VJ Awards 2008

In diesem Jahr werden wieder Preise für herausragende Arbeiten von Videojournalisten vergeben. Wer teilnehmen möchte, findet alle Informationen dazu auf vjawards.com. Deadline ist der 15. Oktober.

Die Preise (insgesamt 12.000 Euro) werden in verschiedenen Kategorien vergeben, unter anderem „ausgestrahlte TV-Beiträge“ und „Independent Film und Online“. Die Einreichungen dürfen maximal 15 Minuten lang sein.

Zudem vergibt die Jury einen Reportage-Award. Dabei muss es sich um eine deutschsprachige Produktion von 15 bis 29 Minuten Länge handeln, die von einem oder mehreren Videojournalisten realisiert wurde. Die Reportage muss nicht ausgestrahlt worden sein.

Überhaupt lohnt sich ein Blick auf die Website des Awards, die komplett neu gestaltet wurde. Dort sind einerseits die Gewinnerbeiträge der vergangenen Jahre zu finden (z.B. Looking for Love in London von Mike Kraus), andererseits einige nutzwertige Videos wie z.B. dieser Tipp aus einem VJ-Seminar mit Roberto Tossuti.

Update (14.10.2008): Die Frist für Einreichungen wurde verlängert auf den 1. Dezember 2008. Zudem soll keine zweitägige Konferenz stattfinden, sondern lediglich eine Pressekonferenz im Januar 2009, in deren Rahmen dann auch die Preise vergeben werden. Weitere Infos dazu bei Markus Hündgen.

Concentra Award 2007

Vielleicht mag es für den ein oder anderen Leser dieses Blogs von Interesse sein: Noch bis zum 7. Januar 2008 können Videojournalisten ihre maximal zehn Minuten langen Beiträge beim Concentra Award einreichen. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

Einige Dinge sind in diesem Jahr erfreulicherweise anders als 2005 und 2006: Einreichungen von ausschließlich online veröffentlichten Videos (also z.B. Zeitungs-Websites oder Blogs) sind willkommen, auch von Teilnehmern außerhalb Europas. Zusätzlich gibt es einen Breaking News Award: Das maximal fünf Minuten lange Video muss komplett an einem Tag entstanden und veröffentlicht worden sein.

Die Regeln sind klar formuliert: So ist VJ-Teamwork nicht erlaubt. Die komplette Produktion (also Recherche, Dreh und Postproduktion) muss aus einer Hand stammen. Lediglich der Sprecher darf jemand anders sein. Sind die Videos nicht in englischer Sprache, müssen sie untertitelt werden.

Beobachtungen am Rande: Viele Nominierte der vergangenen Jahre arbeiten für die BBC. Unter ihnen ist die inzwischen betagte Sony PD 150 weit verbreitet. Geschnitten wurde ausschließlich mit Avid oder Final Cut Pro.

Wird Zeit, dass ein bisschen Abwechslung in den Preis kommt und vielleicht der ein oder andere Online-VJ nominiert wird.

3. internationaler VJ-Award

Noch bis zum 1. September können Videojournalisten ihre Werke zur Teilnahme am 3. internationalen VJ-Award in Berlin einreichen. Preise gibt es in mehreren Kategorien zu gewinnen, unter anderem Reportage. Sympathisch daran ist unter anderem, dass die Einreichungen nicht ausgestrahlt worden sein müssen – so haben auch Newcomer und Seiteneinsteiger eine Chance.

Ein großer Teil der Einreichungen vom vergangenen Jahr ist auf der Website Videomission.com archiviert. Ein netter Ort im Netz, an den ich immer mal wieder zurückkehre und mich von einem Video, das ich noch nicht kenne, überraschen lasse.

Unter denen, die ich mir bisher angesehen habe, finde ich den Dreiteiler Looking for Love in London von BBC-VJ Mike Kraus absolut sehenswert. Er dokumentiert auf ironische Art und Weise seine Versuche, eine Partnerin in London zu finden. Temporeich und witzig mit vielen überraschenden Bild- und Schnittideen.

Auch die Serie The Flying Limburger von Geert Verdickt ist definitiv einen Blick wert. Verdickt ist als VJ mit einem Wohnmobil (samt Fahrer) durch 10 verschiedene Länder in Europa gefahren und hat täglich einen Bericht an seinen Sender TV Limburg geschickt. Verblüffend sind die Tricks im Schnitt, mit denen er gearbeitet hat.

Auf Schritt und Tritt mit… Volker Beck ist ein Portrait des Grünen-Politikers, das ausschließlich vom Frage-Antwort-Spiel des Autors Markus Engelhardt und Beck lebt. Interessant zu sehen, wie Engelhardt es geschafft hat, sich trotz der Dialoge, die fast ausschließlich im Gehen stattfinden, immer noch auf die sehr ruhige Kameraführung zu konzentrieren. In einer Szene wird deutlich, wie er das geschafft hat: Als die beiden in einen verspiegelten Fahrstuhl gehen, ist Engelhardt samt eines Schwebestativs vor der Brust für einen kurzen Moment zu sehen.