Die Panasonic AF101 und die AC160 farblich aufeinander abstimmen

20. September 2012 | Schlagworte: - -

Es kommt immer wieder mal vor, dass ich die Bilder der AF101 mit denen der AC160 in einem Videobeitrag mischen möchte. Naheliegend also, die Bildprofile beider Kameras möglichst anzupassen, um zumindest farblich einen vergleichbaren Look zu erreichen.

Nun haben beide Geräte zwar einiges gemeinsam, zum Beispiel den AVCHD-Codec oder die nahezu identisch benannten Parameter im Scenefile-Menue.

Doch die unterschiedlichen Sensoren und verschiedene Objektive sorgen natürlich dafür, dass die Bilder eben doch anders aussehen, auch bei gleichen Voreinstellungen. Um farblich ähnliche oder gar gleiche Bilder aufzuzeichen, reicht es also nicht, sämtliche Scenefile-Werte von der einen Kamera 1:1 auf die andere Kamera zu übertragen.

Wer beide Kameras anpassen will, sollte sie also an einen externen Monitor anschließen, einen absolut neutralen Weißabgleich machen und dann mit Hilfe ein und desselben Farbcharts sämtliche Parameter in den Scenefiles solange anpassen, bis sie übereinstimmen. Die Muße dazu hatte ich bisher noch nicht.

Zum Glück hat Panasonic USA vor einiger Zeit 18 Scenefile-Einstellungen für 14 verschiedene Kameramodelle veröffentlicht, u.a. für die AC160 und die AF101. Bevor man sie herunterladen kann, muss man sich dort registrieren.

Das Praktische an den Panasonic-Scenefiles ist, dass sich die Bilder der AC160 und die der AF101 damit farblich tatsächlich sehr ähnlich sind. Die letzten Unterschiede kann man durch nachträgliche Korrekturen im Schnittprogramm relativ einfach anpassen.

Direkt heruntergeladen funktionieren die Scenefiles leider nur für NTSC-Kameras, aber sie lassen sich ohne Probleme für PAL-Geräte anpassen.

Jede Datei (z.B. SCENE1.TXT) umfasst sechs verschiedene Scenefiles. Der Header einer NTSC-Datei sieht für die AC160 bspw. so aus:

Ver 1.00-00
AG-AC160P
SYSTEM FREQ:59.94Hz
TITLE:TITLE1

Für PAL muss er wie folgt angepasst werden:

Ver 1.00-00
AG-AC160EJ
SYSTEM FREQ:50Hz
TITLE:TITLE1

So habe ich mir aus den 18 Panasonic-Scenefiles die für mich gebräuchlichsten sechs ausgesucht und in eine PAL-Datei umgeschrieben. Um dabei keinen Fehler zu machen, ist es am einfachsten, direkt aus der Kamera erstmal ein eigenes PAL-Scenefile-Set abzuspeichern, das dann logischerweise völlig korrekt formatiert ist (Menuepunkt SCENE FILE / KARTE SCHREIBEN in der Kamera).

Diese Datei zieht man sich auf den Computer, kopiert nun die gewünschten Einstellungen der US-Datei an die jeweiligen Stellen der PAL-Datei (ich empfehle, pro Scenefile-Einstellung die Zeilen 00003005 bis 00003013 aus der NTSC-Datei in die PAL-Datei zu kopieren, die übrigen Zeilen aus der PAL-Datei aber unangetastet zu lassen, da darin Dinge wie die Framerate und der Shutter gespeichert sind).

Gern würde ich meine Scenefile-Zusammenstellung hier natürlich zum Download anbieten. Da die Einstellungen aber von Panasonic stammen und nicht von mir, kann ich das aus urheberrechtlichen Gründen nicht tun.

Mein nun dauerhaft in beiden Kameras gespeichertes Set umfasst folgende Scenefiles: Flat, Clean, Portrait, Stylin, DSLR und Cold.

Anhand der folgendenden Aufnahmen sieht man, wie eng die beiden Kameras bei jedem Scenefile farblich nun aufeinander abgestimmt sind. An der AF101 hatte ich ein Voigtländer Nokton-Objektiv mit 25mm-Brennweite, jedes Bild wurde mit Blende f/5.6 aufgezeichnet (und war laut IRIS METER-Anzeige etwa eine drittel Blende unterbelichtet). Die AC160 hatte ich mit Hilfe des Zooms auf in etwa dieselbe Brennweite und Blende f/4.8 eingestellt, ebenfalls ganz leicht unterbelichtet. Ein völlig identischer Weißabgleich an beiden Kameras versteht sich von selbst.

