Die Sony FS5 im Super16-Modus mit dem Angénieux 17-68 f/2.2

8. Juli 2016 | Schlagworte: - - - -

Mini-Doku über die Leidenschaft meiner damaligen Fußballmannschaft. Gedreht habe ich mit der Sony FS5 und der Blackmagic Pocket Cinema Camera (BMPCC) sowie überwiegend dem Angénieux 17-68 f/2.2 (außerdem mit dem Panasonic 12-35 f/2.8, dem Nikkor 24mm f/2.0 AI-S und dem Sony 18-105mm f/4.0). Die Musik stammt von Professor Kliq, dessen Werke man beispielsweise bei audioagency lizenzieren kann. Dieses Video habe ich unter Creative Commons Lizenz (CC BY-NC-ND 3.0 DE) veröffentlicht.

Bereits an der Blackmagic Pocket Cinema Camera (BMPCC) ist das Angeniéux 17-68mm f/2.2 eines meiner Lieblingsobjektive geworden, nicht nur weil es ein komplett mechanischer und vor allem parfokaler Zoom ist, sondern auch weil es einen optisch sehr eigenwilligen Charakter hat, den ich sehr gern mag. Unter anderem hier, hier und hier habe ich über einige meiner Erfahrungen damit geschrieben. Einziges Manko der Angénieux/BMPCC-Kombi: Bei einer Brennweite von 17mm, kleiner Blendenöffnung und Schärfe im Nahbereich kommt es zu kleinen Randabschattungen, da der BMPCC-Sensor eben doch ein wenig zu groß ist. Offiziell ist das Angénieux 17-68 aber auch kein Super16-Objektiv, sondern eben nur eines für das 16mm-Format.

Als ich mich Ende vergangenen Jahres von meinem alten Arbeitspferd, der Panasonic AF101, getrennt habe und auf die Sony FS5 umgestiegen bin, war ich sehr gepannt darauf, wie gut das Angénieux mit dieser Kamera harmoniert. Die FS5 mit ihrem Super35-Sensor bietet ein interessantes Feature, den sog. Center Scan-Modus. Dabei nutzt sie lediglich den mittleren HD-Bereich des 4K-Sensors – und das entspricht eben ziemlich genau dem Super16-Format. Wer mehr darüber lesen möchte: Dieser Artikel erklärt die Funktionsweise sehr nachvollziehbar anhand der Sony F5 und F55, die ebenfalls über dieses Feature verfügen.

Die gute Nachricht: Das Angénieux vignettiert an der Sony FS5 überhaupt nicht. Und zwar auch dann nicht, wenn ich – wie in diesem Blog-Eintrag beschrieben – Filter mit 58mm-Gewinde vor das Objektiv schraube. Ein paar Abbildungen, die das verdeutlichen:

Angenieux 17-68mm f/2.2 an Sony FS5: Full Sensor Scan, 17mm, f/22, Schärfe im Nahbereich

Abb. 1: Nutzt man die gesamte S35-Sensorfläche, zeichnet die Kamera dieses Bild auf, wenn man die Brennweite auf 17mm stellt, die Blende nahezu schließt und die Schärfe auf den maximalen Nahbereich von 1.2m einstellt.

Angenieux 17-68mm f/2.2 an Sony FS5: Full Sensor Scan, 17mm, f/22, Schärfe auf Unendlich

Abb. 2: Verlagert man die Schärfe allerdings auf Unendlich, dann wird der Bildkreis noch einmal etwas größer und die Gefahr von Randabschattungen müsste sinken.

Angenieux 17-68mm f/2.2 an Sony FS5: Center Scan, 17mm, f/22, Schärfe auf Unendlich

Abb. 3: Das zeigt sich dann auch, sobald man umschaltet in den Center Scan-Modus. Liegt die Schärfe im unendlichen Bereich, gibt es sowieso keine Probleme.

Angenieux 17-68mm f/2.2 an Sony FS5: Center Scan, 17mm, f/22, Schärfe im Nahbereich

Abb. 4: Liegt die Schärfe hingegen im Nahbereich, gibt es – und das ist der feine Unterschied zur BMPCC – ebenfalls keine Probleme. Daraus kann man schließen, dass der Sensor der BMPCC ein klein wenig größer ist als der Center Scan-Bereich der Sony FS5.

