Wie man Standard-Filter vor das Angénieux 17-68 f/2.2 Zoom-Objektiv schrauben kann

12. Mai 2015 | Schlagworte: - - -

Vor einiger Zeit hatte ich in diesem Eintrag eine vorläufige und eher halbgare Lösung vorgestellt, wie man mittels nicht ganz optimal passender Adapterringe ND- und UV/IR-Cut-Filter vor das Angénieux 17-68 f/2.2 Zoom-Objektiv schrauben kann, aber gleichzeitig angedeutet, dass das bestimmt auch etwas besser geht. Die deutlich elegantere Lösung teile ich hier gern, da dieses Objektiv unter BMPCC-Nutzern ja eine gewisse Nischenpopularität genießt. Vielleicht wird es dem ein oder anderen nützlich sein.

Wichtig bei dieser leichten Modifikation war mir, dass das gute Stück im Original erhalten bleibt. Denn es wäre einfach zu schade irgendetwas anzubringen, was an einem so alten und gut erhaltenen Objektiv deutliche Spuren hinterlässt.

Wer sich meine Lösung nachbauen will, benötigt:

  • Einen Stepup-Ring von 55mm auf die gewünschte Filtergröße (da ich für die meisten meiner anderen Objektive Filter mit einem Durchmesser von 58mm einsetze, habe ich einen Stepup-Ring von 55mm auf 58mm genommen).
  • Etwas Gaffer-Tape (das man jederzeit rückstandsfrei entfernen kann, sodass das Objektiv wieder im Originalzustand ist).
  • Ein wenig Superkleber.

Angenieux 17-68 f/2.2 Zoom-Objektiv mit Filterring versehen

Was tun?

  • Einen etwa 10cm langen Streifen Gaffer-Tape in etwa 1cm breite Streifen schneiden und damit das vordere Ende des Objektivs (wo der Schriftzug ANGENIEUX-ZOOM TYPE 4x17B eingraviert ist) genau bündig zum Rand in etwa drei Lagen umwickeln.
  • Anschließend testen, ob man den Stepup-Ring drüber stülpen kann. Falls noch nicht, weitere Lage hinzufügen. Wenn schon zuviel, dann eine Lage entfernen.
  • Den Stepup-Ring wieder abziehen und dessen Innenseite mit Superkleber bestreichen. Anschließend den Ring mit seinen Innenabmessungen bündig zum Objektivende fixieren.
  • Etwas Superkleber an der Rückseite zwischen Stepup-Ring und Gaffer-Tape streichen.
  • Ein bis zwei Stunden warten und Kleber aushärten lassen.
  • Zum Schluss an der Rückseite des Stepup-Rings noch eine Lage Gaffer-Tape über der äußeren Klebestelle anbringen.

Fertig.

Wenn man nun nur einen Filter vorschraubt, kommt es zu keinerlei zusätzlichen Vignettierungen (die das Objektiv am Super16-Sensor der BMPCC ja leider auch ganz ohne Filter bei einer Brennweite von 17mm und kleiner Blendenöffnung aufweist). Bei zwei Filtern hängt es davon ab, wie dick diese sind (ein Hoya UV/IR-Cut kombiniert mit einem Hoya Pro 1 NDX8 führte jedenfalls nicht zu weiteren Randabschattungen). Wer absolut auf Nummer sicher gehen will, sollte von vornherein größere Filter einsetzen (und dementsprechend einen anderen Stepup-Ring verwenden, z.B. 55mm auf 67mm).

Angenieux 17-68 f/2.2 Zoom-Objektiv mit Xume-Magnetfilterhalter-System

Da ich das Xume-Magnetfilterhalter-System nutze (und sehr schätze), entstehen leider wegen der beiden zusätzlichen Magnetringe bei der Anfangsbrennweite von 17mm und kleiner Blendenöffnung leichte zusätzliche Ränder links und rechts oben im Bild – allerdings nur, wenn ich den Hoya UV/IR-Cut-Filter (immer drauf) mit einem ND-Filter (bei entsprechenden Lichtverhältnissen) kombiniere. Bei etwas weiter geöffneter Blende (ca. ab f/5.6) fällt der unerwünschte Effekt kaum noch auf.

