Z-Finder für BMPCC mit 1.8-facher statt 2.0-facher Vergrößerung bringt kleine Verbesserung

18. Juni 2015 | Schlagworte: - - -

Eine Sucherlupe ist vermutlich eine der ersten Anschaffungen, wenn man mit einer kompakten und in ihrer Bauart sehr DSLR-ähnlichen Kamera wie der Blackmagic Pocket Cinema Camera (BMPCC) arbeitet. Ich habe mir seinerzeit den Zacuto BMPCC Z-Finder gekauft, der speziell für die Größe des BMPCC-Displays entwickelt wurde.

BMPCC mit Zacuto Z-Finder

Die Qualität des BMPCC-Displays ist zwar wirklich bescheiden und lohnt sich eigentlich gar nicht, auch noch vergrößert zu werden (auch wenn man dadurch das Focus Peaking besser beurteilen kann). Dennoch ist so ein BMPCC-Viewfinder sinnvoll, da er vor allem zusätzliche Stabilität durch einen weiteren Andruckpunkt bei frei aus der Hand geführter Kamera spendet und – fast noch wichtiger – Sonnenlicht aussperrt. Denn bei etwas hellerer Umgebung sieht man auf dem BMPCC-Display so gut wie nichts mehr.

So weit, so gut. Einziges Manko: Der Zacuto Z-Finder für die BMPCC zeigt mir nicht das komplette Display, sondern schneidet an den Rändern immer ein Stück ab – und zwar auch dann, wenn ich den Z-Finder wirklich fest an mein Auge drücke.

Zumindest ist das bei mir so, und ich habe keine Ahnung, ob es nun an meinen Augen liegt oder an der zweifachen Vergrößerung des Z-Finders. Offensichtlich bin ich aber nicht der einzige mit diesem Problem.

Bei der Arbeit nervt das, denn beim Blick durch einen Viewfinder sollte man natürlich immer 100% der Bildinformation sehen können. Wie auch sonst sollte man das Bild kadrieren oder einer Aktion verlässlich folgen?

Hier mal ein Vergleich. So sieht das komplette Display der BMPCC aus:

BMPCC-Screen ohne Zacuto Z-Finder

Wenn ich den Z-Finder mit starkem Druck förmlich ans Auge quetsche, sehe ich in etwa folgenden Ausschnitt:

BMPCC-Screen mit Zacuto Z-Finder und 2.0-facher Vergrößerung

Halte ich den Viewfinder hingegen mit normalem Druck ans Auge, sehe ich deutlich weniger an den Rändern und ich muss mich entscheiden, ob ich teilweise entweder auf die Informationsleiste oben oder unten verzichte.

Von einer adäquaten Vergrößerung des Bildausschnitts erwarte ich eigentlich, dass das Auge nicht hin- und herwandern muss, sondern alles sofort auf einen Blick erfasst. Das leistet der Z-Finder für die BMPCC leider nicht.

Deshalb habe ich vor einiger Zeit Kontakt mit Zacuto aufgenommen, die mir daraufhin einen kostenlosen Ersatz des Vergrößerungsglases geschickt haben. Der Austausch ist ziemlich einfach und in wenigen Minuten erledigt. Statt der 2.0-fachen Vergrößerung hat der der neue Glasbaustein eine nur 1.8-fache.

Bringt’s was? Der Unterschied ist nur gering und das Ergebnis immer noch keineswegs so wie es eigentlich sein sollte. Wenn ich den Sucher wieder so stark an meine Auge drücke wie ich es normalerweise nicht tun würde, sehe ich ungefähr das hier:

BMPCC-Screen mit Zacuto Z-Finder und 1.8-facher Vergrößerung

Will heißen: Das Auge muss immer noch umher wandern, den kompletten Bildausschnitt kann ich nur mit Mühe erfassen.

Obwohl der BMPCC Z-Finder fast ständig an der Kamera angebracht ist, kann ich ihn nur eingeschränkt empfehlen.

Ein parfokales Zoom-Objektiv: Das Angénieux 17-68 f/2.2 mit ciecio7-Adapter an der BMPCC

13. Mai 2015 | Schlagworte: - - - -

Ist das Angénieux 4x17B 17-68 f/2.2 Zoom-Objektiv tatsächlich parfokal? Wer mit diesem Objektiv liebäugelt, wird sich unter anderem diese Frage stellen und in verschiedenen Foren vermutlich auf unterschiedliche Informationen stoßen. So ging es zumindest mir.

Wie kann man überprüfen, ob ein Objektiv parfokal ist? Ganz einfach von einem festen Standpunkt aus an ein feststehendes Objekt heranzoomen, die Schärfe einstellen und wieder aufziehen. Wird bei einem erneuten Zoom das Objekt bei jeder Brennweite scharf angebildet, ist das Objektiv parfokal – vorausgesetzt, der Abstand zwischen Kamera und Objekt bleibt gleich.

Folgendes Testvideo (ohne Ton) sollte die Frage abschließend klären: Ja, das Objektiv ist parfokal.

Man sollte aber auf jeden Fall einen guten und präzise angefertigten C-Mount auf MFT-Adapter verwenden. Unter anderem auf Empfehlung in den Kommentarfeldern dieses Videos habe ich mir den ciecio7 C-Mount auf M4/3-Adapter (*) gekauft. Ein nicht wesentlich günstigerer Noname-Adapter, mit dem ich zuvor gearbeitet hatte, war hingegen nicht präzise genug.

