Warum ich mich für die HPX171 entschieden habe…

Als Panasonic vor wenigen Tagen die HPX171 mit zwei 32 GB P2-Karten zu einem attraktiven Bundle geschnürt hat, war für mich die Entscheidung sehr schnell gefallen. Der Händler meines Vertrauens hat mir ein sehr gutes Angebot unterbreitet, so dass ich nicht lange überlegen musste.

Warum also nicht die HMC151? Vieles hatte zunächst für diese Kamera gesprochen: Die Ähnlichkeit zur DVX, der Preis (insbesondere für die SDHC-Karten), die bessere Unterstützung durch Final Cut Pro seit Version 6.0.5 (wandeln des AVCHD-Materials mit dem ProRes- oder Intermediate-Codec ohne Abstürze).

Was aber fehlt, ist die Möglichkeit zur nativen Bearbeitung des Rohmaterials auf einem recht modernen MacBook Pro. Und auch wenn es mit der nächsten Version von Final Cut Pro möglich sein sollte, dann wahrscheinlich nur mit ganz aktueller Hardware. Das hätte weitere Investitionen nach sich gezogen.

Die HPX171 bietet hingegen zahlreiche Aufzeichnungsformate, die allesamt nativ bearbeitet werden können. Mit Final Cut Pro werden sie via „Loggen und Übertragen“-Tool lediglich vom MXF-Dateicontainer in einen Quicktime-Container umgepackt, natürlich ohne das Material zu rekodieren.

Was für mich aber ein ganz entscheidendes Kriterium bleibt: Die Kamera unterstützt nach wie vor SD-Aufzeichnungsformate, dank DVCPRO wahlweise mit 25 oder 50 MBit. Auf zwei 32 GB-Karten passen in SD-Auflösung 276 Minuten (DVCPRO25) bzw. 138 Minuten (DVCPRO50).

Zu den Details der Kamera in der VJ-Praxis kann ich bisher wenig sagen, außer dass mir solche Details wie beispielsweise der neue Focus Assist oder die Pre-Record-Funktion außerordentlich nützlich erscheinen.

Für alle, die als Umsteiger ebenfalls mit dieser Kamera liebäugeln, empfehle ich den ausführlichen Test von Dan Brockett, der die Kamera in allen Details direkt mit der HVX200 und der DVX100 vergleicht.

Jetzt, nach Anschaffung der Kamera, müssen erstmal ein paar andere Fragen geklärt werden, zum Beispiel wie eine gute, kostengünstige und dauerhaft funktionierende Backup-Strategie für das kostbare Rohmaterial aussehen könnte.

Andererseits bin ich auf der Suche nach einer Hardware, die die Arbeit mit P2-Karten am Notebook etwas vereinfacht. Ich suche einen ExpressCard-zu-PCMCIA-Adapter, so dass ich die P2-Karten direkt anschließen kann. Bisher ist mir in diversen Foren nur der Duel Adapter aufgefallen, aber so richtig reibungslos scheint es damit bei einigen Usern nicht zu laufen (1,2).

Falls jemand Alternativen kennt: Hinweise wie immer gern in den Kommentaren.

11 Kommentare

  1. Wir nutzen für P2-Datentransfer auf unsere Dell-Notebooks den DuelAdapter ohne jegliche Probleme. Auf der Inkompatibilitätsliste seh ich auch keinen Mac weit und breit http://www.pcmcia-adapter.de/32963.html . Sonst ruf einfach bei Hacker Datentechnik an (siehe Link). Die sind recht fit. Fußnote: Ich hatte die Rechnung für die Adapter abbuchen lassen und die Witzbolde haben als Verwendungszweck für die Buchung „Hacker Daten“ angegeben. Mal schauen, was das Finanzamt dazu sagt.

  2. Danke für den Tipp, Mario. Bei Hacker ist der Experte gerade nicht im Hause, ich schreibe da mal eine E-Mail hin.

    Die älteren 4 GB- und 8 GB-Karten scheinen ausweislich der Duel-Seite problemlos zu funktionieren, aber zu den neueren 32 GB-Karten schweigt sich der Kompatibilitäts-Check leider aus.

