Der Zoom H1

Der Zoom H1 auf meinem Schulter-Rig

Auf den Zoom H1 habe ich lange gewartet. Vor ein paar Tagen ist der kleine Audio-Rekorder hier eingetroffen. Mein erster Eindruck: Sehr brauchbar und eine tolle Ergänzung, mit der ich mein Low-Budget-DSLR-Rig nun komplettiere. Einen ersten Test gibt es hier.

Was mir positiv auffällt:

  • Spannungsversorgung erfolgt über eine einzige 1.5V-AA-Batterie bzw. über einen 1.2V-AA-Akku (Energieverbrauch scheint sehr gering zu sein).
  • Im Lieferumfang ist eine 2GB-Micro-SD-Karte samt Adapter auf SD enthalten.
  • Die Bedienung erfolgt nicht über verschachtelte Menues, sondern über außen liegende Schalter.

Nicht so gut:

  • Die Verschlussklappe des Micro-SD-Kartenslots ist so schlecht angebracht, dass sie wohl früher oder später von selbst abfallen wird.
  • Wenn man das interne Mikro benutzen will, muss man das Gerät schon mit Samthandschuhen anfassen. Minimale Griffgeräusche sind sofort zu hören. Selbst wenn ich den Zoom direkt am Rig befestige, übertragen sich die Griffgeräusche vom Rig deutlich hörbar auf das Mikrofon.
  • Zum Tonpegel steuern gibt es nur einen +/- Schalter, kein kleines Rädchen.
  • Beide Tonkanäle kann man nur zusammen aussteuern.

Weil ich das interne Mikrofon des Zoom sowieso nicht brauche, habe ich gleich mal mein Sennheiser K6 mit ME64-Kapsel angeschlossen. Etwas ernüchternd: Selbst wenn ich den Tonpegel auf 100 Prozent hochziehe, kommt die Aufnahme nur mit -12 dbFS in den Spitzen an (bei normal lauter Stimme sowie einem Abstand zum Mikrofon von etwa 50 cm). Dasselbe beim auf Brusthöhe angebrachten Ansteckmikro MKE2 (ebenfalls gespeist über den K6).

Wesentlich besser läuft’s mit meiner G2-Funkstrecke. Ich hab’s mal mit der MKE2-Kapsel ausprobiert und sie ebenfalls auf Brusthöhe angebracht. Wenn ich den Sender auf -10 dB Sensitivität und den AF OUT des Empfängers auf -18 stelle, kommt ein superklares Signal an, das bei 80 Prozent Pegeleinstellung in den Spitzen bei -6 dbFS landet.

Jetzt fehlt eigentlich nur noch die Magic Lantern-Firmware für die 550D, mit der dann hoffentlich bald manuelle Tonaussteuerung direkt an der Kamera möglich ist. Dann werde ich den Zoom via Line Out direkt mit dem Mikrofoneingang der DSLR verbinden, um das Tonsignal durchzuschleifen – so zumindest der Plan.

Dann muss ich nur noch herausfinden, mit welcher Lautstärke ich aus dem Audiorekorder herausgehe und auf welchen Wert ich die Eingangsempfindlichkeit der Kamera einstelle. Bestenfalls stimmt dann die Pegelanzeige des Zoom 1:1 mit dem ankommenden Signal in der 550D überein – genau so wie es hier bereits für die 5D Mark II und dem Zoom H4n beschrieben steht.

Update (04.10.2010): In den vergangenen Tagen ist mir aufgefallen, dass mein Zoom H1 im abgeschaltetem Zustand trotzdem Energie frisst – und zwar nicht zu knapp. Nach knapp zwei Tagen ist der Akku leer, ohne dass ich das Gerät auch nur einmal eingeschaltet hatte. Dasselbe Problem haben auch andere.

Update (13.10.2010): Das alte Gerät (Seriennummer irgendwo zwischen 11.000 und 12.000) habe ich ausgetauscht, das neue mit einer Seriennummer über 43.000 hat das Problem nicht mehr. Der Akku ist seit Tagen drin und randvoll.

Ein Kommentar

  1. Problematisch ist nur, dass dieses Gerät wirklich super empfindlich auf jede Bewegung reagiert. In der Hand halten geht gar nicht, jede Bewegung wird als Störgeräusch aufgezeichnet.

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