Abgesehen davon, dass das Objektiv ohne Einschränkungen an der Sony FS5 funktioniert, passt es ganz nebenbei auch wunderbar zur Größe der Kamera. Eigentlich sieht es aus wie dafür gemacht. Das Angénieux ist so leicht und kompakt, dass der Kamera-Mount es problemlos auch ohne zusätzliche Stabilisierung halten kann. Wer wie ich eine C-Mount-Version des Objektivs besitzt, braucht natürlich einen entsprechenden Adapter auf Sonys E-Mount-System. Ich empfehle, ähnlich wie bei der BMPCC, einen ciecio7-Adapter (*) – er sollte so präzise gefertigt sein, dass das Auflagemaß eingehalten wird und das Objektiv seine parfokalen Eigenschaften behält.

Sony FS5 mit Angenieux 17-68 f/2.2

Wer übrigens mit S-Log2 oder S-Log3 arbeitet, weiß, dass dunklere Bereiche im Bild schnell rauschen. Daher lautet die Empfehlung ja auch, beim Dreh eine bis eineinhalb Blenden überzubelichten und später in der Postproduktion die Belichtung nach unten wieder anzupassen. Dadurch geht das Rauschen normalerweise in den dunkleren Bildbereichen unter. Diese Regel sollte gerade im Center Scan-Modus der FS5 beachtet werden, da durch den vergrößerten Sensorausschnitt auch das Rauschen wesentlich deutlicher zur Geltung kommt.

Wer sehen will, welche Ergebnisse man mit dem Objektiv in der Praxis erzielen kann, sollte sich zumindest die Intro-Sequenz (etwa die ersten viereinhalb Minuten) des oben eingebetteten Beispiel-Videos anschauen. Lediglich die Szene aus dem fahrenden Auto heraus wurde mit dem FS5-Kit-Objektiv (18-105mm f/4) gedreht.

(*) Ein kurzer Hinweis zum Schluss: Ich verlinke ungern auf Shop-Seiten. Bei einem techniklastigen Blog wie diesem lässt sich das aber manchmal schwer vermeiden. Deshalb nochmal deutlich: Bei allen Links auf R73.net handelt es sich nicht um Affiliate-Marketing, Partner-Links oder anderweitig kommerziell motivierte Verknüpfungen. Ich betreibe das Blog aus Spaß an der Sache, nicht um mit Produkthinweisen Geld zu verdienen.

Eine simple, kompakte, externe SSD mit Thunderbolt-Anschluss

3. Dezember 2015 | Schlagworte: - -

Vor ein paar Tagen habe ich mir eine externe Lacie Rugged-Festplatte mit Thunderbolt-Anschluss gekauft, aufgeschraubt und nach dieser Anleitung (alternativ auch nach dieser) eine SSD eingebaut. Das dauert bei mittelmäßiger technischer Begabung etwa 15 Minuten und hat zumindest bei mir funktioniert. Die Garantie ist durch diesen Eingriff natürlich erloschen.

Lacie Rugged Thunderbolt mit Samsung 850 EVO SSD

Warum das ganze?

Es kommt immer wieder vor, dass ich ein Video in der Bahn oder in einem Hotelzimmer am Laptop schneide, am nächsten Tag dasselbe Projekt am Arbeitsplatz vorm Desktop-Rechner weiter bearbeite, um tags darauf wieder im Zug zu sitzen und dasselbe Projekt am Laptop… Und so weiter.

Beim Schneiden möchte ich die Vorteile von SSDs inzwischen nicht mehr missen. Daher bin ich bisher immer so vorgegangen, dass ich die beiden Macs zusammengeschlossen habe, um das Projekt im Target Disk Mode von der internen SSD meines Laptops auf die interne SSD meines Desktops zu kopieren – und umgekehrt. Ein zusätzlicher Arbeitsschritt, der manchmal sehr ungelegen kommt.

Was mir für solche Projekte bisher fehlte, war eine simple, sehr kompakte externe SSD-Lösung, die ich via Thunderbolt sowohl an den Laptop als auch an den Desktop anschließen kann – ohne Netzteil, so leicht und platzsparend wie möglich.

Die einfachste Lösung wäre natürlich ein externes Thunderbolt-Gehäuse, in das man dann eine SSD seiner Wahl steckt. Ich habe lange gesucht, aber einfach nichts gefunden. Während der Markt mit einfachen USB 3.0-Festplatten-Enclosures für wenig Geld überflutet wird, herrscht bei vergleichbaren Thunderbolt-Caddys absolute Leere.

