Ein paar Gedanken zum Tokina AT-X Pro AF 28-70 f/2.6 (Version 1) an der Sony FS5

29. Dezember 2016 | Schlagworte: - - - -

Dieses Video habe ich ausschließlich mit dem Tokina AT-X Pro AF 28-70 f/2.6 (Version 1) und der Sony FS5 gedreht. Die Musik, auf der das komplette Stück basiert, heißt „Crackle.ar“ und stammt von Lalo. Das gesamte Album „.geom“ liegt auf Archive.org und wurde unter Creative Commons Lizenz (CC BY-SA 3.0) zur Verfügung gestellt. Das Video habe ich ebenfalls unter derselben Creative Commons Lizenz (CC BY-SA 3.0) veröffentlicht.

Vor einiger Zeit bin ich auf diesen Thread auf BMCuser.com gestoßen und neugierig auf das Tokina AT-X Pro AF 28-70 f/2.6 geworden – ein Objektiv, das schon lange nicht mehr hergestellt wird und daher nur noch auf dem Gebrauchtmarkt zu kriegen ist. Die Rahmendaten machten einfach einen ziemlich guten Eindruck für ein potenzielles Immerdrauf-Objektiv – also eines, für das man sich entscheidet, wenn man nur ein einziges für die gesamte Arbeit verwenden würde. Ich hatte Glück und für etwa 250,- Euro fiel mir ein nahezu neuwertiges Exemplar mit Nikon-Mount in die Hände (danke, Sascha!).

Wer sich für dieses Objektiv interessiert und keinen Fehlkauf riskieren will, sollte ziemlich genau hinschauen, da es eine Fülle verschiedener Versionen gibt. Einen gut recherchierten Überblick über die fünf verschiedenen Varianten, die Tokina im Laufe der Jahre herausgebraucht hat, gibt der Fotograf John Caz in seinem Blog. Kurz zusammengefasst: Wer eine der Versionen mit der legendären Angénieux-Rechnung haben will, die Tokina seinerzeit lizensiert hatte, sollte entweder nach der Version Pro I (u.a. erkennbar an der abschraubbaren Metallsonnenblende) oder der Version Pro II (mit der tulpenförmigen Plastiksonnenblende) Ausschau halten. Beide Objektive verfügen über ein 77mm-Filtergewinde (und nicht, wie spätere Versionen, über ein 72mm-Gewinde). Ich besitze die Version Pro I, habe die Metallsonnenblende aber gegen eine andere ausgetauscht.

In diesem Video habe ich einige Eigenschaften wie Zoom, Aufzieher, Schärfe und Parfokalität getestet. Um das Objektiv an die Sony FS5 anzuschließen, habe ich zwei verschiedene Adapter verwendet: Den RJ Focal Reducer und den Novoflex-Adapter. Das Video habe ich unter Creative Commons Lizenz (CC BY-NC-ND 4.0) veröffentlicht.

Was ist jetzt so besonders an dem Tokina?

Zunächst die Haptik. Das Objektiv ist sehr hochwertig gebaut: Kein Plastik, satt laufende und gut dimensionierte Ringe für Fokus und Zoom. Die Brennweite lässt sich so angenehm sanft verstellen, dass sehr professionelle Zoomfahrten und Aufzieher möglich sind, fast so wie bei einem EB-Objektiv oder einem Filmzoom. Angenehmer Nebeneffekt (und untypisch für ein Objektiv, das ursprünglich für Fotokameras hergestellt wurde): Während des Zooms/Aufziehers verändert das Objektiv seine Länge nicht. Wer also mit einer Mattebox und Filtereinschüben arbeitet, wird seine Freude daran haben.

Zudem scheint das Objektiv mehr oder weniger parfokale Eigenschaften zu haben, will heißen: Die Schärfe eines bereits fokussierten Objekts ändert sich auch nach einem erneuten Zoom/Aufzieher nicht, solange die Distanz zwischen Kamera und Objekt identisch bleibt.

Die Nikon-Version hat einen eigenen Blendenring von f/2.6 bis f/22, der allerdings ohne Zwischenstufen gesteuert wird. Um manuell zu fokussieren, muss man den Schärfering nach hinten ziehen. Dann rastet er ein und der Autofokus-Motor (der über die FS5 sowieso nicht gesteuert werden kann) ist entkoppelt. Wer andere Tokina-Objektive besitzt, kennt diesen Mechanismus.

Beim Verlagern der Schärfe ist je nach Brennweite und Blendenöffnung ein leichter Breathing-Effekt in den Bildern zu sehen. Um die Schärfe von unendlich auf den kürzesten Abstand von 0,7 Metern zu verlagern, bedarf es lediglich einer viertel Umdrehung des Fokusrings. Wer szenisch mit Follow Focus arbeitet und sehr sanfte, präzise Schärfeverlagerungen machen möchte, mag das zu kurz finden. Für journalistisches, dokumentarisches Arbeiten finde ich kurze Fokuswege persönlich angenehmer.

