich dort noch eine Halterung für die Kameraplatte installieren muss. Ich warte derzeit noch auf das Teil.

Auch Zoomen gibt’s nicht mehr, das heißt: Um die Einstellungsgröße zu ändern, muss ich näher ran – oder aber eine andere Linse mit entsprechender Brennweite montieren.

Also warum das alles, wenn’s die Arbeit nur komplizierter macht? Ganz einfach: Die Bilder entschädigen für alles.

Für mich lohnt sich der Einsatz des Adapters bisher vor allem bei Interviews für Magazinbeiträge sowie bei ruhigen Einstellungen, bei denen ich alle Zeit der Welt habe um das Bild einzurichten. Für schnellere Situationen drehe ich immer noch mit der guten, alten DVX100 ganz ohne Adapter.

Ende der Sendepause

11. November 2009 | Bisher 1 Kommentar »

Im März habe ich mir noch gedacht, dass ich erst wieder etwas in mein Blog schreiben werde, wenn ich das Layout überarbeitet habe. Leider bin ich erst heute, also ca. acht Monate später, dazu gekommen. Hallo an alle, die meinen Feed abonniert haben und hier noch mitlesen.

Zu den Änderungen (für ausschließliche Feed-Leser uninteressant): Die Hauptspalte für den Inhalt war mir immer zu schmal, nämlich 366 Pixel. Ein blödes Format für Fotos und Videos. Ich habe sie jetzt auf das Idealmaß von 640 Pixel gebracht und die Schriftgrößen dementsprechend angepasst. Mag sein, dass hier vor allem wegen der alten Bilder alles noch ein bisschen aussieht wie Kraut und Rüben, aber das wird schon werden.

Also, weiter geht’s.

Ifra-Training im März: Kostengünstige Online-Videoproduktion mit der Flip

6. März 2009 | Bisher 2 Kommentare »

Flip Ultra

Wie ich bereits hier beschrieben hatte, halte ich Videokameras wie die kleine Flip für eine gute Ergänzung des Online-Videojournalismus: Reporter sollten sie auf ihren zahlreichen Terminen dabei haben, um damit bei Gelegenheit O-Töne oder kurze Sequenzen einzufangen. Mit diesem Material können Online-Redaktion ihre Berichterstattung gezielt anreichern – und das auf eine kostengünstige Art und Weise.

Gemeinsam mit der Ifra biete ich am 30. und 31. März ein Einsteiger-Training zur Online-Videoproduktion mit der Flip an. Ein paar Plätze sind noch frei.

Das Training wird sehr praxislastig sein: Jeder Teilnehmer wird einen kompletten Videobeitrag mit Handlungssequenzen und O-Tönen produzieren.

In verschiedenen, aufeinander aufbauenden Modulen geht es zunächst um die Grundlagen der Videogestaltung und -produktion, stets mit Blick auf die Besonderheiten der Flip-Kamera. Schneiden werden wir mit Final Cut Express (das ähnlich funktioniert wie zahlreiche andere Programme aus dem PC- oder Mac-Bereich).

Damit die erworbenen Kenntnisse in der Redaktion direkt umgesetzt werden können, gehört jedem Teilnehmer die Kamera direkt nach dem Seminar.

Weitere Details sowie die Möglichkeit zur Anmeldung auf der Ifra-Website.

Wer sich in das Thema Flip und Postproduktion mit der Flip schon mal einlesen möchte:

Bei Regen drehen

11. Februar 2009 | Bisher 2 Kommentare »

Das Wetter war am Dienstag ja nicht besonders berauschend: Morgens noch einigermaßen trocken, ab Mittag dann Dauerregen, der später in Schneeregen überging.

Zum Glück war die Vorhersage für das Sauerland ziemlich präzise, so dass ich meine Kamera bereits am Montagabend wetterfest für einen mehrstündigen Dreh in den Wäldern rund um Schmallenberg machen konnte.

Von verschiedenen Herstellern wie Porta Brace gibt es zwar Regenmäntel für allerlei Kameratypen, aber ich arbeite ungern damit.

