Wie Final Cut Pro X HD-Material (720p50) in SD-Material mit Halbbildern (576i50) wandelt

Viele Videojournalisten, die ausschließlich für das Web drehen, produzieren von vornherein vermutlich eh alles in HD mit Vollbildern und quadratischen Pixeln. Gut so, weil der Workflow zumindest technisch weitgehend stressfrei ist.

Wer als Videojournalist auch das TV bedient und schlüsselfertiges Material liefert, muss sich oft mit SD-Auflösung (Standard Definition, also 720×576), Halbbildern und anamorphen Pixeln herumschlagen. Einen großen Teil meines Materials drehe ich daher von vornherein in DVCPRO50 (also dem bestmöglichen SD-Codec meiner Panasonic HPX171).

Hin und wieder mische ich SD-Aufnahmen mit dem Material meiner DSLR, das ich in 720p50 gedreht habe. Wie man aus den 50 Vollbildern 50 Halbbilder für den SD-Workflow mit Hilfe des Compressors generiert, habe ich seinerzeit hier beschrieben. Dieser Zwischenschritt über den Compressor war bisher nötig, weil Final Cut Pro (6 oder 7) das direkte Wandeln auf einer DVCPRO50-Timeline selbst einfach nicht sauber hinkriegt. Die Bilder ruckeln (was nicht an evtl. vertauschten Halbbildern liegt).

Final Cut Pro X hingegen macht da wirklich einen guten Job. Lege ich dort einen 720p50-Clip auf der Storyline eines DVCPRO50-Projekts ab, erscheint zunächst der gelbe Renderbalken. Der löst sich aber schnell auf und im Hintergrund ist das Material sauber umgerechnet worden.

Ich habe mir das Ergebnis mal auf meinen Röhren-Videomonitor mittels Matrox MXO2 Mini angesehen (*). Die Bilder laufen butterweich, ganz so als wären sie in SD mit Halbbildern gedreht worden. Allein in dieser Hinsicht bringt Final Cut Pro X im Vergleich zu Final Cut Pro 7 eine große Zeitersparnis mit sich – zumindest für mich, da ich sehr oft HD- und SD-Material mische.

(*) Anmerkung am Rande: Noch unterstützt FCPX das externe Monitoring via Matrox MXO2 nicht, aber ich hoffe, das wird irgendwann mal werden. Daher musste ich für diesen Halbbild-Test den Videoclip aus Final Cut Pro X erst ausspielen (und zwar im gleichen Format, wie das Material auf der Timeline bearbeitet wurde, also in DVCPRO50). Anschließend habe ich die Quicktime-Datei in Final Cut Pro 7 importiert, dort auf eine korrekt voreingestellte DVCPRO50-Timeline gelegt und via Matrox MXO2 Mini auf dem Monitor angeschaut.

3 Kommentare

  1. Hallo Roman,

    hast du Beispielvideos in SD, die du fürs TV produziert hast? Könntest du einige hochladen?

    Beste Grüße

  2. Bisher habe ich mit FCPX erst ein komplettes Video produziert, und das ist HD mit Vollbildern (720p25). Die Halbbild-Sachen waren bisher nur Experimente, weil ich da Klarheit haben wollte. Insofern: Mit einem FCPX-SD-TV-Beitrag kann ich dir jetzt im Augenblick leider nicht helfen.

    Oder brauchst du irgendwelches Testmaterial?

  3. Hallo,

    das ließt sich interessant. Ich habe jedoch ein Problem mit der Verarbeitung von SD Material in FCPX. Allerdings ist das Ausgangsmaterial kein hochwertiges SD.
    Und zwar möchte ich jede Menge DV-Material archivieren. Egal ob ich das Material nun in einem HD oder SD Projekt abspiele und exportiere, immer habe ich entweder sehr starkes Treppchen entlang der Kanten. Spiele ich die Originaldateien im QTPlayer ab, ist es scharf aber ich sehe den Halbbildversatz.

    Ist etwa die Qualität in der FCPX das DV Material importiert zu schlecht. Oder mache ich einen Fehler in der Weiterverarbeitung?!

    Es wäre super, wenn Du da einen wertvollen Tipp hättest :)
    Danke!

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