Bei Offenblende ist das Bild ein wenig weicher, lässt sich aber mit einfachen Mitteln in der Postproduktion (Kontrast erhöhen) schärfen. Eine sichere Bank ist auf jeden Fall der Bereich von f/4 bis f/8. Wer mehr über die technischen Eigenschaften erfahren will, schaut sich am besten den Test der Version Pro II auf photozone.de an.

Die Art und Weise, wie das Tokina unscharfe Bildbereiche zeichnet, finde ich persönlich sehr angenehm und schmeichelhaft fürs Auge. Wer Blendenflecke bei Gegenlicht nicht als Fehler, sondern als eigenartigen Charakter eines Objektivs begreift, wird voll auf seine Kosten kommen.

Dieses Video habe ich ebenfalls ausschließlich mit dem Tokina AT-X Pro AF 28-70 f/2.6 (Version 1) und der Sony FS5 gedreht und unter Creative Commons Lizenz (CC BY-NC-ND 4.0) veröffentlicht. Die Musik stammt von Maciej Kulesza, der seine Sammlung Ambient For Film unter Creative Commons Lizenz (CC BY 3.0) zur Verfügung stellt.

Da das Objektiv für Vollformat-Kameras entwickelt wurde, kann man es natürlich mit einem Fokalreduktor verwenden, was auch nötig ist, wenn man einigermaßen weitwinklig arbeiten möchte. Ich verwende dazu den recht günstigen, aber sehr brauchbaren RJ Focal Reducer, der die Brennweite um den Faktor 0,72 verkürzt. Beim Crop-Faktor des FS5-Sensors (1,5) heißt das (nach folgender Rechnung: 28-70mm x 1,5 x 0,72), dass man ungefähr das Sichtfeld eines 30-76mm-Objektivs an einem Vollformat-Sensor erreicht. Allerdings mit einem Nebeneffekt: Unter bestimmten Umständen produziert der Adapter einen blauen Fleck bei Gegenlicht, der meiner Meinung nach umso stärker auffällt, je geschlossener die Blende ist. Folgendes Bild zeigt, wie der Effekt aussieht:

Blauer Fleck in der Aufnahme mit dem RJ Focal Reducer

Diese Aufnahme habe ich ungefähr mit f/16 oder f/22 gemacht, ich weiß es nicht mehr genau. In der Mitte ist der unerwünschte Effekt zu sehen (wegen des S-Log3-Profils sieht das Bild sehr verwaschen aus, ich habe es bewusst nicht nachbearbeitet).

Schließt man das Objektiv hingegen mit einem Adapter ohne Brennweitenverkürzung (wie z.B. dem Novoflex-Adapter) an, ergibt sich ein kleinbildäquivalentes Sichtfeld von etwa 42-105mm.

Mit zwei Adaptern hat man also im Prinzip zwei Objektive in einem, damit weniger zu tragen und kombiniert mit dem obendrein wirklich brauchbaren Center-Scan-Modus der FS5 ein sehr flexibel einsetzbares Werkzeug mit einem angenehm analogen Charakter.

Eine simple, kompakte, externe SSD mit Thunderbolt-Anschluss

3. Dezember 2015 | Schlagworte: - -

Vor ein paar Tagen habe ich mir eine externe Lacie Rugged-Festplatte mit Thunderbolt-Anschluss gekauft, aufgeschraubt und nach dieser Anleitung (alternativ auch nach dieser) eine SSD eingebaut. Das dauert bei mittelmäßiger technischer Begabung etwa 15 Minuten und hat zumindest bei mir funktioniert. Die Garantie ist durch diesen Eingriff natürlich erloschen.

Lacie Rugged Thunderbolt mit Samsung 850 EVO SSD

Warum das ganze?

Es kommt immer wieder vor, dass ich ein Video in der Bahn oder in einem Hotelzimmer am Laptop schneide, am nächsten Tag dasselbe Projekt am Arbeitsplatz vorm Desktop-Rechner weiter bearbeite, um tags darauf wieder im Zug zu sitzen und dasselbe Projekt am Laptop… Und so weiter.

Beim Schneiden möchte ich die Vorteile von SSDs inzwischen nicht mehr missen. Daher bin ich bisher immer so vorgegangen, dass ich die beiden Macs zusammengeschlossen habe, um das Projekt im Target Disk Mode von der internen SSD meines Laptops auf die interne SSD meines Desktops zu kopieren – und umgekehrt. Ein zusätzlicher Arbeitsschritt, der manchmal sehr ungelegen kommt.

Was mir für solche Projekte bisher fehlte, war eine simple, sehr kompakte externe SSD-Lösung, die ich via Thunderbolt sowohl an den Laptop als auch an den Desktop anschließen kann – ohne Netzteil, so leicht und platzsparend wie möglich.

Die einfachste Lösung wäre natürlich ein externes Thunderbolt-Gehäuse, in das man dann eine SSD seiner Wahl steckt. Ich habe lange gesucht, aber einfach nichts gefunden. Während der Markt mit einfachen USB 3.0-Festplatten-Enclosures für wenig Geld überflutet wird, herrscht bei vergleichbaren Thunderbolt-Caddys absolute Leere.