Interviews mit der BMPCC aufzeichnen (Ton intern und in ProRes mit Film Log für Hauttöne belichten)

18. März 2015 | Schlagworte: - - - - - - - - -

Als ich das erste Mal mit der Blackmagic Pocket Cinema Camera (BMPCC) Interviews aufzeichnen wollte, stand ich vor zwei Problemen (mindestens): Wie kriege ich eine gute Tonaufnahme hin? Und wie belichte ich im Film Log und mit ProRes-Codec optimal für Hauttöne? Für beide Fragen stelle ich hier meine Arbeitsweise vor. Wer andere, vielleicht sogar bessere Methoden gefunden hat: Ich bin für jede Anregung in den Kommentarfeldern dankbar.

Die Tonaufnahme

Die BMPCC ist nicht gerade berühmt für ihre Tonqualität – auch dann nicht, wenn man ein recht hochwertiges externes Mikrofon anschließt. Der Sound klingt einfach dünn, und wenn man den Eingangspegel in der Kamera zu hoch dreht, wird die Aufnahme von einem starken Rauschen überlagert. Für Interviews also eigentlich unbrauchbar. Daher zeichnen viele BMPCC-User den Ton auch separat auf und synchronisieren ihn anschließend im Schnitt.

Wenn man allerdings ein recht starkes Signal in die Kamera speist, lässt sich eine brauchbare Qualität herauskitzeln. Für folgendes Beispiel-Interview habe ich die Sennheiser EW100 G2-Funkstrecke, das Rode Videomic Pro und den passiven Beachtek MCC-2-Adapter verwendet. Damit kann man beide Mikrofone gleichzeitig anschließen, das Tonsignal splitten und die beiden Tonkanäle in der Kamera unterschiedlich stark auspegeln, also ganz so wie man es von einem professionellem Camcorder gewohnt ist.

Vielen Dank an Markus Böhnisch, der sich für diesen Test kurz vor meine Kamera gesetzt hat. Kleinigkeit am Rande: Markus, der selbst seit mehr als 15 Jahren als Videojournalist arbeitet, spricht in dem Soundcheck kurz über seine erste Kamera, die legendäre Canon XM1 und findet, dass es nach all der DSLR-Schrauberei endlich mal wieder Zeit wird für eine gut bedienbare und vor allem für Videojournalisten taugliche Kamera mit großem Sensor. Wenige Tage nach unserer Aufnahme erschien dieser sehr lesenswerte Artikel in den Redshark News, der genau in dieselbe Richtung geht.

Für das Video oben habe ich das Audio-Menue in der BMPCC wie folgt konfiguriert:

Einstellungen im BMPCC-Audio-Menue

Bei diesen Einstellungen habe ich mich vor allem auf die Erfahrungen der Firma Beachtek verlassen, die in ihrem Blog Ergebnisse verschiedener Messungen veröffentlicht. Dort ist unter anderem nachzulesen, dass das beste Signal-Rausch-Verhältnis bei der BMPCC dann erreicht wird, wenn man die Eingangspegel der Kamera auf 50% stellt. Aber Vorsicht: Blackmagic hat diesen Wert in der Vergangenheit mit diversen Firmware-Updates immer mal wieder verändert, ohne darüber öffentlich auch nur ein Wort zu verlieren. Für die aktuelle Firmware (Version 2.0.1) scheinen 50% aber nach wie vor das Optimum zu sein.

Beim Rode Videomic Pro schalte ich die +20 dB-Verstärkung ein, die Empfindlichkeit (Menuepunkt „Sensitivity“) des Funkstrecken-Senders meiner Sennheiser EW100 G2 stelle ich auf -10 dB und die Stärke des Ausgangspegels am Empfänger (Menuepunkt „AF-Out“) auf Lev +00.