  3. Ich war auch gerade auf der Suche und hab mich nun auch für die 171 im Bundle mit 2*32GB entschieden. Kaufen kann ich die Kamera leider erst im Januar.
    Zum Thema Backup habe ich mir auch schon Gedanken gemacht. Ich hatte erst über einen BlueRay Brenner nachgedacht, die Kosten pro GB und die Geschwindigkeit sprechen aber momentan noch dagegen.
    Meine momentan favorisierte Lösung ist ein Backup des Rohmaterias auf zwei verschiedene Festplattensysteme. Mit dem von Mario genannten adapter wandern die Daten auf eine am Laptop angeschlossene externe FW Platte. Zusätzlich werde ich die Daten dann noch auf ein NAS mit Gigabit Anschluss kopieren. Ein NAS mit 4*1.5 TB kostet ungefähr 800 Euro. Wenn man das mit RAID5 betreibt ist es ziemlich sicher, man verliert aber 1.5 TB. Wenn die 4.5 TB dann voll sind (bei voller HD Auflösung sollten das so rund 70 Stunden sein, bei SD mit DVCpro50 ungefähr 160 Stunden), kommen das RAID einfach in den Schrank und das nächste wird dahin gestellt.
    Somit kostet das Backup von HD Material rd. 11 Euro pro Stunde und von SD/DVCpro50 rund 5 Euro pro Stunde.
    Unwichtige Projekte oder Aktuelles kann man auch einfach konsolidieren, dann spart man sich noch ein bisschen Speicherplatz.

  4. Nein, hab ich noch nicht getestet. Sehe aber keinen Grund, warum es nicht klappen sollte.
    Der Adapter funktioniert bei Mario übrigens auch mit den 32GB Karten, wenn ich mich nicht täusche.

  5. Hier noch ein PCMCIA-Adapter:
    http://www.virtuavia.eu/shop/i.....#038;sl=DE

    Ich spiele auch mit dem Gedanken, mir die HPX-171 zuzulegen. Bei Sony gibt es ja seit dem letzten Firmware-Update die Möglichkeit, statt SxS Karten auch günstige SD-Cards mit Adapter zu verwenden: http://us.kensington.com/html/12631.html

    Geht das auch mit der HPX171 – vielleicht in Verbindung mit dem DuelAdapter-Cradle?

    Ansonsten interessiert mich, wie gut man mit dem kleinen Blendenrad der 171 arbeiten kann und ob das 4:3 Display bei 16:9 Aufnahmen ausreicht.

  6. Danke für den Hinweis, Rainer. Laut Beschreibung scheint der Adapter mit P2-Karten nur mit PC-Notebooks zu laufen.

    Was eine SDHC-Lösung für P2 betrifft: Davon ist mir nichts bekannt. Und wenn es so etwas gäbe, hätte sich die Nachricht längst wie ein Lauffeuer in diversen Foren und Blogs verbreitet. Ohnehin dürfte so eine SDHC-Lösung, wenn es sie denn für P2 gäbe, nur mit DV und DVCPRO in 25 MBit funktionieren. Bei allen anderen Codecs wäre die Bitrate zu hoch für derzeitige SDHC-Karten.

    Das kleine Blendenrad ist jetzt immerhin etwas größer geworden, es bleibt aber im Prinzip dieselbe Frickelei wie beispielsweise an der DVX100. Während eines Schwenks beispielsweise die Blende zu verändern, geht natürlich – aber längst nicht so komfortabel wie beispielsweise mit der EX1. Du kannst allerdings den Fokusring als Blendenring benutzen (an der Seite befindet sich ein Schalter, mit dem Du die Funktion kurz tauschen kannst).

