Sorenson Squeeze Quicktime Reference Bug

Update (07. März 2007): Der nachfolgend beschriebene Fehler wurde in der Sorenson Squeeze-Version 4.5 behoben, siehe hier.

Wenn ich Videomaterial für das Fernsehen oder das Web kodiere, nutze ich dazu Sorenson Squeeze in der aktuellen Version 4.3. Mit der Software lassen sich Videos in alle möglichen Formate kodieren, unter anderem MPEG2, Windows Media, Quicktime, Real Media oder Flash Video.

Als ich vor einigen Tagen ein Preview unseres Dokumentarfilms auf DVD brennen wollte, ist mir ein gravierender Fehler in der Software aufgefallen. Ein Workaround hat mich zwei Tage geduldigen Experimentierens gekostet – eine Lösung im Web habe ich nicht gefunden, obwohl andere User offenbar ganz ähnliche Probleme hatten.

Falls jemand mal selbst Opfer dieses Problems werden sollte: Hier ist mein Lösungsansatz.

Zur Problembeschreibung: Aus dem Avid exportiere ich mein geschnittenes Material (also in diesem Fall den gesamten Dokumentarfilm) als Quicktime Reference. Zwei Dateien werden dabei gespeichert: Eine WAVE- oder AIFF-Datei für den Ton sowie ein kurzes Quicktime-Movie. Letzteres enthält aber keinerlei Videodaten, sondern lediglich Meta-Daten, die auf das Video-Rohmaterial auf der Festplatte zeigen.

Bei dieser Vorgehensweise ist also gewährleistet, dass ich stets mit der besten Qualität der Daten arbeite, weil ich nicht den Umweg über den Export in ein qualitätsverlustbehaftetes Format gehe.

Die Quicktime Reference-Datei importiere ich sodann in Sorenson Squeeze, um sie in einen DVD-kompatiblem MPEG2-Videostream zu konvertieren. Das hat bisher immer prima geklappt, zumindest bei Videos mit Längen um etwa fünf Minuten.

Unser Dokumentarfilm ist in seiner jetzigen Preview-Version hingegen länger als 48 Minuten. Und das ist das Problem: Mit so langen Dateien beim Quicktime Reference-Format kommt Sorenson Squeeze offenbar nicht klar. Nach etwa 10 Stunden Kodieren erschien folgende Fehlermeldung:

Fehlermeldung von Sorenson Squeeze

Dabei bleibt einem letztlich nur die Möglichkeit, auf „Abbrechen“ zu drücken. „Suchen“ bleibt erfolglos – denn wonach?

Bei der Suche nach einer Lösung im Web folgte ich zuerst der Argumentation in diesem Thread, dass es an der Komplexität der Timeline in Avid liegen könnte. Klar, Squeeze wird viel zu tun haben, wenn es für jeden einzelnen Schnitt den entsprechenden Dateischnipsel im Rohmaterial auf der Festplatte suchen muss. Zumal die Timeline mit drei Videospuren und acht Audiospuren recht umfangreich ist.

Avid-Timeline des Dokumentarfilms Alltag Überwachung

Also spielte ich den Film einmal komplett auf Tape aus und importierte ihn dann wieder. Alternativ hätte ich auch einen Audio- und Video-Mixdown machen können. Das Resultat ist jedenfalls dasselbe: Der Film besteht auf der Timeline nur noch aus einer Videospur sowie zwei Audiospuren. Die habe ich dann erneut als Quicktime Reference exportiert und mit Sorenson Squeeze kodiert.

Das ging tatsächlich viel schneller. Aus den anfangs angezeigten 18 Stunden Kodierdauer wurden jetzt nur noch knapp drei. Das Problem blieb aber dasselbe: Nach etwa 25 Prozent tauchte derselbe Fehler wie oben erneut auf.

Anschließend exportierte ich den Film in drei Teilen zu jeweils ca. 16 Minuten Länge, um sie einzeln zu kodieren. Auch das half nichts, der Fehler trat wieder auf.

Am Ende habe ich den Film in insgesamt elf Teilen zu je vier bis fünf Minuten Länge exportiert und mit Sorenson kodiert. Das funktionierte. Das Problem ist also soweit eingeengt, dass es ganz offensichtlich an der Länge in Minuten der exportierten Timeline liegt. Wo genau die magische Grenze liegt, weiß ich nicht.

Die elf MPEG2-Dateien habe ich anschließend mit dem „Merge & Cut“-Tool von TMPGEnc wieder zusammengefügt, ohne sie dabei Rekodieren zu müssen.

Merge & Cut-Tool von TMPGEnc

Ich hoffe, dass Sorenson bald einen kostenlosen Bug-Fix zur Verfügung stellen wird, da die Arbeit mit Quicktime Reference-Dateien täglich Brot nicht nur für Videojournalisten ist.

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