Sennheiser EW100G2-Funkstrecke auf Canon EOS 550D / Rebel T2i abstimmen

Update (16.09.2011): Die folgende Beschreibung bezieht sich auf eine Canon 550D / Rebel T2i ohne Magic Lantern. Wer Magic Lantern einsetzt, sollte seine Funkstrecke und die Kamera besser nach dieser Methode konfigurieren.

Ich habe mal versucht, meine Sennheiser-Funkstrecke mit dem ME2-Ansteckmikrofon möglichst gut auf die EOS 550D abzustimmen. Denn irgendwie kann ich mich nicht mit dem Gedanken anfreunden, für jedes Projekt ein externes Tonaufnahme-Gerät dabei zu haben und später Video- und Audiospur zu synchronisieren.

Sennheiser EW100G2-Funkstrecke

Die automatische Tonaussteuerung macht die ganze Sache kompliziert, egal welches Mikrofon man anschließt. Ist es still, zieht die Automatik leise Geräusche hoch, das Rauschen nimmt zu. Das hört man vor allem bei Sprechpausen im Interview.

Setzt der Interviewpartner dann plötzlich wieder recht laut an, ist die Automatik zu träge sich schnell darauf einzustellen und übersteuert. Die ersten Worte klingen verzerrt.

Die Funkstrecke ändert daran natürlich nichts, solange man nicht wie bei der EOS 5Dmk2 die Möglichkeit hat, die Automatik abzuschalten. Hoffentlich ist das mit einem Firmware-Update bald möglich.

Am Sender der Funkstrecke gibt es den Menüpunkt „Sensit“, mit dem man die Eingangsempfindlichkeit ändert. Diesen Wert habe ich auf -10 dB gestellt. Am Empfänger wiederum gibt es den Menüpunkt „AF-Out“, mit dem der Pegel des Audio-Ausgangs festgelegt wird. Hier habe ich -30 dB eingestellt.

Als Interviewmikrofon nehme ich das ME2, das ich auf ca. 20 cm Entfernung zum Mund anbringe, also etwa auf Brusthöhe. Spricht der Interviewpartner normal laut, dann kommt eine Waveform dabei heraus, die etwa wie folgt aussehen kann:

Waveform der Aufnahme mit einer Sennheiser EW100G2-Funkstrecke an der Canon EOS 550D

In meinem Beispiel liegt das Tonsignal in der Spitze etwa 2 dB unter der Vollaussteuerung, was natürlich relativ riskant ist. Bei anderen „Sensit/AF-Out“-Kombinationen (ich habe so ziemlich alle ausprobiert) war der Ton aber entweder übersteuert oder unterpegelig.

Bei diesen Einstellungen ist es so, dass das Rauschen konstant bei 25 dB unter der Vollaussteuerung liegt und interessanterweise auch nicht anzieht, wenn es ganz still im Raum ist. Warum auch immer.

Trotzdem ist das Rauschen natürlich noch viel zu laut. Zum Vergleich: Bei Tonaufnahmen mit professionellen Geräten liegt es etwa im Bereich zwischen -45 und -50 dB.

6 Kommentare

  1. Moin, mein persönlicher Workflow ist so, aber jeder muss selbst für sich entscheiden, wie er es macht.
    Man nehme ein EW 100G2 und schließt es an einen externen Recorder. Kosten je auch nicht mehr die Welt ( http://www.videoaktiv.de/20100.....-Euro.html ) und nimmt den Ton auf, bis das Gespräch beendet ist.
    Die DSLR ist mit einem Sennheiser MKE 400 bestückt. Nach der Aufnahme schmeisst man alles in „PluralEyes“ und lässt die Software synchronisieren. Fertig ist der Tonmix. Danach kann man in FCP gemütlich schneiden. Hat den Vorteil – ich bin nicht an die 12 Minuten Aufnahmelänge des Fotoapparates gebunden und es geht nichts verloren.

  2. Ich nutze seit ein paar Wochen das Zoom H4N. Zunächst eine Umstellung, geht das Arbeiten damit doch recht flott von der Hand. Das Einlesen von Tapes (Gott habe DV selig!) fand ich damals nerviger…

  3. Wow, ein Traum. Dass es so schnell geht, hätte ich nicht gedacht. Dann wird der Video-DSLR-Hype wohl zügiger vorbei sein als er gekommen ist.

    Ich hoffe, der Preis wird nicht allzu hoch sein. Philip Bloom schreibt von Gerüchten um die 6000,- USD.

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