Zwar gibt es Lösungen wie beispielsweise das G-Drive ev ATC mit Thunderbolt-Anschluss, das aber recht teuer wird, wenn man es mit einer SSD statt einer Festplatte nutzen möchte. Denn leider kann man nicht jede x-beliebige SSD nachrüsten, sondern nur die von G-Technologies verkaufte G-Drive ev SSD.

Meine Lösung mit der Lacie Rugged-Festplatte, die ich gegen eine Samsung 850 EVO-SSD mit 500 GB ausgetauscht habe, lohnt sich (Stand Dezember 2015) preislich auf jeden Fall gegenüber deutlich teureren Komplettlösungen – erst recht, wenn man für die ausgebaute 1 Terabyte große 2.5″-Festplatte noch eine Verwendung hat. Kleiner (und dementsprechend günstiger) kann man die Lacie-Platte zurzeit leider nicht erwerben.

Da mein Laptop mit einem Thunderbolt-Anschluss der ersten Generation ausgestattet ist (Maximalgeschwindigkeit: 10 Gbps), fällt der Geschwindigkeitstest mit Blackmagic Disk Speed Test im Vergleich zur internen SSD zwar moderat aus, für meine Zwecke aber völlig ausreichend.

Blackmagic Disk Speed Test

Z-Finder für BMPCC mit 1.8-facher statt 2.0-facher Vergrößerung bringt kleine Verbesserung

18. Juni 2015 | Schlagworte: - - -

Eine Sucherlupe ist vermutlich eine der ersten Anschaffungen, wenn man mit einer kompakten und in ihrer Bauart sehr DSLR-ähnlichen Kamera wie der Blackmagic Pocket Cinema Camera (BMPCC) arbeitet. Ich habe mir seinerzeit den Zacuto BMPCC Z-Finder gekauft, der speziell für die Größe des BMPCC-Displays entwickelt wurde.

BMPCC mit Zacuto Z-Finder

Die Qualität des BMPCC-Displays ist zwar wirklich bescheiden und lohnt sich eigentlich gar nicht, auch noch vergrößert zu werden (auch wenn man dadurch das Focus Peaking besser beurteilen kann). Dennoch ist so ein BMPCC-Viewfinder sinnvoll, da er vor allem zusätzliche Stabilität durch einen weiteren Andruckpunkt bei frei aus der Hand geführter Kamera spendet und – fast noch wichtiger – Sonnenlicht aussperrt. Denn bei etwas hellerer Umgebung sieht man auf dem BMPCC-Display so gut wie nichts mehr.

So weit, so gut. Einziges Manko: Der Zacuto Z-Finder für die BMPCC zeigt mir nicht das komplette Display, sondern schneidet an den Rändern immer ein Stück ab – und zwar auch dann, wenn ich den Z-Finder wirklich fest an mein Auge drücke.

Zumindest ist das bei mir so, und ich habe keine Ahnung, ob es nun an meinen Augen liegt oder an der zweifachen Vergrößerung des Z-Finders. Offensichtlich bin ich aber nicht der einzige mit diesem Problem.

Bei der Arbeit nervt das, denn beim Blick durch einen Viewfinder sollte man natürlich immer 100% der Bildinformation sehen können. Wie auch sonst sollte man das Bild kadrieren oder einer Aktion verlässlich folgen?

Hier mal ein Vergleich. So sieht das komplette Display der BMPCC aus:

BMPCC-Screen ohne Zacuto Z-Finder

Wenn ich den Z-Finder mit starkem Druck förmlich ans Auge quetsche, sehe ich in etwa folgenden Ausschnitt:

BMPCC-Screen mit Zacuto Z-Finder und 2.0-facher Vergrößerung

Halte ich den Viewfinder hingegen mit normalem Druck ans Auge, sehe ich deutlich weniger an den Rändern und ich muss mich entscheiden, ob ich teilweise entweder auf die Informationsleiste oben oder unten verzichte.

Von einer adäquaten Vergrößerung des Bildausschnitts erwarte ich eigentlich, dass das Auge nicht hin- und herwandern muss, sondern alles sofort auf einen Blick erfasst. Das leistet der Z-Finder für die BMPCC leider nicht.

Deshalb habe ich vor einiger Zeit Kontakt mit Zacuto aufgenommen, die mir daraufhin einen kostenlosen Ersatz des Vergrößerungsglases geschickt haben. Der Austausch ist ziemlich einfach und in wenigen Minuten erledigt. Statt der 2.0-fachen Vergrößerung hat der der neue Glasbaustein eine nur 1.8-fache.

Bringt’s was? Der Unterschied ist nur gering und das Ergebnis immer noch keineswegs so wie es eigentlich sein sollte. Wenn ich den Sucher wieder so stark an meine Auge drücke wie ich es normalerweise nicht tun würde, sehe ich ungefähr das hier:

BMPCC-Screen mit Zacuto Z-Finder und 1.8-facher Vergrößerung

Will heißen: Das Auge muss immer noch umher wandern, den kompletten Bildausschnitt kann ich nur mit Mühe erfassen.

Obwohl der BMPCC Z-Finder fast ständig an der Kamera angebracht ist, kann ich ihn nur eingeschränkt empfehlen.

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