Rode Videomic Pro und Sennheiser EW100 G2

Mit dieser Kombination kommt ein starkes Signal in der Kamera an, das ich – je nach Intensität der Stimme des Interviewpartners – über das Potenziometer sogar noch etwas dämpfen kann. Beim Videomic Pro ist das nicht nötig, denn selbst bei sehr kurzem Abstand zum Interviewpartner ist das Signal auf keinen Fall zu stark. In meinem Beispielvideo oben beträgt der Abstand zum Interviewpartner etwa 1,50 Meter. Bei klarer und deutlicher Sprache schlägt der Tonpegelmesser in den Spitzen etwa bis -18 dBFS aus, was später im Schnitt also noch deutlich angehoben werden muss, je nachdem welchen Referenzpegel man erreichen will (für Broadcast-Anwendungen normalerweise -9 dBFS, fürs Web mische ich meistens auf -6 dBFS ab). Das nachträgliche Anheben des Tons verstärkt natürlich das Rauschen.

Anders bei der Funkstrecke, die noch einmal deutlich stärker ist. Dort versuche ich das Signal in den Spitzen in Richtung -9 dBFS zu pegeln, was ich mit den Tonpegelmessern der BMPCC auch sehr genau überprüfen kann. Aber Vorsicht: Die Kamera verfügt über keinerlei Limiter. Die Gefahr von Übersteuerungen, die man sofort auf dem Kopfhörer hört, ist also sehr groß. Daher empfehle ich, für Interviews ausschließlich die Funkstrecke an die BMPCC anzuschließen. Der Beachtek MCC-2 hat an seiner Vorderseite neben den beiden Eingängen für unterschiedliche Mikrofone auch noch eine weitere Stereobuchse. Schließt man den Funkstrecken-Empfänger daran an und schaltet an der Rückseite die Kanaltrennung ein (Schalterstellung „S“), wird ein und dasselbe Tonsignal auf die beiden Kanäle der BMPCC verteilt.

Beachtek MCC-2

Den ersten Kanal pegelt man dann etwas offensiver, den zweiten auf Sicherheit. Sollte der erste Kanal also mal übersteuern, weil der Interviewpartner irgend etwas sehr laut ausgesprochen hat, rettet mich der zweite Kanal. Diese Arbeitsweise habe ich bisher bei allen Interviews mit der BMPCC angewandt – und jedes Mal gab es irgendeine Stelle, an der ich auf den zweiten Kanal zurückgreifen musste.

Wer Reportagen mit der BMPCC dreht und sowohl eine Funkstrecke (z.B. für einen verkabelten Protagonisten) als auch ein Videomic Pro (für Atmo und spontan sich ergebende Dialoge) verwendet, sollte den Kanal der Funkstrecke von vornherein etwas defensiver pegeln.

Die Belichtung

Um die richtige Belichtung zu treffen, verfügt die BMPCC über zwei Messinstrumente: Das Histogramm und das Zebra-Muster. Letzteres lässt sich aber nur bis 75 IRE zurückregeln. Daher eignet es sich nicht besonders gut, um Hauttöne anzumessen, vor allem nicht, wenn man mit dem Film Log aufzeichnet. Besser also, man schließt einen externen Monitor an, der über präzisere Messinstrumente verfügt.

Ich benutze dazu den Zacuto EVF, der über zwei Zebra-Muster verfügt, die dummerweise aber zeitgleich angezeigt werden, was ich etwas verwirrend finde. Daher habe ich das zweite Zebra komplett abgeschaltet (im Monitor muss man es dazu auf 109 IRE stellen, dann ist es aus). Das erste Zebra-Muster habe ich auf 50 IRE gestellt.