Meine Regenhaube von Petrol verdeckt die wichtigen Schalter und Knöpfe am vorderen Teil der Kamera, durch das Sichtfenster zum LCD-Display kann man kaum die Bildschärfe kontrollieren. Zudem fühlt sich alles fürchterlich steif und ungelenk an. Möglich ist damit allenfalls Run and Gun im Vollautomatikmodus.

Daher habe ich die Kamera lieber selbst regenfest gemacht. Gebraucht habe ich dafür nicht viel mehr als ein paar Gefrierbeutel bzw. Plastiktüten, etwas Frischhaltefolie, ein paar Streifen Gaffer-Tape sowie etwa eine Stunde Zeit. Das Ergebnis sah dann so aus:

Panasonic HPX171 wetterfest gemacht

Den Gefrierbeutel habe ich so weit wie möglich über das Objektiv und den Kamerabody gezogen, anschließend ein Loch für die Linse hineingeschnitten und die Ränder an der Gegenlichtblende verklebt.

Gefrierbeutel haben zwei Vorteile: Einerseits sind sie durchsichtig, andererseits ziemlich reißfest. Ideal also, um damit sämtliche Bereiche mit Schaltern und Knöpfen abzudecken.

Wichtig war für mich vor allem der Zugriff auf folgende Funktionen: Weißabgleich, ND-Filter, Blendenring sowie Push-Auto. Zudem am hinteren Teil der Kamera die Belegung der Tonkanäle, das Zebra sowie die Regler für den Tonpegel.

Um die Tasten, Schalter und Ringe noch einigermaßen gut bedienen zu können, habe ich die Folie nicht sehr stark gepannt, sondern relativ viel Spiel gelassen.

Einen Kompromiss musste ich beim Fokussierring und beim Zoomring eingehen. Unter der Folie lassen sie sich kaum vernünftig bedienen, also musste ich mich auf die Push-Auto-Taste verlassen sowie die Zoom-Wippe einschalten.

Zugriff auf sämtliche Schalter bleibt erhalten

Da ich das interne Mikrofon gar nicht gebraucht habe, konnte ich es getrost komplett abkleben. Den O-Ton des Hauptprotagonisten habe ich per Funkstrecke abgenommen und den Empfänger an der Kamera entsprechend wasserdicht verklebt.

Die Atmo habe ich über ein externes Mikrofon (Sennheiser ME44) aufgezeichnet. Das war auch die einzig undichte Stelle an der gesamten Konstruktion, denn im Laufe des Tages hat sich der Windschutz mit Wasser vollgesogen. Das Mikro hat es aber überlebt, der Windschutz trocknet derzeit auf der Heizung.

Die Löcher in den Folien für Mikrofon- und Kopfhörerkabel habe ich genauso mit Gaffer-Tape abgedichtet wie sämtliche Nahtstellen.

Das Display mit Frischhaltefolie überzogen

Über das LCD-Display habe ich ein wenig Frischhaltefolie gezogen. Hier sollte man möglichst genau arbeiten (genauer als ich, wie auf dem Bild unten zu sehen ist), denn je strammer und faltenfreier die Folie sitzt, desto besser kann man das Bild erkennen.

Aber Vorsicht: Die Frischhaltefolie ist bei Weitem nicht so reißfest wie die Gefrierbeutel. Ungestüme Behandlung kann schnell ein Leck reißen.

Der Drehtag war wegen des miesen Wetters alles in allem ziemlich anstrengend. Aber die Konstruktion hat die Kamera absolut trocken gehalten.

HPX171, Kälte, Fokussierring

2. Februar 2009 | Bisher 8 Kommentare »

Frage an alle HPX171-Nutzer: Habt ihr auch das Problem, dass sich der Fokussierring bei niedrigen Temperaturen wie heute extrem schwer drehen lässt? Fühlt sich bei mir fast so an, als würde er festfrieren.

Bei den Drehs in letzter Zeit war das ziemlich nervig. Je kälter, desto fester. Als es Ende Dezember, Anfang Januar richtig knackig kalt war, war der Ring eigentlich nicht zu gebrauchen. Aber selbst an Tagen wie heute (ca. fünf Grad Celsius) muss ich schon ziemlich Kraft aufwenden.

Auf DVXuser.com ist das Problem auch mal kurz angerissen worden, wurde aber leider nicht zuende diskutiert.