Wie man in dem Video sieht, hält das Objektiv die Schärfe sowohl bei kleinen als auch großen Blendenöffnungen. Die Unendlich-Einstellung funktioniert auch bei Offenblende ziemlich genau. Einziges Manko: Wenn man das Objektiv mit dem Adapter verschraubt und an der Kamera anbringt, sind die Markierungen für Fokus, Zoom und Blende zumindest bei mir leider nicht oben mittig, sondern an der Seite. Das ist aber zu verschmerzen.

(*) Ein kurzer Hinweis zum Schluss: Ich verlinke ungern auf Shop-Seiten. Bei einem techniklastigen Blog wie diesem lässt sich das aber manchmal schwer vermeiden. Deshalb nochmal deutlich: Bei allen Links auf R73.net handelt es sich nicht um Affiliate-Marketing, Partner-Links oder anderweitig kommerziell motivierte Verknüpfungen. Ich betreibe das Blog aus Spaß an der Sache, nicht um mit Produkthinweisen Geld zu verdienen.

Wie man Standard-Filter vor das Angénieux 17-68 f/2.2 Zoom-Objektiv schrauben kann

12. Mai 2015 | Schlagworte: - - -

Vor einiger Zeit hatte ich in diesem Eintrag eine vorläufige und eher halbgare Lösung vorgestellt, wie man mittels nicht ganz optimal passender Adapterringe ND- und UV/IR-Cut-Filter vor das Angénieux 17-68 f/2.2 Zoom-Objektiv schrauben kann, aber gleichzeitig angedeutet, dass das bestimmt auch etwas besser geht. Die deutlich elegantere Lösung teile ich hier gern, da dieses Objektiv unter BMPCC-Nutzern ja eine gewisse Nischenpopularität genießt. Vielleicht wird es dem ein oder anderen nützlich sein.

Wichtig bei dieser leichten Modifikation war mir, dass das gute Stück im Original erhalten bleibt. Denn es wäre einfach zu schade irgendetwas anzubringen, was an einem so alten und gut erhaltenen Objektiv deutliche Spuren hinterlässt.

Wer sich meine Lösung nachbauen will, benötigt:

  • Einen Stepup-Ring von 55mm auf die gewünschte Filtergröße (da ich für die meisten meiner anderen Objektive Filter mit einem Durchmesser von 58mm einsetze, habe ich einen Stepup-Ring von 55mm auf 58mm genommen).
  • Etwas Gaffer-Tape (das man jederzeit rückstandsfrei entfernen kann, sodass das Objektiv wieder im Originalzustand ist).
  • Ein wenig Superkleber.

Angenieux 17-68 f/2.2 Zoom-Objektiv mit Filterring versehen

Was tun?

  • Einen etwa 10cm langen Streifen Gaffer-Tape in etwa 1cm breite Streifen schneiden und damit das vordere Ende des Objektivs (wo der Schriftzug ANGENIEUX-ZOOM TYPE 4x17B eingraviert ist) genau bündig zum Rand in etwa drei Lagen umwickeln.
  • Anschließend testen, ob man den Stepup-Ring drüber stülpen kann. Falls noch nicht, weitere Lage hinzufügen. Wenn schon zuviel, dann eine Lage entfernen.
  • Den Stepup-Ring wieder abziehen und dessen Innenseite mit Superkleber bestreichen. Anschließend den Ring mit seinen Innenabmessungen bündig zum Objektivende fixieren.
  • Etwas Superkleber an der Rückseite zwischen Stepup-Ring und Gaffer-Tape streichen.
  • Ein bis zwei Stunden warten und Kleber aushärten lassen.
  • Zum Schluss an der Rückseite des Stepup-Rings noch eine Lage Gaffer-Tape über der äußeren Klebestelle anbringen.

Fertig.

Wenn man nun nur einen Filter vorschraubt, kommt es zu keinerlei zusätzlichen Vignettierungen (die das Objektiv am Super16-Sensor der BMPCC ja leider auch ganz ohne Filter bei einer Brennweite von 17mm und kleiner Blendenöffnung aufweist). Bei zwei Filtern hängt es davon ab, wie dick diese sind (ein Hoya UV/IR-Cut kombiniert mit einem Hoya Pro 1 NDX8 führte jedenfalls nicht zu weiteren Randabschattungen). Wer absolut auf Nummer sicher gehen will, sollte von vornherein größere Filter einsetzen (und dementsprechend einen anderen Stepup-Ring verwenden, z.B. 55mm auf 67mm).

Angenieux 17-68 f/2.2 Zoom-Objektiv mit Xume-Magnetfilterhalter-System

Da ich das Xume-Magnetfilterhalter-System nutze (und sehr schätze), entstehen leider wegen der beiden zusätzlichen Magnetringe bei der Anfangsbrennweite von 17mm und kleiner Blendenöffnung leichte zusätzliche Ränder links und rechts oben im Bild – allerdings nur, wenn ich den Hoya UV/IR-Cut-Filter (immer drauf) mit einem ND-Filter (bei entsprechenden Lichtverhältnissen) kombiniere. Bei etwas weiter geöffneter Blende (ca. ab f/5.6) fällt der unerwünschte Effekt kaum noch auf.

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