Die jeweils ersten beiden Aufnahme-Paare zeigen die Bilder so, wie sie die Kamera unverfälscht aufgezeichnet hat. Beim Aufnahme-Paar darunter ist links jeweils das unverfälschte Bild der AF101 zu sehen, rechts das farblich daran angepasste Bild der AC160.

Scenefile: Flat (für nachträgliches Grading)

AF101 Flat Scene File vs. AC160 Flat Scene File, ungraded

AF101 Flat Scene File vs. AC160 Flat Scene File, graded

Scenefile: Clean (für ein möglichst rauscharmes Bild)

AF101 Clean Scene File vs. AC160 Clean Scene File, ungraded

AF101 Clean Scene File vs. AC160 Clean Scene File, graded

Scenefile: Portrait (für Interviews)

AF101 Portrait Scene File vs. AC160 Portrait Scene File, ungraded

AF101 Portrait Scene File vs. AC160 Portrait Scene File, graded

Scenefile: Stylin (warme, satte, lebendige Farben)

AF101 Stylin Scene File vs. AC160 Stylin Scene File, ungraded

AF101 Stylin Scene File vs. AC160 Stylin Scene File, graded

Scenefile: DSLR (für den Look populärer DSLR-Kameras)

AF101 DSLR Scene File vs. AC160 DSLR Scene File, ungraded

AF101 DSLR Scene File vs. AC160 DSLR Scene File, graded

Scenefile: Cold (für kalte, laborartige Atmosphäre oder Day-for-Night-Drehs)

AF101 Cold Scene File vs. AC160 Cold Scene File, ungraded

AF101 Cold Scene File vs. AC160 Cold Scene File, graded

Neues Jahr, neue Technik

6. Februar 2012 | Schlagworte: - - - -

Vor einigen Wochen bin ich umgestiegen von der Panasonic HPX171 auf zwei neue Kameras: Die Panasonic AC160 und die Panasonic AF101. Ein nettes Paar, das sich wunderbar ergänzen wird, hoffe ich.

Warum das ganze?

Weil ich nie spürbar vom P2-Workflow der HPX171 profitiert habe. Zwar bietet die Kamera mit DVCPRO bzw. DVCPRO HD einen Video-Codec, der dank seiner hohen Bitrate und der 4:2:2-Farbauflösung wunderbar zu den technischen Mindestvoraussetzungen vieler TV-Sender passt. Die AC160 mit ihrem AVCHD-Codec bei 21 Mbps und 4:2:0-Farbauflösung ist da objektiv sicher deutlich unterlegen, vor allem wenn es um nachträgliche Farbkorrekturen geht. Aber rein subjektiv ist die Bildqualität wirklich gut. Und im Endeffekt ist es doch das, was zählt.

Dann die Frage, ob die CCD-Sensoren der HPX171 besser sind als die 3MOS-Sensoren der AC160. Was Lichtempfindlichkeit und Auflösung betrifft, sicher nicht. Wenn es um unerwünschte Rolling Shutter-Effekte geht, eben doch.

Ausschlaggebendes Argument für den Umstieg war für mich am Ende die Kombination der AC160 mit der AF101, einer Kamera mit großem Aufnahmesensor und Wechselobjektiven, die ebenfalls in AVCHD aufzeichnet. Die AF101 für die Interviews, für die ruhigen Bilder, für die geringe Schärfentiefe. Und die AC160 immer dann, wenn’s zügig zugeht, wenn das Gestalten mit geringer Schärfentiefe nur hinderlich ist.

In den vergangenen zwei Jahren hatte ich immer wieder versucht, die Bilder der HPX171 mit denen der Canon EOS 550D zu mischen. Mit den Ergebnissen war ich eigentlich nie so richtig zufrieden. Die AC160 und die AF101 passen auch da viel besser zusammen. Im Grunde ist die AC160 nichts anderes als eine AF101, nur eben mit kleinen Aufnahmesensoren und einem fest verbauten Objektiv. Software und Handling sind nahezu identisch.

Der nächste Schritt wird sein, das Bild beider Kameras anhand der Scenefile-Einstellungen bestmöglich aufeinander abzustimmen, so dass ich das Material in Videobeiträgen mischen kann. Mehr dazu demnächst hier im Blog.