Das Panasonic Lumix G Vario 14-140 f/3.5-5.6-Objektiv mit OIS an der AF101

21. August 2013 | Schlagworte: - - - -

Die Neuauflage des 14-140mm-Objektivs von Panasonic eignet sich, so meine Hoffnung, als Allround-Linse für aktuelle Berichterstattung bei guten Lichtverhältnissen. Im folgenden Video habe ich ein paar Eigenschaften, die mir wichtig sind, getestet.

Die wesentlichen Erkenntnisse kurz zusammengefasst:

  1. Das Objektiv ist, wie auch das 12-35mm bzw. das 35-100mm, auf elektronische Art und Weise parfokal. Wie bei einem klassischen EB-Objektiv ist es also möglich, durch Heranzoomen auf ein entferntes Objekt die Schärfe zu ziehen. Sie bleibt auch nach erneutem Zoomen dort erhalten, solange sich die Distanz zwischen Objektiv und Objekt nicht verändert. Die merkwürdigen Unschärfen, die beim 12-35mm und beim 35-100mm während des Zooms auftreten, sind auch bei diesem Objektiv zu erkennen, allerdings längst nicht so stark.
  2. Während eines Zooms (und kurz danach) bleibt die Blende leider nicht konstant, auch wenn man sie fest auf f/5.6 oder kleinere Öffnungen einstellt. Sie springt dann zum Beispiel für kurze Zeit auf f/6.4, merkt sich aber den ursprünglichen Wert und landet dann wieder auf f/5.6. Natürlich sieht man diesen Helligkeitssprung auch deutlich in der Aufnahme.
  3. Das sog. Lens Breathing, also die Veränderung der Bildausschnittsgröße beim Verlagern der Schärfe, ist bei 14mm so gut wie nicht sichtbar und bei 140mm absolut tolerabel.
  4. Der optische Bildstabilisator (OIS) verrichtet gute Arbeit und ist bei frei aus der Hand geführter Kamera und längeren Brennweiten unverzichtbar. Auf dem Stativ sollte man ihn natürlich abschalten, sonst könnte das Bild am Anfang eines Schwenks für einen kurzen Moment „kleben“ bleiben, wie man im Video sieht.
  5. Der Vollständigkeit halber habe ich auch kurz den Autofocus getestet. Er funktioniert manchmal wirklich gut, in anderen Situationen gar nicht (siehe letztes Bild im Video). Aber wer mit großsensorigen Kameras arbeitet, wird diese Funktion vermutlich sowieso abgeschaltet lassen.

Nochmal der Hinweis: Diesen Test habe ich mit meiner AF101 gemacht. Ob sich das Objektiv an der GH3 evtl. anders verhält, habe ich noch nicht ausprobiert.

Das Panasonic Lumix G X Vario 35-100 f/2.8-Objektiv mit OIS an der AF101

21. Dezember 2012 | Schlagworte: - - - -

Seit einigen Wochen arbeite ich u.a. mit dem neuen Objektiv Lumix G X Vario 35-100mm f/2.8 von Panasonic. Und wie beim kleineren Bruder, dem Lumix 12-35mm, habe ich mal ein paar seiner Video-Eigenschaften im folgenden Video getestet.

Kurz zusammengefasst:

  • Das Lumix 35-100mm ist wie das 12-35mm irgendwie parfokal, aber auf eine merkwürdige (wohl elektronische) Art und Weise. Das heißt: Zoomen auf ein Objekt, Schärfe ziehen, wieder aufziehen, erneut zoomen (natürlich bei gleichbleibender Entfernung zum Objekt) funktioniert einwandfrei, die Schärfe bleibt auf dem Objekt erhalten. Nur während des Zooms wird das Bild manchmal kurz unscharf. Schwer zu beschreiben, im Video wird’s aber deutlich. Also wie auch beim 12-35mm: Wer Zooms als gestalterisches Element einsetzt, muss mit dieser Einschränkung leben. Ansonsten sollte man das Objektiv eher als variable Festbrennweite begreifen.
  • Apropos Zoomen: Das merkwürdige Flackern während eines Zooms (also die offensichtlich nicht konstante Blendenöffnung) des 12-35mm tritt beim 35-100mm zum Glück nicht auf.
  • Stichwort Lens Breathing: Beim Verlagern der Schärfe ändert sich die Größe Bildausschnitts schon ein wenig. Deutlich zu sehen ist das bei längerer Brennweite (im Video habe ich es bei 100mm getestet). Bei 35mm ist der Effekt vollkommen zu verschmerzen, finde ich.
  • Der optische Bildstabilisator (OIS) ist – wie beim 12-35mm – ein Geschenk des Himmels. Auch das ist im Testvideo ganz deutlich zu sehen. Abschalten würde ich den OIS grundsätzlich, wenn sich die Kamera auf dem Stativ befindet. Im Video sieht man sehr deutlich, dass gerade der Anfang des Schwenks ruckeln kann, wenn der eingeschaltete OIS ihn als Wackler interpretiert. Das tritt zwar nur gelegentlich auf und ist auch keine Schwäche des Lumix-OIS, sondern ganz klassisches Verhalten stabilisierter Video-Objektive.
  • Den Autofocus habe ich nicht getestet, weil ich diese Funktion eigentlich nie nutze. Trotzdem mal im Auge behalten…

Das 12-35mm und das 35-100mm sind eigentlich die ideale Kombination, denn der wichtigste Brennweitenbereich ist damit für mich abgedeckt. Obendrein sind beide Objektive ziemlich klein und sehr leicht (12-35mm: 305g; 35-100mm: 360g), was für meine Arbeitsweise ein wichtiges Kriterium ist, da ich sämtliche Taschen meist allein trage. Für die meisten Drehs benötige ich keine weiteren Objektive. Nur wenn es darauf ankommt, setze ich lichtstärkere Festbrennweiten ein.

Mit dem 12-35mm arbeite ich inzwischen die meiste Zeit, geschätzt etwa 90 Prozent aller Bilder drehe ich damit. Das 35-100mm ist vor allem ein ganz wunderbares Interview-Objektiv, denn mit diesem Brennweitenbereich kann ich jederzeit zwischen Nah- und Großeinstellung wechseln. Mein deutlich schwereres, größeres und unstabilisiertes Tokina 50-135 f/2.8 ist damit weitgehend ersetzt.

Wer sich Tests des Lumix 35-100 durchlesen will, findet z.B. hier, hier, hier, hier, hier und hier ein paar Berichte aus kompetenter Quelle.

Das Panasonic Lumix G X Vario 12-35 f/2.8-Objektiv mit OIS an der AF101

3. Oktober 2012 | Schlagworte: - - - -

Das neue Panasonic Lumix G X Vario 12-35mm f/2.8-Objektiv scheint viele Videoproduzenten, die mit der Panasonic AG-AF101 oder einer Panasonic GH1/GH2 arbeiten, zu überzeugen. Seit einigen Tagen arbeite ich ebenfalls damit und habe im folgenden Video mal ein paar seiner Eigenschaften getestet.

Worum ging’s mir in dem Test?

