Die neue Flip UltraHD der dritten Generation und PAL-konforme SD-TV-Halbbilder

5. Januar 2011 | Schlagworte: -

Das neue Modell, also die dritte Auflage der Flip Ultra-Kamera, ist bereits seit einigen Monaten auf dem Markt. Ich habe hier ein Testmodell liegen, über das ich gar nicht viele Worte verlieren möchte. Denn weder am Konzept noch am Design der Kamera hat sich etwas geändert.

Interessant ist für mich lediglich ein technisches Detail, das das Gerät für mich momentan zur ersten Wahl im Bereich der Pocketkameras macht.

Die Flip Ultra der ersten Generation direkt neben der neuen Flip UltraHD

Und zwar zeichnet die Flip UltraHD der dritten Generation (genauso wie die schlankere Flip MinoHD) 50 Bilder pro Sekunde auf – und steht damit ziemlich allein da, denn alle anderen Pocketkameras zeichnen, soweit ich das überblicke, lediglich mit NTSC-typischen Raten von 30 oder 60 Bildern auf.

Interessant ist dieser kleine Unterschied für alle, die Bildmaterial der Flip mit dem Material anderer PAL-Camcorder mischen wollen. Bisher war das immer ein Problem, da sich die PAL-Bildrate von 25 Bildern (bzw. 50 Halbbildern) nur mit Abstrichen (erkennbar am deutlich sichtbarem Ruckeln) mit den 30 bzw. 60 Bildern in Einklang bringen ließ.

So ist die neue Flip selbst für SD-TV-Aufnahmen geeignet (also 720 x 576 Pixel mit 50 Halbbildern in 16:9), die man bei Gelegenheit vielleicht mal einfängt, weil man gerade keine „richtige“ Kamera dabei hat. Umrechnen lässt sich das Material problemlos mit Apples Compressor, genauso wie ich es in diesem Artikel für Rohmaterial der Canon 550D bzw. 7D oder 60D beschrieben habe. Das Material einfach auf eine SD-Timeline in Final Cut Pro zu ziehen ist nicht empfehlenswert, da der Algorithmus in Bezug auf die Halbbilder dort nicht sauber arbeitet.

Wahlweise proprietärer Akku oder drei AAA-AkkusIm Vergleich zu meiner allerersten Flip ist die der dritten Generation etwas wertiger verarbeitet. Vor allem funktionieren die Knöpfe auf der Rückseite deutlich zuverlässiger. Bei meiner alten Flip hatte ich immer das Problem, dass der rote Knopf schnell ausgeleiert war und sich Aufnahmen nicht mehr ohne weiteres stoppen ließen. Gut ist, dass die UltraHD nach wie vor über einen auswechselbaren Akku verfügt. Ein spezieller Akku wird mitgeliefert und kann via USB aufgeladen werden. Wahlweise passen aber auch drei kleine AAA-Akkus ins Batteriefach.

Die Problematik mit dem Unschärfe-Bereich direkt vor dem Objektiv bleibt, das heißt für Groß- oder gar Makroaufnahmen ist die Flip nicht geeignet. Für das Aufzeichnen von O-Ton-Statements beispielsweise im Bereich der Online-Videoberichterstattung reicht es aber nach wie vor allemal, wenn man ein paar Regeln beachtet.

Zum neuen Bildstabilisator kann ich mir bisher noch kein aussagekräftiges Urteil erlauben, ebenso zur Bildqualität, die natürlich von den jeweiligen Lichtverhältnissen am Drehort abhängt. Flip und Co sind nach wie vor Schönwetter-Camcorder, denn es ist und bleibt eben ein ambitioniertes Unterfangen, aus einem dermaßen kleinen Aufnahmesensor HD-Bilder zu zaubern.

Der Vergleich mit teuren HD-Camcordern hinkt also von vornherein und das Mischen von Bildmaterial semiprofessioneller Kameras fällt ohnehin sofort auf, zumindest dem geübten Auge. Aber wenigstens lässt sich das Ruckeln durch die unterschiedlichen Bildraten nun endlich vermeiden.

Ausführliche Testberichte der dritten Flip gibt es zum Beispiel hier, hier und hier.

Ifra-Training im März: Kostengünstige Online-Videoproduktion mit der Flip

6. März 2009 | Schlagworte: -

Flip Ultra

Wie ich bereits hier beschrieben hatte, halte ich Videokameras wie die kleine Flip für eine gute Ergänzung des Online-Videojournalismus: Reporter sollten sie auf ihren zahlreichen Terminen dabei haben, um damit bei Gelegenheit O-Töne oder kurze Sequenzen einzufangen. Mit diesem Material können Online-Redaktion ihre Berichterstattung gezielt anreichern – und das auf eine kostengünstige Art und Weise.

Gemeinsam mit der Ifra biete ich am 30. und 31. März ein Einsteiger-Training zur Online-Videoproduktion mit der Flip an. Ein paar Plätze sind noch frei.

Das Training wird sehr praxislastig sein: Jeder Teilnehmer wird einen kompletten Videobeitrag mit Handlungssequenzen und O-Tönen produzieren.

In verschiedenen, aufeinander aufbauenden Modulen geht es zunächst um die Grundlagen der Videogestaltung und -produktion, stets mit Blick auf die Besonderheiten der Flip-Kamera. Schneiden werden wir mit Final Cut Express (das ähnlich funktioniert wie zahlreiche andere Programme aus dem PC- oder Mac-Bereich).