Zacuto EVF Einstellungen Zebra-Muster

Warum 50? Weil Hauttöne von Mitteleuropäern im Film Log der BMPCC ungefähr bei 50 IRE angesiedelt sein müssten, zumindest haben das meine eigenen Tests bestätigt.

Zacuto EVF mit Zebra-Muster auf 50 IRE an der BMPCC

Wer es nachprüfen will, sollte sich eine Graukarte besorgen und sich auf die Information verlassen, dass Mittelgrau im Film Log der BMPCC bei exakt 38.4 IRE positioniert ist (siehe dazu den kompletten und sehr lesenswerten Thread auf BMCuser.com). Wenn man jetzt das Zebra-Muster des Zacuto EVF auf 38 IRE stellt, einen Interviewpartner gut ausleuchtet und die Belichtung auf der Graukarte direkt vor dem Gesicht des Interviewpartners misst, wird man später im Schnittprogram (nach Hinzufügen eines LUT) sehen, dass die Hauttöne dort liegen, wo sie klassischerweise hingehören, also etwa bei 70 IRE für die hellen Partien.

Interview mit Graukarte bei 38.4 IRE im Film Log der BMPCC

Da man vor allem beim schnellen und nicht-szenischen Drehen kaum mit einer Graukarte arbeitet, sondern zügig zu guten Belichtungen kommen muss, nimmt man eben – wie üblich – die Haut als Referenz. Nach Ansel Adams Zonensystem liegt Mittelgrau in Zone V, mitteleuropäische Hauttöne in Zone VI bzw. sehr helle Haut in Zone VII, also etwa eine bis eineinhalb Blenden darüber. Übersetzt in das Film Log der BMPCC sind eine bis eineinhalb Blenden über Mittelgrau also etwa 50 IRE.

Mit dieser Methode bin ich bisher zu recht guten Ergebnissen gekommen und kann sie guten Gewissens weiterempfehlen.

Das Angénieux 17-68 f/2.2 Zoom-Objektiv an der BMPCC

30. Oktober 2014 | Schlagworte: - - - - -

Das Video zeigt verschiedene unzusammenhängende Aufnahmen, die lediglich einen kleinen und komplett unwissenschaftlichen Einblick verschaffen können, welche optischen Eigenschaften das Angénieux 17-68mm f/2.2 Zoom-Objektiv aufweist. Die Musik stammt von Chris Zabriskie, der einen Teil seines Repertoires unter Creative Commons Lizenz (CC BY 4.0) zur freien Verfügung gestellt hat.

Ich weiß nicht, aus welchem Jahr genau mein Angénieux 17-68mm f/2.2 stammt, aber als erstes Zoom-Objektiv für Filmkameras wurde es vermutlich irgendwann zwischen 1956 und den 70er Jahren hergestellt. Irgendwie ein schöner Gedanke, dass so alte Technik aus der Gründerzeit der Cinéma vérité-Bewegung heute noch wertvolle Dienste an modernen Digitalkameras leisten kann. Was dieses Objektiv wohl alles schon gesehen hat?

Das Angénieux 17-68 hat zweifelsohne seinen ganz eigenen Charakter, der sicher nicht jedermanns Sache ist. Ich mag die Blendenflecke, die bei Gegenlicht auftreten und es stört mich auch überhaupt nicht, dass das Objektiv nicht annähernd so scharf ist wie moderne Linsen, schon gar nicht bei offener Blende. Dass Schärfenverlagerungen fast aussehen wie kurze Zoomfahrten – so ausgeprägt ist der als Focus Breathing bekannte und meist unerwünschte Effekt -, nehme ich mit Respekt vor dem Alter des Objektivs natürlich in Kauf. So sahen die bewegten Bilder damals eben aus.