  • Einerseits wollte ich wissen, ob es sich um ein parfokales Objektiv handelt, denn in der Praxis kommt es sehr oft vor, dass man mal eben die Schärfe ziehen muss (also ranzoomen ans Objekt, Schärfe einstellen, wieder aufziehen). Das klappt mit dem Objektiv zwar ohne Einschränkungen, doch wie man im Video deutlich sieht, ist das Bild während des Zooms/Aufziehers für einen kurzen Moment unscharf. Wer Zooms also als gestalterisches Mittel einsetzt, ist mit diesem Objektiv deutlich eingeschränkt.
  • Bei vielen Zoom-Objektiven, die eigentlich für den Fotobereich konzipiert wurden, zeigt sich im Video-Einsatz häufig ein merkwürdiger Nebeneffekt, der auch beim Lumix 12-35 auftritt: Trotz durchgängiger Blendenöffnung von z.B. f/2.8 über den gesamten Brennweitenbereich flackert es während des Zooms/Aufziehers immer mal wieder auf. Ein weiterer Grund also, der bei diesem Objektiv gegen Zooms als gestalterisches Mittel spricht.
  • Dann wollte ich wissen, ob sich beim Fokussieren die Brennweite und somit der Bildausschnitt verändert – eine unerwünschte Eigenschaft, die auch als Lens Breathing bekannt ist (dieses Video zeigt sehr deutlich, was es damit auf sich hat). Die gute Nachricht: Beim Lumix 12-35 ist der Effekt so gut wie nicht sichtbar. Ich habe es sowohl bei 12mm als auch bei 35mm getestet, jeweils mit Blende f/2.8.
  • Dann hat mich interessiert, wie videotypisch der optische Bildstabilisator (OIS) arbeitet. Zunächst habe ich horizontale Schwenks ausprobiert, sowohl bei abgeschaltetem und eingeschaltetem OIS. Wie bei klassischen 3-Chip-Camcordern mit fest verbauten Zoom-Objektiven sollte der OIS auf dem Stativ abgeschaltet werden, denn den Anfang eines Schwenks interpretiert der Stabilisator manchmal als ungewollten Wackler und versucht ihn auszugleichen, was dann sehr rucklig aussehen kann.
  • Unverzichtbar ist der OIS, wenn man die Kamera aus der Hand führt, was auch deutlich im Testvideo zu sehen ist. Schaltet man den OIS des Lumix 12-35 ein, ist es ein Unterschied wie Tag und Nacht. Sowohl bei ganz kurzer Brennweite als auch bei 35mm kann das typische CMOS-Zittern auftreten, was sehr unangenehm aussieht. Bei unstabiliserten Objektiven muss man schon eine sehr ruhig Hand haben, um dagegen zu wirken. Viele Kollegen arbeiten daher ja auch mit einem Schulterstativ. Doch als Videojournalist will ich die Kamera so klein und kompakt wie möglich halten, was dank des OIS nun wieder möglich ist.

Für ein generelles Fazit ist es mir jetzt noch zu früh, da ich das Objektiv erst seit kurzem besitze und nur einen Drehtag lang (komplett ohne Stativ) damit gearbeitet habe. Trotzdem kann ich schon abschätzen, dass das neue Lumix 12-35 mein Tokina 16-50 nahezu komplett ersetzen wird, auch wenn die Brennweite etwas kürzer ist.

Denn für reportage- und dokuähnliche Einsätze ist der Bereich von 12mm bis 35mm am m43-Cropsensor der AF101 (entspricht also 24mm bis 70mm beim Kleinbildformat) wirklich ideal: Man ist zwangsläufig nah dran, es ist weitwinkling genug für Raumaufnahmen und 35mm sind wunderbar geeignet für situative O-Ton-Statements, bei denen man die Protagonisten dank Blende f/2.8 trotzdem noch angemessen freistellen kann.

Da das Lumix 12-35 mein erstes und bisher einziges vollelektronisch mit der AF101 kommunizierendes Objektiv ist, freue ich mich natürlich über die zusätzlichen Informationen, die jetzt auf dem LCD-Display bzw. im Sucher angezeigt werden.

Informationen auf dem LCD-Display der Panasonic AG-AF101 mit dem Panasonic Lumix G X Vario 12-35 f/2.8

Auch Arbeitsweisen, die man von klassischen VJ-Zoom-Camcordern kennt, sind jetzt wieder möglich, also bspw. in sehr zügigen Situationen kurz in die Blendenautomatik zu wechseln, um sich eine Blende vorschlagen zu lassen und danach durch erneuten Druck auf die IRIS-Taste den ermittelten Wert zu fixieren.

Was das Flackern und die temporäre Unschärfe bei Zooms/Aufziehern betrifft: Damit kann ich leben, da ich ohnehin wenig während der Aufnahmen zoome (und wenn, dann verwende ich das selten im Beitrag). Trotzdem wäre es wünschenswert, wenn dieser Mangel vielleicht durch ein Firmware-Update behoben werden könnte.

Wer sich für das Lumix 12-35 interessiert, sollte sich vor dem Kauf noch ein paar Testberichte und Forendiskussionen durchlesen:

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