Zwar gibt es Lösungen wie beispielsweise das G-Drive ev ATC mit Thunderbolt-Anschluss, das aber recht teuer wird, wenn man es mit einer SSD statt einer Festplatte nutzen möchte. Denn leider kann man nicht jede x-beliebige SSD nachrüsten, sondern nur die von G-Technologies verkaufte G-Drive ev SSD.

Meine Lösung mit der Lacie Rugged-Festplatte, die ich gegen eine Samsung 850 EVO-SSD mit 500 GB ausgetauscht habe, lohnt sich (Stand Dezember 2015) preislich auf jeden Fall gegenüber deutlich teureren Komplettlösungen – erst recht, wenn man für die ausgebaute 1 Terabyte große 2.5″-Festplatte noch eine Verwendung hat. Kleiner (und dementsprechend günstiger) kann man die Lacie-Platte zurzeit leider nicht erwerben.

Da mein Laptop mit einem Thunderbolt-Anschluss der ersten Generation ausgestattet ist (Maximalgeschwindigkeit: 10 Gbps), fällt der Geschwindigkeitstest mit Blackmagic Disk Speed Test im Vergleich zur internen SSD zwar moderat aus, für meine Zwecke aber völlig ausreichend.

Blackmagic Disk Speed Test

Das Schneider Kreuznach Cinegon 10mm f/1.8 an der BMPCC

2. Juli 2015 | Schlagworte: - - -

Das Video zeigt Impressionen verschiedener Orte in Berlin, meistens mit Blendenwerten zwischen f/4 und f/8 aufgenommen. Gegen Ende des Clips sind ein paar Aufnahmen nach Sonnenuntergang mit Offenblende zu sehen. Die Musik stammt von Lee Rosevere, der einen Teil seines Repertoires im Free Music Archive unter Creative Commons Lizenz (CC BY-NC 3.0) zur freien Verfügung gestellt hat.

Auf der Suche nach einem weitwinkligen Objektiv für die Blackmagic Pocket Cinema Camera (BMPCC) mit ihrem kleinen Super16-Sensor (Crop-Faktor 2.88) kann man unterschiedliche Wege einschlagen. Ich liste mal auf, was mir bekannt ist und equivalent zum Vollformat auf maximal 30mm herauskommen würde (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

Für Weitwinkel-Aufnahmen setze ich das Schneider Kreuznach Cinegon 10mm f/1.8 ein, das an der BMPCC einen Bildausschnitt zeigt, der aussieht wie bei einem 29mm-Objektiv an einem Vollformat-Sensor. Das Cinegon wurde für 1″ Zoll große Sensoren (also leicht größer als die der BMPCC) konzipiert und ist eigentlich gedacht für die industrielle Bildverarbeitung. Es ist wirklich sehr klein und passt auch deshalb wunderbar zur BMPCC. Um es anzuschließen, benötigt man einen Adapter von C-Mount auf MFT. Wie auch beim Angenieux 17-68 Zoom-Objektiv, über das ich hier schon einiges geschrieben habe, nutze ich dazu den ciecio7-Adapter.

Schneider Kreuznach Cinegon 10mm f/1.8

Weil dieser Adapter sehr präzise gefertigt ist, stimmen die Entfernungsangaben – vor allem natürlich die Unendlich-Einstellung – absolut verlässlich überein. Nur leider stehen auch hier die Zahlenwerte nicht oben mittig, nachdem man das Objektiv angeschraubt hat, sondern – zumindest bei mir – an der rechten Seite. Nicht weiter schlimm.

Der Blendenring läuft weich und stufenlos, der Fokusring angenehm gedämpft. Um die Schärfe vom Nahbereich (0.20 Meter) auf Unendlich zu stellen, muss man den Ring einmal fast komplett drehen.

Das Objektiv verfügt über ein gewöhnliches Filtergewinde mit 55mm Durchmesser. Um Filter anzubringen, empfehle ich auf jeden Fall einen Stepup-Ring auf ein deutlich größeres Maß. Ich nehme z.B. einen 72mm-UV/IR-Cut-Filter, kombiniert mit einem variablen ND-Filter, der an seiner Vorderseite wiederum einen Anschluss auf 77mm bietet. Daran habe ich noch eine Sonnenblende geschraubt, auch um den ND-Filter beim Einstellen der Belichtung besser greifen zu können. Mit dieser Konstellation kommt es zu keinerlei Randabschattungen.

Schneider Kreuznach Cinegon 10mm f/1.8 mit UV/IR- und ND-Filter in 72mm

Dadurch sieht das Objektiv zwar sehr ungewöhnlich aus, aber darauf kommt es ja nicht an.

Seite 3 von 62
1234567