Damit die erworbenen Kenntnisse in der Redaktion direkt umgesetzt werden können, gehört jedem Teilnehmer die Kamera direkt nach dem Seminar.

Weitere Details sowie die Möglichkeit zur Anmeldung auf der Ifra-Website.

Wer sich in das Thema Flip und Postproduktion mit der Flip schon mal einlesen möchte:

Flip-Rohmaterial in der Postproduktion mit Final Cut Pro, Teil 2: Flip MinoHD

22. Januar 2009 | Schlagworte: - - -

Während ich im ersten Teil dieser kleinen Serie die Nachbearbeitung von Videorohmaterial der Flip Ultra und der Flip Mino beschrieben habe, geht es in diesem Text um die Flip MinoHD.

Sie zeichnet Video mit einer Auflösung von 1280×720 Pixeln bei 30 Frames pro Sekunde auf. Statt des 3ivx-Codecs, der in den kleinen Flips werkelt, setzt die HD-Version auf H.264-Kodierung mit einer Bitrate von etwa 10 Mbps. Die Daten werden in einem MP4-Dateicontainer abgelegt.

In seiner aktuellen Version kann Final Cut Pro (FCP) H.264-Material direkt verarbeiten, auch wenn es auf vielen Rechnern (vor allem Notebooks) nicht gerade flüssig läuft.

Drei alternative Arbeitsweisen liegen also nahe: Die native Bearbeitung des Rohmaterials auf der Timeline (langsam), die Arbeit mit einem schnittfreundlichen Codec auf der Timeline (Rendern notwendig) oder die vorherige Wandlung in ein schnittfreundliches Format (analog zur Vorgehensweise in Teil 1).

1. Native Bearbeitung

Nachdem Sie die Dateien von der Flip auf Ihre Festplatte kopiert haben, können Sie sie direkt in den FCP-Browser laden. Legen Sie eine neue Sequenz mit folgenden Voreinstellungen an:

Voreinstellungen für die Sequenz

Kleine Anmerkung dazu: Laut Hersteller soll die Flip MinoHD 30 Frames pro Sekunde aufzeichnen. Codec-Analyse-Tools wie MediaInfo Mac oder GSpot bestätigen das auch – lediglich FCP besteht darauf, dass die Bildwiederholrate bei NTSC-typischen 29,97 liegt. Nehmen wir es so hin.

Zwar können Sie jetzt auf der Timeline Ihre Clips anordnen, aber je nach Rechenpower läuft das Bewegen der Abspielposition sehr zäh. Einfache Effekte wie Überblendungen können oft nicht in Echtzeit dargestellt werden.

H.264 ist eben kein Codec für die Postproduktion, sondern eigentlich nur für die Distribution gedacht. Daher empfehle ich zur Nachbearbeitung die folgenden beiden Methoden.

2. Schnittfreundlicher Codec auf der Timeline

Wie bei der ersten Methode laden sie zunächst die zu bearbeitenden Flip-Dateien in den FCP-Browser. Legen Sie eine Sequenz mit folgenden Einstellungen an:

Voreinstellungen für die Sequenz

Auf der Timelime muss jeder neu hinzugefügte Clip vor dem Abspielen gerendert werden. Das kostet Zeit und macht vor allem bei größeren Projekten wenig Spaß, doch anschließend können Sie sich butterweich durch die Sequenz bewegen.

Natürlich können Sie auf der Timeline auch andere Codecs verwenden, Apple ProRes ist aber generell eine gute Wahl.

Wenn Sie Ihre Videos ausschließlich für das Web bearbeiten wollen und in einer bestimmten Auflösung ausspielen, liegt es natürlich nahe, sie bereits auf der Timeline in dieser Auflösung zu bearbeiten.

Ändern Sie in den Sequenz-Einstellungen also einfach die Bildgröße im Verhältnis 16:9 auf zum Beispiel 480×270 Pixel. Nun fallen beim Rendern wesentlich weniger Daten an als würden Sie Ihr Material in der ursprünglichen HD-Größe editieren. Folglich läuft alles ein wenig geschmeidiger, vor allem wenn Sie langsame Festplatten einsetzen.

3. Vorherige Wandlung des Rohmaterials

Das Rohmaterial vorher in ein schnittfreundliches Format zu wandeln, ist sicherlich die aufwändigste Methode, lohnt sich aber immer, wenn Sie später im Schnitt zügig voran kommen wollen.

Wie das Wandeln mit Quicktime Pro funktioniert, habe ich im ersten Teil dieser Serie beschrieben. Alternativ können Sie auch das kostenlose Tool MPEG Streamclip (gibt’s für Mac und Windows) dazu verwenden. Stapelverarbeitung ist damit auch möglich.

Verwenden Sie zum Exportieren (als Quicktime-Film) zum Beispiel folgende Einstellungen, wenn Sie später in FCP mit deutlich herunter skaliertem Material für das Web arbeiten möchten:

Voreinstellungen für den Export aus MPEG Streamclip

Laden Sie die neuen Dateien in den FCP-Browser, legen Sie eine Sequenz mit den gleichen Einstellungen an, und los geht’s – ohne Rendern, ohne Ruckeln.

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