DIY-Mikrofonsplitterkabel für die saubere Trennung der Panasonic GH3-Tonkanäle (funktioniert vermutlich auch an jeder anderen DSLR)

13. Mai 2013 | Schlagworte: - - - -

Die Panasonic GH3 verfügt über eine 3.5mm-Stereo-Klinkenbuchse, an die man ein externes Mikrofon anschließen kann. Der Tonpegel lässt sich dann über 19 Stufen regulieren, jedoch immer nur für beide Kanäle gemeinsam.

Ohne weiteres ist es also leider nicht wie bei einer professionellen Videokamera möglich, den linken Tonkanal beispielsweise stärker auszupegeln als den rechten, was in vielen Situationen (z.B. Interviews) aus Sicherheitsgründen ja sinnvoll ist (Details dazu siehe hier).

Neulich bei einem Dreh mit der GH3 war es mir wichtig, den Ton meines mit einem Ansteckmikrofon verkabelten Hauptprotagonisten ständig über eine Funkstrecke abzunehmen und sämtliche Atmo-Geräusche sowie spontan sich ergebende Dialoge mit anderen Protagonisten über ein an der Kamera befestigtes Richtmikrofon aufzuzeichnen.

Dazu habe ich ein Splitterkabel benötigt, das an der einen Seite über einen Stereo-Miniklinkenstecker verfügt, an der anderen Seite über zwei Stereo-Miniklinkenbuchsen. Über ein zweiadriges Kabel wird das ganze so verlötet, dass die eingehenden Signale sauber voneinander getrennt in die Kamera gespeist werden.

Wer sich das Kabel nachbauen will, kann sich an folgendem Stromlaufplan orientieren (danke an Boris und Fred).

Stromlaufplan für das Mikrofonsplitterkabel an der Panasonic GH3 und anderen DSLR-Kameras

Wie man sieht: Es wird lediglich eine Ader benötigt, die zweite Ader wird mit der Masse verbunden.

Bei meinem Dreh hat das ganze wirklich sehr gut geklappt. Auf dem linken Kanal habe ich den Ton meiner Funkstrecke mit exakt den Einstellungen aufgenommen, die ich hier aufgeschrieben habe (also dem GH3-Eingangspegel auf dem rauschärmsten Level 1). Am rechten Kanal habe ich das Rode VideoMic Pro angeschlossen und daran die +20 dB-Verstärkung eingeschaltet.

Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden. Ich kann keinen Unterschied zu Aufnahmen heraushören, die ich in vergleichbaren Situationen zum Beispiel mit der Panasonic AF101 gemacht habe.

Im Schnittprogramm sind es dann in der Regel nur wenige Mausklicks, um aus der Stereo-Tonspur zwei Monospuren zu machen.

Optimale Einstellungen für die Sennheiser EW100-G2-Funkstrecke an der Panasonic GH3

24. März 2013 | Schlagworte: - - -

Der Mikrofon-Eingangspegel der Panasonic GH3 lässt sich manuell über 19 Stufen regulieren. Je höher man diese Stufe einstellt, desto mehr Rauschen überlagert das Tonsignal.

Grundsätzlich sollte man also möglichst mit einem vorverstärkten Signal in die Kamera reingehen, um den Eingangspegel so gering wie möglich einzustellen, ganz ähnlich wie beispielsweise bei den Canon-DSLRs mit Magic Lantern.

Stellt man den Eingangspegel der GH3 auf Level 1, also die niedrigste Stufe, dann liegt das Rauschen unter -60 dBFS, ganz so wie es bei einer professionellen Kamera im Broadcast-Bereich üblich ist.

Optimale Einstellungen für die Sennheiser EW100-G2-Funkstrecke an der Panasonic GH3

Wenn ich meine Sennheiser EW100-G2-Funkstrecke direkt an die GH3 anschließe und einen Interviewpartner bzw. Protagonisten mit dem MKE2-Ansteckmikrofon verkabele, wähle ich folgende Konfiguration:

Eingangspegel der GH3: Level 1
Sensitivität des Funkstreckensenders: -10 dB
AF-Out des Funkstreckenempfängers: -12 dB

Bei normal lauter Sprache und dem Mikrofon knapp oberhalb der Brust kommt dann ein Signal von -6 dBFS in den Spitzen an.

Wem das zu wenig Spielraum ist, der sollte den AF-Out des Empfängers auf -18 dB stellen. Dabei kam die Sprache in meinen Testaufnahmen bei -15 dBFS in den Spitzen an.

Spricht der Protagonist hingegen sehr leise, kann man es auch mit einem AF-Out von -6 dB probieren, wobei mir die Gefahr der Übersteuerung aber zu groß wäre (in meinem Test erreichte das Signal bei normal lauter Sprache manchmal -3 dBFS).

Faustregel also: Den Eingangspegel der GH3 so niedrig wie möglich halten, idealerweise bei Level 1. Sämtliches Finetuning nur über die Vorverstärkung vornehmen.

Was der Pegelmesser der Panasonic GH3 in dBFS anzeigt

24. März 2013 | Schlagworte: - -

Der Tonpegelmesser der Panasonic GH3 zeigt für den linken und rechten Kanal jeweils acht kleine Kästchen an, die aber leider nicht beschriftet sind.

Um die Skala etwas besser einschätzen zu können, habe ich testweise einen 1 kHz-Signalton mit ansteigender Lautstärke aufgezeichnet. Diese Aufnahme habe ich mir anschließend in Final Cut Pro X angesehen und dabei die FCPX-Pegelmesser mit denen der GH3 verglichen.

Ungefähr das hier kommt dabei heraus (Abweichungen um +/- 1 dB sind möglich):

Was der Pegelmesser der Panasonic GH3 in dBFS anzeigt

Leuchtet keines der Kästchen auf, so ist Pegel niedriger als -28 dBFS.

1 Kästchen = -28 bis -26 dBFS
2 Kästchen = -24 bis -21 dBFS
3 Kästchen = -20 bis -17 dBFS
4 Kästchen = -16 bis -13 dBFS
5 Kästchen = -12 bis -9 dBFS
6 Kästchen = -8 bis -6 dBFS

Ab dem 7. Kästchen (also oberhalb von -6 dBFS) scheint ein Limiter einzusetzen, der seine Arbeit auch recht ordentlich macht. Mit normalen Sprachsignalen habe ich es nicht geschafft, die Aufnahme zu übersteuern.

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