Was es heute eher zum Gelegenheitsobjektiv an der Blackmagic Pocket Cinema Camera (BMPCC) macht, sind für mich eigentlich nur drei Dinge:

  • Der Brennweitenbereich von 17mm bis 68mm ergibt am BMPCC-Sensor Normalsicht bis Tele, ich bevorzuge aber eher Reportage- bis Normalsicht.
  • Die kürzeste Scharfeinstellung beträgt 1,20 Meter. Oft will ich aber näher heran.
  • Das Objektiv hat einen C-Mount und lässt sich mit einem günstigen Adapter an das MFT-System der BMPCC anschließen. Doch solche Adapter sind leider meistens so ungenau, dass die Distanzangaben bei den Schärfeeinstellungen des Objektivs nicht mehr stimmen. Die Schärfe lässt sich zwar auf unendlich stellen, weicht aber von der der Markierung ab. Das lässt sich nur mit zusätzlichen Abstandshaltern beheben, die zwischen den Objektivanschluss und den Adapter gefummelt werden müssen. Wegen dieser Ungenauigkeiten kann ich leider auch nicht beurteilen, ob das Objektiv tatsächlich parfokal ist (ich würde vermuten: ja). (Update 13.05.2015: Mit einem präzise gefertigen Adapter ist das Objektiv parfokal. Näheres dazu in diesem Eintrag.)

Haptisch ist das gerade mal 400 Gramm leichte Angénieux wirklich gut und passt in seiner Größe perfekt zur BMPCC. Der Blendenring läuft stufenlos und ebenso weich gedämpft wie der Zoom- und der Schärfering. Schade nur, dass beim Fokussieren das gesamte Frontelement rotiert und seine Länge verändert. Aber anders war das damals vermutlich technisch nicht zu lösen.

Da das Objektiv für damalige 16mm-Kameras konzipiert wurde, die BMPCC aber einen etwas größeren Super16-Sensor (siehe Vergleich) hat, besteht die Gefahr, dass der Bildkreis der Linse nicht groß genug für die Sensorfläche ist und im kürzeren Brennweitenbereich Randabschattungen auftreten.

Zum Glück betrifft das bei dem Angénieux aber nur den Anfangsbrennweitenbereich von 17mm. Und das auch nur, wenn man die Schärfe in den absoluten Nahbereich von 1,20 Meter legt und mit größeren Blendenzahlen arbeitet. Stellt man die Schärfe auf unendlich, bilden sich selbst bei der größten Blendenzahl 22 keine Ränder, wie folgende Abbildung zeigt.

Angenieux 17-68mm f/2.2 bei 17mm, Blende 22, Schärfe auf unendlich

Zum Vergleich: Liegt die Schärfe im Nahbereich, bilden sich bei Blende 22 deutliche Ränder, …

Angenieux 17-68mm f/2.2 bei 17mm, Blende 22, Schärfe auf 1.2m

…die auch bei Blende 16 noch deutlich zu sehen sind, …

Angenieux 17-68mm f/2.2 bei 17mm, Blende 16, Schärfe auf 1.2m

…bei Blende 11 weniger ins Gewicht fallen, …

Angenieux 17-68mm f/2.2 bei 17mm, Blende 11, Schärfe auf 1.2m

…bei Blende 8 fast nicht mehr sichtbar sind…

Angenieux 17-68mm f/2.2 bei 17mm, Blende 8, Schärfe auf 1.2m

…und ab Blende 5.6 komplett verschwinden.

Angenieux 17-68mm f/2.2 bei 17mm, Blende 5.6, Schärfe auf 1.2m

Zoomt man nur ein wenig, sind Randabschattungen – unabhängig von Scharfeinstellung und Blendenöffnung – gar kein Thema mehr.

Allerdings gelten die oben gezeigten Darstellungen nur, wenn man absolut gar keinen Filter vor das Objektiv schraubt. Doch einen ND-Filter wird man fast immer benötigen, wenn man tagsüber draußen dreht. Dummerweise sind Filter an diesem Objektiv wahrlich eine Wissenschaft für sich, da das Objektiv mit absolut unüblichen Gewinden daherkommt.

