Welche Technologie für das Video-Encoding nutzen?

Redaktionen, die Videos in ihre Angebote integrieren möchten, werden sich auch mit der Frage auseinandersetzen, in welchem Format sie ihr Material veröffentlichen. Denn es gibt ganz unterschiedliche Encoding- und Streaming-Technologien, die jeweils Vor- und Nachteile haben.

Eine aktuelle Studie der Indiana University-Purdue University Indianapolis ist da eine gute Enscheidungshilfe, denn sie bewertet ausführlich die fünf verschiedenen Technologien

  • Adobe Flash 8 On2 VP6 Video Encoder
  • Apple QuickTime Pro 7
  • Microsoft Windows Media Encoder 9 Series
  • Real Network RealProducer Plus 11
  • VX30 Zentu Encoder 1.0

unter folgenden Fragestellungen:

  • Lassen sich die Videos für User problemlos abspielen? Wie verbreitet sind die Player?
  • Wie schnell startet der Stream und wie oft treten Verzögerungen während des Abspielens auf?
  • Wie hoch ist die dargestellte Qualität der Videos?
  • Wie hoch sind die Kosten für das Encoding und die evtl. vorausgesetzte Server-Software?
  • Wie lange dauert es, verschiedene Versionen der Videos für unterschiedliche Bandbreiten zu kodieren?
  • Wie groß sind die kodierten Dateien?

Die Studie bescheinigt der VX30-Technologie das größte Potenzial: VX30 kommt ohne speziellen Player aus (das Video wird über ein Java-Applet abgespielt), das Streaming kann über HTTP (also ohne speziellen Server) erfolgen und der Encoder arbeitet sehr zügig. Mir ist allerdings keine Redaktion bekannt, die auf VX30 setzt.

Anders sieht es bei der Flash-Technologie aus, dem Zweitplatzierten der Studie. Flash ist nach Angaben des Herstellers Adobe ziemlich weit verbreitet.

Der Studie zufolge ist die Qualität von Flash-Videos hoch, was jedoch erkauft werde durch hohe Kosten für den Betrieb spezieller Streaming-Server (auch wenn Flash Pseudo-Streaming über HTTP beherrscht). Zudem dauere das Encoding ziemlich lange und die generierten Dateien seien sehr groß.

Auf den Plätzen folgen Windows Media, Real und Quicktime. Getestet wurde sowohl auf einem Windows-PC als auch auf einem Mac.

Auf der Website der Studie haben die Macher für jede getestete Technologie ein Tutorial veröffentlicht. Darin geht es um die Wahl der richtigen Parameter wie etwa Bitrate, Framerate, Sound-Settings usw.

Gefunden bei Mindy McAdams.

4 Kommentare

  1. Ich habe mir die Beispiele auf der Website mal angesehen. Die sehen zwar ganz gut aus, leider steht dort aber nirgends, mit welchen Bitraten kodiert wurde. Vor allem beim Ton würde mich das mal interessieren, weil der wirklich übel klingt.

    Ohnehin wäre die Frage, wie viele User ein Java Runtime Environment installiert haben oder Java aus Sicherheitsgründen im Browser ganz abschalten. Die sehen dann nämlich gar nichts.

    Flash halte ich nach wie vor für die bessere Alternative, um das größtmögliche Publikum zu erreichen. Und On2 VP6-kodierte Flash-Videos sehen auch bei niedrigen Datenraten, zum Beispiel 200K bei einer Auflösung von 320×224, ziemlich okay aus, finde ich.

  2. Interessante Infos, danke. Ich verwende seit kurzem nur mehr Flashvideos über HTTP, und nicht mehr den Realserver.

    Was mich aber noch mehr interessiert: wie kommst du zu den Ziffern und Buchstaben um Spamming zu verhindern? Für einen Tipp wäre ich dir sehr dankbar, ich hab wegen der Spammer die Kommentare meiner Site total abdrehen müssen.

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