Drehgenehmigungen in der Lokalberichterstattung

Mal folgender, konstruierter Fall: Ein Lokalredakteur aus einer kleinen Stadt mit ca. 20.000 Einwohnern dreht seit kurzem auch Videos für die Website seiner Zeitung. Demnächst will er auch bei öffentlichen Rats- und Ausschusssitzungen mit seiner Kamera anrücken.

Seit Jahren sind bei solchen Veranstaltungen Pressevertreter der schreibenden Zunft vor Ort und berichten. Dass dabei auch mal ein Foto geschossen wird und in der Zeitung erscheint, ist normal. Doch Videos mit Redeausschnitten sind etwas völlig Neues, worauf diverse Rats- und Ausschussmitglieder mit Abneigung reagieren.

Dürfen sie die Dreharbeiten verbieten?

Current TV Survival Guide

Current TV, der von Al Gore vor etwa einem Jahr ins Leben gerufene TV-Sender, gestaltet sein Programm nach eigenen Angaben zu etwa einem Drittel mit Beiträgen von Usern.

Denen gibt der Sender handfeste Tipps im Survival Guide mit auf den Weg: Dort wird in mehreren Episoden anschaulich erklärt, worauf es bei der Produktion von TV-tauglichen Videos ankommt.

  • So geht es im „Storytelling Guide“ um Ansätze, wie man einen Beitrag aufbauen kann, welche Stories funktionieren usw. Die Beispiele sind sehenswert.
  • Der „Gear Guide“ zeigt, welche Dinge neben einer Kamera benötigt werden, um Material für das TV und das Web zu drehen.
  • Im „Shooting Guide“ wird erklärt, wie man die ganzen Tools einsetzen sollte, um beispielsweise einen sauberen Sound aufzunehmen bzw. die Protagonisten vernünftig auszuleuchten.
  • Der „Editing Guide“ verschafft einen kurzen Überblick über Schnittsoftware und wie sie funktioniert, bevor es im letzten Teil, dem „Compression Guide“, ausschließlich um die richtigen Parameter für die Komprimierung der Videos geht.

Der Survival Guide gibt den superschnellen Überblick über alles, was mit Video-Produktion für das Web bzw. das TV zu tun hat. Details sind dabei natürlich nicht zu erwarten.

Musiknutzung online, Renommee Agent

Wer Musik in seinen online veröffentlichten Videos verwenden will, dem stehen mehrere Wege offen: Entweder ein GEMA-pflichtiges Musikstück lizenzieren, was nicht ganz so einfach ist. Oder für nicht-kommerzielle Zwecke ein Netlabel, das unter Creative Commons Lizenz veröffentlicht, fragen.

Mit dem Renommee Agent, derzeit noch in der Beta-Phase, lässt sich GEMA-freie Musik demnächst recht einfach lizenzieren. Die Plattform hilft zunächst bei der Suche nach dem geeigneten Musikstück für das geplante Vorhaben. Das auf der Website eingesetzte Flash-Interface lässt sich dabei äußerst angenehm bedienen.

Der Preis für eine Lizenz richtet sich ganz nach dem Vorhaben. Musik für Reportagen, die im Fernsehen ausgestrahlt werden sollen, ist zum Beispiel teurer als Musik für ein Online-Videocast.

Für private Videoblogger ist der Renommee Agent aber vermutlich keine Alternative. Der Preis für die einmonatige Nutzung eines Musikstücks beispielsweise aus der Rubrik „Funk“ soll mehr als 1000,- Euro kosten. Da ist die GEMA dann wohl doch billiger.

Ein Interview mit dem Erfinder des Renommee Agent hat Moritz Sauer in seinem Magazin Phlow veröffentlicht.