    Das 4:3-Display mit der 16:9-Letterbox-Darstellung habe ich auch erst sehr merkwürdig gefunden. Warum heute noch ein 4:3-Display an einer Kamera verbaut wird, die hauptsächlich 16:9 aufzeichnet, wird wohl Panasonics Geheimnis bleiben. Allerdings wird der schwarze Rand um das Bild ganz gut genutzt durch den ganzen Text, die Aufnahmepegel etc.

    In den SD-Modi (DV, DVCPRO, DVCPRO50) kann ich die Schärfe mit EVF DTL ON im Display wunderbar beurteilen, ganz so wie bei der DVX100. Nach den ersten SD-Drehs sind bei mir keine Bilder unscharf. Um die Schärfe in den HD-Modi aus dem Stehgreif vernünftig bewerten zu können, wirst Du auf Dauer vermutlich ein größeres, externes Display benötigen. Ansonsten hilft natürlich nur, die Schärfe ordentlich zu ziehen (also ranzoomen, Schärfe einstellen, wieder aufziehen) oder aber den Focus Assist zu nutzen. Der liefert auf Knopfdruck einen digital vergrößerten Ausschnitt der Bildmitte in Kombination mit einem aussagekräftigen Histogramm. Sehr nützlich.

  7. Stimmt. Die Datenrate ist tatsächlich ein Flaschenhals von SDHC – aber bald gibt´s ja SDXC:
    http://www.film-tv-video.de/ne.....no_cache=1

    Schade, dass der von mir genannte Adapter evtl. nicht an Macs funktioniert. Aber Danke für den ersten Erfahrungsbericht. Das mit dem umschaltbaren Fokusring wusste ich z.B. noch nicht.

    Mich reizen an der Kamera ähnliche Vorteile, die Du auch schon erwähnt hast: SD und HD in Intraframe-Codierung und vor allem 4:2:2
    Im Prinzip suche ich eine gute DV-Kamera, die mir alle Zukunftsperspektiven Richtung HD offen hält.

    Zwei Fragen noch:
    1. Gibt die Kamera ein Signal über Firewire aus, während sie filmt? Ich muss manchmal Live-Capturing ins Notebook machen – zwar nur DV-Qualität, aber dafür mehrere Stunden am Stück.
    2. Kann die 171 live downkonvertieren – ist also eine Aufnahme in HD möglich, die dann in SD von der Kamera ausgegeben wird?

    Schon mal Danke

  8. Dank der SDXC-Karten dürften P2-Karten deutlich im Preis sinken.

    Zu Deinen Fragen:

    1.) Ja, ich habe es gerade mal getestet. Funktioniert einwandfrei, zumindest in den SD-Modi mit 25 oder 50 MBit. Wer Final Cut Pro nutzt, kann dazu das „Loggen und Aufnehmen“-Tool nutzen. Dort solltest Du dann unter „Gerätesteuerung“ ein „Nicht steuerbares Gerät“ einstellen (weil FCP dann nicht auf einen Timecode wartet) und unter „Aufnahme/Eingabe“ den jeweiligen Codec auswählen, also z.B. „DVCPRO – PAL 48 kHz Anamorphotisch“.

    2.) Live-Downconvert ist auch kein Problem. Ich hatte mir das eben gerade allerdings nur über einen alten Videomonitor (Röhre) via Composite (Cinch) angeschaut. Im „AV IN/OUT SETUP“-Menue hast Du unter „DOWNCON MODE“ die Wahl zwischen „SIDE CROP“, „LETTERBOX“ und „SQUEEZE“. Ansonsten kannst Du das Signal natürlich auch über den Komponenten-Ausgang oder den SDI-Ausgang ausgeben lassen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Kommentare werden moderiert. Bis zur Freischaltung kann es gelegentlich etwas dauern.

Wenn du hier nicht unter deinem richtigen Namen in Erscheinung treten möchtest, dann ist das völlig in Ordnung. Gern kannst du einen Link auf dein Blog bzw. deine Website hinterlassen.

Und bitte schau dir vor dem Absenden eines Kommentars meine Hinweise zum Datenschutz an.