Bei meinem Objektiv war ein Serie 7-Filterhalter dabei, der direkt vor das Objektiv geschraubt war. Damals waren solche Filterhalter üblich, und das Frontgewinde von Serie 7 beträgt ziemlich genau 54mm. Die Filter, die ich an anderen Objektiven einsetze, sind nahezu alle 58mm groß.

Also habe ich versucht, mir einen Stepup-Ring von 54mm auf 58mm zu besorgen. Der einzige Hersteller, den ich ausfindig machen konnte, ist Heliopan. Dumm nur, dass Heliopan den 54mm auf 58mm-Ring nicht mehr im Programm hat, dafür aber noch einen Ring von 54mm auf 55mm (Heliopan Nr. 190). Den also bestellt und zusätzlich noch einen 55mm auf 58mm-Adapter, was dann so aussieht:

Filterring Nr. 190 von Heliopan (54mm auf 55mm) in Kombination mit Serie 7-Adapter

Schraubt man das ganze vors Objektiv, tauchen zwei Probleme auf: Erstens führt diese Lösung zu starken Randabschattungen, die mit den Abbildungen oben nicht mehr zu vergleichen sind und erst bei ca. 20mm Brennweite verschwinden. Und zweitens: Das 54mm-Gewinde des Serie 7-Filterhalters hat keine gewöhnliche 0,75mm-Steigung, sondern unübliche 36 Gänge pro Zoll. Dreht man den Stepup-Ring in den Serie 7-Filterhalter, geht das zwar bis zu einem bestimmten Punkt, hält aber nicht richtig und überdreht dann. Mit Gaffer-Tape lässt es sich immerhin fixieren, aber das ist eher eine Notlösung.

Die zweite Alternative lässt den Serie 7-Filterhalter komplett außen vor und ist leider auch keine Ideallösung, weil sie ebenfalls zu Randabschattungen führt, wenn auch nicht ganz so gravierenden.

Das Objektiv hat ein 45mm-Frontgewinde, naheliegend wäre also ein Filteradapter von 45mm auf 58mm – doch den hat Heliopan nach Aussage meines Fachhändlers auch nicht mehr im Programm. Wohl aber einen 45mm auf 55mm-Adapter (Heliopan Nr. 195), den ich mit einem 55mm auf 58mm-Adapter kombiniert habe.

Filterring Nr. 195 von Heliopan (45mm auf 55mm)

Weil das Gewinde dieses Ringes eine 0,5mm-Gewindesteigung hat, lässt er sich ebenfalls nicht perfekt ins Obektivgewinde (mit 36 Gängen pro Zoll) schrauben. Er sitzt schon nach einer kurzen Drehung so fest, dass man ihn lieber nicht weiterdrehen will.

Angenieux 17-68mm f/2.2 mit Filterring Nr. 195 von Heliopan (45mm auf 55mm)

Ich gebe mich mit dieser Lösung erstmal zufrieden. Wer sich das Angénieux 17-68mm ebenfalls für seine BMPCC anschaffen will und nach einer Lösung für die Filterfrage sucht, könnte z.B. ausprobieren, das Objektiv am vorderen Ende mit Gaffer-Tape zu umwickeln, um anschließend einen 55mm auf z.B. 67mm-Adapterring drüber zu stülpen. Dieser müsste nachträglich noch fixiert werden, z.B. mit Superkleber. Danach lässt sich ein mit 67mm groß genug bemessener ND-Filter anbringen, sodass es keinerlei zusätzliche Randabschattungen geben sollte. Einfach mal ausprobieren. (Update 12.05.2015: Ich habe das mal gemacht und in diesem Eintrag etwas näher beschrieben und bebildert.)

Wer noch weitere Infos zum Angénieux 17-68mm f/2.2 sucht, sollte auf Vintage Lenses for Video vorbeischauen und sich außerdem die Kommentare unter diesem sehenswerten Video auf Vimeo durchlesen.

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