Alltag Überwachung – Zwischen Terror, Sicherheit und digitaler Kontrolle

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Video-Link: https://vimeo.com/2613849

Video-Trailer zum Dokumentarfilm „Alltag Überwachung“, Länge: 4:07 Min. Vielen Dank an Juho „Blamstrain“ Hietala für die Musik.

Update (29.03.2007): Alle vier Teile des Films sowie eine 44 Minuten lange Komplettfassung sind als Download im MPEG4-Format verfügbar. Näheres dazu hier.

Update 2 (19.01.2010): Fiete hat den Film vor einiger Zeit auf Vimeo veröffentlicht. Hier ist die Komplettfassung.

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Video-Link: https://vimeo.com/7731010

„Alltag Überwachung“ ist ein 45-minütiger Dokumentarfilm, dessen Produktion in Kürze abgeschlossen sein wird. Gemeinsam mit Fiete Stegers bin ich darin einer Frage nachgegangen, die uns alle angesichts immer neuer Maßnahmen zur Terrorismusbekämpfung betrifft: Leben wir mittlerweile in einem Überwachungsstaat?

„Alltag Überwachung“ ist eine freie Produktion, für die wir möglichst schnell einen Sendeplatz suchen.

Worum geht es?

Ob staatliche Behörden oder Privatwirtschaft, ob sichtbar oder im Verborgenen, ob durch Kameras an öffentlichen Orten oder durch Zugriff auf bereits vorhandene Daten aus dritter Hand wie bei Telefon- und Internetkommunikation – immer mehr Informationen werden gesammelt, über jeden von uns.

Ob Richtlinie des EU-Ministerrats, Vorstoß des Bundesinnenministers zur Mautauswertung für die Fahndung oder Pläne für das neue Polizeigesetz in Schleswig-Holstein – Stück für Stück werden die gesetzlichen Grenzen zu Ungunsten des Einzelnen ausgeweitet. Die Begründung: wachsende Bedrohung durch Terrorismus und Kriminalität.

Ob die neuen Maßnahmen dies effektiv bekämpfen können, bleibt fraglich. Sicher ist: Telefon- und Bankgeheimnis sowie das Recht auf informationelle Selbstbestimmung werden aufgeweicht. Mit Maut- und Handy-Daten können schon heute Bewegungsprofile erstellt werden. Der Festplattenspeicherplatz kennt kein Ende – und was einmal digital vorhanden ist, kann vernetzt werden.

Die Bürger lassen es geschehen – kein Vergleich zum Widerstand gegen die Volkszählung in den 80er Jahren. Sie nehmen keine Bedrohung durch wachsende Datensammlungen wahr, ordnen leichtes Unbehagen der Bequemlichkeit unter oder begrüßen sie sogar. Im Internet machen viele mehr über sich öffentlich, als die Volkszählung jemals fragte. Es gibt nur eine relativ kleine Zahl aktiver Überwachungsgegner, die versuchen, die Öffentlichkeit aufzurütteln. Erreicht haben diese aber bisher kaum etwas.

Von geschätzten 400.000 Überwachungskameras in Deutschland über Funkchips in biometrischen Pässen, WM-Tickets und dem Einkaufskorb der Zukunft bis zur von der EU verordneten Speicherung der Telefon-, Handy- und Internet-Daten aller 450 Millionen Europäer – an welchen Stellen im alltäglichen Leben entstehen Datenspuren? Wo sind die weitergehenden Forderungen von Ermittlern und Innenpolitikern sinnvoll, wo Effekthascherei? Sind wir auf dem Weg in den Überwachungsstaat? Polizei und Innenpolitiker, Überwachungskritiker und Betroffene, Datenschutzbeauftragte und Wissenschaftler kommen zu Wort.

Stimmen einiger Protagonisten des Films:

August Hanning
„Wir kommen gar nicht umhin, vermehrt Videoüberwachung einzusetzen. Das ist ein ganz substanzieller Sicherheitsgewinn. Will ich der Belastung entgehen, aufgezeichnet zu werden oder will ich mehr Sicherheit gegenüber Straftaten? Mein Eindruck ist, dass sich ein großer Teil der Bürger in diesem Lande für die Sicherheit entscheidet.“

Michael Arzt
„Das muss man mir erst mal zeigen, wo ein U-Bahn-Anschlag verhindert wurde. Mit Technik kann man nicht alles lösen. Hier werden Bedrohungsszenarien hochstilisiert, um Videoüberwachung durchzusetzen.“

Alexander Alvaro
„Mit der Vorratsdatenspeicherung werden Instrumente geschaffen, über die sich auch eine Stasi gefreut hätte.“

Ralf Stegner
„Vom Polizeistaat sind wir weit entfernt. Die Gefahren liegen ganz woanders, das sind die privaten Datensammler…“

Rena Tangens
„Von Komplettüberwachung kann noch nicht die Rede sein, aber die Konzerne speichern ganz, ganz viele Daten, die für den Staat oder zum Beispiel für Versicherungen von Interesse sein können. Wenn meine kompletten Einkäufe über ein Jahr hinweg gespeichert werden, dann sagt das sehr viel aus: Ob Kinder im Haus sind, ob ich Alkohol und Chips einkaufe oder in der Frischeabteilung.“

Wenn Sie Interesse daran haben, diesen Dokumentarfilm auszustrahlen, dann nehmen Sie bitte Kontakt mit mir auf.

5 Kommentare

  1. bitte sendet mir ein mail wenn ein sendeplatz gefunden wurde, bin sehr interessiert. mache mir sience gedanken, wofür unsere daten verwendet werden, wie oft unser recht auf intimsphäre verletzt wird etc.. ich wage zu behaupten, dass unsere daten am öftesten dafür verwendet werden, meinung zu bilden, sprich otto normalverbraucher fern zu steuern, was er zu denken, zu kaufen, zu tun, worüber er sich freuen, ärgern, verletzt fühlen darf und letztendlich erhasche ich mich dann bei der frage::: ist nun mein eindruck über dies oder jenes schon ferngesteuert, oder hat sich mein gefertigter eindruck aufgrund der summe von erfahrungen im laufe meines lebens gefestigt. im grunde ist unsere angst hinfällig, denn wenn ich manchen literarischen quellen glauben schenke, ist ein chip im startloch, der neugeborenen ohne wissen der eltern, kurz nach der geburt unter die haut implantiert werden wird, also das grund biometricum, wer weiß schon genau was dieser tec-winzling alles kann? sicher mehr als wir wollen und im grundgesetz verankert ist. grüße aus wien

  2. Ich bin von dem Trailer beeindruckt, auch wenn das Thema nicht wirkich neu ist und sich auch keiner wundern darf, dass wir in einem Überwachungs- und Polizeistaat leben. Hoffe nur, dass ihr zwei Internetrocker einen anständigen Sendeplatz findet. Es gibt noch genügend Personen, die Datenblind in der Gegend tapsen.

  3. Wurde dieser Beitrag schon gesendet. Kann man irgendwie noch sehen?

    Ich bereite eine Diskussion zu diesem Thema vor. Brauche dringend mehr Material.

    Bitte!

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