Las Vegas Sun, HD-Videos

28. Januar 2008 | Schlagworte: - - -

DV oder HDV für Online-VJs, diese Frage wurde hier ja schon ein, zwei Mal aufgeworfen. Es gibt genug Argumente für beide Formate, vor allem wenn man ausschließlich für Online-Formate dreht.

Wer ein Argument mehr für HDV sucht, sollte sich mal die Multimedia-Rubrik der Las Vegas Sun ansehen, dort speziell die Videos.

Ganz schön großflächig – da wurde der Relaunch einer Zeitungswebsite im Hinblick auf Multimedia-Inhalte insofern einfach mal konsequent zuende gedacht, dass man ihnen genug Platz direkt im Layout einräumt – ohne unelegante Umwege über Popup-Fenster oder ähnliches.

Mir gefällt das. Endlich weg von Briefmarken-Größen.

Zum Technischen: Die Videos werden im Flash-Player abgespielt und sind On2 VP6-kodiert bei einer angemessenen variablen Bitrate von ca. 1300 kbps, die in den Spitzen bis zu ca. 3500 kbps reicht (davon ca. 110 kbps für den mp3-Stereo-Ton).

Merkwürdig allerdings, dass das Video im Player auf der Website 988 Pixel breit und 556 Pixel hoch ist – die Originaldateien (FLV) messen nämlich lediglich 640 x 360 Pixel, was locker mit Standard-DV-Technik erreicht wird (720 x 576 Pixel). Da ist der HDV-Bonus dann wieder weg und wird durch den Flash-Player ein wenig unscharf skaliert.

Konsequenterweise werden die Videos aber auch H264-kodiert zum Download angeboten (siehe Beispiel) – dann allerdings in voller HDV-Auflösung (1280 x 720 Pixel) mit höherer Bitrate.

Kapitelweise durch Videos navigieren

20. Juni 2007 | Schlagworte: - - - -

Web-Video ist zurzeit eine lineare Angelegenheit, entspricht also eigentlich gar nicht den Möglichkeiten des Web. Vor und zurück, Pause und Lautstärke regeln – mehr geht bei den meisten Playern nicht.

Wolfgang Blau hat mich auf einen besseren Ansatz hingewiesen: Die langen Flash-Videos auf der TED-Website sind in Kapitel unterteilt, die dem User angezeigt werden, sobald er mit der Maus über die Bildfläche fährt. Eine super Lösung vor allem für längere Videos.

Das ganze kann technisch natürlich nur einwandfrei funktionieren, wenn das Video über einen echten Streaming-Server ausgeliefert wird. Bei einem progressiven Download (so werden die meisten Flash-Videos zurzeit angeboten) könnten die Kapitel erst angesprungen werden, wenn die Datei bis zur entsprechenden Stelle schon heruntergeladen wurde. Bei 23 Minuten Länge – wie im Beispiel – kann das dauern.

Ein nettes Gimmick ist auch die Bewertungsfunktion. Während das Video läuft, können User aus einer vorgegebenen Liste wählen, wie sie das Video finden. Das Ergebnis wird anschließend als Tag-Wolke angezeigt.

Einen Schritt weiter ging bereits im letzten Jahr der Service click.tv. User konnten dort an beliebigen Stellen Kommentare in den Videos hinterlassen. click.tv ist inzwischen leider offline. War wohl seiner Zeit voraus.

Animierte Vektorobjekte mit Flash und Avid Xpress Pro

18. Mai 2007 | Schlagworte: - - - -

Für einen Fernsehbeitrag wollte ich ein kleines, animiertes Vektorobjekt (ein Symbol für Radiowellen) über einen Gegenstand im Video legen. Da sich der Gegenstand (eine Einkaufstüte) bewegt, sollten sich auch die Radiowellen ständig auf Höhe des Gegenstands mitbewegen. Bildaussage: Da funkt etwas geräuschlos in der Tüte.

Mit den Standard-Plugins meines Schnittprogramms (Avid Xpress Pro, Version 4.6) ist so etwas leider nicht möglich. After Effects besitze ich nicht und habe auch gar keine Erfahrungen damit, obwohl die Lösung damit wahrscheinlich sehr einfach gewesen wäre.

Als rettende Alternative kam mir ziemlich schnell Flash in den Sinn. Mit der Software lassen sich Vektorobjekte spielend einfach erstellen, animieren und bewegen.

Nur: Wie kriege ich die Videodaten in TV-Qualität aus dem Avid in Flash und den fertigen Effekt wieder zurück?

Nach ein paar Experimenten hat es geklappt. Dabei bin ich so vorgegangen:

Zunächst habe ich die etwa 10-sekündige Einstellung (eine Person geht mit einer Einkaufstüte durch eine Fußgängerzone) als Einzelbild-Sequenz exportiert. Die insgesamt 266 Bilder habe ich im BMP-Format gespeichert und dabei die „Field Order“ (also die Anordnung der Halbbilder) auf „Lower Field First“ gestellt. Das entspricht dem PAL-Standard.

Anschließend habe ich ein neues Projekt in Flash angelegt (25 Bilder pro Sekunde, 720 x 576 Pixel) und die einzelnen Bilder direkt auf Ebene 1 der Hauptbühne importiert (das dauert ein wenig, weil 266 BMP-Dateien schon recht groß sind).

Dann habe ich die Animation der Radiowellen als eigenes Objekt (in Flash wird das „Symbol“ genannt) mit ein paar Zeichentools erstellt und dies auf Ebene 2 der Hauptbühne gelegt.

Da sich die Position der Einkaufstüte im Video ja ständig ändert, habe ich das Vektorobjekt alle paar Frames erneut zentral über der Tüte positioniert (und zum Schluss auch etwas skaliert, da die Person mit der Einkaufstüte weggeht und auch kleiner wird).

Nachdem ich mit dem Finetuning in Flash zufrieden war, habe ich den „Film exportiert“ – und zwar erneut als BMP-Einzelbildsequenz (JPEG wäre übrigens wegen des Qualitätsverlusts nicht empfehlenswert).

Zurück im Avid muss die Sequenz jetzt natürlich wieder importiert werden. Dazu sollten vorher die Import-Einstellungen für Grafiken auf „Autodetect Sequential Files“ gestellt werden und die „Field Order“ diesmal auf „Non-Interlaced“. Avid übernimmt die Bilder dann „so wie sie sind“, und zwar immer noch mit der Halbbild-Folge, die beim Export gewählt wurde.

Anschließend werden die paar Sekunden Video einfach in die Timeline geschnitten und unterlegt mit der ursprünglichen Atmo. Fertig.

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