Akkus, Kamera, Kälte

Kann ja sein, dass es in den nächsten Monaten doch nochmal so richtig kalt wird. Niedrige Temperaturen sind immer wieder eine Herausforderung, nicht nur weil die Finger mit dem kalten Metall des Stativs oder der Kamera eins werden, sondern vor allem weil voll aufgeladene Akkus oft schon nach einer halben Stunde ihren Geist aufgeben können.

Bevor ich also losziehe, verstaue ich die Akkus in der Innentasche meiner Jacke. Dort ist es warm, die Akkus entladen sich nicht. Erst kurz vor Beginn der Dreharbeiten stecke ich den Akku an die Kamera. Ist es nicht allzu kalt, bleibt er dank der Betriebstemperatur einigermaßen warm. Bei Drehpausen nehme ich ihn wieder ab – so lässt sich die Drehzeit erheblich verlängern.

Ideal wäre es ja, wenn der Akku permanent in der Jacke liegen und mit einem Adapter samt Kabel an die Kamera angeschlossen werden könnte. Kennt jemand so eine Lösung, speziell auch für die DVX100? Oder hat sich jemand vielleicht sogar selbst etwas zusammengelötet? Hinweise wie immer gerne in den Kommentaren.

Andere Sache noch: Kameras vertragen selten den krassen Temperaturwechsel von einer warmen Wohnung hinaus in die Kälte oder umgekehrt. Wenn ich meinen Drehtag draußen verbringe, transportiere ich die Kamera in ihrer Tasche im (recht kühlen) Kofferraum des Autos. Spätestens nach einer halben Stunde ist sie absolut einsatzbereit.

Kamerapflege, Reinigung, Tapes

Früher oder später wird sich die Kamera vermutlich von selbst melden, entweder – wie bei der DVX – durch ein kleines, rotes Kreuz, das während der Aufnahme blinkt, oder schlimmer: Durch verspratztes Material, also Aussetzer bei der Wiedergabe von Ton und Bild.

Grund ist meistens eine Verschmutzung der Videoköpfe, den am stärksten beanspruchten und wahrscheinlich empfindlichsten Teilen der gesamten Kamera. Um diesen Zeitpunkt möglichst lange herauszuzögern, beachte ich ein paar Dinge:

  • Für meine Dreharbeiten benutze ich stets denselben Bandtypen und wechsle ihn auch nicht (in meinem Fall: Panasonic AY-DVM63PQ). Damit habe ich bisher zumindest keine negativen Erfahrungen gemacht. Die erste Reinigung war nach etwa 120 Betriebsstunden fällig, danach nicht wieder. (In einem Videojournalismus-Seminar an der Uni Dortmund haben wir im vergangenen Jahr ebenfalls mit der DVX 100 gearbeitet. Bei drei der vier Kameras war eine Reinigung bereits nach etwa 20 – 30 Stunden nötig. Dort hatten wir Bandmaterial eines anderen Herstellers eingesetzt, dies allerdings ebenfalls nie gewechselt.)
  • Bänder setze ich nur ein einziges Mal ein, Überspielen kommt nicht in Frage.
  • Ich vermeide es, die Tapes in anderen Decks oder Kameras abzuspielen und dann wieder mit meiner Kamera zu verwenden. Kopiere ich mir Material von einer fremden Quelle, schließe ich meine Kamera über die Firewire-Schnittstelle an.
  • Bänder bewahre ich möglichst sorgsam auf, unterwegs also niemals ohne Schutzhülle im hinterletzten Winkel des Rucksacks.
  • Bei Dreharbeiten in staubigen Umgebungen klebe ich das Tapefach ab.
  • Langes Spulen versuche ich mit der Kamera zu vermeiden. Dazu setze ich lieber einen DV-Band-Umspuler ein.
  • Schnelles Sichten mit der Kamera (also Play und Fast Forward gleichzeitig) vermeide ich ebenfalls, denn auf Dauer verträgt das weder das Band noch die Mechanik der Kamera.
  • Sind die Dreharbeiten zuende oder werden sie für längere Zeit unterbrochen, entferne ich das Tape aus der Kamera.
  • Ist der Videokopf verschmutzt, lasse ich ein Reinigungstape für etwa fünf Sekunden abspielen. Ich weiß, dass diese Methode umstritten ist, weil solche Tapes wie Schmirgelpapier wirken. In der DVXuser-Community ist detailliert beschrieben, wie man die Mechanik der Kamera inkl. der Videokopf-Trommel schonender reinigen kann. Über diese Methode habe ich vor einiger Zeit mal mit zwei Fachmännern (aus der Fernsehtechnik-Branche) unabhängig voneinander gesprochen. Sie raten davon ab und setzen zur Reinigung der Videoköpfe selbst auch nur Tapes ein. Ich persönlich kann nicht beurteilen, welche der Methoden die bessere ist, wäre aber für die schonende Alternative offen.