USB-P2-Kartenleser AJ-PCD2, Geschwindigkeit

Panasonic AJ-PCD2 USB-P2-Kartenleser

Auf den ersten Blick erinnerte mich der AJ-PCD2 irgendwie an die gute alte Floppy 1541, die der ein oder andere mitlesende Mittdreißiger vielleicht noch kennen wird. Grau, unscheinbar, klobig – bei Panasonic-Geräten ist schönes Design offenbar immer nebensächlich, was ich persönlich sehr mag.

Der Low Budget-P2-Kartenleser ist natürlich deutlich kleiner und vor allem ein wenig schneller als die 300 Bytes, die die 1541 damals pro Sekunde übertragen konnte.

Ein kurzer Geschwindigkeitstest hat mit meinem System (iMac mit 2,8 GHz Quad-Core Intel Core i7, 8 GB RAM) folgendes ergeben:

  • Kopieren von 12,75 GB (43 Clips, 720p50, DVCPROHD) auf die interne S-ATA-Festplatte (7200 U/Min.) mit P2CMS dauerte exakt 7:15 Min.
  • Direktimport derselben 12,75 GB von der P2-Karte in Final Cut Pro 7 mit dem „Loggen und Übertragen“-Tool auf eine externe Firewire800-Festplatte (7200 U/Min.) dauerte genau 8:00 Min.

Die Daten waren auf einer 32GB-Karte der R-Serie gespeichert.

Zum Vergleich: Der bis vor kurzem einzig kostengünstige P2-Kartenleser für den Mac, der Duel Adapter (so um die 120,- Euro), schaufelte in acht Minuten immerhin ca. 16 GB auf die Festplatte.

Allerdings war er nur für MacBook Pro-User interessant, die über einen ExpressCard-Slot verfügen – und den verbaut Apple heute ja leider nur noch in den 17″-Notebooks. Schade, schade – gerade für Video-Arbeiter ist der ExpressCard-Slot einer der wichtigsten Anschlüsse überhaupt.

Aus eigener Erfahrung und den Berichten vieler anderer Nutzer kann ich sagen, dass die Arbeit mit dem Duel Adapter nie ganz reibungslos lief. Er musste vor dem Hochfahren des Rechners angeschlossen werden, damit er vom System überhaupt erkannt wird. Und mit viel Pech wurden Kartenwechsel schonmal mit Kernel Panic-Attacken quittiert. Unter Snow Leopard funktioniert der Duel Adapter gar nicht mehr, weil weder Apple noch Duel Systems einen Treiber liefern. Insofern ist der AJ-PCD2 wirklich überfällig.

Die Alternativen neben dem Duel Adapter kamen für mich nicht in Frage: Also entweder die Kamera als Kartenleser via USB oder Firewire anzuschließen (sehr langsam), ein altes PC-Laptop oder Powerbook mit PCMCIA-Port zu verwenden oder einen der wesentlich teureren Panasonic-P2-Reader zu verwenden.

Anschlüsee auf der Rückseite des AJ-PCD2Angeschlossen wird der AJ-PCD2 über zwei USB-Kabel, scheidet damit für MacBook Air-Nutzer also schonmal aus (es sei denn, sie schließen ihn über einen externen aktiven USB-Hub an). Der eine Anschluss ist für die Spannungsversorgung gedacht, der andere für die Datenübertragung. Ob die zurzeit 280,- Euro netto (UVP) für einen Plastikkartenleser gerechtfertigt sind, sei dahingestellt. Wenn man überlegt, dass es USB2.0-Multicard-Reader für unter zehn Euro zu kaufen gibt, schmeckt der Preis ganz schön gesalzen.

Andererseits: Es gibt ja keine Alternative.

Update (16.08.2010): Helmut Kobler, Autor des P2-Blogs, hat ein ausführliches Review für Creative Cow geschrieben.